Eine Nacht im Museum. Christophe Boltanski im Gespräch über King Kasaï (2023)

Zum Auftakt des interdisziplinären Workshops „(M)eine Nacht im Museum. Imaginationsraum und kritischer Akt in Literatur und Kunst der Gegenwart“ des Frankreichzentrums der Freien Universität Berlin ist der französische Schriftsteller und Journalist Christophe Boltanski zu Gast in der Lettrétage. Im Zentrum steht sein 2023 in erschienene Text King Kasaï aus der Reihe Ma nuit au musée, für den er eine Nacht im Africa Museum in Tervuren verbracht hat. Ausgangspunkt ist der dort ausgestellte präparierte Elefant „King Kasaï“, der 1956 im Kongo erlegt und 1958 auf der Weltausstellung in Brüssel gezeigt wurde. Boltanski nimmt das einstige Symbol zum Anlass für Überlegungen und zur gewaltvollen Geschichte der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo und zu den Spuren, die sie im Museum und seinen Sammlungen hinterlassen hat. Im Gespräch mit der Ethnologin Drossilia Dikegue Igouwe, moderiert von der Kunsthistorikerin Anna Helfer, geht es um Fragen von Erinnerung und Dekolonisierung in musealen und literarischen Kontexten.
Anmeldung: frankreichzentrum@fu-berlin.de bis zum 20. September 2026.
Eine Teilnahme ist auch online per Webex möglich: Webex-Zugang
Zum Workshop
Die Lecture-Débat bildet den Auftakt des dreitägigen interdisziplinären Workshops „(M)eine Nacht im Museum" (24.–26. September 2026, Freie Universität Berlin), eine Kooperation zwischen vom Frankreichzentrum der Freien Universität Berlin, dem Institut für Geschichte und Theorie der Kunst der Katholischen Privat-Universität Linz und dem Deutschen Forum für Kunstgeschichte Paris.
Der Workshop nimmt die französische Buchreihe Ma nuit au musée aus literatur-, kunst- und kulturwissenschaftlicher sowie museologischer Perspektive in den Blick. Seit 2018 verbringen Schriftsteller*innen im Rahmen der Reihe eine Nacht allein in einem Museum und verfassen anschließend einen Text über diese Erfahrung. Im Mittelpunkt des Workshops stehen Fragen nach dem Museum als Imaginationsraum, nach Erinnerung und Zeit, Autorschaft und Körper.
Christophe Boltanski
Christophe Boltanski ist Schriftsteller und Journalist und war unter anderem für Libération und den Nouvel Observateur tätig. Seine journalistische Arbeit führte ihn immer wieder nach Subsahara-Afrika und in den Nahen Osten. Für seine Berichterstattung über eine Mine im Kongo wurde er 2010 mit dem Prix Bayeux-Calvados des correspondants de guerre ausgezeichnet. Für seinen Roman La Cache (2015) erhielt er den Prix Femina. Zu seinen weiteren Veröffentlichungen zählen Le Guetteur (2018), Les Vies de Jacob (2021) und King Kasaï (2023).
Drossilia Dikegue Igouwe
Drossilia Dikegue Igouwe ist Ethnologin promoviert an der Universität Augsburg zu Fragen der Restitution und Neubewertungen musealer Objekte aus Zentralafrika. Sie hat vor kurzem ihr wissenschaftliches Volontariat im Fachreferat Afrika des Ethnologischen Museums Berlin abgeschlossen und arbeitet als freie Kuratorin.
Anna Helfer
Anna Helfer ist Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im SfB „Intervenierende Künste“ an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören künstlerische Praktiken der Intervention und Dekolonisierung sowie Verflechtungsgeschichten zwischen Europa und Afrika.




