Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.
Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.
Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.
Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.
Veranstaltungen
Termin Informationen:
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Mo.16Juni202519:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt 10€/3€
„Klinsmann. Ein Briefroman“
Lesung & Gespräch

Klinsi war meine erste Liebe, 1987 auf dem Dorf. Rick Astley und Bono brauchten gar nicht erst auszupacken. An Klinsi mochte ich alles: den schüchternen Blick, die bäckerblonden Haare, das Golf-Cabriolet, in dem ich gern mitgenommen worden wäre, seine Bescheidenheit, die ich in seinem Lächeln vermutete und natürlich sein Stürmertum auf dem Platz. Dabei war ich Fan des FC Bayern und er Spieler beim VfB Stuttgart.
Als Mädchen Fußballfan zu sein, führte in die Vereinzelung. Es war der Sport der Jungs, andere Mädchen interessierten sich nicht dafür. Ich begann, Klinsi Briefe zu schreiben. Mir hörte ja sonst niemand zu. Mein Leben begann sich zu ordnen. Eine Liebeserklärung an das Außenseitertum und die Entdeckung, wie alte Lieben noch leuchten.
Michaela Maria Müller, Birgit Fuß und Christin Nichols werden sich bei der Premiere über Feminismus, Frau- und Fansein, Allein- und Anderssein unterhalten. Und über Fußball und Musik. Christin wird lesen. Ein famoses All-Female-Premieren-Panel!
»Klinsmann. Ein Briefroman« ist erschienen in der IKONEN-Reihe bei Voland & Quist.

©Uwe Hauth Michaela Maria Müller, in Dachau geboren, wuchs auf einem Bauernhof zwischen Rhabarberstengeln und Himbeerstauden auf. Nach ihrem Realschulabschluss, Ausbildung zur Verlagskauffrau, Buchhändlerin in New York, München und Berlin studierte sie Geschichte und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. In ihrem Podcast führt sie Gespräche mit anderen Autor:innen über Schreiben und Herkunft. Seit 2010 lädt sie auch als Salonière zum Sonntagssalon ein. Sie hat drei Romane veröffentlicht, zuletzt »Zonen der Zeit« (Quintus-Verlag, 2024). Sie schreibt außerdem Essays und Porträts für ZEIT Online, Merkur. Deutsche Zeitschrift für Europäisches Denken, taz.die tageszeitung. Ihr Fan-Status: o.V. (ohne Verein), Ex-FC Bayern (ach, ja) und Ex-Union Berlin (weil kartenlos).

© Friederike Göckeler Birgit Fuß, 1972 in Fürstenfeldbruck geboren, fing 1993 bei der »Hamburger Morgenpost« an zu schreiben, ist seit 25 Jahren Redakteurin bei der deutschen Ausgabe des »Rolling Stone« und hat Bruce Springsteen, Bono, Sting, Patti Smith und mehr als 400 andere interessante Menschen interviewt. Sie arbeitet auch als Sterbe- und Trauerbegleiterin. Im Mai 2021 erschien ihr Buch »100 Seiten: Jim Morrison«, im März 2022 »100 Seiten: Die Toten Hosen« im Reclam-Verlag, im April 2023 »R.E.M. – Life And How To Live it« beim Reiffer-Verlag. Im November 2022 hat sie ihr Memoir »Sterben darfst du aber nicht« bei mikrotext veröffentlicht. Nach London, Hamburg und München lebt sie momentan in Berlin. Mehr unter birgitfuss.de.

© Clemens Porikys Christin Nichols, geboren 1986 in Bünde/NRW, ist eine in Spanien aufgewachsene deutsch-britische Schauspielerin, Musikerin und Synchronsprecherin. Nach ihrem Abschluss an der HfS Ernst Busch spielte sie u.a. am Berliner Ensemble, der Schaubühne, an der Volksbühne Berlin, am Renaissance Theater Berlin und am Schauspiel Leipzig. Sie arbeitete u.a. mit René Pollesch, Jan Bosse und Claudia Bauer. Sie war in zahlreichen TV-Produktionen und Kinofilmen zu sehen, u.a. »Marie Brand«, »Kroymann«, »Friesland« und »Tatort«. In der ARD-Serie »All You Need« spielt sie die weibliche Hauptrolle. Als Musikerin ist mit ihrer ehemaligen Band »Prada Meinhoff« mit DAF, Mia, Peaches und anderen getourt. Als Solokünstlerin veröffentlichte Christin bereits diverse Singles, wurde von Westbam remixed, und vom »Musikexpress« unter die TOP 3-Songs des Jahres 2021 gewählt. Christin lebt mit ihren Schildkröten in Berlin.
Workshops & Infoabende
Termin Informationen:
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Di.19Sep.202319:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei
AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur
Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

(c) Kollektive Intelligenz Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.
Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.
Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.
Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.
