5 Fragen an Martin Jankowski

In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

Gab es für dich ein Erlebnis, nach dem du beschlossen hast, dich literarisch zu engagieren – wann und wie ist der Funke übergesprungen?

Ich lebte Mitte der 80er Jahre in Leipzig und durfte wie viele andere nicht veröffentlichen. Aus der Notsituation sind „Wohnzimmerlesungen“ entstanden. Die ersten Literatursalons, die ich in meiner Einzimmerwohnung veranstaltete, ergaben sich aus der politischen Notsituation von DDR-Untergrundautoren. “5 Fragen an Martin Jankowski” weiterlesen

5 Fragen an Odile Kennel

In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

Odile Kennel lebt, schreibt und bloggt in Berlin Mitte. Ihr erster Roman „Was Ida sagt“ ist 2011 erschienen, ihr Gedichtbanddebüt „oder wie heißt diese interplanetare Luft“ 2013. Außerdem übersetzt sie Literatur aus dem Spanischen, Französischen und Portugiesischen.

Gab es für dich ein Erlebnis, nach dem du beschlossen hast, dich literarisch zu engagieren – wann und wie ist der Funke übergesprungen?

Ich habe lange selbst für die Literaturwerkstatt Veranstaltungen organisiert. Irgendwann war klar, ich muss „die Seite wechseln“, ich bekomme Veranstaltungsorganisation und Schreiben auf Dauer nicht unter einen Hut. Das war der Beginn meiner Übersetzerinnentätigkeit, weil das für mich gewissermaßen eine Erweiterung des Schreibens ist und sich sehr gut vereinbaren lässt. “5 Fragen an Odile Kennel” weiterlesen

5 Fragen an Saskia Trebing von 54stories

In der Reihe „5 Fragen an…“ stellen wir Berliner LiteraturaktivistInnen vor. Ob AutorInnen, VerlegerInnen, VeranstalterInnen – mit uns sprechen sie darüber, was sie antreibt, was sie umtreibt und was sie überhaupt dazu bringt, sich literarisch zu engagieren.

Die Online-Plattform 54stories betreibt Saskia Trebing gemeinsam mit Tilman Winterling. Was als Adventskalender mit 24 Kurzgeschichten begann, hat sich zu einem Fundus an 54 Texten unterschiedlicher Autoren entwickelt. Nun wagt sich das Team von 54stories auf die Lesebühnen und präsentiert die Texte einem Live-Publikum.

Gab es für dich ein Erlebnis, nach dem du beschlossen hast, dich literarisch zu engagieren – wann und wie ist der Funke übergesprungen?

S.T.:
Das war eigentlich weniger ein Erlebnis als vielmehr ein längerer Prozess. Ich habe Schreiben zunächst als rein professionelles Werkzeug kennengelernt und benutzt. Literatur gab es für mich eigentlich außerhalb von Büchern nicht. “5 Fragen an Saskia Trebing von 54stories” weiterlesen

An diesem Buch könnte ich endlos weiterschreiben

Am 23. April liest der mosambikanischer Schriftsteller Mia Couto aus seinem Roman Imani zusammen mit dem deutschen Schauspieler Denis Abrahams, es moderiert Michael Kegler. “Der großen Kolonialerzählung setzt Couto sehr viele kleine Geschichten entgegen, die er auf seinen Reisen durchs Land gesammelt hat. Erinnerungen, Legenden und Fabeln legen sich farbenprächtig ineinander. Imanis Bericht nimmt in der einfühlsamen Übersetzung von Karin von Schweder-Schreiner schon im ersten Absatz gefangen.” (Ulrike Baureithel, Der Tagesspiegel, Berlin) Mehr zu der Veranstaltung findet Ihr hier. Luís Ricardo Duarte vom Jornal de Letras hat den Autor getroffen und zu seinem Roman befragt.

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Die manuskripte waren und sind geprägt von der Freundschaft zwischen Schreibenden

Am 5. April 2018  präsentiert Andreas Unterweger, der neue Mitherausgeber der Grazer Literaturzeitschrift manuskripte, Lyrik, Prosa und dramatische Texte von Berliner manuskripte-AutorInnen. Wir haben ihm vorab einige Fragen zu seiner Arbeit und dem bevorstehenden Abend in der Lettrétage gestellt.

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Der vergessene Freund (II)

wasser mit helsinki im hintergrund

Helsinki

Nuoren Voiman Liitto, eine über 90 Jahre alte und staatlich geförderte Institution, die eine traditionsreiche Zeitschrift für junge Literatur herausgibt, junge Autoren unterstützt und Veranstaltungen ausrichtet, ist wahrscheinlich DER Ansprechpartner für junge Literatur in Finnland. Blödsinn: Natürlich gibt es jede Menge Ansprechpartner, und man sollte den Blick nie auf eine Deutungsperspektive verengen. Jedenfalls schafft es NVL, eine Scharnierfunktion zwischen offiziellem Literaturbetrieb und junger Szene zu erfüllen. Altbacken ist allenfalls das Logo, das der ersten Ausgabe der Zeitschrift Jugend entnommen sein könnte. Ansonsten ist es ja auch mal ganz schön zu hören, dass eine Institution der dezidiert jungen und experimentellen Literatur mit fünf festen Stellen ausgestattet ist. “Der vergessene Freund (II)” weiterlesen

Die Geister, die wir riefen…

Sieglinde Geisel über CON_TEXT V. Time to deliver: X³ mit Daniel Malpica und Tomomi Adachi.

Wie kann ein Text dreidimensional werden? Indem man seine Buchstaben in Gegenstände verwandelt. Der 3-D-Drucker macht’s möglich: Er ist die heimliche Hauptfigur dieses Abends. Mit seinem Artefakt, dem Buchstaben X, ist er der Solist, nachdem er die ganze Zeit sozusagen im Hintergrund emsig gewerkelt hat, denn die Performance ist so getimt, dass sie zugleich mit dem Druckvorgang endet: Eine kleine Lampe strahlt den 3-D-Drucker nach vollbrachter Aufgabe wie ein Spotlight an.

Die Idee der Veranstaltungsreihe CON_TEXT besteht darin, Sprache in andere Dimensionen zu übertragen, Texte in anderen Kontexten zu zeigen. Dem aus Mexiko stammenden, in Finnland lebenden Dichter Daniel Malpica und dem japanischen Klangpoeten und Komponisten Tomomi Adachi ist es an dem Abend gelungen, dieses Feld auf unerwartete Weise zu erweitern. Selten erlebt man eine Performance, in der Dinge geschehen, die man noch nie gehört oder gesehen hat – samt der Irritation, die das Neue begleitet. Denn für das Neue gibt es, naturgemäß, noch kein Modell und damit auch keine Maßstäbe, an denen man es messen kann. Man bleibt zurückgeworfen auf das eigene Erleben, ein verunsichernder Zustand – und eine Befreiung.
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