Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.
Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.
Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.
Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.
Veranstaltungen
Termin Informationen:
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Do.08Mai202519:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei
OPEN MOVED: treibend, vibrierend, widerständig – Körper und Text in der Postdigitalität
Lesung & Gespräch

Wie noch Schreiben, oszillierend zwischen Intimität und Öffentlichkeit, Nähe und Entfremdung, Krise und Utopie? Sich allen Widrigkeiten zum Trotz in den Widerstand schreiben?
Die Autor*innen und Herausgeber*innen Julia Knaß und Sarah Berger laden ein zu einem literarischen Abend zwischen Sprache, Körper und Digitalität und bieten gemeinsam mit ihren Gäst*innen einen intimen Einblick in ihre Projekte und literarischen Perspektiven.
Die Lesung versammelt Texte, die sich den drängenden Themen unserer Zeit widmen – der Erosion von Demokratie, den Kämpfen um Sichtbarkeit und Gleichberechtigung, den Auswirkungen von Technologie und Macht auf unsere Körper und Beziehungen. Was bedeutet es, in Zeiten der Krise zu schreiben? Welche Stimmen hören wir, welche bleiben ungehört?
Ein Abend voller Literatur, die sich nicht zurückzieht, sondern einmischt – kommt vorbei, hört zu, diskutiert mit. Wir freuen uns auf euch!

(c) Julia Knaß Julia Knaß bewegt sich in ihren Texten zwischen Lyrik und Prosa, zwischen präziser Beobachtung und poetischer Verdichtung. Sie schreibt über Körper und Sprache, über Erinnerungen, Gewalt und Intimität – Themen, die in einer Zeit politischer Umbrüche und gesellschaftlicher Umwälzungen eine neue Dringlichkeit erhalten.

(c) Sarah Berger Sarah Berger schreibt zwischen Essay, Prosa und Poesie über Begehren, Identität und die Fluidität digitaler wie physischer Räume. In einer Welt, die zunehmend von Unsicherheit, Überwachung und Kontrollmechanismen geprägt ist, stellt Berger Fragen nach Autonomie, Widerstand und radikaler Fürsorge.

© Christiane Frohmann Christiane Frohmann dehnt performativ die Grenzen von Schreiben, Verlegen und Aktivismus. Sie fordert die klassische Literatur und ihren -betrieb heraus, beschreibt gewaltvolle und erschreibt befreiende Zurichtungen von Textkörpern, überführt progressive Formen digitalen Schreibens ins Analoge.

© Hatice Açıkgöz Hatice Açıkgöz ist freie Autorin, Podcasterin und Künstlerin aus Hamburg. Sie schreibt u.A. über Rassismus, Klassismus und Queerness. Im Podcast "literarisch, solidarisch" erforscht sie mit ihren Kolleginnen Dara Brexendorf und Zara Zerbe einen utopischen Literaturbetrieb.

© Nadine Nebel Nadine Nebel ist freischaffende Künstler*in und Illustratorin aus Graz. In ihren Texten schreibt sie über Verlust, Verlangen und das Versagen im postdigitalen (Beziehungs-)Alltag. Sie nutzt das Schreiben, um ihre Lebensentwürfe zu ordnen – in Form von Listen, Essays und kurzen Texten, die zugleich ein Versuch sind, sich selbst zu archivieren.
Workshops & Infoabende
Termin Informationen:
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Do.21Okt.2021Fr.22Okt.202111:00 UhrLiterarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin-Wannsee, Teilnahme nach Voranmeldung
Enter Literature. Formen der Literaturpräsentation in Theorie und Praxis
Workshop des Exzellenzclusters "Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective" in Kooperation mit der Lettrétage

Obwohl sich die Autor·innenlesung spätestens mit Etablieren der Literaturhäuser in den 1980er Jahren in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut, wird sie im Gegensatz zu anderen, ebenfalls textbasierten Künsten aus wissenschaftlicher Sicht mit Zurückhaltung bedacht. Dabei geht die Lesung oft über die vermeintliche Abgeschlossenheit des Textes in Buchform hinaus, vor allem wenn es sich um performative und transdisziplinäre Spielarten von Literaturpräsentationen handelt. Verbunden mit dem Wahrnehmungswechsel vom Lesen zu einer das Lesen erweiternden Form durch Hören und Sehen sind Fragen nach der Medialität der Lesung und ihren Kontexten. In welchem Verhältnis stehen die Stimme und der Körper des/r Autors·in sowie andere mediale Dimensionen (Sound, Bilder, Video) zum Text und welche Auswirkungen hat das auf die Konzeption von Autor·innenschaft? Schreibt sich die Darbietung selbst in einen Text ein? Welche Rolle spielt das Publikum, also die reale Anwesenheit von Leser·innen für die Aufführung von Texten? Wenn sich die mediale Präsenz der Schrift auf Ton, Bild, Bewegung oder Aktion hin erweitert, wird das Interesse besonders auf die ästhetische Autonomie der Darbietung gelenkt. Kann die Lesung dann als genuine Erscheinungsform von Literatur, als eigenes Werkmedium gewertet werden?
Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der zweitägige Workshop, dessen Ausgangspunkt die am Eröffnungsabend gezeigten künstlerischen Praktiken bilden. Die offene Diskussion zu einzelnen Themengebieten der Autor·innenlesung wird jeweils von wissenschaftlichen Impulsvorträgen und daran anschließenden Repliken der beteiligten Künstler·innen eingeleitet.
Eine Veranstaltung des Exzellenzclusters »Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective« in Kooperation mit der Lettrétage und dem Collegium Hungaricum Berlin
Programm
Donnerstag, 21. Oktober 2021
10:15 – 10:45 Uhr
Ankunft und Check-in10:45 – 11:05 Uhr
Vorstellung Format und Ablauf und Einführung ins Gesamtthema
Lena Hintze, FU Berlin/EXC »Temporal Communities«11:05 – 12:05 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion):Ist jedes performte Gedicht eine Lyrik-Performance?
Anna Bers, Georg-August-Universität Göttingen
Martina Hefter12:05 – 13:00 Uhr
Pause13:00 – 14:00 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion): »Ausdruck macht Eindruck«. Über die Grenzen des Hörens hinaus - ein Versuch
Rebecka Dürr, Universität Hamburg, Forschungsprojekt „Poetry in the Digital Age“
Kinga Tóth14:00 – 15:00 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion): Fixiertes Sprechen als Aufführung: Akustische Literatur und elektroakustische Dichtung auf Speichermedien
Marc Matter, Universität Hamburg, Forschungsprojekt „Poetry in the Digital Age“
Carsten SchneiderFreitag, 22. Oktober 2021
10:00 – 10:30 Uhr
Ankunft & Check-in10:30 – 11:30 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion): Noch einmal: Wer spricht die Gedichtperformance? 10 Bemerkungen in lyrikologischer Tradition
Peer Trilcke, Universität Potsdam/EXC »Temporal Communities«
Mathias Traxler11:30 – 12:30 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion):
Eingehaust und stillgelegt. Der Körper der Leserin
Cornelia Ortlieb, FU Berlin/EXC »Temporal Communities«
Yevgenia Belorusets12:30 – 13:30 Uhr
Pause13:30 – 14:30 Uhr
Dialogisches Panel (20 Min. Impuls + 5 Min. Replik + Diskussion): Die Lesung als performative Praxis – Überlegungen zur Inszenierung von Autor·innenschaft und Gemeinschaft
Kai Padberg, FU Berlin/EXC »Temporal Communities«
Mara Genschel14:30 – 15:30 Uhr
AbschlussdiskussionTeilnahme nach Voranmeldung unter lena.hintze@fu-berlin.de



