Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe “CON_TEXT” oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Fr
    19
    Jan
    2018

    Moshabak-Nächte

    19:00Eintritt frei

    Konzert mit Mevan Younes, Hogir Göregen und Anastasia Suvorov sowie der Kurzfilm "Wada" von Khaled Jamal Mzher mit anschließender Diskussion

    Nawras, 2016 in Berlin als gemeinnützige Organisation gegründet mit dem Ziel, die Kontinuität der syrischen Kunst und Kultur zu fördern, lädt ein zum zweiten Abend der Moshabak Nächte! Diese sind eine Serie kultureller Veranstaltungen, die einmal im Monat syrische, deutsche, arabische und internationale Künstler zusammenbringt und präsentiert, die mit neuen Kunst- und Kulturformen die Gesellschaft bereichern. So soll ein Treffpunkt für regelmäßige Begegnungen zwischen syrischen und internationalen Künstlern, Produzenten und Aktivisten geschaffen werden.

    © Salman Abdo

    Der in der multikulturellen Stadt Al Hassaka im Norden Syriens geborene Musiker Mevan Younes hat sich mit der Buzuq auf ein traditionelles orientalisches Instrument spezialisiert. Bereits im Alter von sieben Jahren begann der musikalische Unterricht bei seinem Vater, der ihm anfangs hauptsächlich die kurdische Musik nahebrachte. Später setzte Younes seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Damaskus (Damascus Higher Institute of Music) fort und beendete sein Studium unter der Betreuung von Professor Askar Ali Akbar im Jahr 2011. In dieser Zeit nahm er auch die Arbeit als Buzuq-Lehrer auf. Younes ist Mitglied des syrischen arabischen Nationalorchesters und gastierte bisher bei zahlreichen Events wie zum Beispiel dem Morgenland-Festival in Osnabrück oder dem Roskilde-Festival in Dänemark. Engagements bei internationalen Events führten Younes in diverse Länder wie die Türkei, Tunesien, Ghana, Kurdistan, Dänemark, Frankreich und Deutschland. Seit 2015 lebt Mevan Younes im Großraum Berlin, wo er seine musikalische Ausbildung weiterbetreibt und in verschiedenen Bands und Ensembles aktiv ist. Unter anderem ist er Teil des Ugarit-Trios und des Berlin Orient Ensembles. Außerdem verfolgt er zusammen mit der Pianistin Anastasia Suvorov ein neues klassisches Musikprojekt, bei dem große Meister der Klassik neu interpretiert werden.

    http://www.mevanyounes.com/

    © Abd al Rahman Musa

    Die Pianistin und Komponistin Anastasia Suvorov ist in Nowosibirsk (Russland) aufgewachsen, wo sie auch Klavier studiert hat. Mit 19 Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Heute lebt sie in Eberswalde, wo sie als Lehrerin, Chorleiterin und Bandmitglied stets auch an Bühnenprogrammen feilt. Mit Mevan Younes bildet sie ein Duo.

    Hogir Göregen wurde im Jahr 1986 in Bitlis/Tatvan in der Türkei geboren. 1990 siedelte die Familie nach Istanbul um. Er begann, eigenständig das Spielen traditioneller Instrumente, wie den anatolischen Trommeln Davul, Darbuka und der Erbane (Daf), zu erlernen. Istanbul als Schmelztiegel verschiedener Kulturen weckte zunehmend sein Interesse an anderen musikalischen Strömungen, weshalb er 2006 erstmals Indien besuchte, wo er von Pandit Charanjit Chatur Lal Im Tabla unterrichtet wurde. Es folgten zwei weitere Indienaufenthalte in den Jahren 2011 und 2013. Sowohl in, als auch außerhalb der Türkei hat er an zahlreichen Festivals teilgenommen und bei Studioaufnahmen für verschiedene Alben mitgewirkt. Er ist Teil vieler traditioneller und auch experimenteller Musikprojekte und erarbeitet neben diesen momentan auch ein Soloprojekt. Der Künstler lebt seit 2013 in Berlin.

    Khaled Jamal Mzher wurde im Mai 1984 in Damaskus geboren, wo er 2007 das Institut für Schauspielkunst absolvierte. Danach zog er nach Polen, wo er von 2009 bis 2011 Filmregie an der Nationalen Polnischen Film-, Fernseh- und Theaterschule in Lodz (PWSFTViT) studierte. Im Jahr 2012 setzte er Khaled Jamal Mzher sein Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin (dffb) fort, wo er noch heute Regie studiert.

    Mit dieser Veranstaltungsreihe möchte Nawras Türen für syrische Künstler in Deutschland öffnen und ein anregendes Umfeld schaffen, um die aktive Teilnahme zu ermöglichen und Kollaborationen zu fördern, damit Künstler unabhängig und interaktiv zusammenarbeiten können. Nawras sieht sich als unabhängige kulturelle Stiftung gefordert, den Veränderungen und Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen, indem sie Kunst und Kultur als grundlegendes Menschenrecht und als ein mächtiges Mittel für den Dialog aufrechterhält. Von diesem Gedanken ausgehend arbeitet Nawras in einer deutschen Umgebung auf verschiedene Art und Weise mit dem Glauben an Gerechtigkeit, Würde und Frieden.

     


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Mo
    07
    Okt
    2019

    Kunst- und Kulturorte zugänglich machen

    10:00:00-17:00:00Eintritt frei

    Ein Zweiteiliger Workshop zur Barrierefreiheit mit Schwerpunkt Literatur


    Alle reden über Barrierefreiheit, sehen große Anforderungen auf sich zukommen und dann scheitert es an scheinbar guten Argumenten, z.B. am Geld… Kommt Ihnen das bekannt vor? In diesem zweiteiligen Workshop des Förderverbands e. V. wird der Entmutigung entgegengewirkt und das Thema pragmatisch angegangen. Was müssen und was können auch kleinere Kultureinrichtungen tun an und was kann man von den Menschen erfahren, die es wirklich betrifft?  Unter der Moderation von Imke Baumann richtet sich das Format vor allem an Leiter*Innen, Programgestalter*Innen, Mitarbeiter*Innen aus kleineren und mittelgroßen Kultureinrichtungen mit dem Schwerpunkt Literatur.

    Das Programm des Workshops ist in zwei Themenschwerpunkte aufgeteilt.

    Modul I (07.10.2019 - 10.00 – 14.00)

    Barrieren erkennen, Zugänge schaffen, andere Perspektiven erfahren“

    In einem ersten Modul erforschen die Teilnehmenden aktiv und in Zusammenarbeit mit zwei unterschiedlichen Expert*Innen mit Behinderung die Gegebenheiten vor Ort. Geleitet durch die Erfahrungen der Betroffenen wird sich den Fragen gestellt: Was sind Barrieren, welche Barrieren existieren und für wen? Wie können Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen als Gäste willkommen geheißen werden? Was kann sofort verändert werden, was braucht spezielle Expertise oder Förderung? Es soll ein Portrait der Kulturinstitution vor Ort entstehen, welches die bereits vorhandenen Stärken ausweist, sinnvolle, dabei aber nicht unbedingt teure Veränderungsmöglichkeiten aufzeigt und die Innen- wie die Außenwirkung in den Blick nimmt.

    Modul II (07.10.2019 - 15.00 – 17.00)

    Andere „Sprach-Bilder“

    Das zweite Modul ermöglicht eine Begegnung mit einer Künstlerin und Kunstform, die bislang nicht als selbstverständlicher Teil des Mainstream wahrgenommen werden. Barrieren und fehlende Zugänge sind nicht nur äußerlicher, sondern vielfach auch inhaltlicher Art. Die Gebärdensprachpoetin und Schauspielerin Julia Kulda Hroch zeigt ausgewählte Gedichte und führt am praktischen Beispiel in Elemente und Besonderheiten der visuellen Sprachkunst ein. Im Gespräch zwischen ihr und den Teilnehmenden wird es dabei unter anderem um Arbeitsbedingungen tauber Künstler*innen, ihre spezielle Reibung mit der „hörenden“ Welt, ihre Vorstellungen und Wünsche gehen.

    Teilnehmende sind herzlich eingeladen, Beispiele des Ge- und Misslingens oder „Problemstellen“ (per Fotomaterial) beizusteuern. Zusätzlich wird nach der Anmeldung ein Formular mit Fragen zu den Persönlichen Interessen übermittelt. Daten werden vertraulich behandelt und dienen nur der Vorbereitung.

    Anmeldungen sind einzeln oder für beide Module per Mail unter: anmeldung-barrierefrei@gmx.de  möglich. Anmeldeschluss ist der: 02.10.2019.

    Der Workshop ist kostenlos.

    Moderation:

    Imke Baumann MA in Germanistik/Theaterwissenschaften war langjährig als Regisseurin und Dramaturgin an deutschsprachigen Bühnen tätig. Seit 2005 ist sie bei Förderband e.V. Projektmanagerin, Coach und initiiert und begleitet Projektentwicklungen zum Thema Menschen mit Behinderung in Kunst und Kultur. Imke Baumann ist außerdem Autorin für Audiodeskription und berät zu Barrierefreiheit und Förderungen in der Kultur. (www.berlinfuerblinde.de, www.neue-perspektiven-gewinnen.de, www.theaterhoeren-berlin.de)

    Expert*innen Modul I

    Uwe Nicksch ist Masterstudent für Urban Design in Berlin und ist seit 2017 Mitarbeiter bei "Sozialhelden e.V.". Diese Gruppe von engagierten Menschen entwickelt seit 2004 gemeinsam kreative Projekte, um auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall zu beseitigen. Sie initiierten u.a. die Projekte „Leidmedien“ und „Wheelmap.org – Die Onlinekarte für rollstuhlgerechte Orte“.

    Stefanie Wiens ist Leiterin von <Platz da!> Barrierefreie Kulturvermittlung und Prozessbegleitung für Inklusion. Gemeinsam mit Expert*innen mit verschiedenen "Behinderungen" berät sie deutschlandweit Kultureinrichtungen. In Seminaren, Barrierefreiheits-Checks und Workshops geht es bis zu einem Jahr um die Begleitung des Öffnungsprozesses für mehr Inklusion vor und hinter den Kulissen der Einrichtung: www.platzda.berlin.

    Christine Pargmann ist Expertin für Leichte Sprache. Das heißt, dass sie sagen kann, wann Texte zu schwer sind und wie sie angepasst werden müssen, damit mehr Menschen sie verstehen. Sie hat bereits viele Kultureinrichtungen zum Thema beraten und hat auch den Blick dafür, was andere Besucher*innen mit Behinderung brauchen, um teilhaben zu können.

    Modul II

    Julia Kulda Hroch ist als Schauspielerin und Gebärdensprachperformerin tätig. Sie war Preisträgerin des Gebärdenpoesiefestivals Goldene Hand 2006 und beste Schauspielerin 2006 in Berlin. Sie gehört zum Ensemble des Deutschen Gehörlosentheaters und führt auch Regie. Julia Kulda Hroch lebt in Kremsier, Tschechien, und wirkt bei künstlerischen Produktionen in tschechischer und deutscher Gebärdensprache mit.

    Im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Abteilung Kultur, Berlin.