Abgeschlossen

Aphorismus, Tagebucheintrag, Prosagedicht – die deutschsprachige Verwandtschaft des microrrelato ist vielfältig. Dennoch gibt es die Mikroerzählung in der deutschsprachigen Literatur nicht als eigenständiges Genre. In Lateinamerika und Spanien hingegen hat sich die Mikroerzählung in den letzten Jahrzehnten als kleines aber feines Format behauptet. Sie stellt sich sogar selbstbewusst neben den Roman. Dagegen haftet dem deutschsprachigen Mikrotext – landläufig ‚Kurzprosa‘ genannt – eher der Ruch des Vorläufigen, Unabgeschlossenen, der bloßen Vorstudie an.
Vor diesem Hintergrund trafen im Oktober 2011 Autor*innen aus dem spanischen und deutschen Sprachraum aufeinander, um in der Lettrétage über Mikrotexte zu diskutieren: Denn tatsächlich gelten etwa Arno Schmidt, Franz Kafka und Bertolt Brecht den heutigen Autor*innen aus Spanien und Argentinien teilweise als Väter der Mikroerzählung. Den argentinischen microrrelato-Virtuosen David Lagmanovich oder Autorinnen wie Luisa Valenzuela und Ana María Shua kennt hierzulande dagegen kaum jemand.
Entsprechend weit war das Themenfeld dieses internationalen Schriftsteller*innenaustauschs zum Mikrotext in der Lettrétage: In diesem Rahmen sollte die literarische Artenvielfalt der Mikrotexte durchstreift, Traditionslinien aufgespürt, Querverbindungen zum Journalismus erkundet, über Kanonbildung und die Einflüsse des Buchmarkts diskutiert wie auch darüber gesprochen werden, was ein Mikrotext von seinen Leser*innen verlangt.
Förderer:
- Spanisches Kulturministerium
- Spanische Botschaft Berlin
- Argentinische Botschaft Berlin
- Friede Springer Stiftung
- Pro Spanien
- Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG)
- VBKI
- Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung
- Österreichisches Kulturforum
Kooperationspartner:
Seminar für Übersetzen und Dolmetschen, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg







