Schriftproben

Lesefestival nordischer und deutschsprachiger Autor*innen

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Lettrétage

Warum schreibe ich, was schreibe ich, wie schreibe ich und für wen? Was bildet das Fundament meines Schreibens, welchen Einflüssen bin ich ausgesetzt, und wie bewusst gehe ich mit meiner Poetologie um? In welchem Verhältnis stehen Schreiben und Alltagsrealität – sei es die individuelle, die gesellschaftliche oder die wirtschaftliche? Wie sehen Literaturbetrieb und Fördersysteme in den verschiedenen Ländern aus?

15 Prosa-Autor*innen der Generation zwischen 25 und 40 aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden, Österreich und Deutschland trafen sich Anfang September 2012 in Berlin, um in ihrer täglichen Schreibpraxis innezuhalten und auf Grundsätzliches zu sprechen zu kommen. Aus jedem der nordischen Länder wurde ein*e Autor*in benannt, der*die bereits mehrere eigenständige Prosapublikationen vorzuweisen hatte. Diese*r brachte je noch eine*n jüngere*n Autor*in aus dem eigenen Land mit einer kürzeren Publikationsliste mit, der*die noch nicht in Fremdsprachen übersetzt war, aber schon in den literarischen Kreisen seines*ihres Heimatlandes reüssiert hatte und am Anfang seiner*ihrer Karriere stand. Neben der Vielfalt der beteiligten Länder wurde auf die Auswahl einer möglichst großen Bandbreite an Stimmen und eigenständigen Schreib-Positionen geachtet. Auf diese Weise wurde ein möglichst produktiver Austausch über Sprach- und Ländergrenzen angeregt, der das Ziel hatte, aus der eigenen Praxis Impulse zu setzen, Impulse fürs eigene Schreiben zu empfangen, die eigene „Schreibe“ auf literarische Fremdkörper prallen zu lassen und nicht zuletzt auch Bilder voneinander zu gewinnen und zu revidieren.

Die Arbeitssprache war Englisch. Von jedem*jeder Teilnehmer*in wurde jeweils ein literarischer und ein poetologischer Text als Gesprächsgrundlage ins Deutsche bzw. Englische übersetzt. Die übersetzten Texte wurden im Anschluss an die Konferenz als Anthologie veröffentlicht.

Die gewonnenen Eindrücke und Impulse konnten trotz des nicht-öffentlichen Charakters der Konferenz auch aufs Publikum übergehen, denn sie wurde von einer Vielzahl an Lesungen und Gesprächen in Berlin, Dresden und Stuttgart begleitet, die zudem per Livestream im Internet zu finden waren. Möglich wurden so direkte Einblicke in die ganz aktuell entstehenden nordischen Literaturen – ohne jahrelange Verzögerung durch Markt-, Förder- und Übersetzungsmechanismen: Umgekehrt hatten alle Beteiligten die Chance, den Referenzrahmen ihrer Literatur, der meist noch regional oder national ist, über Länder-, Sprach- und Mentalitätsgrenzen hinweg auszudehnen.

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