Soundpoetry, ein Vorgeschmack

© Valérie Sonnier

Am Samstag steht unsere letzte Abendveranstaltung für das Jahr 2019 an.
Violaine Lochu und Tomomi Adachi kommen zusammen für “Genesis of a Language” – eine soundpoetische Performance mit Stimmexploration, Gestik, und der Erschaffung einer Metasprache. Die beiden werden gemeinsam Texte, fremde sowie vertraute stimmliche Klänge, verschiedene Medien und Körpersprache zum Einsatz bringen. Und beide kommen mit ihrer eigenen Performance-stilistik. Hier haben wir ein paar Videos, die euch vorab schon in die Klangwelten der beiden Künstler*innen eintauchen lassen.

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Zitat der Woche

Umso mehr sie die Augen verschließt, hört sie die Tastatur, als besäße jedes Zeichen einen anderen Ton, die Tastatur wird plötzlich zu einem Klavier. Es vermischen sich Eindrücke, leise hört sie ein medizinisches Gerät aus dem Nebenraum, es vermengen sich mit geschlossenen Augen die Eindrücke, ein Lied, nein es ist kein Lied, es ist eine Kulisse, sie steht inmitten einer Kulisse, alles sind Kulissen, sie möchte ihre Augen nicht öffnen.

aus Serpent, Nr. 6, Mai 2019

Neue Beratungstermine bei Schreiben & leben

Die kostenfreien Beratungstage unseres Projekts Schreiben & leben gehen weiter! Im Dezember und Januar gibt es wieder drei neue Termine. Weitere Beratungstage sind in Planung. Freiberuflichen Autor*innen, Übersetzer*innen, Lektor*innen, freien Literaturveranstalter*innen u.a. bietet das Projekt die Möglichkeit, Einzelberatungen (ca 45 Min) zu verschiedenen Themenbereichen und mit erfahrenen und erfolgreichen Freiberufler*innen der Literaturszene in Anspruch zu nehmen.

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Zitat der Woche

die Zusammenkunft zweier Blicke
im Chor der Augenfarben
aneinander vorbeigehen
das Stehenbleiben und die Demenz
Eklipse und Eklat, Ellipse und Elan
einer längst-unlängst versunkenen Berührung
die Sehnsucht nach im Erscheinen Entschwundenem
nach Gaben von Nichts einer glücklichen Fügung
Klänge der Kehle einer Du-Amphore

“Blicktransit” von Alexandru Bulucz
aus: Lichtungen, 142/XXXVI. Jg./ 2015

Zitat der Woche

Der Meeresspiegel bewegte sich auf die Gärten zu. Langsam leckte er über das Gras und verschlang den Löwenzahn, als würde er von einem unsichtbaren Mond oder Himmelsmagneten angezogen. Es ist bekannt, dass nur die Tamarisken Salzwasser vertragen; Tomate, Artischocke und Kartoffel verwandelten sich in Meerespflanzen, einige Früchte konnten die Frauen aber retten und sie — wer weiß schon, zu wessen Erstaunen — sogar noch in den Küchen zur Schau stellen, ungewöhnliche Formen, mit Salzkristallen verkrustet.

Auszug aus “Teufelssprache” von Veronika Simoniti.
aus dem Slowenischen von Tamara Kerschbaumer, Literae Slovenicae 2017

Mati Shemoelof im Gespräch

Foto: Kfir Harby

Der jüdisch-arabische Autor Mati Shemoelof ist über die Jahre zu einem regelmäßigen Gast in der Lettrétage geworden: ob solo oder mit der Veranstaltungsreihe “Poetic Hafla”, die er mitbegründet hat und die im Januar wieder bei uns gastiert. Deshalb freuen wir uns, dass er nächste Woche am 26. November seinen neuen Gedichtband bei uns vorstellen wird. Im Vorfeld hat ihn Dillwyn Thier zu einem längeren Gespräch getroffen: über die Hintergründe und Besonderheiten seines neuen Buchs und über Schreiben und leben in Berlin.

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Zitat der Woche

was haben wir denn zu feiern.
dass die presse. vogel. frei. dass wir einen maulkorb damit niemand verletzt. dass wir wieder hinter den herd gesetzt. dass die chefposten parteiintern besetzt. dass die meute hetzt. dass wir bewusst in angst versetzt. dass wir ersetzt. zuletzt. und vor allem. dass niemand dem was entgegensetztentsetzt. — echt. jetzt?

wir sollen uns erinnern. sagen sie uns. aber woran bitte schön. wie bitte schön. das hat ja was mit innen zu tun. mit innendrinnen. aber wenn es leer ist in uns bitte schön. was sollen wir dann tun. bitte schön.
also.

wenn.

wer.

was.

macht.

machen wir eh mit. gleichschritt. galopp. — marschieren mit. im gleichschritt.

macht.

wer.

was.

dagegen.

Auszug aus “#bomben:stimmung” von Renate Aichinger.
Aus: Lichtungen, #160 (2019)

Der Pudel braucht Unterstützung!

© Aline Reinsbach

Die Lesereihe Konzept*Feuerpudel – regelmäßiger Gast in der Lettrétage – braucht Unterstützung! Weil es für das Projekt schwierig ist, gefördert zu werden, hat das Team hinter dem Event nun eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext ins Leben gerufen. Das Ziel: “Ein Jahr (fast) sorgenfreier Feuerpudel: Honorare für Orga, Moderation, Illustrator*innen, Startgeld für Autor*innen, Geld für Wundertüten, Preise, Werbung, etc.”

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Zitat der Woche

Aber nur, weil das aufrichtig knapp bemessene Dankeschön sich dem aufrichtig knapp bemessenen Trinkgeld vergütet. Das hat die Konsequenz zur Folge, dass das Gespräch sich deshalb eben großzügig wegbewegt. Daher kann sich das zuckende Augenlid auch nicht auflockern. Denn die Musik taktet die Spiegelungen in der Auslagenscheibe. Die Stimmung wird dadurch dennoch im Barrückenspiegel verzerrt. Trotzdem schwimmt der Tresen weiterhin im Tratschen. Zwei Bierflaschen teilen daher einen intimen Moment. Weshalb die Serviette rasch verknüllt wird. Obwohl doch die Zahnlücke so zart dem Witz entgegenblitzt. Die Nase rümpft sich deshalb wegen dem vernommenen Gerücht. Wodurch die Aussage das andre Gemüt umwirft. Doch nur, weil das Bier sich grob verspätet. Wodurch eine politische Meinung unvorsichtig hervorkullert.

Auszug aus “Weil ja das Prinzip BAR EXCELLENCE sich in und alles zu verwickeln scheint” von Maximilian Scheffold.

Aus: Perspektive Heft 98 + 99 (2019)