Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Do.
    10
    Juli
    2025

    Die Orientalisierung des Heiligen Landes: das Heilige Land – ein realer Ort? BILDER VON PALÄSTINA

    19:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei

    Ein Vortrag mit Irit Neidhardt, Autorin, Kuratorin und Referentin

    (c) Ibn Rushd

    Von Palästina haben alle ein Bild, sei es fotografisch, filmisch, politisch, religiös oder eine ganz private Erinnerung. Bilder aus oder über Palästina sprechen viele Menschen emotional an. Wenn Palästina bei privaten oder öffentlichen Zusammenkünften zur Sprache kommt, verlaufen Debatten in Deutschland - wenn sie denn stattfinden dürfen - meist hitziger als Gespräche über andere Länder, angesichts des derzeitigen Vernichtungskriegs gegen Gaza mehr denn je. Woher rührt der enge Bezug, und was hat er mit den Bildern zu tun, mit denen wir aufgewachsen sind und die uns auch heute noch umgeben?

    Aber wo ist 'das Heilige Land' eigentlich verortet? Heiligkeit entsteht im Inneren der Gläubigen, und eine Person, ein Gegenstand, oder ein Ort wird nur durch die Zuschreibung einer religiösen Bedeutung sakral. Wie wirkt sich dieser Prozeß auf diejenigen aus, die an einem heiligen Ort real jeden Tag leben? Die vielleicht die(se) dem Ort zugeschriebene Religiosität nicht teilen? Und wie auf jene, die dort nicht leben, und denen die Heiligkeit wichtiger ist als der real existierende Ort und seine Bewohner:innen?

    Christliche Reisende begaben sich unter verschiedensten historischen und politischen Bedingungen über Jahrhunderte hinweg in den Nahen Osten, auf der Suche nach dem Land, wie es in dem Buch, das ihnen heilig ist, beschrieben steht. In diesem Vortrag soll ein Hauptaugenmerk auf dem Zeitraum von etwa 1830-1948 liegen, zwischen dem Beginn der Fotografie und der Nakba. Wie hat ihr Blick und die daraus sich ergebende bildliche Darstellung dazu beigetragen, das Heilige Land zu orientalisieren und das heutige Bild von Palästina in Europa zu prägen? Wie beeinflussen ihre Bilder von den Palästinenser:innen noch heute vorherrschende Darstellungen und Wahrnehmungen? Und wie prägt dies die Art und Weise, wie die Europäer:innen das umkämpfte Land, einst allseits Palästina benannt, heute betrachten, beurteilen und behandeln?

    Anhand von Bildern, entstanden zumeist vor der Nakba, der Vertreibung und Flucht der Palästinenser:innen die 1948 begann und derzeit einen erneuten Höhepunkt erlebt, geht es in diesem Vortrag um die Frage, wer Palästina wann und zu welchem Zweck dargestellt hat. Es geht außer um christlich- religiöse Fotografie auch um britisch-koloniale und zionistische Bilder sowie palästinensische Alltags- und Pressefotografie.

    Verschiedene Arten von Bildern werden betrachtet unter der Fragestellung nach den politischen, kulturellen und ökonomischen Interessen und Bedingungen für ihre Herstellung und Verbreitung. Anhand der Bildpolitik werden Machtverhältnisse, Besitz und Inbesitznahme, Verdrängung, Vertreibung, Verleugnung und Beweisführungen im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar.

    Im Anschluß an den Vortrag gibt es die Möglichkeit zu fragen und zu diskutieren. Vortrag in deutscher Sprache, Fragen und Diskussionsbeiträge sind auch in Arabisch und Englisch möglich, wir übersetzen nach bestem Vermögen.

    Kuratiert und moderiert von Cora Josting.

    Zur Vortragenden:

    (c) Irit Neidhardt

    Irit Neidhardt
    (geb. 1969) studierte Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Ethnologie und arbeitete seit ihrem Studienabschluss 1995 als Autorin, Kuratorin und freie Wissenschaftlerin zum Bereich Kino und Nahost. 2002 gründete sie zusätzlich zu ihrer Freiberuflichkeit die internationale Verleih- und Vertriebs-firma mec film für Filme arabischer Regisseur:innen.

    Irit Neidhardt ist Koproduzentin mehrerer preisgekrönter arabischer Dokumentarfilme und Autorin zahlreicher Artikel zum Themengebiet Kino und arabische Welt, in denen sie sich schwerpunktmäßig mit Fragen der Kooperation und Koproduktion zwischen Europa und dem Nahen Osten auseinandersetzt. Von 2014 bis 2016 war sie mit einem Forschungsprojekt zur filmischen Zusammenarbeit zwischen der PLO und beiden deutschen Staaten Honorary Fellow am European Center for Palestine Studies an der University of Exeter in England. Sie ist Lehrbeauftragte an der Filmuniversität Konrad Wolf in Babelsberg.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Do.
    05
    März
    2020

    Textwerkstatt - Ori im Exil

    20:00Eintritt frei

    Workshop für junge Autor*innen

    Die bekannte Textwerkstatt aus dem "Ori" findet wieder in der Lettrétage statt. Neu entstehende Arbeiten junger Autor*innen werden diskutiert. Neue Teilnehmer*innen sind herzlich willkommen. Bitte Fotokopien der Texte mitbringen!

    Info zu Workshops in der Lettrétage:

    Sämtliche Inhalte der Workshops werden von den Workshop-Leiter*innen verantwortet. Die Teilnahmebeiträge gehen nicht an die Lettrétage, sondern sind direkt an den Veranstalter des Workshops zu zahlen.