Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.
Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.
Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.
Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.
Veranstaltungen
Termin Informationen:
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Di.15Apr.202520:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei
Wie überkommen wir unsere toxische Liebesbeziehung zum Auto?
Buchvorstellung & Diskussion

(c) Sabrina Rosina Das Auto ist das normalisierteste Fetischobjekt und das vielleicht größte ökologische Problem an dem fast jede*r teilhat zugleich. Wie könnte eine gerechte Mobilitätspolitik aussehen, die der Notwendigkeit eines radikalen Wandels gerecht wird und trotzdem die Begehren und Ängste der "normalen Leute" ernst nimmt und abholt? Mit dieser schwierigen Frage setzen sich Anna Baatz (vom Volksentscheid Berlin autofrei) und Kilian Jörg (Autor*in des Buchs "Das Auto und die ökologische Katastrophe") an diesem Abend auseinander.
Nach einer multimedialen Buchpräsentation von Kilian Jörg und einer Vorstellung des Volksentscheid Berlin autofrei und seiner rezenten Geschichte von Anna Baatz wird Martin Zähringer vom Climate Cultures Network Berlin zu einer Diskussion über das Strategien zum Überkommen unserer toxisch gewordenen Liebesbezeihung mit dem Auto anregen.
Zum Buch "Das Auto und die ökologische Katastrophe - Utopische Auswege aus der autodestruktiven Vernunft": Kaum etwas prägt die moderne Konsumgesellschaft so sehr wie das Automobil – Grund genug, unsere toxische Liebesbeziehung zu ihm zu analysieren und Auswege aus der planetaren Autodestruktion aufzuzeigen. Jenseits von Klimabilanzen und moralischen Vorwürfen unternimmt Kilian Jörg eine letzte Spritztour durch einbetonierte Vorstellungen von »Freiheit«, »Normalität«, »Vernunft« und »Natur«, die den Ökozid als alternativlos erscheinen lassen. Mithilfe von Beyoncé, Lynch und Le Guin begibt er sich auf eine Achterbahnfahrt durch Popkultur, faschistische Männlichkeit, Erdöl, Nationalparks, aktivistische Landbesetzungen und die Tugenden der Autofetischist*innen, um zu einer Utopie autofreier Welten aufzurufen.

(c) Berlin autofrei Der Volksentscheid Berlin autofrei zielt auf eine deutliche Autoreduktion ab - für eine gesundes, sicheres und klimaschonendes Berlin mit mehr Platz für alle! Innerhalb des S-Bahn-Rings sollen diejenigen mit dem Auto mobil sein, die darauf angewiesen sind, weil sie zum Beispiel etwas transportieren müssen oder in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Die Anderen fahren bequem mit den Öffentlichen, dem Rad oder laufen. Die Initiative um den Volksent-scheid hatte in einer ersten Unterschriftenphase bereits mehr als 50.000 Unterschriften für ihr Vorhaben gesammelt. Nun verhandelt im April das Landesverfassungsgericht über den vorgelegten Gesetzentwurf. Bei positivem Entscheid kann die Initiative etwa im Spätsommer in die zweite Unterschriftenphase starten.

(c) Sabrina Rosina Kilian Jörg arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema der ökologischen Katastrophe und wie deren transformative Kräfte am besten gedacht und eingesetzt werden können. Bisherige Veröffentlichungen handeln von Clubkultur, dem politischen Backlash aus ökologischer Perspektive, Abstandkultur im Zeitalter der Katastrophen und einer spekulativen Religion der Verschwendung. Kilians aktuelle Forschung setzt sich mit dem Auto als Metapher unserer toxischen Verwobenheit mit modernen Lebensweisen auseinander. Des Weiteren beschäftigt sich Kilian mit den sozio-psychologischen Effekten vom Leben im Ökozid sowie radikalen aktivistischen Strategien der Land-Besetzung wie der ZAD in Frankreich. Neben Büchern und anderen Publikationen macht Kilian Performances, Installationen, Filme und andere Multi-Mediakunstwerke zu diesen und anderen Themen. Außerdem arbeitet Kilian in diversen Kollektiven sowohl künsterlisch als auch aktivistisch, darunter dem Futurama°Lab, Stoffwechsel – Ökologien der Zusammenarbeit, philosophy unbound, der Post-Human Social Club, im_flieger und ist mit dem SFB Affective Societies der FU Berlin affiliert.
Anna Baatz ist Sprecherin der Initiative Volksentscheid Berlin autofrei. Sie findet es absurd, dass wir in zugeparkten Städten leben, Luft atmen die dreckiger ist als die WHO erlaubt, und Verkehrslärm hinnehmen. Sie findet: Das geht auch anders!
Workshops & Infoabende
Termin Informationen:
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Di.19Sep.202319:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei
AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur
Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

(c) Kollektive Intelligenz Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.
Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.
Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.
Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.
