außerbetrieb – Zum 5-jährigen Jubiläum der Lettrétage. September und Oktober 2011

14 Sep 2011
This is some text inside of a div block.

Kreuzwort wird ein Jahr alt – wie lange kann man den Debütantenstatus noch für sich beanspruchen? Das etablierte Kreuzberger Literaturhaus Lettrétage besteht schon bald fünf Jahre – ist der jugendliche Eifer der Routine gewichen?
Zeit für ein Experiment: Die Lettrétage ergibt sich von Mitte September bis Mitte Oktober lang der Willkür der Kreuzwort-Mitglieder. Jenseits der gemütlichen Kneipenlesungen wird der Zufall regieren, Grenzen werden angetastet, ausgetestet und –gelotet, es wird Kurs auf das Außergewöhnliche gesetzt, jenseits aller Betriebsblindheit wird zum aktiven Dialog aufgefordert.
Die Versuchsanordnung: Der übliche Lettrétage-Alltag wird außer Betrieb gesetzt. Das Kreuzwort-Team übernimmt für einen Monat das Programm in der Methfesselstraße in Kreuzberg. Umgekehrt werden die Kreuzwort-Lesungen von denjenigen bestritten, für die das Hobby von Damals bereits zum Beruf geworden ist.
Was ist möglich abseits von Wasserglaslesungen, Podiumsdiskussionen und Buchpremieren? Die Lettrétage hat es vorgemacht: Es wurde gecovert, geskypt und immer wieder über den europäischen Tellerrand geschaut. Etwas Neues zu bewegen ist nicht einfach. Doch wir wollen ihn zumindest erproben, den Ausnahmezustand – und rufen den außerbetrieb aus

Termine

Mittwoch, 14.09. – 19.30 Uhr
außerbetrieb: Willkürliche Würfel – außerbetrieb beginnt mit dem Ende von Lesenden und Publikum. Der Text überlebt und wird dem Zufall preisgegeben. Wo der Zufall zu regieren scheint, ist die Willkür nicht weit – sie wird, ebenso wie der Text, angetragen von jedem, der kommt. Die Konvention ist außer Betrieb, die Würfel entscheiden den Abend. Jeder bringt Texte mit, jeder liest.

Freitag, 16. 09. – 19.30 Uhr
Vernissage von Zwischen Narrativen: Junge künstlerische Positionen – Die das Programm begleitende Ausstellung präsentiert experimentelle Positionen zu Kunst und Text. Der Umgang mit Schrift und Linie, Sprache und Bild kann sich sehr vielfältig gestalten. Die Bandbreite reicht von konzeptuellen Projekten über Installationen bis hin zu narrativen Bildfolgen und performativen Versuchsanordnungen. Mit Arbeiten von Ayami Awazuhara, EunHee Lee, Manja Kayser, Tom Doughboy, Michael Katerla, Tillmann Lange, Martin Lechner/Milo Pablo Momm und anderen.

Mittwoch, 21.09. – 19.30 Uhr
Netzbetriebe Lyrik: Leipzig, Hildesheim, Berlin – Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents – und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert. Mit Manuel Stallbaumer, Michael Spyra, Friederike Scheffler und anderen.

Samstag, 24.09. – 19.30 Uhr
Covering Covering Onetti: Neue Erzählungen
– Junge deutsche Autorinnen und Autoren setzten sich mit Erzählungen des uruguayischen Autors Juan Carlos Onetti auseinander. Das Ergebnis war neue eigenständige Literatur, die 2009 im Band Covering Onetti des Verlags Lettrétage erschien. Wir erneuern Onettis Aufruf nochmals: „Klaut, wenn nötig. Lügt immer.“ Aus den Dieben werden jetzt Bestohlene: Die an Onetti angelehnten Texte werden wiederum neuen Lügnern zur Vorlage. Präsentation und Lesung der Texte von Sonja vom Brocke, Silke Eggert, Yulia Marfutova, Mario Apel, Philipp Günzel, Roman Israel, Thorsten Krämer, Philip Maroldt, Tom Müller, Stephan Reich, Martin Spieß, Daniel Weiss und anderen

Sonntag, 25.09 – 17-21 Uhr
1. Sitzung von „All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm

Unter Leitung des Berliner Autors Georg Leß widmet sich der Workshop einer Wechselwirkung voller Spannungsbögen, blutroter Fäden, unerwarteter Spiegel- und Verstrickungen. Bei drei Treffen und einer Abschlusspräsentation sollen es die Teilnehmer wagen, sich mit Traditionen, Motiven und Mitteln des Horrorfilms auseinanderzusetzen. Unterstützt werden sie zusätzlich von der Schauspielerin Anna Rot und dem Autor Jörg Albrecht. Der Workshop versteht sich als Labor, in dem eigene und fremde Arbeiten, Mediales und Archaisches, Tief- und Hochkultur aufeinandertreffen können. Teilnahme ab 18 Jahren, 5 Euro Unkostenbeitrag für Teilnehmer.

Mittwoch, 28.09. – 19.30 Uhr
Lost in Postpoetry: Poetic Performance
- Der Autor und sein Text- eine Beziehung ohne Entkommen? Wie steht der Autor zum Text und inwieweit entfernt sich dieser von seinem Urheber, verfolgt andere Richtungen oder wird verloren? Jinn Pogy hat die Autoren Norbert Lange und Mara Genschel sowie die Soundkünstlerin Elen Flügge eingeladen, sich gemeinsam in den Orbit der poetischen Relationen, Navigationen und Verluste von Text, Laut und Poesie zu begeben.

Donnerstag, 29.09. – 19-22 Uhr
2. Sitzung von „All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm

Freitag, der 30.09.
Literatur-Wissenschaft: Anknüpfung
– Die Berührungspunkte sind eigentlich offensichtlich und trotzdem widmen sich wenige Akademikerinnen und Akademiker der Gegenwartslyrik, noch seltener jene, die nicht sowieso mit dem Literaturbetrieb in Berührung stehen. Es ist nicht nur an der Zeit, nach den Gründen zu suchen, es ist vor allem dringend notwendig, dies zu ändern. Vier Autorinnen und Autoren stehen vier Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftleern gegenüber, der Text bleibt Mittelpunkt. Es wird Zeit, wieder anzuknüpfen. Mit: Prof. Dr. Remigius Bunia (Freie Universität Berlin), Dr. Michael Gratz (Universität Greifswald), Dr. Tim Lörke (Freie Universität Berlin, Johannes Schüller (Master-Student Freie Universität Berlin), Daniela Seel, Norbert Lange, Steffen Popp und einer weiteren Person.

Mittwoch, 05.10. – 19.30 Uhr
Netzbetriebe Prosa: Leipzig, Hildesheim, Berlin
– Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von JungschriftstellerInnen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents – und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert. Mit Hakan Tezkan und anderen.

Samstag, 08.10. – 19.30 Uhr
Splitterpole: Traditionslinien
– In der Vielfalt der Stimmen, die die deutsche Gegenwartslyrik ausmachen, meinen wir immer wieder Traditionslinien ausmachen zu können, sprechen von Einflüssen und sogar Epigonentum. Sechs Autoren stellen sich dem Versuch, die Linien offen zu legen, miteinander ins Spiel zu bringen und werden dabei Überraschendes aufdecken. Auf einen Abend mit Diskussion folgt die performative Probe aufs Exempel: Wie werden sich die sechs Autorinnen und Autoren mit ihren Texten positionieren? Mit Ulf Stolterfoht, Björn Kuhligk, Max Czollek und anderen.

Sonntag, 09.10. – 16-22 Uhr (mit Pause)
3. Sitzung von „All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm

Mittwoch, 12.10. – 19.30 Uhr
transsub: Lyrische Cover mit Untertitel
– Kein Text ist frei von Referenzen. An diesem Abend werden Einflüsse offen gelegt und Stammbäume ausgebreitet – es wird gecovert. Lyriker suchen nach Anregungen bei Kollegen und Klassikern gleichermaßen. Der Blick über den medialen Tellerrand darf hierbei auch nicht fehlen: Dieser Abend liefert eine Übersetzungsarbeit zwischen Texten und anderen Medien, bei denen die Untertitel jederzeit mitlaufen. Performative Lesung der Texte von Luise Boege, Katharina Schultens, Tom Bresemann, Richard Duraj, Philip Maroldt, Lissy Pernthaler, Tobias Roth, Stephan Reich, Stefan Schmitzer, Jan Skudlarek und anderen. Mit Live-Illustrationen von Johannes Boegle und anderen.

Freitag, 14.10. – 19.30 Uhr
Abschlusslesung „All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm
– Unter Leitung des Berliner Autors Georg Leß widmete sich der Workshop einer Wechselwirkung voller Spannungsbögen, blutroter Fäden, unerwarteter Spiegel- und Verstrickungen. Die Teilnehmer wagten die Auseinandersetzung mit Traditionen, Motiven und Mitteln des Horrorfilms. Unterstützt wurden sie zusätzlich von der Schauspielerin Anna Rot und dem Autor Jörg Albrecht. Zum Abschlussabend werden in einem offenen Labor die Ergebnisse des Aufeinandertreffens eigener und fremder Arbeiten, Medialen und Archaischen, Tief- und Hochkultur präsentiert.

Sonntag, 16.10. – 19.30 Uhr
Offen beendet: Ein vorläufiger Abschluss
– Unsere einmonatige Lettrétage-Besetzung und somit vier Wochen Programm außerbetrieb wollen wir in sonntäglich-träger Runde ausklingen lassen. Die Beteiligten werden nochmals zusammen kommen und den Monat Revue passieren lassen, Gäste haben die Möglichkeit des Austauschs mit den Autoren und Künstlern. Auch werden die Nachfolge-Projekte von außerbetrieb präsentiert und gemeinsam Erinnerungen festgehalten. Essen und Showeinlagen inklusive.

Download info material