(c) Tony Elieh
Datum:
Wed
11 Nov 2026
Zeit:
20:00 Uhr
Sprache:

Englisch

Eintritt:

10.-/ 15.- (nur Abendkasse)

Zone Null und Dora Bleu treffen in einer Live-Performance aufeinander, die Sprache und Klang als gleichwertige, miteinander verwobene Ausdrucksformen versteht. Im Mittelpunkt steht Dora Bleus Spoken-Word-Poesie – präzise und unmittelbar –, die nicht bloß als roter Faden fungiert, sondern als eigenständige klangliche und semantische Ebene. Es entsteht eine musikalische Struktur, die weder illustriert noch begleitet, sondern auf Augenhöhe mit dem Text agiert. Geräusche und Puls, Fragmente und Stille treten in einen offenen Dialog mit Stimme und Bedeutung.


Doras
sparsames, spannungsgeladenes Gitarrenspiel und ihr ausdrucksstarker Gesang erforschen Intimität als Quelle der Erneuerung für kapitalistische Demokratien, die zunehmend in bewaffnete Konflikte verwickelt und durch kommerzialisierte Überwachungstechnologie untergraben werden. Ihre Poesie bewegt sich zwischen tonal und atonal, wechselt zwischen Stille, verbogenen Tönen und gebrochener Erzählzeit. Zone Nulls bereichert ihr gemeinsames Terrain mit ihrer Sonic Fiction, die von Musique Concrète über zeitgenössische Komposition, experimentelle Improvisation und elektronischen Klänge bis hin zu Post-Punk und Avantgarde-Rock reicht.

Ihre Performance ist ein Prozess in Echtzeit: die Komposition entsteht im Moment ihres Erklingens. Entscheidungen werden hörbar, Übergänge bleiben durchlässig, und das Unvorhersehbare wird zum konstitutiven Element. So entsteht ein Raum, in dem sich Sprache materialisiert und Klang
Bedeutung trägt – jenseits klarer Hierarchien oder festgelegter Rollen.

Tony Elieh – e-bass, elektronik
Burkhard Beins – e-bass, elektronik
Dora Bleu – stimme, gitarre

Instagram: tonyelieh

Dora Bleu

Dora Bleu ist eine in Berlin lebende US-amerikanisch-kanadische Spoken-Word-Künstlerin, Sängerin und Gitarristin, deren Arbeit Stimme, akustische Gitarre und Text in einer bewusst fragmentierten, oft apokalyptisch gefärbten Klangsprache verbindet. In ihren Kompositionen untersucht sie Intimität als Spannungsraum politischer und affektiver Reproduktion, in dem sich Gewalt-, Kriegs- und Machtstrukturen im Privaten einschreiben. Ihre vokale Praxis arbeitet mit eruptiven, narrativ gebrochenen Sprachformen, unregelmäßigen Kompositionen, markanten Pausen und mikrotonalen Verschiebungen, die Genregrenzen systematisch unterlaufen. Dora Bleu ist derzeit in verschiedenen kollaborativen Projekten aktiv, darunter gemeinsame Arbeiten mit Zone Null sowie mit Uwe Moellhusen. Ihre Praxis bewegt sich zwischen experimenteller Musik, improvisierter Performance und narrativer Klangarbeit. Sie hat in den letzten zwei Jahrzehnten umfangreich in Europa und Nordamerika konzertiert und in unterschiedlichen kollaborativen Kontexten gearbeitet.


Ausgewählte Veröffentlichungen:
• Syrphe Trio (mit Periklis Tsoukalas und Cedrik Fermont), Syrphe, 2025.
• Fascism’s Intimacy (mit Marc Ribot), Drawing Room Records, 2019. Track „The Obvious“, Wire Tapper, 2021.
• Tequila Sunrise / Fire Museum Sessions (mit Tom Carter und Sam Shalabi), TS/Fire Museum, 2010.

Tony Elieh

Tony Elieh ist ein wegweisender libanesischer Musiker und Bassist, bekannt für seine dynamische Präsenz in der experimentellen und alternativen Musikszene. Als Gründungsmitglied der ersten Post-Rock-Band des Libanon, Scrambled Eggs, erweiterte Elieh seine künstlerische Praxis hin zur experimentellen Improvisation und verbindet dabei Elemente aus Noise, Rock und elektronischer Musik. Seine vielseitige Herangehensweise an das Bassspiel umfasst häufig unkonventionelle Spieltechniken, durch die vielschichtige Klanglandschaften und Texturen entstehen, welche die
Grenzen des Klangs erweitern. Elieh hat mit zahlreichen Künstler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengearbeitet, von der bildenden Kunst bis zur zeitgenössischen Komposition. In seinen Arbeiten untersucht er häufig Themen wie Erinnerung, Identität sowie das Zusammenspiel von Klang und Raum. Sowohl als Solokünstler als auch mit verschiedenen Ensembles trat er auf bedeutenden internationalen Festivals auf, darunter das Irtijal-Festival in Beirut und das Kontakte Festival in Berlin, wodurch er sich als innovative Kraft innerhalb der globalen experimentellen
Musikszene etabliert hat.

Aktuelle Werke:
• Passé Composé: eine Komposition auf Basis eines Loop-Systems (UA, Kontakte Festival, AdK, Berlin 2025)
• Zalghouta: eine Komposition für die Neuen Vokalsolisten Stuttgart (UA, Ultima Festival, Oslo 2023)

Burkhard Beins

Burkhard Beins ist ein in Berlin lebender Composer-Performer und gilt aufgrund seiner individuell entwickelten Spieltechniken als stilprägender Perkussionist. Darüber hinaus arbeitet er mit analogen Synthesizern und Live-Elektronik, spielt E-Bass und realisierte verschiedene Klanginstallationen und Hörstücke.
Er ist als Solist tätig und Mitglied zahlreicher Ensembles, darunter Sawt Out, Erosão Percussion Trio, Marmalsana, Polwechsel, Zone Null, Perlonex, Trio Sowari sowie das Berliner Splitter Orchester. Seit den späten 1980er-Jahren tritt er international auf Festivals für experimentelle und Neue Musik in Europa, Amerika, Asien und Australien auf. Beins war Artist-in-Residence u. a. in den Künstlerhäusern Worpswede (2009), am EMS Stockholm (2014), in den Muong Studios (Hoa Binh/Vietnam, 2015), an der Robert Rauschenberg Foundation (Captiva/Florida, 2017) sowie beim DAR (Druskininkai/Litauen, 2018) und der Agosto Foundation (Prag, 2019).
Seit mehr als 15 Jahren leitet er Workshops auf Grundlage seines grafischen Notationssystems Adapt/Oppose. Zudem ist er Mitherausgeber und Autor von Echtzeitmusik Berlin (Wolke Verlag, 2011), einer zentralen Publikation zur Berliner Improvisations- und Experimentalmusikszene. Bisher sind über 70 CDs und LPs mit bzw. von ihm erschienen.


Ausgewählte Arbeiten:
• Erosão Percussion Trio (LP, 2026, Label: Kassiani Records/Fun In The Church),
Burkhard Beins - Eight Duos (3LP Album, 2024, Label: Ni Vu Ni Connu),
Polwechsel - Embrace (4LP Box, 2023, Label: Ni Vu Ni Connu)
• Mitwirkung an dem Radio-Hörstück OPDOPPLING (Antje Vowinckel, 2023, SWR2),
Hörspielmusik für Der Raum gehört uns (Anoushka Trocker, 2016, Deutschlandradio Kultur).

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