Mariano José de Larra - Zum 200. Geburtstag eines großen Unbekannten

Zwei Jubiläumsveranstaltungen zur Würdigung von Leben und Werk des bedeutendsten spanischen Essayisten im 19. Jahrhundert

Abgeschlossen

Porträt von Mariano José de Larra
Lettrétage

Mariano José de Larra (1809-37) zählt zu den bedeutendsten Essayisten der spanischen Literatur. Seine satirisch-kritischen Milieustudien, politischen Polemiken und Theaterkritiken werden mit den Essays und Feuilletons Heinrich Heines verglichen. „Larra ist eine einmalige Erscheinung“, so Verleger Heinrich Berenberg, „und bildet mit seinen Zeitgenossen Heine, Hazlitt, Lamb und de Quincey in Europa ein Quintett, das den literarischen Essay auf einsame Höhen getrieben hat.“ In Deutschland ist Larra jedoch bis heute unbekannt und unentdeckt geblieben. Es liegen lediglich vier Essays in deutschsprachigen Anthologien vor, eine eigenständige Ausgabe seiner Werke ist bis heute nicht auf Deutsch erschienen.

Die Lettrétage veranstaltete anlässlich des 200. Geburtstags des Autors am 24. März 2009 unter dem Motto „Dem spanischen Essayisten Mariano José de Larra zum 200. Geburtstag: Entdeckung eines großen Unbekannten“ zwei Lesungen, um Leben und Werk zu würdigen und der Öffentlichkeit vorzustellen.
Am 24. März 2009 fand unter dem Titel "Der arme Schwätzer" die erste Jubiläumsveranstaltung statt: An diesem Abend wurden erstmalig die Essays „Das Cafe“ und „Alle Welt trägt Masken, das ganze Jahr herrscht Karneval“ von Larra gelesen, die extra für die Jubiläumsveranstaltung von Stefan Degenkolbe und Katharina Deloglu ins Deutsche übersetzt wurden.

Am 27. März 2009 folgte mit "Die satirischen Kobolde: Larra & Heine" in Kooperation mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft (Berlin-Brandenburg) die zweite Jubiläumslesung: Larra und Heine, moderne Europäer des 19. Jahrhunderts, waren Verwandte im Geist und deutsche Romanisten bezeichnen Larra mitunter als „spanischen Heine“. Die Lettrétage machte möglich, was in der Literaturgeschichte nie stattgefunden hat – eine Begegnung der Autoren durch ihre Texte, ein Dialog von Feder zu Feder, der greifbar macht, was die „satirischen Kobolde“ (so ein Pseudonym Larras) miteinander verbindet.

Bei beiden Veranstaltungen lasen und sprachen: Denis Abrahams (Schauspieler), Javier Sánchez-Arjona (Literaturwissenschaftler) und Katharina Deloglu (Projektkoordination und Moderation).

Mariano José de Larra (geboren 1809 in Madrid, gestorben 1837) beginnt in Spanien ein Medizinstudium, das er später abbricht. Als kosmopolitischer, adeliger Dandy schreibt er in den literarischen Zirkeln der Metropole seine „artículos“, führt ein unstetes Leben als Redakteur verschiedener Zeitschriften und wechselt auch politisch das Lager vom polemischen Progressiven zum moderaten Liberalen. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie firmiert er in verschiedenen Zeitungen mit den Pseudonymen „satirischer Kobold“ und „armer Schwätzer“.

Bisher veröffentlichte Übersetzungen Larras: „Brief an Andreas“, 1957 (Horst Baader); „Der Altkastilier“ und „Kommen Sie morgen wieder“, 1964 (Egon Hartmann); „In diesem Land“, 1987 (Erna Brandenberger)

Die Jubiläumsveranstaltungen wurden vom spanischen Kulturministerium sowie der Berliner Rosenbaum Stiftung gefördert.

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