Zitat der Woche

Nacht und Jahr

Das war also das Jahr der Vernunft
man schnitt sich die Haare und blieb
vorwiegend zu Hause man ging früh
zu Bett und dachte nur Teilzeit an die
Geliebte der Müll wurde fast zärtlich
getrennt Buntglas ins Bunte sagt einem
der Anstand der Himmel schien nachts
vergleichsweise näher auf der Veranda
zwei Schluck Bier und eine Eispackung
aufs Herz war das höchste der Gefühle

Mario Hladicz, in: Lichtungen, Zeitschrift für Literatur, Kunst und Zeitkritik, 163/2020

Digitale Events beim Lesefestival “Sag, Auguste!”

Noch bis zum 3. Dezember richtet die Lettrétage das Lesefestival “Sag, Auguste!” rund um den Auguste-Viktoria-Kiez in Berlin-Reinickendorf aus. Dabei gilt natürlich auch für “Sag, Auguste”: keine Präsenzveranstaltungen. Unser Team hat sich deshalb einige digitale Formate einfallen lassen, die noch bis zum 03. Dezember nicht nur das “klassische” Lesungsformat per Stream erlebbar machen, sondern gezielt die Möglichkeiten alternativer literarischer Veranstaltungsformate erkunden. Neben poetischen “Kiezwalks” (hier finden Sie ein Video dazu mit Caca Savic) und interessanten Workshops bietet “Sag, Auguste” auch digitale Lesungen und Literaturevents, die versuchen, die Grenzen der Online-Literaturvermittlung zu verschieben und dabei auf Interaktion, Multilingualität und Mischformen der Präsentation setzen. 

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Maria A. Ioannou – Minimarket

In den nächsten Wochen wollen wir euch hier ein paar Videos aus der Online-Plattform MIXTAPE vorstellen. Dieses vom “SARDAM interdisciplinary literature festival” und der Kulturabteilung der “Cyprus High Commission in the UK” gegründete Projekt will zypriotischen und internationalen Autoren eine Bühne bieten, die sich mit aktuellen Performance-Trends wie Slam Poetry, Sound Poetry, Visual Poetry, Literatur in Verbindung mit Sounds/ Musik uvm. auseinandersetzen. Neben Lesungen und Performances bietet MIXTAPE auch eine Plattform für Diskussionen und Workshops rund um kreatives Schreiben.

Der Text der ersten Performance, die wir euch hier vorstellen wollen, stammt von Maria A. Ioannou. Die Künstlerin – einigen vielleicht schon aus unserer “con_text” Lesereihe bekannt – ist gleichzeitig auch Kuratorin der Online -Plattform. Ioannous Text spiegelt die Gedanken einer 50-jährigen Frau wieder, die in einem Kiosk arbeitet und ist damit gleichzeitig Teil einer Serie von Monologen, die sich mit der Rolle der Frau in der zypriotischen Gesellschaft befasst. Der Text interagiert dabei mit elektronischen Sounds und Kontrabass-Elementen. Das Video der Performance könnt ihr euch hier anschauen.

Ein literarischer Spaziergang durch den Kiez mit Caca Savic

Am 22.11. war die Lyrikerin Caca Savic im Auguste-Viktoria-Kiez zu einem literarischen Spaziergang unterwegs. Dieser “Kiezwalk” durch Reinickendorf, der im Rahmen unseres Lesefestivals Sag, Auguste – Lesen und Lesen lassen im Kiez stattfand, wurde coronafreundlich auf Video festgehalten und kann bei Youtube immer wieder digital mitgelaufen und nachgehört werden.

Zur Autorin: Caca Savics Lyrikbank “Teilchenland” erschien 2020 im Verlagshaus Berlin. Außerdem veröffentlicht sie in Zeitschriften, Anthologien und Blogs und ist Mitglied in den Schreibkollektiven Literatur für das was passiert, Zürich/Berlin und writing with care / writing with rage, Berlin.

Das Quartiersmanagement-Projekt „Lesefestival“ wird aus Mitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert und vom Träger Lettrétage durchgeführt.

Zitat der Woche

Berlin im Herbst

Berlin im Herbst, Du rote Königin
Orange, im Schnee der Blätter
abgedeckt alle Freuden des Sommers
Eine kühle Brise kahler Bäume,
deren Wurzeln jüdisch sind.

Im Bauch der Erde
ist ein stilles Gedicht geschrieben.

Mati Shemoelof: Bleiben oder widerstehen (AphorismA-Verlag, 2020)

“Other Ways of Literature Communication” – Online-Konferenz für Literatur-Aktivist*innen

Wegen steigender Infektionszahlen mussten wir unsere Veranstaltungen am Mehringdamm im November absagen. Das heißt aber nicht, dass bei uns gerade nichts stattfindet. Für einige Formate werden wir in den digitalen Raum ausweichen. Und dazu zählt ein Event, das uns besonders am Herzen liegt. Nächstes Wochenende wollen wir vom 13. bis 15. November Literatur-Aktivist*innen aus ganz Europa zusammenbringen, um über neue Wege der Literaturvermittlung zu diskutieren.

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Veranstaltungen im November sind abgesagt

Liebe Besucher*innen und Nutzer*innen der Lettrétage!

Es ist leider wieder soweit: Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, gibt es neue Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung, die auch unseren Betrieb betreffen. Wir müssen daher unsere für den November geplanten Veranstaltungen in der Lettrétage wieder absagen. Über digitale Ausweichformate werden wir Sie informieren, sobald Näheres dazu feststeht. Die Beratungen des Projekts schreiben & leben werden digital bzw. telefonisch fortgeführt.

Wir bedauern sehr, dass wir Sie in den kommenden Wochen nicht in unseren Räumen am Mehringdamm begrüßen dürfen, aber unser aller Gesundheit geht natürlich vor. Wir hoffen, dass Sie Verständnis dafür haben und wir uns alle bald bei Lesungen und Workshops in der Lettrétage wiedersehen.

Bis dahin gilt: Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch die kommenden Wochen! Wenn wir unser Programm wieder fortsetzen, werden wir Sie selbstverständlich darüber informieren.

Zitat der Woche

„Noch einmal drückte ich ab, noch einmal, hielt den Finger noch immer auf das Display gepresst, als die beiden schon längst auseinandergegangen waren. Ich wusste, das war etwas Großes. Dann ließ ich das Mobiltelefon sinken, ließ meinen Kopf in den Nacken fallen, hörte die Trommeln nicht mehr und die Rufe, die Megafone und die Trillerpfeifen.“

Daniel Zipfel: “Die Wahrheit der Anderen” (Kremayr&Scheriau, 2020)