Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Mi.
    08
    Okt.
    2025

    EUROPA IN SEPIA von Dubravka Ugrešić

    19:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei

    Buchvorstellung mit der Übersetzerin Marie Alpermann und der Slawistin Prof. Dr. Angela Richter​ - Moderation: Dr. Henrike Schmidt

    (c) eta Verlag

    Scharf und witzig nimmt Dubravka Ugrešić in ihren Essays mal Erinnerungskultur, mal Migrationspolitik auseinander, zerlegt Nationalismus und rechte Strömungen, Frauenhass oder den Sexismus in der Literaturbranche. Mit feinem Gespür erkundet sie die Frage: Was ist eigentlich „europäisch“ an diesem Europa? Sie schreibt über unsere ungewisse Zukunft und die Angst, die aus dem Fehlen von Utopien entsteht – von Utopien, die die Welt strukturell verändern könnten. Im Original erstmals 2013 erschienen, treffen ihre brillanten, unterhaltsamen Analysen gegenwärtiger Probleme auch heute noch den Nerv der Zeit.

    (c) Zeljko Koprolcec

    Dubravka Ugrešić wurde 1949 in Jugoslawien (Kutina) geboren. Bevor sie Kroatien 1993 aus politischen Gründen verlassen musste, arbeitete sie am Institut für Literaturwissenschaft der Universität Zagreb. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, wie den Jean-Améry-Preis für europäische Essayistik, den Neustadt International Prize und den Heinrich-Mann-Preis. Ihre Bücher wurden in 30 Sprachen übersetzt. Auf Deutsch erschienen sind unter anderem die Romane "Das Ministerium der Schmerzen" und "Baba Jaga legt ein Ei" und die Essaybände "Lesen verboten" und "Karaokekultur". Bis zu ihrem Tod 2023 lebte sie in Amsterdam.

    „Dubravka Ugrešić ist eine Autorin, die man einfach verehren muss.“ – Susan Sontag​

    (c) privat

    Marie Alpermann hat Slawistik in Halle (Saale) studiert und übersetzt seit 2019 freiberuflich vor allem Prosa und Lyrik zeitgenössischer Autor*innen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawien, wie etwa Lejla Kalamujić, Biljana Jovanović, Antonela Marušić oder zuletzt Tanja Stupar Trifunović. Für die Übersetzung des Romans "Der Sommer, als ich fliegen lernte" von Jasminka Petrović war sie 2024für den "Sonderpreis Neue Talente“ des Deutschen Jugendliteraturpreises nominiert. Während der Arbeit an der Übersetzung von "Europa in Sepia" nahm sie an der Berliner Übersetzerwerkstatt 2024 im Literarischen Colloquium Berlin teil.​

    (c) privat

    Angela Richter ist Professorin für Südslavistik i.R. Ihre Forschungen sind konzentriert auf die südslavischen Literaturen und Kulturen des 20. und 21. Jahrhunderts. Neben Arbeiten zu Erinnerungskulturen, zu Gewalt und Trauma, zur Interkulturalität, gilt ihre Aufmerksamkeit Relektüren etablierter Diskurse aus der Perspektive des 21. Jh., Rezeptionsprozessen südslavischer Literaturen im deutschsprachigen Raum und der Geschichte des Übersetzens in der DDR. Sie übersetzt Fachtexte und Belletristik. Zuletzt erschien im Verlag Akademska knjiga Novi Sad ihr Buch "Texte und Kontexte. Betrachtungen (nicht nur) zur serbischen Literatur und Kultur", (Dez. 2024 in serbischer Sprache).​

    (c) Heike Guenther

    Henrike Schmidt ist Literatur- und Kulturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus dem Bulgarischen und Russischen, mit einem Schwerpunkt im Bereich Lyrik (u.a. Sergej Birjukov, Georgi Gospodinov, Nadya Radulova). Sie ist an akademischen Einrichtungen (Freie Universität Berlin) sowie selbstständig tätig. Ihr besonderes Interesse liegt im Bereich der literarischen Intermedialität (das Zusammenspiel von Bild und Klang, Rezitation und Performance). Literatur- und kulturpolitisch forscht Henrike Schmidt u.a. zur Bedeutung der digitalen Kommunikation in den Gesellschaften des östlichen Europa, aber auch zu Körperbildern und Räumen von Krankheit und Gesundheit in der Literatur (zuletzt erschienen in englischer Sprache The Health Resort in ModernEuropean Literature, 2025).

    Henrike Schmidt lebt in Hamburg, wo sie im (p)ostkartell-Verein für angewandtekulturforschung e.v. aktiv ist und sich praktisch-künstlerisch mit den Auswirkungen der Migrationsbewegungen infolge des russischen Kriegs gegen die Ukraine befasst.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • So.
    18
    Feb.
    2018

    Selbstfürsorgliches Schreiben

    11:00 - 18:0060,-/ erm. 50,-

    Workshop mit Rainer Stolz

    Dieser Tagesworkshop dient dem Kennenlernen verschiedener Wege und Methoden schreibender Selbstzuwendung, Selbstklärung und Selbstbegleitung – um sich sowohl im Alltag als auch in besonderen Situationen schreibend zu unterstützen und die Freundschaft mit sich selbst zu pflegen.

    In Übungen und Schreibprozessen werden z. B. folgende Themengebiete erkundet:
    · Schreiben als sinnlich-leibliche Tätigkeit
    · schreibende Wertschätzung unserer Lebendigkeit
    · „Wortschatzbildung“ (Wie spreche ich mit mir selbst? Wie kleide ich mich und mein Leben in Sprache? Welche Worte und Wendungen ziehe ich mir an? In welchen Bildern und Metaphern bewege ich mich?)
    · Möglichkeiten des konstruktiven, integrativen Selbstgesprächs
    · Selbstfürsorgliches Notieren und Journalführen
    Dieser Workshop möchte dazu anregen, Schreiben als Lebenselixier zu erfahren, sich ebenso mit der Feinheit wie mit der Kraft der Sprache zu verbinden, zu erforschen, wie Worte und Sprachbilder sowohl erden als auch beflügeln können – und dabei Neugier, Experimentierfreude und Humor walten zu lassen. Anmeldung bis 09. Februar 2018 an hallo@rainerstolz.de und nähere Informationen unter www.rainerstolz.de.