„WUNDERLICHE FATA…“ Veranstaltungsreihe im Rahmen der Jubiläumstagung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften 6. bis 8. September 2011

06 Sep 2011
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Kennen Sie Schnabel? Wegner, Ogai, Allmers? Sagt Ihnen der Pegnesische Blumenorden etwas? Seit nunmehr 25 Jahren hegt und pflegt die Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften (ALG) nicht nur die deutsche Eiche, sondern alles, was der Garten der Literatur für große und kleine Blüten treibt. Genauer gesagt, ist sie eine einzigartige Anlaufstelle für all jene, die sich um Andenken, Pflege und Wiederentdeckung und Neubelebung von Autoren und Werken verdient machen. Und wenn man im Mitgliederverzeichnis der ALG blättert, merkt man: Es gibt viel zu entdecken.
Anlässlich des Jubiläums stellt die Lettrétage die ALG in ihrer ganzen Bandbreite vor. An drei Abenden präsentieren sich jeweils zwei literarische Gesellschaften. Zunächst liest jeweils ein Schauspieler oder eine Schauspielerin aus dem Werk des jeweiligen Autors, im Anschluss folgt ein Gespräch mit einem oder mehreren Vertretern der Gesellschaft, in dem über Arbeit und Projekte der Gesellschaften informiert wird.

Dienstag, 6. September 2011, Eintritt frei
Friedrich Wolf und Franz Fühmann
Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft und der Franz Fühmann Freundeskreis stellen sich vor, es lesen die Schauspielerinnen Karen Sünder und Elisabeth Richter-Kubbutat


Friedrich Wolf (1888 – 1953) deutscher Arzt, Schriftsteller und kommunistischer Politiker. Erster schriftstellerischer Erfolg mit dem expressionistischen Drama Das bist du. 1929 erscheint das Drama Cyankali, das sich gegen den sog. Abtreibungsparagraphen wendet. Wolf selbst wird der ‚gewerbsmäßigen Abtreibung‘ beschuldigt und verhaftet, durch Massenproteste aber wieder freigelassen. Im französischen Exil entsteht 1933 Professor Mamlock. Ab 1934 Exil in der UdSSR. Nach Kriegsende kehrt Wolf zurück nach Deutschland, wird Botschafter der DDR und ist Mitbegründer der DEFA und des Bundes Deutscher Volksbühnen.

Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft wurde 1992 gegründet, um das künstlerische und medizinische Vermächtnis Friedrich Wolfs weiterhin zu erforschen und sein humanistisches Erbe zu bewahren. Die Gesellschaft veranstaltet literarische Lesungen, wissenschaftliche Vorträge und Ausstellungen und arbeitet zudem mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammen.

Franz Fühmann (1922 – 1984) lebte als freischaffender Schriftsteller und Nachdichter in der DDR. Er befasste sich mit der Verarbeitung der Vergangenheit aus Sicht der unschuldig-schuldhaften, in die Nazi-Verbrechen verstrickten jungen Generation, etwa in Das Judenauto oder König Ödipus. Zudem schrieb Fühmann Zeit seines Lebens Literatur für Kinder wie Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen und das Sprachspielbuch Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm zu Babel.

Der Franz Fühmann Freundeskreis fördert seit 1999 die Verbreitung des Werkes und die Aufarbeitung der Wirkungsgeschichte von Franz Fühmann durch Lesungen, Vorträge und Studienreisen zu dessen Lebens- und Wirkungsstätten.

Mittwoch, 7. September 2011, Eintritt frei
Kurt Tucholsky und Charles Bukowski
Die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft und die Charles-Bukowski-Gesellschaft stellen sich vor, es lesen die Schauspielerin Karen Sünder und der Schauspieler Denis Abrahams


Kurt Tucholsky (1890-1935) Unter seinem Namen und den vier Pseudonymen Kaspar Hauser, Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panter gehörte Kurt Tucholsky zu den bedeutendsten und meistgelesenen Schriftstellern der Weimarer Republik. Er schrieb Romane und Lyrik, Liedtexte, Kabaretts und zeitkritische, journalistische Texte, u.a. für den Simplicissimus und die Weltbühne, deren Mitherausgeber er zeitweise war. Tucholsky trat für eine linke Demokratie ein, für Pazifismus und Antimilitarismus und warnte schon frühzeitig vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Die Kurt-Tucholsky-Gesellschaft wurde 1988 in Tucholskys Geburtsstadt Berlin gegründet. Sie widmet sich seinem Andenken und der Verbreitung seiner Literatur. Alle zwei Jahre vergibt die Gesellschaft den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.

Charles Bukowski (1920 – 1994) Das Werk des US-amerikanischen Schriftstellers ist geprägt von zahlreichen persönlichen Erfahrungen: Erlebnisse aus seiner Arbeitszeit beim US Postal Service, aber auch frühe Jugenderinnerungen und seine von Aknepusteln geprägte Zeit in der High School (Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend, 1983) oder die zum Teil schmerzhaften Erfahrungen seiner Beziehung zu der Bildhauerin Linda King (Das Liebesleben der Hyäne, 1980) tauchen in seinem Werk, wenn auch meist satirisch überspitzt, auf.

Die Charles-Bukowski-Gesellschaft wurde 1996 gegründet und widmet sich neben der Erforschung von Bukowskis Leben, Werk und Wirkung verschiedenen Projekten, wie etwa der Einrichtung eines Museums mit Archiv und Forschungsstätte im Geburtshaus Bukowskis in Andernach.

Donnerstag, 8. September 2011, Eintritt frei
"Es schläft mein Haupt im Berge Ararat..."
Die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft stellt sich vor, es lesen die Schauspielerin Gloria Iberl und der Schauspieler Jörg Thieme


Armin T. Wegner (1886 – 1978) Neben seinem schriftstellerischen Werk, das frühe, expressionistische Lyrik und zahlreiche Reiseberichte umfasst, ist mit Wegners Namen das mutige Eintreten für Frieden, Menschenrechte und ein tolerantes Miteinander verbunden. Seine Erlebnisse während des Ersten Weltkrieges in der Türkei verarbeitete er in Der Knabe Hüssein. Türkische Novellen. Nach Folter und Haft in mehreren Gefängnissen und Konzentrationslagern wegen eines offenen Briefes an Adolf Hitler, ging Wegner nach Italien ins Exil.

Die Armin-T.-Wegner-Gesellschaft wurde 2002 gegründet. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die Erforschung, Verbreitung und Pflege des Werkes von Armin T. Wegner sowie die Würdigung seiner Verdienste im Einsatz für Menschrechte, Toleranz, Frieden und die Vermittlung zwischen den Kulturen und Religionen. Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Wuppertal.

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