Trugbilder verwischen: ein Gespräch über Stereotype/ Disipar espejismos: conversación sobre estereotipos

Derzeit wird viel von einem „Frauenboom“ in der lateinamerikanischen Literatur gesprochen. Tatsächlich – und diese Wahrnehmung geht über den Kontinent hinaus – scheinen Romane, Erzählungen und Essays von Frauen die Regale und Schaufenster der ganzen Welt zu dominieren. Und doch kommt es bei sozialen Kämpfen häufig vor, dass, sobald erste Erfolge erzielt werden, die Kräfte des Marktes und private Interessen auf den Plan gerufen werden. So wird das Schreiben von Frauen zu einem ständigen Streitfeld: Angesichts der homogenisierenden und normierenden Kräfte des Marktes, die nur Klischees hervorbringen, reagieren die Autorinnen aus ihrer persönlichen und individuellen künstlerischen Praxis heraus. Sie fordern ihre Leser:innen dazu auf, die Illusion zu durchbrechen, um ihre Poetik in ihrer ganzen Komplexität schätzen zu lernen. Brenda Navarro ist eine mexikanische Erzählerin, deren Geschichten sich mit Fragen des Geschlechts und der Migration befassen. Carla Bessa ist eine in Berlin lebende brasilianische Dramatikerin und Erzählerin, die in beiden Sprachen schreibt. Ihr jüngster auf Deutsch erschienener Roman behandelt einen grausamen Gewaltakt in Rio de Janeiro. Anke Stelling ist eine deutsche Romanautorin, die sich in einigen Texten mit Themen wie Mutterschaft und Fürsorge auseinandergesetzt hat. Die Moderation übernimmt die Dichterin, Drehbuchautorin und Dramatikerin Giuliana Kiersz.
Anke Stelling
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Geboren 1971 in Ulm, schreibt Romane, Erzählungen, Kinder- und Drehbücher.Einem größeren Publikum bekannt wurde sie 2015 mit ‚Bodentiefe Fenster’, ‚Schäfchen im Trockenen‘ wurde 2019 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Im Frühjahr 2026 erscheint im Verbrecher Verlag mit ‚Mittelschwere Episode‘ ihr fünfter Roman für Erwachsene. Sie lebt in Berlin.
Brenda Navarro
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Ist Soziologin und feministische Wirtschaftswissenschaftlerin mit einem Abschluss der Universidad Nacional Autónoma de México. Sie absolvierte einen Masterstudiengang in Gender Studies, Frauen und Staatsbürgerschaft an der Universität Barcelona. Sie war als Redakteurin, Drehbuchautorin, Reporterin und Herausgeberin tätig. Sie hat bei verschiedenen Menschenrechts-NGOs gearbeitet. Sie ist Gründerin von #EnjambreLiterario, einem Verlagsprojekt, das sich auf die Veröffentlichung von Werken von Autorinnen konzentriert. Sie ist Autorin der Romane „Cenizas en la boca“ (2022) und „Casas vacías“ (2018).
Mariana Dimópulos
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Mariana Dimópulos ist eine argentinische Schriftstellerin und Übersetzerin. Die promovierte Philosophin ist Autorin der Romane "Anís" (2008), "Cada despedida" (2010), "Pendiente" (2013) und "Quemar el cielo" (2019) sowie der Essaybände "Carrusel Benjamin" (2017), "Decir el mundo" (2025), "El siglo de Hannah Arendt" (2025) und "Don de lenguas" (2025), wobei sie letzteren gemeinsam mit dem Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee verfasst hat.
Giuliana Kiersz

Ist Dichterin, Dramatikerin, Librettistin und Künstlerin. Ihre Stücke wurden mit dem X. Premio Germán Rozenmacher, dem dritten Preis des XV. Concurso Nacional de Dramaturgia und Übersetzungspreisen des Maison Antoine Vitez in den Jahren 2020, 2021 und 2023 ausgezeichnet. IhreTexte wurden ins Englische, Französische, Deutsche, Portugiesische, Bulgarische und Tsotsilische übersetzt und von Rara Avis Editorial, Libros del Rojas, Fondo Editorial ENSAD, Editorial INTeatro, Espejo Somos, Libros Drama, Archive Books / Editions Solitude und Editions Espaces 34 veröffentlicht. Kürzlich hat Kiersz die Wettbewerbe Neue Szenen VII der Deutschen Oper Berlin und Kurzoperette de Salzkammergut 2024 gewonnen. Sie lebt derzeit in Berlin.


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