SOUNDOUT! New Ways of Presenting Literature vom 24. Mai bis zum 1. Juni 2014 im Literaturhaus Lettrétage: Die Teilnehmer stehen fest

25 Mar 2014
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Ausschreibung mit enormer Resonanz: 106 Bewerbungen aus 33 Ländern

Insgesamt 16 Beiträge werden realisiert, sieben davon im Wettbewerb

Teilnehmer/innen aus Italien, Brasilien, Argentinien, Griechenland, Spanien, Großbritannien, der Ukraine, Russland, den USA, Island, Österreich und Deutschland eingeladen

Von 106 Bewerbungen aus 33 verschiedenen Ländern schafften es sieben Künstlergruppen auf die Shortlist. Ihre Veranstaltungsideen werden somit im Rahmen des SOUNDOUT!-Wettbewerbs als Leuchttürme der Festivalwoche vom 24. Mai bis zum 1. Juni verwirklicht. Weitere Ideen und Projekte werden außer Konkurrenz vorgestellt. Die eingeladenen Wettbewerbsbeiträge stammen aus Italien, Brasilien, Griechenland, Großbritannien, der Ukraine und natürlich Deutschland, außer Konkurrenz sind neben einigen Berliner Projekten unter anderem Künstlerinnen und Künstler aus Österreich und Island dabei. Sie alle loten gemeinsam mit dem Berliner Publikum Ende Mai neue Wege aus, wie Literatur öffentlich präsentiert werden kann.

Das Team der Lettrétage war schier überwältigt von der positiven Resonanz auf die SOUNDOUT!-Ausschreibung: „Mit dem Projekt haben wir wohl den Nerv der Zeit getroffen“, kommentiert Projektleiter Moritz Malsch die große Zahl der Bewerbungen. „Die schiere Anzahl der guten Ideen, die eingereicht wurden, zeigt uns, dass auch andere über dieselben Fragen nachdenken wie wir“, ergänzt Tom Bresemann, künstlerischer Leiter des Projekts. Aus insgesamt 106 Bewerbungen nur sieben Wettbewerbsteilnehmer auszuwählen, war kein Leichtes und sorgte für hitzige Diskussionen. Deswegen bemühte sich das Organisationsteam auch, zusätzlich zu den Wettbewerbsbeiträgen möglichst viele weitere Projekte außer Konkurrenz zu realisieren, um die ganze Vielfalt der Projektideen abzubilden: Hier gibt es Platz für Lautes und Leises, für zufällig entdeckte Fundstücke im Alltag, aber genauso für wilde Inszenierungen in/auf/neben der Bühne oder auch ganz weit weg vom Bühnenraum.

Die Teilnehmer sind zwischen 21 und 73 Jahre alt, stammen aus Italien, Argentinien, Brasilien, Großbritannien, Spanien, den USA, Russland, Griechenland, Island, Österreich, der Ukraine, Deutschland und Spanien. Die junge Lyrikerin, der etablierte Musiker, die Studentin, der Literaturprofessor, die politische Aktivistin, der Toningenieur, der internationale Kurator – sie alle haben sich auf ihre Art mit der Frage nach neuen Wegen der Literaturvermittlung befasst. Es werden Schwimmbäder beschallt, Schaufenster und Supermärkte bespielt, oder die Textproduktion wird an Maschinen ausgelagert. „Solch gebündelter Kreativität und Innovationskraft ein Podium zu bieten, wird sicherlich nicht nur für uns ein besonderes Erlebnis“, freut sich Bresemann. Man darf gespannt sein.

Vorstellung der Künstler / Projekte: Kurzbeschreibung

Andrea Inglese, Stefano delle Monache / Italien
Delle Monache ist Sound-Designer und lebt zurzeit lebt in Venedig. Unter anderem arbeitete er für Maserati, Nissan, Emilio Pucci, Festival della Scienza, Cité Nationale de l´histoire de l´immigrant of Paris, Gamec- Museum der zeitgenössischen Kunst, Bergamo.
Inglese ist Dichter, Essayist und Übersetzer, zurzeit lebt er in Paris. Auswahl seiner Lyrikpublikationen: Prove d‘inconsistenza, in VI Quaderno italiano (Marcos y Marcos, 1998), Auswahl seiner Prosa-werken: Prati / Pelouses (Italienisch-Französisch bilinguala Auflage, La Camera Verde, 2007).
Projekttitel: „Poetic texts‘ listening space“
Inglese und Monache bewegen sich an der Schnittstelle von Musik und Literatur und beschäftigen sich mit der Thematik der Arbeitslosigkeit. Auch die Öffentlichkeit kann hier zum Zug kommen und sich in der Performance wiederfinden

Cristian Forte, Erica Zingano / Argentinien, Brasilien
Forte ist Dichter und Performer, geboren in Buenos Aires, lebt seit 2009 in Berlin. 2010 gründete er das Projekt Milena Berlin und in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern die Portabel Book Fair Berlin. Teil seiner Präsentationen sind oft Lesungen und Workshops (zum Thema unabhängige Publikationen und „Buch-Objekte“).
Zingano ist Dichterin und Visual Artist. 2013 hat sie an der Latinale in Berlin teilgenommen und publizierte das Buch „Ich weiß nicht warum - Zeichnungen und Texte für Unica Zürn“, beim Hochroth Verlag erschienen.
Projekttitel: „KM 0“
Mithilfe verschiedener Aktionen im Stadtraum, begeben sich Forte und Zingano zum „Kilometer 0“. Ihre Suche nach dem Anfang oder einem Zentrum der Literatur führt sie durch Stadtspaziergänge in Berlin und parallel in Buenos Aires. 1000 Briefe wollen verschickt werden und auch Fotoautomaten spielen hier auch eine Rolle.

Harriet Sandilands, Alena Widows, Julien Villegas, Emilie Delcourt / Großbritannien, Spanien, USA
Sandilands
lebt seit 2007 in Barcelona. Sie hat Publikationen u.a. in Paginas Rojas, 5 by five writers, Barcelona Ink and Hellenic American Union Volume 2012. Zurzeit schreibt sie an einem Buch über ihre Erfahrungen als Ehrenamtliche mit Amics de la gent gran.
Projekttitel: „The Poetry Machine“
Sandilands und ihre Techniker Alter Egos Bert und Lou bringen eine Poetry Machine nach Berlin. Wer wagt es, sich in die Konstruktion hineinzugeben? Belohnt wird man dafür mit einem Gedicht…

Jazra Khaleed, Timos Alexandropoulos / Russland (in Tschetschenien geboren), Griechenland
Alexandropoulos
ist ein multidisziplinärer Künstler/Programmier, zurzeit lebt er in Athen.
Khaleed ist Dichter, zurzeit lebt er in Athen. Seine Werke sind Proteste gegen die Ungerechtigkeiten im heutigen Griechenland und den Aufstieg des Faschismus.
Projekttitel: „Poetry is just words in the wrong order“
Khaleed und Alexandropoulos verstehen „poetry as a social practice determined by social structures“. Sie kombinieren zufällig ausgewählte Zeilen aus neuen Medien wie Twitter mit Versen von Schriftsteller_innen und präsentieren ihre gerade neu entstehenden generierten Texte in einer live (Computer-) Performance.

Oleksandr Mykhed, Marko Halanevych, Taras Halanevych, Zhene Slovyan, Alevtina Kakhidze, Aleksei
Shinkarenko/ Ukraine
Mykhed
ist Übersetzer, Researcher am Shevchenko Institute of Literature of the National Academy of Sciences of Ukraine, Veranstalter zeitgenössischer Kunstprojekte und Kurator vom Literaturprogramm des internationalen, interdisziplinären Festivals “Gogolfest”.
Projekttitel: „Amnesia Project“
Mykhed hat in der Ukraine die Plattform „Amnezia“ gegründet, auf der sich unterschiedliche Künstler_innen mit seinem Text zum Thema Erinnerung und Vergessen künstlerisch auseinandergesetzt haben. Die Ergebnisse bringt er uns nach Berlin.

Robert Wenrich u.a. / Deutschland
Wenrich lebt in Berlin. Er studierte Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Potsdam und Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim. Nebst seiner literarischen Tätigkeit arbeitete Wenrich als Game Designer für www.neodelight.com und new media creative. Als Mitbegründer war er lange als Chefredakteur des litradio.net tätig.
Projekttitel: „Power Point Novelle oder: Wie man eine Liebesgedischichte in Tortendiagramm erzählt“
Wenrich bringt uns die ultimative Power-Point Novelle und schafft Literarizität zwischen Folie und Stimme.

Ernesto Estrella Cozár / Spanien
Estrella ist Erzieher, Dichter und Musiker und lebt seit 2000 in New York. Von 2007 bis 2011 war er Professor of Contemporary Poetry an der Yale Universität. Seit 2012 nutzt er Berlin als zweiten Standpunkt für seine künstlerischen und akademischen Projekte.
Projekttitel: „He´s already here“
Estrella nimmt die Person des Autors aus dem Fokus und konzentriert sich stattdessen auf das Gedicht, „das immer schon da ist“.

Programm
WETTBEWERB:
SO., 25. Mai 2014, 20:30 / Cristian Forte, Erica Zingano, „KM 0“
MO., 26. Mai 2014, 20:30 / Ernesto Estrella, „He´s already here“
DI., 27. Mai 2014, 20:30 / Andrea Inglese, „poetic texts´ listening space“,
MI., 28. Mai 2014, 20:30 / Oleksander Mykhed, „Amnesia Project“
DO., 29. Mai 2014, 17:00 / Robert Wenrich, „Power Point Novelle“
FR., 30. Mai 2014, 20:30 / Harriet Sandilands, „The Poetry Machine“,
SA., 31. Mai 2014, 20:30 /Jazra Khaleed , „Poetry is just words in the wrong order“
SO., 1. Juni 2014, 20:30 / PREISVERLEIHUNG, Mehringdamm 61

AUßER KONKURRENZ:
Zusätzlich zu den Wettbewerbsveranstaltungen wird täglich ein ausgedehntes außer Konkurrenz Programm geboten. Ganz Berlin wird hierfür als Bühne dienen. Diese Veranstaltungen sollen Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten für unabhängige Literaturveranstalter_innen und Literaturinteressierte im Allgemeinen schaffen.

FR., 23. Mai 2014, 18:00 / Presse-Empfang, Mehringdamm 61
SA., 24. Mai 2014, 20:30 / Auftaktparty / Tomas Cada, Mehringdamm 61
DO., 29. Mai 2014, 20:30 / Lesung mit Robert Stadlober und Denis Moschitto, Mehringdamm 61
FR., 30. Mai 2014, 18:00 / Poetry Factory und Abendessen, Hotel Klee


Das Außer-Konkurrenz-Programm wird täglich auf dem SOUNDOUT!-Blog aktualisiert:
www.lettretage.de/soundout

Förderer und Partner

Förderer:
Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten, Tschechisches Zentrum, Italienisches Kulturinstitut, Österreichisches Kulturforum

Sponsoren:
Hotel Klee, das Wellness City Hotel


Medienpartner:
Zitty Berlin, Börsenverein des deutschen Buchhandels

SOUNDOUT! Festival & Award for New Ways of Presenting Literature
Das Literaturhaus Lettrétage veranstaltet vom 24. Mai bis zum 1. Juni 2014 das SOUNDOUT! Festival for New Ways of Presenting Literature in Berlin. 106 Bewerber aus insgesamt 33 verschiedenen Ländern reagierten auf die Ausschreibung des mit 5.000 Euro dotierten SOUNDOUT! Awards. Die Ausschreibung richtete sich an alle Literatuaktivist_inn_en, die neue Wege gehen und bereits innovative Veranstaltungsformate erarbeitet haben. Für die Auswahl der Shortlist waren folgende Kriterien entscheidend: Originalität und Innovation, Nachweis einer kontinuierlichen Arbeit, Entsprechung zwischen Gegenstand und Form der Präsentation, Realisierbarkeit mit überschaubaren Mitteln. In Abgrenzung zu Theateraufführung oder Performance sollte trotz möglicher performativer Elemente der literarische Text im Vordergrund stehen und zur Geltung gebracht werden.
Fünfzig der eingesendeten Projektideen schafften es auf die Longlist, sieben davon auf die Shortlist. Diese sieben Projekte werden nun als Leuchttürme der Festivalwoche in Berlin realisiert, das überzeugendste wird abschließend von einer internationalen Jury mit dem SOUNDOUT! Award gekürt werden.

Philosophie
Tisch, Stuhlreihen, Mikro, Wasserglas: Dies ist das Setting der meisten literarischen Lesungen. Die literarische Lesung als Produktpräsentation eines fertigen Werkes. Auf dem SOUNDOUT! Festival soll nun unter Beweis gestellt werden, dass es auch zahlreiche andere Möglichkeiten gibt, Literatur zum Leuchten zu bringen. Ansätze hierfür gibt es viele: Da werden Schwimmbäder beschallt, es wird ausgelotet, wo Chemie und Lyrik sich treffen, oder die Textproduktion wird an Maschinen ausgelagert: Es ist Platz für Lautes und Leises, für zufällig entdeckte Fundstücke im Stadtalltag, aber genauso für wilde Inszenierungen in/ auf/neben dem Bühnenraum. Unsere Bewerber_innen haben sich mit den unterschiedlichsten Fragen auseinandergesetzt: Welche Grenzen kann Literatur überschreiten, und wie ist das mit der Übersetzung in andere Kunstsparten, in andere Medien oder in andere Sprachen? Und wie sieht es mit der Zugänglichkeit und Festgelegtheit von Literatur aus: Soll sie mal vom hohen Sockel der Bühne gestoßen werden – hinein ins urbane Leben?
Im Vordergrund stehen soll nicht der Wettbewerb, sondern der Austausch zwischen den freien Literaturszenen weltweit, der Weitertransport von Ideen und ganz allgemein die Schaffung einer internationalen literarischen Öffentlichkeit.

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