Berlinclusive! Alter, Gender, Digitalität – Barrieren im Literaturbetrieb

10 May 2022
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In Zusammenarbeit mit Kurator*innen aus der freien Berliner Literaturszene organisiert die Lettrétage im Mai und August 2022 eine Reihe von transdisziplinären Lesungen, Produktionsworkshops und performativen Veranstaltungen, um der Vision eines vielgestaltigen, mehrstimmigen Literaturbetriebs einen Schritt näher zu kommen.


Berlin, 10.05.2022 – Die Ausgangsbedingungen für Vielfalt in der Kunst könnten kaum günstiger sein: Was Sprache, Kultur, Religion, Ethnie, Geschlecht, Sexualität und Körper(lichkeit) betrifft, beeindrucken Berlins literarisch Kreative und Literaturaffine durch eine beispiellose Fülle. Und dennoch ist Diversität im Literaturbetrieb der Hauptstadt weiterhin mehr Schlagwort als Wirklichkeit. Der Idee mehr Leben einzuhauchen ist deshalb Anspruch und Ziel von Berlinclusive!, einer vom Literaturhaus Lettrétage angestoßenen, aber von Akteur*innen der freien Szene gestalteten Veranstaltungsreihe. Denn nur aus der Perspektive derjenigen, die Literatur schaffen, sie hier verbreiten und vermitteln, lassen sich weiterhin bestehende Barrieren identifizieren.

„Für uns steht im Zentrum, Impulsen und Fragestellungen aus der freien Szene einen Raum zu geben“, so Linde Nadiani, die Projektleiterin von Berlinclusive! „Die von uns eingeladenen Kurator*innen wissen am besten, wo es auf dem Weg zu einem diversen Betrieb noch hakt und wo mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen zu finden sind.“ So haben sich auch die drei Schwerpunkte der Reihe herauskristallisiert.

Am 17. Mai geht es, zum Abschluss eines mehrtägigen Workshops, um den Aspekt Gender: Unter dem Titel Zerbrich deine Sprache – Wie schreiben Frauen in einer post-patriarchalen Zeit? fragen Maïmouna Coulibaly, Chloé Lechat, Saskia Nitsche und Jayrôme Robinet danach, welche Instrumente Frauen in einer männlich dominierten Sprache und Kultur zur Verfügung stehen, um sich selbst zu benennen und zu verwirklichen. Die Veranstaltung ist auf Deutsch und Französisch und wird von Delphine de Stoutz kuratiert

Am 23. und 24. Mai bildet Alter den Schwerpunkt. Die Schriftstellerinnen Cornelia Becker und Miku Sophie Kühmel sprechen jeweils mit der Dragqueen Audrey Naline über das Alter(n) im Literaturbetrieb, während die Maskenbildnerin Aisha King die beiden Autorinnen im Laufe des Gesprächs in ihr älteres bzw. jüngeres Ich verwandelt. Es geht um Texte, von denen sie selbst glaub(t)en, dass sie besonders gelungen waren, und Texte, die – vielleicht zu ihrer eigenen Überraschung – gut angekommen sind. Silber, Bronzer, Gold – Zwei Abende über das Alter(n) im Literaturbetrieb, so der Titel der von Alexander Lehnert kuratierten Doppelveranstaltung, will herausfinden, was Erfolg im Literaturbetrieb ist und wie das mit dem Alter zusammenhängt.

Die beiden Gespräche werden dabei in Deutscher Gebärdensprache gedolmetscht. Denn auch das gehört selbstverständlich zu Berlinclusive!: für nicht Hörende Zugänge schaffen und Partizipation ermöglichen. Der dritte Schwerpunkt Digitalität wird im August auf dem Programm stehen. Nähere Informationen folgen

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