Die Lettrétage im September


Es geht wieder los! Die Sommerpause ist vorbei und die Lettrétage in gewohnter Manier mit einem abwechslungsreichen literarischen Monatsprogramm zurück. In den nächsten Wochen feiern wir mehrere Jubiläen, begrüßen beliebte wiederkehrende Veranstaltungsreihen erneut bei uns und freuen uns auch auf ein paar ganz neue Gesichter. Ob szenische Lesung, audio-visuelle Performance, klassische Buchvorstellung oder synästhetische Live-Improvisation – der September wird interdisziplinär, interaktiv, international und dabei natürlich vor allem interessant!

Am Dienstag, dem 02. September um 20 Uhr, eröffnet die Lettrétage mit der beliebten Lesereihe „textOUR“ den Literaturherbst. Bei der Veranstaltung „Gespinste, Gespinste!“ treffen zwei Vertreterinnen des ad hoc Kollektivs auf die Autor*innen Ursula Seeger und Johann Reißer, die gemeinsam das Buch “geHÄUSe – Zwölf Schleifen zwischen Zellen und Clouds“ veröffentlicht haben. Thematisch wird es um das kollaborative Schreiben mit menschlichen und nichtmenschlichen Akteur*innen, „Ökopoetik“ und multimediale Formate gehen.

Die Szenische Lesung zum 75. Jubiläum des Buches „Klaus Mann zum Gedächtnis“ am Donnerstag, dem 04. September um 19:30 Uhr, steht ganz im Zeichen des deutschen Exilliteraten und seiner Zeitgenossen. Anhand von Tagebucheinträgen, Briefen und weiteren Texten wird das Verhältnis Klaus Manns zu Weggefährten wie Gottfried Benn oder auch seinem Vater Thomas lebendig erfahrbar gemacht. Die aufschlussreichen Zeitdokumente weisen auf konfliktreiche Beziehungen und Diskussionen hin und sind auch heute noch aktuell.

Zurück in die Römerzeit geht es am Dienstag, dem 09. September um 19 Uhr. Die Varusgeschichte hat im deutschsprachigen Raum eine umfangreiche Rezeption erfahren und wurde zu einem der Gründungsmythen der deutschen Nation umgedeutet. Christoph Kugelmeier, Patrick Trautmann und Arkadi Junold ordnen die historischen Hintergründe der Schlacht am Teutoburger Wald ein und untersuchen Bearbeitungen des Stoffes in Literatur und Kunst.

Auf eine Buchpremiere freuen wir uns am Mittwoch, dem 10. September um 19 Uhr. Der Berliner Autor Martin Lechner stellt sein neues Werk „Die Verwilderung“vor. Es handelt von einem Mädchen, das feststellen muss, dass ihr eine Klaue aus dem Finger wächst. Der Roman erzählt die verzweifelte Suche nach einer Heilung und verhandelt Themen wie Scham und Selbstermächtigung.

Die nächste Lesung folgt direkt am Donnerstag, dem 11. September um 20 Uhr. Patrick Holzapfel erzählt in „Hermelin auf Bänken“ von einem Protagonisten, der einem in Hermelin gekleideten Obdachlosen zu einer Parkbank folgt und dort einen neuen Blick auf seine Stadt und das Leben gewinnt. Clemens Böckmanns „How I missed the war“ versucht sich mit Hilfe von 60 Postkarten der Bedeutung des Kriegs für scheinbar Unbeteiligte anzunähern. Beide Bücher sind bei Rohstoff erschienen, dem auf experimentelle Texte junger deutschsprachiger Autor*innen spezialisierten Verlagsprojekt von Matthes & Seitz.

Am Freitag, dem 12. September um 20 Uhr, präsentiert das Kross Collective die inzwischen bereits 9. Ausgabe von CONVERGENCE. Die immersive Performance lässt Klang, Text und Bilder ineinanderfließen und schafft somit eine vielschichtige Erfahrung. Dieses Mal sind die Künstler*innen Keiji Matsuoka, Makoto Sakamoto. Drusnoise und Erbse zu Gast. Zudem sorgen das Kollektiv akademische Noise, hoch qualifiziertes Poetry und der Kross Collective Mitbegründer MIRE für einen abwechslungsreichen Abend.

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr ist die DEAD LADIES SHOW am Sonntag, dem 14. September, in der Lettrétage zu Gast. In der 40. Folge des Kultformats werden in zwei englischen und einem deutschen Vortrag Frauen vorgestellt, die sich Reptilien, Diskriminierung und Drachen entgegengestellt haben und für eine bessere Welt eingestanden sind: Betty Mae Tiger Jumper, Jennell Jaquays und Una Marson. Präsentiert werden die wahren Geschichten diesmal von Susan Stone, Katy Derbyshire und Jan Kabasci, unterstützt von Ko-Moderator Florian Duijsens.

Am Donnerstag, dem 18 September um 19:30 Uhr, kann bei der Veranstaltung „How to Make a Song“ hinter die Kulissen des Songschreibens geblickt werden. Die Musikschaffenden Sylvester (Ornamental Hermits), Andreas Albrecht und der Ukulelenprediger aus Berlin lassen an der Entstehung ihrer Lieder teilhaben und offenbaren Inspirationen und Hemmnisse ihrer Kunst. Die Moderation übernimmt Tom Bresemann von der Lettrétage.

Am Freitag, dem 19. September um 20:00 Uhr, findet die dritte diesjährige Ausgabe von „Girl, Show me that body (of work)“ statt. Seit 2024 gibt die von Ioana Cristina Casapu gegründete Lesereihe etablierten Autorinnen* und bisher unentdeckten literarischen Talenten mit Migrationserfahrung aus Berlin eine öffentliche Bühne. Diese Ausgabe befasst sich mit den Herausforderungen und Freiheiten des Lebens im Exil von Frauen, die manchmal (alleinerziehende) Mütter sind.

Am Mittwoch, dem 24. September um 19:30 Uhr, stellt Gerd Sulzenbacher sein neues Buch „Abriss. Prosa“ vor. Verhandelt werden darin Fragen und Möglichkeiten des passiven Widerstands in spätkapitalistischen Zeiten. Der Protagonist des Werks sucht in Wien eigenwillige Wege, seine Umwelt zu vermessen und sich einer im Verfall befindenden Realität zu stellen.

Am Donnerstag, dem 25. September um 20 Uhr, werden bei Feeling Burroughs N°3 – „The Place of Dead Roads“ alle Sinne angeregt. Bei der synästhetischen Live-Improvisation zu William Burroughs’ radikalem Werk werden Besucher*innen auch olfaktorische und musikalische Eindrücke geboten, die sich zu einer nachdrücklichen Gesamtperformance vermischen. Diese Ausgabe der Veranstaltungsreihe widmet sich Burroughs’ „The Place of Dead Roads“, der Geschichte eines schwulen Revolverhelden.