De Anima - Die Seele zwischen Mensch und Tier

Volkmar Mühleis stellt sein Buch „De anima“ (Passagen Verlag) vor
"De anima - Die Seele zwischen Mensch und Tier“– was bedeutet es, mit einem Tier zu leben? In einem erzählerisch-philosophischen Essay spürt Volkmar Mühleis den Vertraut- und Fremdheiten im Zusammensein mit seiner Katze nach, als Antwort auch auf Jacques Derridas Abhandlung 'Das Tier, das ich also bin'.
'De anima' – der Titel ist Programm: Zum einen wird die Biographie einer Katze erzählt, im Rückblick ihres kurzen, intensiven Lebens, zum anderen der philosophische Bogen von Aristoteles bis Derrida gespannt, im Nachdenken über die Bedeutungen unseres Miteinanders mit Tieren. In Aristoteles‘ Schrift 'De anima' wird allen Lebewesen der Spürsinn zugesprochen –Pflanzen richten sich nach Licht und Schatten, Wärme und Kälte, Tiere erkunden damit ihre Gegend, Menschen denken darüber nach. Die Metaphysik wurde von Derrida gründlich dekonstruiert, dazwischen steht das Erbe der Phänomenologie. In diesen Dimensionen bewegt sich Mühleis mit seinen Überlegungen zum Thema, um sie gleichfalls mit konkreten Erfahrungen zu kontrastieren, aus ihnen zu schöpfen wie zu schreiben, nachtastend, poetisch, vielsinnig. Dabei steht weniger die Sprachwerdung des Animalischen im Vordergrund – wie bei E.T.A. Hoffmann oder Franz Kafka – als der Entzug sprachlicher Kommunikation, zugunsten körperlicher Präsenz und Wahrnehmung. Der Katze nie auf die Schliche zu kommen, ist Grundzug ihres Verhaltens, lautlos sitzt sie plötzlich neben einem und schaut sich das menschliche Treiben an. Ebenso ungreifbar wie nahbar die gemeinsame Welt mitzuprägen, hinterlässt im Menschen Spuren, die ihr Fehlen umso schmerzhafter machen. In der Trauer um ihren Verlust, zeigt sich die eigene, kreatürliche Verbundenheit.
Volkmar Mühleis

Volkmar Mühleis (*1972 in Berchtesgaden) lebt in Brüssel, wo er an der Kunsthochschule LUCA School of Arts Philosophie und Ästhetik unterrichtet. Zu seinen literarischen Buchveröffentlichungen zählen drei Gedichtbände, drei Novellen, zwei Tagebücher sowie ein Band mit poetischen Notizen, erschienen im Passagen Verlag, Wien, und im Athena-Verlag, Oberhausen, darunter das 'Tagebuch eines Windreisenden' (2021), 'Gesichtsverlusterkennung' sowie 'Der Abstand zur eigenen Hand' (beide 2024). Im vergangenen Jahr erschien im Verlag Antje Kunstmann in Zusammenarbeit mit dem Zeichner ATAK die Bildergeschichte 'Am Flussentlang'.




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