Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Fr.
    11
    Juli
    2025

    Reden und Sägen

    20:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt 8/5 Euro

    Lesung und Publikumsdiskussion mit Clemens Tangerding und Asmus Trautsch

    (c) C.H. Beck

    Clemens Tangerdings Rückkehr nach Rottendorf. Von Rechten, Linken und anderen normalen Leuten (C.H. Beck 2024) geht dem gesellschaftlich und politisch vielleicht folgenreichsten Unterschied nach: dem von Land und Stadt. Clemens Tangerding ist mehrere Jahre als Historiker durch Deutschland gereist und lernte die auf dem Land Gebliebenen und vermeintlich Abgehängten in ihrem Umgang mit inneren, familiären und gesellschaftlichen Rissen besser kennen.

    Dabei ist ein Portrait der politischen Geographie des Landes entstanden. Während die urbane Mittelschicht auf diskursive Auseinandersetzung gepolt ist, kommen Menschen auf dem Land in der sprachorientierten Öffentlichkeit der Diskurse kaum vor. Doch Dörfler verstehen es oft besser, unterschiedliche Erfahrungen und Meinungen stehen zu lassen, während sie gemeinsam etwas machen. Auch wenn man aneinandergerät, trifft man sich am nächsten Tag auf dem Bau oder beim Seniorensport und tut etwas zusammen.

    Der Abend in der Lettrétage lädt die kulturelle und literarische Szene Berlins ein, mit Clemens Tangerding und dem Moderator Asmus Trautsch über Lernpotenziale in Zeiten oft diagnostizierter Spaltungen zu sprechen. Funktioniert gesellschaftliche Beziehungsarbeit besser durch reflektierendes, analysierendes, politisiertes oder therapiegeschultes Sprechen oder über das konkrete Miteinandermachen: das Sägen, Verputzen, Streichen, Backen? Was können die Städter vom Land lernen?

    (c) C.H. Beck - Katharina Neubauer

    Clemens Tangerding ist freiberuflicher Historiker und Projektleiter in der historisch-politischen Bildungsarbeit. Er stammt aus Rottendorf, war Messdiener und hat mit 16 als Gruppenleiter einer katholischen Jugendgruppe seine „Bodycount“-CD an eines seiner Gruppenkinder verkauft, weil er dringend Geld für Tabak brauchte. Er hat eine Journalistenschule besucht und in Dresden und Paris in Geschichte promoviert. Um sein Studium zu finanzieren, hat er auf einer Tankstelle, im Sprechchor des Würzburger Stadttheaters und als Weihnachtsmann im Supermarkt in Kitzingen gejobbt. Fast 15 Jahre lang arbeitete er als Historiker die Geschichte von Unternehmen auf. Dann begann er, im Rahmen mehrerer Projekte mit Menschen auf dem Land über die Geschichte ihrer Orte zu sprechen. Mit seiner Familie ist er 2019 von Berlin ins brandenburgische Luckenwalde gezogen. Er hat sich eine Tauchsäge, eine Handkreissäge und eine Tischkreissäge gekauft, um sich schneller zu integrieren.

    (c) Charlotte Werndt

    Asmus Trautsch, geboren und aufgewachsen in Kiel, lebt als Philosoph und Dichter in Berlin. Er veröffentlicht Gedichte, Essays und philosophische Texte zu ästhetischen, ethischen und ökologischen Fragen. Nach seinem Zivildienst, Studium, verschiedenen Jobs und einer Promotion in Philosophie hat er an mehreren Hochschulen im In- und Ausland unterrichtet. Er konzipiert, leitet und moderiert interdisziplinäre Veranstaltungsreihen und Festivals zwischen Künsten und Wissenschaften, kuratiert Ausstellungen und hat mehrfach die Erfahrung gemacht, wie Communities durch geteilte Praxis wie Tanz entstehen.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Mo.
    09
    Nov.
    2020

    Selbstfürsorgliches Schreiben – monatliche Gruppe

    18:00 - 21:00Beitrag: 30/20€

    Workshop mit Rainer Stolz

    © Lars-Arvid Brischke

    Bitte machen Sie sich mit unseren Coronamaßnahmen vertraut.


    Im Selbstfürsorglichen Schreiben lernen die Teilnehmer*innen verschiedene Wege und Methoden schreibender Selbstzuwendung, Selbstklärung und Selbstbegleitung kennen, um sich sowohl im Alltag als auch in besonderen Situationen schreibend zu unterstützen und die Freundschaft mit sich selbst zu pflegen.

    Mit Hilfe von Übungen aus dem kreativen und literarischen Schreiben, Ansätzen aus dem Selbstcoaching und der Empathischen Kommunikation schreiben die Teilnehmenden sich in Räume innerer Bewegungen hinein. Sie wenden sich zum Beispiel ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Werten zu, vergegenwärtigen sich Ressourcen in ihrem Leben oder kommen mit inneren Anteilen ins Gespräch.

    Über die angeleiteten Erkundungen und Schreibprozesse hinaus, denen sich jede*r für sich im Rahmen der Gruppentreffen widmet, gibt es auch Übungen und Spiele im Miteinander sowie Raum, um sich über die Erfahrungen auszutauschen und einander zu inspirieren. Auch Spür- und Körperübungen fließen hin und wieder ein, um den Aspekt der verkörperten Erfahrung (Embodiment) auch im Schreiben einzubeziehen.

    So entsteht ein regelmäßiges Forum für schreibende Lebensforschung, sowohl individuell als auch gemeinsam, und dies auf der Basis von Vertrauen und Verbindung in einer Gruppe, in der vielerlei Facetten von Lebendigkeit eingebracht werden können.

    Mit dem Selbstfürsorglichen Schreiben möchte Workshopleiter Rainer Stolz dazu anregen, Schreiben als ein Lebenselixier zu erfahren, das entlasten, in Fluss bringen und Energien freisetzen kann. Sprache soll zu einem Kraftfeld aus Worten und Bildern werden, die sowohl erden als auch beflügeln können. Dabei helfen Neugier, Experimentierfreude und Humor.

    Einstieg nach Absprache möglich

    Kontakt & weitere Infos: hallo@rainerstolz.de, www.rainerstolz.de

    Der Workshop wird in der Methfesselstraße 23-25, 10965 Berlin stattfinden.

    Infos zu Workshops in der Lettrétage:

    Sämtliche Inhalte der Workshops werden von den Workshop-Leiter*innen verantwortet. Die Teilnahmebeiträge gehen nicht an die Lettrétage, sondern sind direkt an den Veranstalter des Workshops zu zahlen.

    Hinweis: Nach wie vor gelten besondere Maßnahmen für das Besuchen von Veranstaltungen. Bitte lesen Sie diese hier vorab nach. Wenn Sie eine Veranstaltung besuchen möchten, buchen sie Ihre Tickets bitte im Voraus über unser Online-Ticket Portal. Dies gilt ebenso für Veranstaltungen mit freiem Eintritt. Da die Veranstaltungen platzbeschränkt sind, bietet Ihnen ein Ticket die Sicherheit, auch einen Platz zu bekommen. Bitte buchen Sie nur ein Ticket, wenn Sie tatsächlich vorhaben, zu kommen. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und freuen uns, unsere Türen wieder für Sie öffnen zu dürfen.