Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.
Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.
Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.
Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.
Veranstaltungen
Termin Informationen:
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Di.20Mai202520:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei
Zwischen Eismeer und Lysergsäureblues – Lettische Literatur erleben
Autorenlesung mit Dace Vīgante & Vilis Kasims

Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der lettischen Gegenwartsliteratur!
Die Autor*innen Dace Vīgante und Vilis Kasims entführen Sie mit ihren Werken „Eismeer“ und „Lysergsäureblues“ in bewegende Geschichten über Erinnerung, Identität und die Grenzen der Realität.
Freuen Sie sich auf eine mitreißende Lesung, spannende Einblicke in die lettische Literaturszene und ein Gespräch mit den beiden Autor*innen über ihre Werke, Inspirationen und Schreibprozesse. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, Bücher zu erwerben und signieren zu lassen.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.

In „Eismeer“ zeichnet Dace Vīgante ein einfühlsames Porträt mehrerer Frauen, deren Schicksale durch familiäre Verbindungen und die Umbrüche des 20. Jahrhunderts in Lettland miteinander verflochten sind. In poetischer Sprache erzählt sie von Entfremdung, verborgenem Schmerz und der leisen Hoffnung, die Kälte der Vergangenheit zu durchbrechen. Aus dem Lettischen von Bettina Bergmann.

In den 37 Texten des „Lysergsäureblues“ mit Kurzprosa, Ultrakurzgeschichten und Gedicht-prosa erzählt der Rigaer Autor Vilis Kasims aus einem merkwürdigen Alltag. Mal sitzt dem Erzähler ein Obdachloser auf der Schulter und macht ihm klar, dass alle Anstrengung eh nichts bringt, mal kommt per Satellitenfernseher echte Farbe ins Leben oder ein altes Radio dient als Verbindung in die Erinnerung. Wirklichkeit um die Jahrtausendwende im Norden Osteuropas. Aus dem Lettischen von Lil Reif.

(c) Sarmīte Vaļka Dace Vīgante (1970) ist Schriftstellerin, Redakteurin und Leiterin der Prosawerkstatt „Literarische Akademie“ des lettischen Schriftstellerverbandes. Sie schloss ihr Studium an der Juristischen Fakultät der Staatlichen Universität von Lettland ab. Seit 2016 hat sie drei Sammlungen von Kurzgeschichten und einen Roman veröffentlicht. Ihre Kurzgeschichten-sammlung „Eisorange“ (2016), darunter die Langgeschichte „Eismeer“, wurde für den lettischen Literaturpreis als herausragendes Debüt und den öffentlichen Medienpreis „Kilograms kultūras“ nominiert. Der Roman „Der Romantiker“ (2022) wurde für den lettischen Literaturpreis als bestes Prosawerk und den öffentlichen Medienpreis „Kilograms kultūras“ nominiert und ins Estnische übersetzt. Die Erzählungen wurden ins Litauische, Chinesische, Deutsche, Englische und Armenische übersetzt.

(c) Toms Harjo Vilis Kasims (1986) ist ein lettischer Autor, Übersetzer, Herausgeber und Literaturagent. Er hat zwei Romane, eine Sammlung von Kurzgeschichten und einen Roman in Essays veröffentlicht. Seine Werke sind ins Englische, Deutsche, Katalanische und Finnische übersetzt worden. Er übersetzt selbst aus dem Englischen, Russischen, Katalanischen und Spanischen und hat bisher rund 20 Übersetzungen veröffentlicht, darunter Frank Herberts „Dune“-Trilogie, Sergei Dovlatovs „The Zone“ und Bob Dylans „Chronicles. Volume One“. Ursprünglich stammt er aus einem kleinen Dorf in Nordlettland, hat in London und Barcelona gelebt und gearbeitet, sich aber jetzt in Riga niedergelassen.

(c) edition fotoTAPETA Andreas Rostek, geboren 1955, ist Journalist, Übersetzer und Verleger der edition.fotoTAPETA. Studium der Politikwissenschaft in Berlin und Bologna. Er war einer der Mitbegründer der Tageszeitung taz und arbeitete viele Jahre als Redakteur, Auslandskorrespondent, Redaktionsleiter und Fernsehredakteur. Er lebte mehrere Jahre in Rom und Lugano sowie in Berlin und Washington, ist verheiratet und lebt wieder in Berlin.

(c) Bernd Hartung André Störr, geboren 1975 in Merseburg, Jurastudium an der Universität Jena und Studium des Kulturmanagement an der Hochschule für Musik Weimar. Nach dem Studium als Rechtsanwalt tätig, ab 2010 als Jurist in verschiedenen Thüringer Ministerien. 2019 Gründung des Verlags Friedrich Mauke. Seit dem als Verleger vor allem in Mittel- und Osteuropa immer auf der Suche nachguter Literatur unterwegs.

(c) privat Aiga Šemeta, geboren 1983 in Cēsis, Lettland, übersetzt, dolmetscht, unterrichtet Lettisch und forscht zur lettischen Kultur- und Mediengeschichte. Sie hat Germanistik in Riga und Freiburg studiert und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Ihren beruflichen Alltag spannt sie an der Ostsee entlang – zwischen Riga, Greifswald und Berlin.
Workshops & Infoabende
Termin Informationen:
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Di.19Sep.202319:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei
AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur
Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

(c) Kollektive Intelligenz Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.
Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.
Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.
Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.
