Aktuelles Programm

Termin Informationen:

  • Mi
    19
    Jun
    2024

    PostOstCafé #2

    19:30 UhrLettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei

    Lesung und Gespräch mit Senka, Lana Lux & Daniel Heinz.
    kuratiert und moderiert von Ani Menua und Alisha Gamisch
    für das Zentrum für Antislawismusforschung e.V.

    ©privat

    Vor dem Hintergrund jüngster politischer Entwicklungen in Osteuropa und in Deutschland rücken wir das Konzept von 'PostOst' in den Vordergrund unserer Aufmerksamkeit. Wir eröffnen ein 'PostOst-Café', einen Ort für das Zusammenkommen, für Begegnung, für Gespräche und für Literatur. Je zwei Autor:innen und ein:e Theoretiker:in präsentieren ihre aktuellen Arbeiten. Im Anschluss wird es die Möglichkeit zum gemeinsamen Gespräch über die vielfältigen Potentiale, Geschichtlichkeiten, Perspektiven und Bedeutungen von PostOst, über die solidarische Kraft von Literatur und über Wege der Zukunft geben.

    Die Migration in Richtung Westen nach dem Zusammenbruch sozialistischer Systeme in  Osteuropa, wie zum Beispiel nach dem Zerfall der UdSSR, bedeutete für viele Menschen  nicht nur einen Wechsel ihres Wohnortes durch Einwanderung. Hinter der kollektiven  Erfahrung der Migration von Ost nach West stecken diverse Identitäten, transgenerationale  Traumata, migrierte Konflikte und tief verwurzelte Glaubensgrundsätze. Wir blicken auf die  prägenden 1990er Jahre. Mit unseren Gäst:innen rekonstruieren wir Erfahrungen der  Migration und fragen uns, wie sich der Clash von Ost und West konkret auf das Schreiben und die Form der literarischen Aufarbeitung auswirkt. Wie gestaltet sich der künstlerische Umgang mit der eigenen Diversität, die sich im Kontext von PostOst häufig durch komplexe Mehrfachzugehörigkeiten innerhalb einer Familie auszeichnet?

    Lana Lux ist eine deutschsprachige Schriftstellerin, Illustratorin und Moderatorin ukrainisch-jüdischer Herkunft. Sie ist 1986 in Dnipro geboren, emigrierte 1996 ins Ruhrgebiet und lebt seit 2010 in Berlin. 2017 ist ihr Debütroman "Kukolka" erschienen, 2020 ihr zweiter Roman "Jägerin und Sammlerin". 2024 erschien ihr neuer Roman "Geordnete Verhältnisse" bei Hanser Berlin.

    Senka beschäftigt sich literarisch mit Eiskunstlauf, Familie, Handwerk sowie Queerness und erkundet im Dialog mit Protagonist:innen, mit welchen Geschichten sie aufwachsen, wofür sie ihre Hände verwenden und in welchen Landschaften sie ver- und entwurzelt sind. Senka wurde 1993 in Nowosibirsk geboren, begann mit sechs Jahren Glasperlen zu fädeln und zu schreiben, und war zuletzt Stipendiat:in der Autor:innenwerkstatt des LCB und des Künstlerhauses Lauenburg.

    Daniel Heinz ist politischer Bildner bei der Bildungsstätte Anne Frank, spezialisiert auf die Themen rechte und islamistische Radikalisierung, Antisemitismus und Rassismus. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert er sich in migrantischen Selbstorganisationen und berät den Berliner Senat als Mitglied des Landesbeirates für Partizipation zu migrationspolitischen Fragen. Als Politikwissenschaftler an der Universität Osnabrück (Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien) forscht er aktuell zur Erfahrung osteuropäischer Migrant:innen im deutschen Niedriglohnsektor.