Programmarchiv

Seit 2006 finden in der Lettrétage ca. 80 Veranstaltungen jährlich statt. Bekannte und unbekannte, junge und alte, deutschsprachige und nicht-deutschsprachige Autor*innen und Künstler*innen wie Jan Wagner, Nora Bossong, Thomas Melle, Cristian Forte, Erica Zingano, Giwi Margwelaschwili, Robert Stadlober, Jörg Albrecht, Volker Harry Altwasser, Konstantin Ames, Maria Cecilia Barbetta, Artur Becker, Katharina Bendixen, Emma Braslavsky, Zehra Cirak, Ann Cotten, Crauss, Washington Cucurto, Daniel Falb, Ursula Fricker, Claudia Gabler, Nora Gomringer, Georgi Gospodinow, Dilek Güngör, René Hamann, Abbas Khider, Noemi Kiss, Bert Papenfuß, Simone Kornappel, Tanja Langer, Rattawut Lapcharoensap, Georg Leß, Juliane Liebert, Leonhard Lorek, Kiran Nagarkar, Tilman Rammstedt, Monika Rinck, Daniela Seel, Gerhild Steinbuch, Ulf Stolterfoht, Matthew Sweeney u.v.a. haben seitdem Lesungen in der Lettrétage bestritten.

Seit 2013 liegt der Programmfokus u.a. auf neuen Wegen der literarischen Präsentation. 2014 fand unter dem Motto „New Ways of Presenting Literature“ bsp. das internationale Festival „Soundout!“ statt. In Formaten wie regelmäßigen Literaturlabors aber auch international viel beachteten Netzwerkprojekten wie CROWD liegt der inhaltliche Schwerpunkt auf der Idee der Literatur als Kommunikationsmittel sowie bestem Anlass zur Begegnung. Im Folgenden erhalten Sie einen nicht vollständigen Einblick ins vergangene Programm. Informationen zu vergangenen Projekten erhalten Sie hier.


Veranstaltungen

Termin Informationen:

  • Mi
    10
    Apr
    2019

    Christa Wolf: Medea.Stimmen

    20:00Eintritt frei

    Szenische Lesung mit Stephanie Manz, Karola Elßner und Bettina Schinko

    © Shutterstock

    Medea – Kindsmörderin und rachsüchtige Furie? Oder eine Heilerin, die das blutige Geheimnis einer Stadt entdeckt? In ihrem 1996 erschienenen Roman "Medea. Stimmen" deutet Christa Wolf den Medea-Mythos, wie er uns vor allem durch die Bearbeitung des Euripides bekannt ist, um. Sie greift dafür auf frühere Quellen des Stoffes zurück, in denen weder das Motiv des Bruder- noch des doppelten Kindsmordes vorkommen, und hinterfragt die Bildung des Mythos Medea. Sie legt nahe, dass hier ein matriarchalischer Mythos, patriarchalisch umgedeutet wurde. Themen des Buchs sind die Situation von Flüchtlingen, die Manipulation der öffentlichen Meinung und die Funktion eines Sündenbocks, durch dessen Vertreibung sich eine Gesellschaft „reinigt“.

    Aktuell können wir in Deutschland verfolgen, wie einzelne politische Kräfte versuchen, die neue Situation, die durch den Zuzug einer großen Zahl geflüchteter Menschen entsteht, populistisch für die eigenen Interessen auszunutzen. Dabei werden zur Steuerung der öffentlichen Meinung hochemotionalen Themen eingesetzt und es wird versucht, Existenz- und Verlustängste auf den Sündenbock „Flüchtlinge“ zu kanalisieren. Christa Wolfs Roman zeigt, wie Prozesse der Meinungsmanipulation geplant und implementiert werden und welche Eigendynamik sich daraus entwickeln kann. Die Figur des Königsflüsterers und politischen Strippenziehers Akamas führt uns die (Propaganda)Lüge als politisches Handwerkszeug und das Spiel auf der Gefühlsklaviatur der Bevölkerung exemplarisch vor.

    Anlässlich des 90. Geburtstags von Christa Wolf werden Auszüge aus vier Stimmen des Romans gelesen. Die Texte werden musikalisch begleitet von Saxophon und Duduk, einem historischen Doppelrohr-Instrument aus der Kaukasusregion.

    Sprecherin: Stephanie Manz
    Musik: Karola Elßner
    Regie: Bettina Schinko

     

    © Bernd Brundert

    Bettina Schinko ist Schauspielerin und Sprecherin. Sie spielte u.a. am Landestheater Tübingen, der Theaterrei Herrlingen, der katakombe in Frankfurt und der insel in Karlsruhe. Als Sprecherin arbeitet sie für den BR, Synchron, und sie ist Einsprecherin bei der Berlinale (Kinderfilmfest). Seit 1998 unterrichtet sie Sprechen und Präsentieren; 2011 gründete sie ihr eigenes Institut, die sprechbar in berlin.

     

    © Gela Megrelidze

    Karola Elßner studierte an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“ Saxophon und Flöte. Sie hat Engagements in der Staatskapelle Berlin, dem Rundfunksinfonieorchester Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin und spielt in der Bigband der Deutschen Oper Berlin. Mit der LauttenCompagney Berlin erhielt sie 2010 einen Echo Klassik Preis und 2012 den Rheingau Musik Preis für die CD Timeless (Sony).

     

    © Andreas Tauber

    Stephanie Manz ist Sprecherin, Texterin und Lektorin. Sie absolvierte eine Sprecherausbildung in der sprechbar in berlin und eine Drehbuchausbildung an der Drehbuchschule Wolfgang Pfeiffer in Berlin. Zwischen 1999 – 2006 arbeitete sie als freie Regieassistentin am Staatstheater Stuttgart und als Schauspielerin am Studio Theater Stuttgart, dem Kruschteltunnel Stuttgart und in einigen freien Ensembles.

     

     

     


Workshops & Infoabende

Termin Informationen:

  • So
    19
    Mai
    2019

    Pinsel-Kunst

    16:00Beitrag: 10€

    Tuschemalerei-Workshop in englischer und deutscher Sprache

    Im alten Japan fungierten als wesentliche Schreibutensilien Tusche und Pinsel. Nicht nur Haiku, sondern auch Illustrationen des 17. und 18. Jahrhundert wurden damit kreiert. Dafür brauchte es nicht nur eine besondere Einsicht in die Ästhetik der Monochromie, sondern auch spezielle Fertigkeiten in der Pinseltechnik.

    Die Künstlerin Haruka Sasaki entwickelte ihren eigenen Stil in der sogenannten Sumi-e – der Tuschemalerei. In ihren Zeichnungen haben Meditation und Spiritualität, basierend auf  buddhistischer sowie auf shintoistischer Praxis in Japan, eine starke Bedeutung. Essenziell wird hier auch eine ruhige Atemführung benötigt, auf die präzise Bewegungen des Pinsels folgen. In ihrem Malworkshop für Kinder und Erwachsene gibt sie Anleitungen zu Methoden und Techniken, mit denen sich innere Inspirationen auf dem Papier in Farben und Formen als Haiku darstellen lassen.

    Bitte beachten Sie, dass es nur eine beschränkte Teilnehmerzahl gibt. Vergessen Sie also nicht sich anzumelden.

    Diese Veranstaltung findet im Rahmen vom Festival „Shapes of Haiku“ für Literatur, Kunst und Musik im Bergmannkiez statt, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die JaDe-Stiftung: www.shapesofhaiku.triorin.com

     

    Künstlerin:

    Haruka Sasaki ist in Nagano geboren und aufgewachsen. Seit 2011 lebt sie in Berlin. In ihrer Kindheit lernte sie den schintoistischen Miko-Tanz (ehem. Tanz von Schamaninnen, die Götter-Prophezeiungen aussprachen) und die zen-buddhistische Tradition kennen. Diese Erfahrungen beeinflussten ihr Leben und prägte ihren künstlerischen Werdegang. In ihrer Arbeit setzt sie stark  auf die Empfindung für Farben und Gleichgewicht und gleichzeitig auf eine sensible Pinselführung. Die lebendigen Linien in ihren Bildern zeugen von purer Lebensenergie und vermitteln jedem etwas Ursprüngliches.