Giovanni Nadiani „aNmarcurd – Ich erinnere mich nicht“

Posthum erschien im Drey-Verlag ein zweisprachiger Gedichtband des italienienischen Schriftstellers Giovanni Nadiani. Am 22. Februar um 20 Uhr lesen in der Lettrétage aus der deutschen Übersetzung und diskutieren Tom Bresemann, Linde Nadiani und die Übersetzerin Elsbeth Gut Bozzetti.

Wir haben der Übersetzerin Elsbeth Gut Bozzetti vorab ein paar Fragen gestellt

L.: In ihrem Vorwort von Giovanni Nadianis Gedichtband „aNmarcurd“ sprechen sie davon, dass Übersetzen mit Intimität und Vertrauen zu tun hat. Vor welchen Herausforderungen standen Sie während der Übersetzung? „Giovanni Nadiani „aNmarcurd – Ich erinnere mich nicht““ weiterlesen

Im Gespräch: Sharmilla Beezmohun von Speaking Volumes (London)

Übersetzt aus dem Englischen von Katrin Behringer.

Das KuratorInnen-Team von Speaking Volumes organisiert literarische Veranstaltungen, in denen vor allem internationale nicht-weiße AutorInnen zu Wort kommen. Eine weitere Besonderheit: Die Werke werden nicht vorgelesen, sondern in unterschiedlicher Weise auf der Bühne performt. Für den am 16. November im Literaturhaus Lettrétage stattfindenden Abend haben Sharmilla Beezmohun und ihre MitstreiterInnen ein außergewöhnliches Programm zusammengestellt, um dem Berliner Publikum vier SchriftstellerInnen aus aller Welt zu präsentieren. „Im Gespräch: Sharmilla Beezmohun von Speaking Volumes (London)“ weiterlesen

Nune Arazyan: Das Tor der Verwandlung

Beitrag und Interview von Thomas Maier

Der Juli in der Lettrétage ist etwas anders. Nach “Disappearances. Appearances. Publishing.” und “Modificating Singularity” gastiert vom 21. bis 25.07. mit Nune Arazyans “Das Tor der Verwandlung” bereits die dritte Ausstellung binnen eines Monats bei uns. Die Petersburger Künstlerin, ausgebildet in der renommierten Eremitage, setzt sich darin unter anderem mittels einer Installation aus rotierenden, immer neue Verbindungen eingehenden Trommeln mit der monumentalen Thematik der russischen Revolution auseinander. „Nune Arazyan: Das Tor der Verwandlung“ weiterlesen

Marie-Thérèse Schreiber: Modificating Singularity

Sollte man einen hauptsächlichen Kulturfaktor in der jüngeren osteuropäischen Kunstgeschichte ausmachen wollen, so käme man aller Wahrscheinlichkeit nach nicht darum herum, das Thema Migration anzuschneiden.

Das ganze zwanzigste Jahrhundert hindurch war es das (oft unfreiwillige) Auswandern und seine Folgen, das Leben und Arbeit einer kaum überschaubaren Menge an KünstlerInnen geprägt haben. Die Sowjetunion verbannte Joseph Brodsky, der dann in New York seine mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten Essays und Gedichte schrieb; „Marie-Thérèse Schreiber: Modificating Singularity“ weiterlesen

9. Internationaler Literaturpreis für Fiston Mwanza Mujila

Wir sind zwar mit der Meldung einen Tag im Verzug, aber unsere Freude ist ungetrübt: Der 9. Internationale Literaturpreis vom Haus der Kulturen der Welt geht in diesem Jahr an den kongolesisch-Grazer Autoren und Freund der Lettrétage Fiston Mwanza Mujila und seinen Debütroman “Tram 83”! Unsere Glückwünsche gelten Fiston, sowie den Übersetzerinnen Katharina Meyer und Lena Müller, die für ihre hervorragende Arbeit ebenfalls reichlich entlohnt werden. Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „9. Internationaler Literaturpreis für Fiston Mwanza Mujila“ weiterlesen

Fabian Herrmann hat erste Fragmente aus “Curiepolis” veröffentlicht

Seit 2012 feilt Fabian Herrmann an seinem Roman Curiepolis. Nun nähert sich der erste Band dem Abschluss und der digitale Kosmos ermöglicht es uns, erste Einblicke in sein Werk zu erhalten. Die Erzählung beginnt auf der Erde – doch ist es unsere Erde oder eine andere? – und verästelt sich zu einem fraktalen Gebilde von Wirklichkeiten, Vollzugsebenen und Realitäten. Auf dem Planeten Tlön finden die Handlungsfäden zusammen – um sich später wieder zu trennen. „Fabian Herrmann hat erste Fragmente aus “Curiepolis” veröffentlicht“ weiterlesen

David Keplinger: Another City

Interview und Beitrag von Thomas Maier

David Keplinger schreibt Gedichte. Und zwar gute. In den Texten des 1968 in Philadelphia, Pennsylvania, geborenen Poeten wechseln sich Episoden aus dem Leben scheinbarer Durchschnittsmenschen ab mit (gar nicht so unähnlichen) Eindrücken solcher Individuen, die nicht nur in der Geschichte wohnen, sondern sie durch ihre schiere Größe teils gar transzendieren – und das auf eine Art, dass dem geneigten Kritiker auch ein Satz wie “When I arrived at the last poem in the book, I turned back to the beginning, because it is an impossible conversation to end” (American Literary Review) komplett ohne Heuchelei von den Lippen kommen kann. Keplinger tut das, was er tut nun schon seit einiger Zeit. „David Keplinger: Another City“ weiterlesen

Im Gespräch mit Fiston Mwanza Mujila, Autor von “Tram 83”

Morgen ist es nun endlich so weit: die Jazzlesung zu Fiston Mwanza Mujilas Debütroman “Tram 83” steht bevor. Bereits vor wenigen Tagen erschien an höchstselbiger Stelle ja bereits ein Interview mit Saxophonist Ben Kraef, der gemeinsam mit Fyodor Stepanov, Marco Mingarelli und Denis Abrahams am 03. Mai auf Mujila und dessen Text treffen wird. Wir wollen also gar nicht noch einmal allzu viele Worte über die Charakteristik dieses außergewöhnlichen Werkes verlieren. Besser wäre es, man ließe einfach den Autor selbst sprechen. „Im Gespräch mit Fiston Mwanza Mujila, Autor von “Tram 83”“ weiterlesen

Ben Kraef zur Veranstaltung Tram 83 am 03.05.

Im Büro herrscht schon den ganzen April hindurch eine Heiden(vor)freude. Am Abend des dritten Mai gastiert bei uns der in Graz lebende kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila, der seinen erst im letzten Jahr in deutscher Übersetzung erschienenen Debütroman Tram 83 präsentieren wird. Das Werk stand unter anderem auf der Longlist des renommierten Man Booker Prize. Das wirklich bemerkenswerte an dieser Veranstaltung ist aber die Inszenierung des Textes, in ihrer Form so nur einmalig in der Lettrétage zu erleben: In Kooperation mit den Musikern Fyodor Stepanov (Bass), Marco Mingarelli (Schlagzeug) und Ben Kraef (Saxophon), sowie dem Sprecher Denis Abrahams wird eine Symbiose von Jazz und Literatur entstehen, die für alle Beteiligten ein Novum darstellt. Um uns über unsere Erwartungen an diese literarische Jazz-Performance klar zu werden, haben wir vorab mit Ben Kraef gesprochen.

Lettrétage: Ich beginne mit etwas Grundlegendem. Welche Aspekte des Projekts sind für Sie besonders interessant und haben Sie möglicherweise zur Zusage bewegt?

Kraef: Ich bin bei dem Projekt dabei, weil ich mich einerseits sehr für Literatur interessiere und gerne neue Autoren kennenlerne. Andererseits interessiere ich mich natürlich auch für Literatur, die sich in der einen oder anderen Form mit Musik und speziell Jazz befasst. Ein anderer Grund sind natürlich die anderen Musiker und dass ich bei einem Projekt in dieser Form auch noch nicht mitgemacht habe. „Ben Kraef zur Veranstaltung Tram 83 am 03.05.“ weiterlesen