Miroslav Hlaučo – Pfingsten. Erinnerungen an ein Ende der Welt

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das abgeschiedene Bergdorf St. Georg ein Ort, an dem Wunder Alltag sind: Man spricht mit Heiligen, geht über Wasser, pfeift Steine entzwei. Doch langsam ahnen die Bewohner, dass die Zeit der großen technischen Veränderungen gekommen ist, die ihre traditionellen Wunder ersetzen werden. Der aus dem Dorf stammende Odysseus, der bisher als tot galt, kehrt zurück und hilft dem Dorf, sich auf die bevorstehenden Umwälzungen vorzubereiten. Aufregung bringt jedoch eine Verwaltungskontrolle in Gestalt von Franz Rechnitz aus der Hauptstadt mit sich. Während der junge K.u.K-Notar St. Georg „ordnungsgemäß“ ins neue Jahrhundert führen will, müssen die noch funktionierenden Wunder vor ihm geheim gehalten werden.
Hlaučo spielt mit Motiven des magischen Realismus. Mit Lust am Detail und feinem, bisweilen trockenem Humor erzählt er vielstimmig von einer Welt an der Schwelle zur Moderne und den großen Erzählungen der Vergangenheit.
2025 zweifach mit dem Literaturpreis Magnesia prämiert: „Buch des Jahres“ und „Debüt des Jahres“.
Die Lettrétage, das Tschechische Zentrum Berlin und der Anthea Verlag laden herzlich zu einer Lesung und einem Gespräch mit dem tschechischen Autor Miroslav Hlaučo ein. Gemeinsam begeben wir uns in die Welt seines Romans Pfingsten – Erinnerungen an ein Ende der Welt. An einen Ort, an dem Wunder noch zum Alltag gehören und doch bereits ihr Verschwinden spürbar ist.
Im Gespräch mit dem Autor öffnen sich Hintergründe zu Roman, religiösen Motiven und Figuren und zu der Frage, was verloren geht, wenn die Welt neu geordnet wird – und was vielleicht gerade dadurch erst sichtbar wird.
Eine Veranstaltung des Anthea Verlags in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin.
Miroslav Hlaučo

Miroslav Hlaučo, (*1967 in Brno), lebt in Prag. Er studierte Philosophie und Literaturwissenschaft und veröffentlichte mit über 50 Jahren seinen ersten Roman. Dass dieses späte Debüt sofort beide Hauptpreise der Magnesia Litera 2025 erhielt, machte Hlaučo über Nacht zu einer der wichtigsten neuen literarischen Stimmen Tschechiens. Seine Prosa verbindet klassisches Erzählen mit einer modernen, fein balancierten Ironie.





%20kul-ja!%20publishing.png)
