Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 80 Veranstaltungen jährlich statt. Bekannte und unbekannte, junge und alte, deutschsprachige und nicht-deutschsprachige Autor*innen und Künstler*innen wie Jan Wagner, Nora Bossong, Thomas Melle, Cristian Forte, Erica Zingano, Giwi Margwelaschwili, Robert Stadlober, Jörg Albrecht, Volker Harry Altwasser, Konstantin Ames, Maria Cecilia Barbetta, Artur Becker, Katharina Bendixen, Emma Braslavsky, Zehra Cirak, Ann Cotten, Crauss, Washington Cucurto, Daniel Falb, Ursula Fricker, Claudia Gabler, Nora Gomringer, Georgi Gospodinow, Dilek Güngör, René Hamann, Abbas Khider, Noemi Kiss, Bert Papenfuß, Simone Kornappel, Tanja Langer, Rattawut Lapcharoensap, Georg Leß, Juliane Liebert, Leonhard Lorek, Kiran Nagarkar, Tilman Rammstedt, Monika Rinck, Daniela Seel, Gerhild Steinbuch, Ulf Stolterfoht, Matthew Sweeney u.v.a. haben seitdem Lesungen in der Lettrétage bestritten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation. 2014 fand unter dem Motto „New Ways of Presenting Literature“ bsp. das internationale Festival „Soundout!“ statt. In Formaten wie regelmäßigen Literaturlabors aber auch international viel beachteten Netzwerkprojekten wie CROWD liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Idee der Literatur als Kommunikationsmittel sowie bestem Anlass zur Begegnung. Im Folgenden erhalten Sie einen nicht vollständigen Einblick ins vergangene Programm. Informationen zu vergangenen Projekten erhalten Sie hier.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Mo
    28
    Okt
    2019
    Di
    29
    Okt
    2019

    Mehrsprachig ringen

    17:00 - 23:00Eintritt frei

    Autorentreffen und Übersetzertagung mit öffentlichen Lesungen und szenischen Aufführungen

    © Tzveta Sofronieva

    Die Mehrsprachigkeit ist eine immanente Notwendigkeit der Literatur von heute. Die mehrdimensionalen Herausforderungen unserer Zeit rufen eine grundlegende Veränderung im Verständnis der Rolle eines literarischen Textes und seiner Ästhetik hervor. Im Fokus des Autor*innentreffens "Mehrsprachig ringen" werden Mehrsprachigkeit der Texte und der Kontexte, Mono- und Translingualität, Sprachwechsel und Spracherweiterung stehen.

    Während der Tagung wird über Übersetzung, Selbstübersetzung, Parallelität und Klonen von Texten gesprochen. Das Gedächtnis der Sprache(n) in der Mehrsprachigkeit soll wahrgenommen werden, Science-Fiction-Gedichte und archaische Gesangtraditionen werden zusammengebracht, die Gespenster der Mauer aus der Vergangenheit, angebliches Wissen und "bio-political correctness" werden demaskiert und szenisch "Anthroposzene" und "Anthropozähne" unterschieden. Es wird mit einer Sprachästhetik gerungen, die es ermöglicht, eine gemeinsame Zukunft zu bewirken, denn in ihrer Suche nach mehr Sprache ermöglicht die Literatur unter anderem eine Erfahrbarkeit der Narrative Anderer.

    Initiiert und kuratiert von Tzveta Sofronieva

    Mitwirkende: Alexandru Bulucz, Christine Schlosser, Elena Dimitrova, Elitsa Aleksieva, Elka Agoston, Eri Koshikawa, Gabriella Hadzhikostova, Georgi Tenev, Ildikó Eszter Kovács, Johanna Domokos, Juliana Saiska, Klaudia Katzenbach, Peter Wortsman, Rumiana Ebert, Sara Margrethe Oskal, Sophia Alexandra Rötschke, Terezia Klasová, Tim Holland, Tim Mücke, Tzveta Sofronieva, Viktória Csörgő und Yana Moroz.

    Aus Bulgarien, Deutschland, Österreich, der Niederlande, Norwegen, Rumänien, Sami, Slowakei, der Tschechischen Republik, Ungarn, Japan und den USA.

    Programm

    28.10.2019, Montag.  Un-lost in Translation.

    17:00 – 18:30: Einführung 1. 

    Peter Wortsman spricht über die Arbeit eines "lingoverts"  und liest aus seinem bilingualen Prosaband “Stimme und Atem/ Out of  Breath, Out of Mind”.

    Sophia Alexandra liest aus ihrem ersten Gedichtband „Summer on the Subway“ Gedichte auf Englisch und Deutsch.

    Sara Margrethe Oskal  liest aus  „Voll die Rasselbande“ mit 3 ihrer auf Nord-Samisch, Norwegisch und Englisch geschrieben Dramen.

    18:30 – 19:00 : Pause  

    19:00-22:30: Monologe oder mehrsprachiges Gespräch. Literaturen und Gesellschaften in Europa 30 Jahre nach dem Mauerfall.

    19:00-20:00: Die Farbe der Erde.

    Performance von Gabriella Hadzhikostova mit mehrsprachigen Texten aus dem gleichnamigen Buch von Tzveta Sofronieva. Anschließende Diskusion mit Tzveta Sofronieva und den Übersetzerinnen und der Herausgeberin des Buches Ildikó Eszter Kovács, Klaudia Katzenbach, Viktória Csörgővon.

    20:00 – 21:00

    Eri Koshikawa spricht über die Mehrzahl der Originale bei der Selbstübersetzung und Selbstübersetzung als zeitversetztes, kreatives Schreiben.

    Tim Holland spricht über die sozialen und kreativen Räume die sich durch die neue Kategorie "SprachRäume" des "THEO Preises für Junge Literatur eröffnen" für junge schreibende eröffnen.

    Alexandru Bulucz spricht über Entbabylonisierung und Psychologien der Integration und stellt die von ihm herausgegebene Anthologie „Die 32 Schimmelarten von Joseph Brodsky“ vor.

    21:00 -22:30 

    Georgi Tenev liest Auszüge aus seinem Roman „Partei Palast“ (Eta, Berlin, 2018).

    Rumiana Ebert spricht über ihre Übersetzung von zwei Büchern des vom KGB ermordeten Bulgarischen Schriftstellers Georgi Markov und über lyrische Selbstübersetzung zurück in die Muttersprache und liest auf Deutsch aus „Reflections in a Well“.

    Johanna Domokos liest aus dem dreisprachigen Gedichtband  "Exil Elixier" und stellt ihre zahlreichen mehrsprachigen und translingualen Herausgaben vor.

    Tim Mücke spricht über Übersetzung und Herausgabe exophonischer Lyrik mit Beispielen von Jean Portante, Dennis Maloney, José F.A. Oliver u.a.

    Dienstag, 29.10.2019 . Fotos ohne Fokus oder Fokus auf Nebel und Wolken? A Tuesday for Future.

    19:00 -20:30: Die Ästhetik des Anthropozäns. Einführung 2.

    Christine Schlosser stellt die gerade erschienene Anthologie, „Worte verschwinden fliegen zum blauen Licht - Samische Lyrik von Joik bis Rap“ vor.

    Terezia Klasová wird über Lyrik und Umwelt wie auch die Übersetzung mehrsprachiger „ökologischer“ Gedichte sprechen und Beispiele aus ihrer Übersetzungsarbeit vorlesen.

    Eri Koshikawa spricht über Literatur und Wirklichkeit nach der Nuklearen Krise am 11. März 2011 in Japan. Mit Texten von Hiromi Kawakami und Yoko Tawada.

    20:30 – 21:30: Anthroposzene und Anthropozähne.

    Eine interaktive Bühnenversion der gleichnamigen Werke von Tzveta Sofronieva. Das Theaterexperiment untersucht die Überschneidung von Räumen des alltäglichen, drohenden Äußeren und dem Inneren des Menschen mit der Bühne als Demarkationslinie zwischen Geschehen und Reflexion des Publikums. Von und mit Juliana Saiska, Elena Dimitrova und Yana Moroz. Musik von Elitsa Aleksieva,  Bühnendesign von Sophia Alexandra Rötschke.

    21:30 – 23:00

    Georgi Tenev liest auf Deutsch aus seinem Erzählband „Heiliges Licht“ .

    Alexandru Bulucz liest Gedichte aus seinem neuen Lyrikband „Was Petersilie über die Seele zu sagen hat“.

    Tim Holland liest aus seinem Science-Fiction-Versepos. Johanna Domokos liest aus ihrem Briefroman "W." .

    Mitwirkende

     

    © Alexander P. Englert

    Alexandru Bulucz, geboren 1987 in Alba Iulia (Rumänien), studierte Germanistik und Komparatistik in Frankfurt am Main. Er ist Autor und Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Otium". Sein Debüt "Aus sein auf uns" erschien 2016. Seine Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2019 wurde Bulucz mit dem Wolfgang Weyrauch Förderpreis ausgezeichnet.

    Bulucz wird die von ihm herausgegebene Anthologie „Die 32 Schimmelarten von Joseph Brodsky“ vorstellen und aus seinem neuen Gedichtmanuskript vorlesen.

    Christine Schlosser, geboren in Berlin,  studierte Romanistik, Hungarologie und Finno-Ugristik in Berlin und Göttingen. Sie arbeitet als freiberufliche Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin. Neben der Herausgabe verschiedener Anthologien war sie an dem Band "Ungarische Ungereimtheiten" der Horen-Zeitschrift beteiligt. 2017 erschien ein Beitrag mit samischer Literatur in der Anthologie Steine am Weg. Zuletz gab sie die Anthologie Worte verschwinden / fliegen / zum blauen Licht. SamischerLyrik von Joik bis Rap heraus.

     

    © Elena Dimitrova, privat

    Elena Dimitrova ist freischaffende Schauspielerin. 2007 schloss sie ihr Schauspielstudium an der bulgarischen nationalen Akademie für Theater und Filmkunst "Krastyo Sarafov" ab. Ihren Master-Abschluss in Kunst und Moderne absolvierte sie in Sofia. Von 2007 bis 2019 spielte sie im Repertoire des Theaterlabors "Sfumato" und bei unabhängigen Bühnenproduktionen mit.

    Sie ist spielt mit Juliana Saiska in dem Theaterexperiment „Anthroposzene und Anthropozähne“, das auf den Texten von Tzveta Sofronieva basiert.

     

    © Elitsa Aleksieva

    Elitsa Aleksieva absolvierte die staatliche Musikschule „Dobri Hristov“ und setzte ihr Studium der Violine an der Musikakademie "Pancho Vladigerov" in Sofia fort. Sie experimentiert im Bereich Komposition in Dokumentar- und Animationsfilmen sowie in Independent Musik- und Theaterprojekten, darunter "Interviews with the Soul" von J. Saiska.

    © Elka Agoston-Nikolova

    Elka Agoston-Nikolova hat promoviert in Slawischen Philologien und war Dozentin für Slawische Sprachen und Literatur, Balkanistik, Zentral- und Osteuropäische Studien sowie Gender und Literatur an der Universität von Groningen. Im Fokus ihrer Forschung stehen die Folklore und die ethnische und nationale Identität in der Literatur der Südslawen.

    Sie wird unter anderem über "East of the West. Modern Bulgarian literature from abroad" sprechen.

    © Tzveta Sofronieva

    Eri Koshikawa, geboren 1988 in Tokyo, studierte Germanistik und komparative Kulturwissenschaften an der Universität von Tsukuba und der FU Berlin. Seit 2018 lebt sie in Bochum und promoviert als Stipendiatin der allgemeinen Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität. Sie wird Auszüge aus den Texten von James Joyce, Hiromi Kawakami und Yoko Tawada vorlesen und eine Vortrag über Selbstübersetzung halten. Am darauffolgenden Tag spricht sie über die Veränderungen in der Literatur nach dem Erdbeben in Japan im März 2011.

    © Gabriella Hadzhikostova, privat

    Gabriella Hadzhikostova, Gabriella Hadzhikostova, geboren in Sofia, studierte 1981 Schauspiel- und Puppenspielkunst an der Schauspielakademie von Sofia und setzte ihr Studium in Budapest fort. Seit 1989 lebt sie in Ungarn und spielte 16 Jahre lang in der Deutschen Bühne Ungarn. 1996 gründet sie ein bulgarisches Theater in Budapest: das MALKO TEATRO. Sie spielt regelmäßig in mehreren Ländern in drei Sprachen - bulgarisch,  ungarisch und deutschen.

    Sie wird eine Monospektakel-Performance mit Texten aus „Die Farbe der Erde“ von Tzveta Sofronieva aufführen.

     

    © Misirkov,Bogdanov

    Georgi Tenev, geboren 1969 in Sofia, ist Schriftsteller, Dramatiker, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Er veröffentlichte bisher sechs Romane sowie Erzählbände, Hörspiel- und Fernsehdrehbücher.

    Am ersten Tag wird er Auszüge aus "Партиен дом" (2007) auf Deutsch "Partei Palast" (2018), lesen. Am zweiten Tag wird er "Das Tal" aus dem Erzählband "Heiliges Licht" (2009) lesen.

    © Tzveta Sofronieva

    Ildikó Eszter Kovács, geboren in Budapest, studierte Touristik, Hotellerie, Germanistik und literarische Übersetzung. 2017 schloss sie ihr Studium ab. Sie übersetzt vom Deutschen ins Ungarische und übertrug zuletzt die Gedichte und Erzählungen von Tzveta Sofronieva ins Ungarische.

    © Johanna Domokos

    Johanna Domokos, geboren 1970 in Siebenbürgen (Rumänien), ist mehrsprachige Autorin mit ungarischem Hintergrund. Als Kulturwissenschaftlerin war sie an verschiedenen Universitäten (u.a. Istanbul, Helsinki und Berlin) tätig. Sie hat zahlreiche Werke und Übersetzungen veröffentlicht. Bei "Mehrsprachig Ringen" wird sie aus ihrem Briefroman "W" (2016) und aus ihrem drei sprachigen Gedichtband "Exil Elixier" lesen.

    © Juliana Saiska, privat

    Juliana Saiska ist Schauspielerin, Regisseurin, Choreografin und Psychodramatherapeutin. Sie absolvierte ihr Schauspielstudium an der bulgarischen Nationalen Akademie für Theater und Filmkunst "Krastyo Sarafov" und an der Neuen Bulgarischen Universität in Sofia. Heute unterrichtet sie dort den Masterstudiengang "Artistic Psychosocial Practices and Psychodrama".

    Juliana Saiska gestaltet zusammen mit Elena Dimitrova "Anthroposzene und Anthropozähne", eine interaktive Bühnenversion der Gedichtzyklen von Tzveta Sofronieva mit Musik von Elitsa Aleksieva und Bühnendesign von Sophia Alexandra Rötschke nach Installationen der Dichterin.

    © Klaudia Katzenbach

    Klaudia Katzenbach (geb. 1990 in Kecskemét) studierte Ökonomie und Theaterwissenschaft in Budapest. Sie übersetzt aus dem Deutschen, insbesondere Dramen. Zuletzt wirkte sie bei der Übersetzung des Theaterstücks „Saga über den abgerissenen Hof“ von Tzveta Sofronieva mit.

    © Ricky Owens

    Peter Wortsman, geboren 1952 in New York, ist Autor, Bühnendichter, Übersetzer und Essayist. Zu seinen Veröffentlichungen gehören u.a. “A Modern Way to Die” (1991, 2019), "Ghost Dance in Berlin” (2013), und "Footprints in Wet Cement" (2017). Er übersetzte u.a. Chamisso, die Gebrüder Grimm, Kafka, Musil und Heine ins Englische. Für seine Arbeiten wurde er u.a. 2014 mit dem Independent Publishers Book Award ausgezeichnet.

    Er wird aus dem bilingualen Prosaband “Stimme und Atem/ Out of Breath, Out of Mind” (2019) lesen und über die Arbeit eines "lingoverts" sprechen.

    © Rumiana Ebert, privat

    Rumiana Ebert, geboren in Plovdiv (Bulgarien), ist Lyrikerin, Übersetzerin, promovierte Chemikerin und lebt in Berlin. Sie hat zahlreiche Gedichtbände und Bücher geschrieben, wie zum Beispiel: "Entgegenkommen" (1992) oder "Mitlesebuch 135" (2016). Ebert wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Mannheimer Lyrikpreis (2007).

    Sie wird über lyrisches Schreiben und Selbstübersetzung zurück in die Muttersprache sprechen und deutsche Originale der Gedichte aus dem Buch „Reflections in a Well“ lesen.

    © Kenneth Haetta

    Sara Margrethe Oskal ist eine starke Stimme in der samischen Literatur, im Theater und im Film. Sie begann als Schauspielerin und promovierte an der Nationalen Akademie der Künste in Oslo. Sie ist Drehbuchautorin, Dichterin und ihre Texte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

    Auf Deutsch erschien "Voll die Rasselbande" (2019) mit drei Dramen auf Nord-Samisch, Norwegisch und Englisch, woraus sie lesen wird.

    © Lisa Wagner

    Sophia Alexandra Rötschke, geboren in Berlin, studierte Psychologie an der FU in Berlin und wirkte in verschiedenen Theaterproduktionen mit, bis sie ihren Weg zum Film Production Design fand. Sie ist als Szenenbildassistentin, Set Decorator, Requisiteurin und Bühnenbildnerin tätig und schreibt seit ihrer Kindheit Gedichte.

    Sie wird aus ihrem Gedichtband "Summer on the Subway" vorlesen und das Bühnenbild der Aufführungen gestalten.

    © Terezia Klasová, privat

    Terezia Klasová, geboren 1994, hat ihr Bachelorstudium in Drehbuch und Dramaturgie an der Akademie der musischen Künste in Prag abgeschlossen. Sie arbeitet als Übersetzerin und Redakteurin für "Psi vino- Magazine für zeitgenössische Poesie". Sie übersetzte Gespräche mit Schriftstellern aus der  "Paris Review" ins Slowakische. Zuletzt übersetzte sie Tzveta Sofronievas Gedichtzyklus „An der Küste (Vom Wind durchstochen)“.

    Sie wird über Lyrik und Umwelt wie auch die Übersetzung mehrsprachiger „ökologischer“ Gedichte sprechen und Beispiele vorlesen.

    © Fine Bieler

    Tim Holland, geboren 1987, studierte nach einer Ausbildung zum Buchhändler am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Er schreibt, übersetzt, lektoriert, leitet Schreibwerkstätten und gibt Texte heraus. 2016 erschien sein Debüt "vom wuchern". Seit 2016 organisiert er den "THEO – Berlin-Brandenburgischer Preis für Junge Literatur".

    Über das Arbeiten in unterschiedlichen Sprachen mit Kindern, über Literatur, Mehrsprachigkeit und Identität wird Tim Holland am ersten Tag sprechen. Am zweiten Tag wird er Science-Fiction-Gedichte lesen, die Gesellschaft und Klimawandel, neue Körper und Sexualität behandeln.

    © J. Trapp

    Tim Mücke, geb. 1967, lektoriert und verlegt internationale Autorinnen und Autoren in mehrern Sprachen in den Bereichen Lyrik, Prosa und Sachbuch. Sein Fokus liegt auf der arabische Welt und dem Islam.  Seit 2001 ist er Partner im Verlag von Hans Schiler.

    Tim Mücke wird den Verlag und seine Arbeit vorstellen, u.a. den exophonischen luxemburgischen Autor Jean Portante und den amerikanischen Dichter Dennis Maloney, der auch als Verleger von White Pine Press ein Kooperationspartner für mehrsprachige Herausgaben ist.

     

    © SaR

    Tzveta Sofronieva, in Sofia geboren, ist diplomierte Physikerin und promovierte in Geschichte und Philosophie der Wissenschaften. Neben Gedichten, Prosa und Essays beinhaltet ihre literarische Arbeit auch Theatertexte, literarische Installationen und Übersetzungen. Sie wurde u.a. mit dem PEN American und dem Cliff Becker Poetry Award ausgezeichnet. Ihre Texte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

    Tzveta Sofronieva wird die Veranstaltung moderieren und die Eingeladenen vorstellen. Sie selbst wird über die Formen der mehrsprachigen Arbeit, über "Un-lost in Translation" und das Klonen von Texten sprechen. Texte von ihr werden in den szenischen Versionen von "Die Farbe der Erde" und "Anthroposzene und Anthropozähne" vorgestellt.

    © Interjuhoz

    Viktória Csörgő, geboren 1980 in Budapest, studierte Germanistik und literarische Übersetzung. Sie arbeitet als freiberufliche Übersetzerin und Lektorin. Sie übersetzt hauptsächlich aus dem Deutschen, aber auch aus dem Englischen ins Ungarische. Zuletzt übersetzte sie Gedichte von Tzveta Sofronieva ins Ungarische.

    Yana Moroz ist diplomierte Anthropologin von der Universität „Sv. Kliment Ochridski“ in Sofia. Sie schreibt eine Doktorarbeit über die religiöse Identität in Volksüberlieferungen und untersucht die Kreativität mündlicher Erzählungen von marginalisierten gesellschaftlichen Gruppen. Außerdem improvisiert und experimentiert sie in unabhängigen Musik- und Theaterprojekten, zuletzt in „Interviews mit der Seele“ von Juliana Saiska.

    Mit Dank an das Bulgarische Kulturinstitut Berlin, Collegium Hungaricum Berlin, Gáspár-Károli-Universität Budapest, Hochroth Bielefeld und NORLA für die Unterstützung der Reisekosten.

     

     


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Do
    11
    Apr
    2019

    Haiku und Bild - Lasst uns Haiku schreiben!

    16:00Eintritt frei

    Workshop für Kinder und Jugendliche zum Welt-Kinder-Haiku-Wettbewerb

    Vor langer, langer Zeit in einem fernen Land sprang ein Frosch vor den Augen eines alten Mannes platschend in einen Teich hinein. Daraufhin schrieb der Mann das Haiku-Gedicht: „Furu ike ya / Kawazu tobikomu / Mizu no oto [zu Deutsch: Der alte Teich. / Ein Frosch springt hinein / das Geräusch des Wassers]“. Der Mann war Basho, der heute als Haiku-Meister weltweit bekannt ist.

    Was ist das Haiku überhaupt? Bevor man sich mit dem Haiku beschäftigt, muss man zunächst fleißig Japanisch lernen? Nein!

    Heute kann man nicht nur auf Japanisch sondern auch auf Deutsch Haiku schreiben. Egal mit welcher Sprache, man muss sein feines Zartgefühl zum Ausdruck bringen. Wie schafft man dies? Der japanische Haiku-Dichter Kensuke Kashiwakura und die Berliner Haiku-Dichterin Petra Klingl zeigen hierzu einen „Trick“. Beide bringen allen Teilnehmer*innen die ersten Schritte zur Haiku-Dichtung bei.

    Mit einem selbst geschriebenen Haiku kann man sich beim Welt-Haiku-Kinder-Wettbewerb bewerben. Einzureichen ist ein gemaltes Bild, in dem ein Haiku steht. Eine weitere Möglichkeit, um ein solches Haiku-Werk mit Bild fertig zu stellen, ist am 15.04 um 16 Uhr.

    Dieser Workshop findet im Rahmen von „Shapes of Haiku“. Festival für Literatur, Kunst und Musik im Bergmannkiez statt, gefördert von Hauptstadtkulturfonds und der JaDe-Stiftung. www.shapesofhaiku.triorin.com

    Eine öffentliche Lesung zu den einzelnen Workshops findet am 13. April um 20:00 bei uns in der Lettrétage statt. Link zur Veranstaltung hier.

    Künstler*innen:

    © Privat

    Kensuke Kashiwakura ist 1980 in Tochigi geboren und gilt als wichtiger Vertreter der Nachwuchsgeneration der Haiku-Szene in Japan. Seit 2014 ist er Mitglied im Taka-Haiku-Verein, einem der größten Haiku-Vereine Japans. Kashiwakura erhielt seine Ausbildung von den Haiku-Dichtern wie Maya Okuzaka sowie Keisyu Ogawa, die in der zeitgenössischen Haiku Szene eine bedeutende Rolle spielen. Neben seiner Arbeit als Redakteur im Ikubundo-Verlag beschreibt er seine alltäglichen Erlebnisse in Haiku-Form. Seine zeitnahen Momentaufnahmen vom Leben im modernen Japan werden hochgeschätzt. 2016 erhielt er den Taka-Nachwuchspreis. 2017 wurde sein Haiku-Zyklus Oyogouka [Lass uns schwimmen] für den Kadokawa-Haiku-Preis nominiert. Heute ist er als aktiver Taka-Haiku-Dichter etabliert und seine Haiku Dichtungen wurden zahlreich rezensiert. Seit 2016 ist er Mitglied der japanischen Haiku-Dichter-Gesellschaft.

     

    © Privat

    Petra Klingl, Dichterin, wurde 1957 in Suhl im Thüringer Wald geboren. Mit 17 Jahren schrieb sie ihre ersten Gedichte, die sie während ihres Studiums der Landwirtschaft in Berlin vertiefte. Erst im Jahre 2010 erschien ihr erster Gedichtband: „Wenn der Mond Auto fährt“ entstand. Im gleichen Jahr entdeckte sie die japanische Gedichtform „Haiku“ und verliebte sich sofort. Sie trat in die Deutsche Haiku-Gesellschaft ein und ist mittlerweile im Vorstand tätig. 2016 veröffentlichte sie ihre erste Haiku-Sammlung sowie aktuell eine Broschüre „Haiku schreiben“ mit Hinweisen zum Schreiben.