Get ready for SYN_ENERGY!

Der Countdown läuft. Nicht mal eine Woche, dann startet SYN_ENERGY mit der langen Lesenacht im Heimathafen Neukölln. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Auf dem SYN_ENERGY-Blog passiert gerade so einiges. Dort schreiben die teilnehmenden Autor*innen über ihre Literaturszenen, Schreiborte, Arbeiten und Biografien. Die Form ist frei: Es gibt Interviews, Selfie-Videos, Collagen und Fragmente. Wenn Sie wissen wollen, was die Teilnehmer*innen des fünftägigen Literaturdialogs umtreibt und welche Themen sie beschäftigen – dort erfahren Sie es.

Dramatikerin Nina Rapi z.B. schreibt über die Trias ihres Panel-Themas  „Race-Gender-Class“ – theoretisch, biografisch und persönlich:

“Racism, negating/distorting reality to surreal levels, is so deeply rooted in the fear of the Other that we either don’t see them or we project on to them any darkness we might contain within and consequently reject them for that reason, fear of the unknown self basically.” – Nina Rapi

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Anja Golob: Meergedicht

Am 10. Oktober liest Anja Golob in der Lettrétage aus ihrem neuen Gedichtband. Hier ist bereits ein Auszug aus “Anleitungen zum Atmen”, das bei der Edition Korrespondenzen erscheinen wird.

MEERGEDICHT

na tvoje usne boje mesa

spustiću kap svoje vode

EKV: Oči boje meda

Wir stehen auf ohne Uhren. Ohne Kleider. Ohne Plan.

  • Gekämmte Jungfischschwärme teilen sich, fast freundlich, unmerklich,
  • und tauchen ab unter meinem nackten Körper, der kaum Sonne kennt, kaum Salz.
  • Die Fische stört es nicht, sie sind schmiegsam, schwimmen gelenkig, atmen sanft.

Der gleiche Frosch platscht abends geschäftig zum Mauervorsprung, fällt um.

  • Ein einsamer Wasserläufer durchfurcht die stille Oberfläche. Nach ihm bleibt
  • Geruch von Erdöl, ein Surren wie Zahnbohrer, kaum ein Grübchen im Meer.
  • Flach fegt er ins Wasser, hinter ihm zieht der Abend die Gardinen des Tages zu.

Ich finde einen schläfrigen Skorpion im Buch, perplex geplättet.

  • Leise zischt nachts das Meer, gewohnt geschmiegt in die Gruben des Ufers.
  • Unaufdringlich, so wie Ebbe Flut gebiert, ersteigt der Mond die Lüfte.
  • Langsam sprießt in den Zitronenbäumen der Wind, versilbert den Spiegel.

Es ist Sommer. Wir haben keine andere Arbeit außer zu sein. Das genügt.

Aus dem Slowenischen von Urška P. Černe & Uljana Wolf.

Die Klassiker-Lesereihe findet wieder statt

© Verlag Klaus Wagenbach

In der gut beheizten Lettrétage begegnen wir dem stürmischen Herbst mit guten Lesungen. Denton Welchs 1943 erschienener Roman Freuden der Jugend wurde 2016 beim Verlag Klaus Wagenbach neu aufgelegt und bildet am 9. Oktober den Auftakt zur diesjährigen Klassiker-Lesereihe. Wir stellen einen Autor vor, der hierzulande noch weitestgehend unbekannt ist. Ein Klassiker des Alters wegen? Nein: „Weil Welch […] ein Meister der Bildsprache [ist]“, sagt Daniel Grabner im Österreichischen Rundfunk. „Mal aus naheliegenden und sich doch nicht abnützenden, dann wiederum aus weit entfernten Bildbereichen setzt er seine Metaphern zusammen.“ “Die Klassiker-Lesereihe findet wieder statt” weiterlesen

Neues aus dem WiSU-Projekt

Was passiert eigentlich gerade im WiSU-Projekt? So einiges. Nicht nur wurde mittlerweile der zweite Berliner Literaturkalender ausgeliefert  – auch der dritte Branchentreff Literatur steht bald an: Vom 30.11. bis 2.12. soll das Thema “Literatur sichtbar machen” im Rahmen von Workshops, Panels, Vorträgen und anderen Veranstaltungsformaten diskutiert werden. Darüber hinaus bietet der Branchentreff  wie schon in den Vorjahren die Gelegenheit, sich mit Kolleg*innen und anderen Akteur*innen der freien Literaturszene zu vernetzen. Der Branchentreff findet dieses Jahr im Haus der Kulturen der Welt statt. “Neues aus dem WiSU-Projekt” weiterlesen

Tom Bresemann im Interview mit Litaffin

Lettrétage-Mitbegründer Tom Bresemann stand Angie Martiens vom Literaturblog Litaffin Rede und Antwort.

© Lisa Borries

Im neuen “Und was macht man damit?” Interview von Litaffin erzählt Lettrétage Mitbegründer Tom Bresemann von seinen Anfängen als Hausleiter des Literaturhauses und seinem Weg in den Literaturbetrieb.

Wir haben, so muss man es sagen, einfach angefangen. Es gab einen Ort, die Miete war günstig, es gab Autor*innenkontakte, die Wege waren kurz. Kein Masterplan, stetiges Wildwachstum, learning by burning.

Das ganze Interview gibt es hier zum nachlesen.

 

Leseprobe: The Hour Between Dog and Wolf

Am Freitag stellt Lucy Jones die englische Übersetzung von Silke Scheuermanns Roman bei uns vor: The Hour between Dog and Wolf. Zur Einstimmung ist hier schon einmal eine Leseprobe.

I’d set down two large cups with biscuits and turned on the radio. They were already playing spring waltzes—now, in the middle of January. Even as I’d been putting out the cups, Ines had fallen silent and begun staring at the kitchen table. We went very quiet again. It was like flirting, each waiting for the other to make the first move and every little hesitation taken as a refusal to dance.

“Leseprobe: The Hour Between Dog and Wolf” weiterlesen

KOOK.MONO auf Fixpoetry

Die Festival-Saison hat bei uns gerade erst angefangen, schon steht das nächste große Event vor der Tür. Kommenden Montag findet in unseren Räumlichkeiten der Auftakt des Literaturfestivals KOOK.MONO schrift spricht statt. Es geht um neue, performative Formate für literarische Texte, Schriftlichkeit, Mündlichkeit, Langgedichte und Monologe.

Wer nicht so lange warten kann, findet übrigens unter fixpoetry.com kleine Textauszüge von allen lesenden Autor*innen, z.B. von Anja Utler, Sonja vom Brocke und Daniel Falb. Alle drei werden Montag bei uns in der Lettrétage auftreten.