Liebe Kollegen und Kolleginnen,
seit es online-chats und twitter gibt, baut Alltagskommunikation auf ‚short messages‘ auf und erhält bisweilen eine Kürze, die symptomatisch für den beschleunigten sprachlichen Austausch der Gegenwart ist. Doch aufgepasst: Schon lange vor dem Einzug des Mikrobloggings in die Neuen Medien, hat die Literatur den Mikrotext entwickelt und ausgebaut. Vor allem im spanischen Sprachraum gilt die Mikroerzählung, das microrrelato, als ausgefeiltes Format, das oftmals mit nur einer (bissigen) Zeile Erzählerisches auf den Punkt bringt. Ein microrrelato kondensiert Literarisches von epischer Breite auf einen literarischen Brennpunkt (und nistet sich nicht von ungefähr auch gerne im Netz ein).
Seit der Jahrtausendwende zeichnet sich ein Trend in Literatur und Wissenschaft ab, der die Mikroerzählung als ein besonders aktuelles, ja für unsere Zeit symptomatisches Genre entdeckt. In Lateinamerika und Spanien boomt das Genre, im deutschen Sprachraum dagegen sind die Meisterwerke im Miniaturformat vollkommen unbekannt – unter AutorInnen wie LeserInnen.
Das möchte die Lettrétage in Berlin ändern und lädt deswegen AutorInnen aus Argentinien, Spanien, Deutschland, Österreich und der Schweiz am 22. und 23. Oktober 2011 in ihre Räume zu Workshop und Lesungen ein. In diesem Laboratorium werden Texte diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. Wie überhaupt Mikroerzählungen auf Deutsch klingen können, darf das Berliner Publikum dann in öffentlichen Veranstaltungen an beiden Abenden bei uns entdecken! Bitte entnehmen Sie den folgenden Seiten alle weiteren Informationen zu dem Projekt und den AutorInnen.
