Aktuelles Programm

Termin Informationen:

  • Sa
    08
    Sep
    2018

    Keine Postkartenpoesie

    19:00Eintritt 5/4 €

    Lesung mit Annette Wenner, Raoul Eisele und Christoph Jehlicka

    © Jeric Santiago

    Drei sehr unterschiedliche Autor*innen aus Österreich und Deutschland lesen aus ihren aktuellen Werken. Was sie gemeinsam haben: In ihren Texten loten sie die Abgründe des Zwischenmenschlichen aus, versuchen in Sprache zu fassen, was im Leben meist ungesagt oder unsagbar bleibt. Das Ergebnis: ein Erzählband, eine Lyriksammlung, ein Roman. Alles, außer Postkartenpoesie, also.

    Annette Wenner liest aus der Titelgeschichte ihres Erzählbands "Verloren Wasser". Diese handelt von einem Jungen, der mit seiner Mutter in einem südfranzösischen Dorf heranwächst. Die Feindseligkeiten und frühen Verletzungen, die ihm dort widerfahren, erklärt er zu einem globalen Komplott, gegen das er sich mit seinem Malen und Schreiben zu widersetzen versucht. Nunmehr Anfang fünfzig, hat er ein Werk aus Bildern und Aufzeichnungen geschaffen – Chronologie eines Entgleitens der Welt.

    Raoul Eisele liest aus seinem Buch “morgen glätten wir träume“ sowie neue Texte aus dem Projekt “Fangnetze an Land oder 18km“. Das klingt dann zum Beispiel so: "wenn deine wortarchitektur postkartenpoesie baut // schickst du mir satzperioden // um an platten[bauten] zu kratzen // damit auch verborgene tonspuren hörbar werden."

    Christoph Jehlicka liest aus „Das Lied vom Ende“, einer Kreuzung aus Coming-of-Age-Story und Ehedrama, in der eine Familie sich mit ihren aufgeschobenen Konflikten auseinandersetzen muss – und fast daran zerbricht. Eine temporeiche, tragikomische Geschichte über die Abenteuer des Zusammenlebens.

     

    © Pavel Necekal
    Annette Wenner, geboren 1955 in Düsseldorf, studierte Religionswissenschaft, Philosophie und Erziehungswissenschaft in Berlin. Seit 2007 veröffentlicht sie Lyrik in Anthologien. Ihr erster Gedichtband "Im Mantelsaum der Zeit" erschien 2011 im Athena-Verlag, der drei Erzählungen umfassende Band "Verloren Wasser" 2018 in der Edition Contra-Bass.

    © Raoul Eisele
    Raoul Eisele, geboren 1991 in Eisenstadt, studiert in Wien Komparatistik und Germanistik. Sein erster Lyrikband “morgen glätten wir träume“ erschien 2017 in der Edition Yara. Mit seiner Performance “eine größere Hoffnung“ war er Artist in Residence beim Urkult17 in Ritten (ITA). Dieses Jahr ist er als Autor zur Babelsprech Slowenien eingeladen.

    © Leo Krumbacher
    Christoph Jehlicka, geboren 1983 in Delmenhorst, wuchs in Niedersachsen auf und lebt heute in Hamburg. Er studierte Anglistik und Soziologie an der Universität Hamburg sowie Literarisches Schreiben an der Universität Hildesheim. Sein Debütroman „Das Lied vom Ende“ erschien 2018 im Open House Verlag.