Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 120 öffentliche Literaturveranstaltungen jährlich statt – Lesungen, Workshops, Diskussionsrunden, literarische Performances und Formate dazwischen. Bekannte und unbekannte Autor*innen und Künstler*innen verschiedener Sprachen und Nationalitäten sind hier schon aufgetreten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation und Live-Produktion: Dazu zählen u.a. die internationalen bzw. transnationalen Literaturfestivals „Soundout!“, „¿Comment!“, „Berlinisi“ und „Syn_Energy“, aber auch das viel beachtete Netzwerkprojekt „CROWD“ und multimediale Projekte wie die Reihe „CON_TEXT“ oder das „Poetry Audio Lab“. Eine vollständige Liste der Lettrétage-Projekte finden Sie hier.

Als Ankerinstitution für die freie Literaturszene Berlins stellt die Lettrétage außerdem ihre Räume für Literaturveranstaltungen aller Art zur Verfügung. Zahlreiche freie Veranstalter*innen nutzen unsere Infrastruktur regelmäßig – für Literatur-Workshops, Lesereihen in verschiedenen Sprachen und Buchpräsentationen. Mehr zu den Möglichkeiten der kostenlosen Raumnutzung erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite präsentieren wir einen nicht vollständigen Einblick in unser vergangenes Programm.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Do.
    06
    Feb.
    2025

    Die andere Seite der Nacht – Vom Überleben im Dritten Reich

    19:00Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt frei

    Lesung und Gespräch mit Ditha Brickwell

    (c) privat

    Der Roman Die andere Seite der Nacht von Ditha Brickwell handelt vom Schicksal der Familie Veit Simon, ihrer Freunde und protestantischen Helferinnen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Episoden erzählen von Verlust und der Tragik vollkommener Verfolgung, Unterdrückung, Entfremdung – aber auch von Mut und Überlebensglück…

    Der junge Wiener Leo – in West-Berlin gestrandet – erkundet die Geschichte zweier jüdischer Familien und ihrer Helfer*innen in der Zeit der Weltkriege.

    Etta überlebt, ihr Bruder Rolf – der viele Fluchtwege versucht hat – stirbt in Auschwitz und ihre Schwester Ruth in Theresienstadt. Ihre Mutter Irmgard, die christliche Ehefrau des Heinrich Veit Simon, verliert nach und nach ihren Hausstand, ihren Mann (von der Gestapo erschlagen) und ihre Kinder in die Emigration, in die Lager, in den Tod. Am Ende findet sie mit Kindern und Enkeln ein neues Leben in Übersee.

    Die Biographien sind Hohlspiegel ihrer Zeit: des Massenfurors und der Unwirtlichkeit des täglichen Lebens. Sie entfalten sich auf drei Erzählebenen mit den Perspektiven der Erlebniszeit und der in den siebziger Jahren recherchierenden und in der Jetztzeit reflektierenden Erzählfigur. Bestürzende Bezüge zu heute stellen sich her.

    Die Lesung wird moderiert von Barbara Stang.

     

    Ditha Brickwell (c) privat

    Ditha Brickwell ist 1941 in Wien geboren; studierte in Wien, Berlin und New York; wirkte für die ökonomische Entwicklung der Städte in Berlin, Brüssel und Paris; schreibt seit 1987 Romane, Essays und Erzählungen, lebt seit 2005 als freie Schriftstellerin, in Wien und Berlin. Bislang liegen vierzehn Bücher vor.

    Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Aufzug im Gebäude zur Zeit leider nicht funktioniert. Aus diesem Grund ist der Zugang derzeit eingeschränkt. Wir bitten dies zu entschuldigen.


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • Di.
    19
    Sep.
    2023

    AI Talks: Cybersetzen und Maschinenliteratur

    19:30Lettrétage in der Veteranenstraße 21, Eintritt: frei

    Gespräch mit Josefine Haubold, Andreas G. Förster, Heide Franck und Martina Wildner

    (c) Kollektive Intelligenz

    Bestseller-Analyse, automatisierte Logistik und maschinelles Übersetzen – in der Buchbranche soll es viele Optionen für KI geben. Mit dem KI-Hype des Jahres 2023 ist die Zeit endgültig reif für eine tiefgründige Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Maschinenübersetzung.

    Im Projekt Kollektive Intelligenz – Übersetzungsmaschinen und Literatur haben 14 professionelle Literaturübersetzer*innen getestet, wie sie mit DeepL arbeiten könnten und zu welchem Ergebnis sie das führt.

    Eins ist klar: Es geht nicht ohne "machine translation literacy", also Kompetenz im Umgang mit maschineller Übersetzung. Dazu gehören nicht nur das Wissen um die technische Funktionsweise von neuronalen Übersetzungsmaschinen und die typischen Herausforderungen des sogenannten Post-Editing-Prozesses, sondern auch ein Überblick über die rechtliche Situation, die sich aus der Verwendung von generativen Sprach-KI ergibt.

    Im Gespräch mit Josefine Haubold (Literaturübersetzerin) stellen Andreas G. Förster und Heide Franck (Leitungsteam »Kollektive Intelligenz«) die Projektergebnisse vor. Martina Wildner (Kinder- und Jugendbuchautorin sowie Vorstandsmitglied des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Berlin) gibt eine Einschätzung des aktuellen Buchmarkts in Hinblick auf generative KI aus Perspektive der Autor:innen.