Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Fr.
    04
    Apr.
    2025

    Woman. Eine Zukunft?

    20:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt 5€

    Lesung mit Julia Kulewatz

    (c) kul-ja!

    "Ich bin der Code. Du bist der Code. Wir sind der Code."

    "Die erste Sonne stand bereits tief, die zweite hatte sich hinter Wolkennebeln verborgen. Die Frau näherte sich mit großen, eiligen Schritten erneut dem Waldrand. Dieses Mal in die entgegengesetzte Richtung, aus der sie gekommen war. Sie wollte den Wald, der ihr keinen Schutz geboten hatte, endgültig verlassen."

    Das Gebet der 12 Stränge ist als Programmierung allgegenwärtig. Nach der Großen Läuterung und dem Fall des Dunklen Matriarchats leben die nach der Katastrophe verbliebenen Humanoiden in einer einzigen Mega-City, dem Cen, wo sie von den drei Unsterblichen, den kürzesten Codes, regiert werden. Das menschliche Potenzial wird in Qualities und Quantities unterteilt, an ihnen generiert sich der Code, der ihr ganzes Leben und Ausgeschaltetwerden vorherbestimmt. Persönliche Namen gibt es nicht mehr. Suizid ist unmöglich geworden. Gendefekte haben überhandgenommen. Fruchtbare Frauen sind selten. Einige Wenige hangeln sich an Relikten, zumeist unverstandenen und schwarz gehandelten Objekten, entlang, um ein culturelles Gedächtnis zu rekonstruieren. Das Weltbild ist von den Dysfunctional Women geprägt, serienweise von AnaXXon hergestellte Gynoide, die nicht gebären können und nach Lust, Laune und Status ihrer männlichen Besitzer modifiziert werden. Dem gegenübergestellt ist die Tempelanlage der letzten fruchtbaren Frauen dieser Erde. Die Aspirantin Q flieht hochschwanger aus dem Tempel der Schöpfung, um einen selbstbestimmten Tod zu finden. Diesen sieht sie als die einzige Möglichkeit ihrer Befreiung aus einem System, in dem sie nicht leben kann, an. Im Schutzwald begegnet sie dem Wesen A, das mit Tieren spricht und erfährt, dass sie Teil einer Prophezeiung ist.

    So beginnt Julia Kulewatz’ erste Science-Fiction-Trilogie mit "Dysfunctional Woman" (kul-ja! publishing 2023), setzt sich fort mit "Dysfunctional" (kul-ja! publishing 2024) und wird finalisiert mit "Woman" (kul-ja! publishing 2025), dem letzten Teil der Reihe.

    (c) kul-ja!

    "Eine Dystopie vom Individuum, vom Zwang, von der Liebe, vom Träumen und vom Erinnern. Hoffnung? Wer weiß. Die ist flüchtig wie ein weißes Kaninchen." (Tommi Brem, Philip-K. -Dick-Experte)

    (c) Julia Kulewatz

    Julia Kulewatz wurde bei Berlin geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Philosophie, Modezeichnen, Choreografie in Erfurt und Seoul. Sie ist Dozentin für Kreatives Schreiben an verschiedenen Universitäten und Volkshochschulen sowie Gründerin und Verlagsleitung von kul-ja! publishing. Sie veröffentlichte Kurzgeschichten, Lyrik, wissenschaftliche und literarische Essays und Romane. 2022 wurde sie mit dem Stadtschreiberstipendium von Neu-Ulm ausgezeichnet, 2023 mit dem KUNO-Essay-Preis.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Di.
    26
    Feb.
    2019

    Berliner Lektorat: Arbeit an eigenen Texten

    19:00Beitrag 40€

    Workshop mit Susanne Zeyse

     

    Alle, die schreiben, kennen das: nach der Erstfassung möchte man am liebsten, dass der Text fertig ist und dass ein begeisterter Verleger aus dem Nichts erscheint und unser Werk drucken möchte. Aber das passiert eigentlich nie. Tatsächlich muss eine Erstfassung immer überarbeitet werden – aber wie mache ich das? In unserem Workshop wollen wir mit dem Blick des Lektorats an eigenen Texten arbeiten und Feedback geben.

    Anmeldungen bitte direkt an Susanne Zeyse.

    © Yasmin Beyaz / Murexphoto

    Susanne Zeyse hat Germanistik, Anglistik und VWL in Tübingen, Oklahoma und Oregon studiert, arbeitete für den Reader’s Digest in der Redaktion “Auswahlbücher” und ist seit 1995 als freie Lektorin tätig.

     

     

     

     

    Die Lettrétage stellt ihre Räume zur Verfügung und ist nicht Veranstalter dieses Workshops. Eintritt bzw. Workshopgebühren bitte direkt beim Veranstalter entrichten.