Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Mi.
    04
    Juni
    2025

    „Hier waren wir alle.“

    20:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt 8/6€

    Lesung aus dem unveröffentlichten Roman mit Ines Koenen

    © privat, Ines Koenen

    Vier Generationen treffen im Roman "Hier waren wir alle."  zusammen: Die Brüder Wilhelm und Bernard Koenen, der eine kommunistische Reichstagsabgeordneter, der andere Gewerkschafter und Genosse, Wilhelms Sohn Heinrich, Ingenieur und Flugzeugkonstrukteur und seine Frau Friedel, waren in den 20-er Jahren Tangokönige von Moskau.

    Sie gebar ihre Tochter Ingeborg 1942 mitten im frostigen Sibirien. Von Bernards Söhnen Alfred und Viktor, kehrte nach Kriegsende nur einer zurück nach Deutschland. Wilhelms Tochter Johanna war als Agentin des NKWD in den USA in eine unauflösbare Täter–Opfer–Dynamik verstrickt. Alle waren überzeugte Kommunisten und Sozialisten, die jahrelang weit verzweigt im sowjetischen und englischen Exil gelebt hatten.

    Überlebt hat diese Familie – ob mit klarem Parteiauftrag oder als Flüchtlinge - in Prag, London, Moskau, Tomsk, Eisleben, Halle, Dresden, Kiel, Berlin, New York. Es war ein unsicheres Leben geprägt von Flucht, Exil, Heimatverlust, Inhaftierungen, Illegalität. In Berlin und Moskau führten nach Kriegsende zwischen 1945 – 1947 alle losen Enden wieder zusammen.

    Aus der Perspektive der Enkelin, die in der sozialistischen DDR geboren wurde, ist Ines Koenen ein detailreiches Porträt verschiedener Menschen entstanden. Sie waren Kommunisten und ebenso Großväter und Großmütter, Mütter und Väter, Onkeln und Tanten und hinterließen ihre Spuren.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Di.
    19
    Sep.
    2023

    AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur

    19:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei

    Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

    (c) Kollektive Intelligenz

    Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.

    Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.

    Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.

    Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.