Luces in the Sky[pe]

Luces in the sky[pe] holt Glanzlichter der jungen spanischen Literatur auf das Parkett der Lettrétage.

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Lettrétage

Es klingt etwas schräg, etwas irritierend, etwas amerikanisiert (oder eher hispanisiert?), in jedem Fall aber experimentell: Luces in the sky[pe] will auch für Beatles-Fans mit Fremdwörterbuch noch ein Rätsel bleiben. „Glanzlichter am Himmel der jungen spanischen Prosa“, so die kreative Paraphrase, wurden 2010 auf das Parkett der alten Gründerzeitvilla am Viktoriapark in Berlin-Kreuzberg geholt. Die Veranstaltungsreihe des Literaturhauses Lettrétage verbarg ihre Verve nicht: Acht junge Autor*innen aus Spanien sollten für das deutsche Publikum entdeckt werden.

Unabhängig von den wirtschaftlichen Maßgaben des Buchmarkts wurden Romanauszüge und Erzählungen junger spanischer Autor*innen erstmals ins Deutsche übersetzt und an acht Abenden dem Berliner Publikum präsentiert. Und wie der Titel verrät, war das Format dabei besonders innovativ: Eine Autor*innenlesung via Videoübertragung, eine Schauspieler*innenlesung der Übersetzungen und ein Autor*innengespräch mit Dolmetscher via Skype gestalteten die einzelnen Abende. Spanische Sprachkenntnisse waren nicht notwendig.

Dieser Entdeckungsparcours durch die junge spanische Literatur war idealistisch, versuchte er doch, eine längst bekannte Problematik zu überwinden: Übersetzungen sind teuer, Autor*innen aus dem deutschen Sprachraum zu drucken, ist für Verlage hierzulande dagegen wesentlich günstiger. Außerdem will das wirtschaftliche Risiko für die Verlage kalkuliert sein. Auf zugkräftige, auflagenstarke und omnipräsente Namen zu setzen, verspricht mehr Sicherheit. Literatur aus dem Ausland ganz unabhängig von wirtschaftlichen Vorgaben zu entdecken, wird dagegen zunehmend zum Luxus, den sich unter hohem Risiko oft nur noch unabhängige Klein- und Kleinstverlage leisten. Und diese landen oftmals in der literarischen Nische. Kurz: Die Gesetze des Literaturmarkts diktieren Mechanismen, durch die vor allem junge Autor*innen aus dem Ausland häufig ins Hintertreffen geraten.

Luces in the Sky[pe] wollte dagegensteuern, wollte mit einer individuellen Auswahl den Blick für die literarische Qualität gerade junger Autor*innen schärfen: für innovative literarische Ansätze, für neue Erzählformate, für interdisziplinäre Mischformen, die die Grenzen der Literatur zu benachbarten Künsten und Medien erweitern. Und schließlich für Autor*innen, die den kritischen Dialog mit wachen Leser*innen suchen.

Wer im Rahmen der Reihe 2010 die Lettrétage besuchte, den erwartetenn mit Luces in the sky[pe] Autor*innen, die zu den bedeutendsten Stimmen der jungen spanischen Literatur zählen und als Stipendiat*innen und/oder Literaturpreisträger*innen mehrfach ausgezeichnet worden sind: Pilar Adón (Madrid 1971), Álvaro Colomer (Barcelona 1973), Óscar Esquivias (Burgos 1972), Pablo Gutiérrez (Cádiz 1978), Vicente Luis Mora (Córdoba 1970), Alberto Olmos (Segovia 1975), Blanca Riestra (La Coruña 1970) und Óscar Sipán (Huesca 1974).

Die Veranstaltungsreihe wurde unterstützt vom spanischen Kulturministerium, der spanischen Botschaft in Berlin, Pro Spanien und der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG). Medienpartner waren das RBB Kulturradio und die Wochenzeitung der Freitag.

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