Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.
Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.
Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.
Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.
Veranstaltungen
Termin Informationen:
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Mi.19Nov.202519:00Lettrétage e.V. in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei
Sudan zwischen Demokratie und Militärherrschaft
Ibn Rushd Lecture mit Shadia Abdelmoneim und Ibrahim Khattab

(c) Ibn Rushd Angesichts der tiefgreifenden politischen Umbrüche im Sudan und der damit verbundenen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Herausforderungen lädt Sie die Ibn Rushd Fund zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Diese widmet sich den Wurzeln der aktuellen sudanesischen Krise, beleuchtet die Perspektiven eines demokratischen Wandels und die Möglichkeiten des Aufbaus eines nachhaltigen zivilen Staates.
Die Ökonomin und Feministin Shadia Abdelmoneim sowie der Arzt und politische Aktivist Dr. Ibrahim Khattab bieten eine analytische Lesung des historischen und gesellschaftlichen Kontextes der Entstehung der sudanesischen Militärinstitution. Sie untersuchen die Produktionsverhältnisse und Klassenallianzen, die zu ihrer Machtstellung beigetragen haben – ein Versuch, die Dynamiken und strukturellen Herausforderungen des modernen sudanesischen Staates zu verstehen. Darüber hinaus wird Shadia Abdelmoneim auf die humanitären Dimensionen der aktuellen Krise und ihre katastrophalen Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung – insbesondere auf Frauen und verletzliche Gruppen – eingehen, vor dem Hintergrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts und der sich verschärfenden Lebensbedingungen.

(c) privat Shadia Abdelmoneim ist politische Aktivistin und Feministin. Sie studierte Philosophie an der Karls-Universität in Prag sowie Informations- und Kommunikationswissenschaften.
Sie arbeitete an der Universität Khartum, bevor sie aufgrund des sogenannten „Gesetzes des öffentlichen Wohls“entlassen wurde. Danach war sie in mehreren internationalen Organisationen tätig, unter anderem bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).
Sie gründete die Initiative "Practical Answers to Poverty" als neuen Ansatz für nachhaltige Entwicklung und ist Mitbegründerin mehrerer Vereine und Aktivist*innengruppen, darunter die bekannte Initiative „Nein zur Unterdrückung der Frauen“. Seit den 1980er-Jahren ist sie Mitglied der Sudanesischen Frauenunion und hat zahlreiche feministische und intellektuelle Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, darunter die Herausgabe der ersten beiden Ausgaben der Zeitschrift *Die Frau im Islam* sowie Beiträge in Sammelbänden zu Themen wie Frauenfragen, Gewalt und der sudanesischen Diaspora.
(c) privat Dr. Ibrahim Khattab ist Arzt und zivilgesellschaftlicher Aktivist mit Wohnsitz in Berlin. Er studierte an den Universitäten Khartum und Freie Universität Berlin. Derzeit ist er Vorstandsvorsitzender des Sudanesisch- Deutschen Kulturvereins (Sudanclub e.V. Mitbegründer und Koordinator der Kampagne "„Salam Sudan “" zur Beendigung des Krieges sowie Mitglied des "Sudan-Roundtables" des UNESCO-Generalkommissars in Deutschland.

(privat) Dr. Amany Alsiefy wird die Diskussion moderieren. Die Veranstaltungssprache ist Arabisch, es wird eine Simultanübersetzung ins Deutsche geben.
Workshops & Infoabende
Termin Informationen:
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Di.19Sep.202319:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei
AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur
Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

(c) Kollektive Intelligenz Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.
Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.
Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.
Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.
