Wir trauern um Denis Abrahams

Foto: Privat

In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser langjähriger Freund und Mitbegründer der Lettrétage Denis Abrahams im Januar 2020 verstorben ist. Denis hat in unzähligen Lesungen auf unnachahmliche Art Texte zum Leuchten gebracht und sie mit seiner Stimme zum Leben erweckt. Wir sind dankbar, ihn in den vergangenen 14 Jahren als vertrauten Freund, engagierten Mitstreiter und außergewöhnlichen Künstler erlebt haben zu dürfen.

Das Team der Lettrétage

Zitat der Woche

Es gibt einen Punkt in jeder Geschichte, an dem man sich entscheiden muss, wo der Anfang liegt. Welche Geschichte man erzählen will. Vielleicht liegt der Anfang vor der Geburt, irgendwo in dem, was Vergangenheit ist, ein vererbter Strang, der zieht, der den Weg weist an den Ort, wo die Linse der Erzählung fokussiert. Vielleicht liegt er mittendrin, eine zufällige Implosion von Einheiten aus Zeit, voller Leerstellen, aus denen die Geschichten fliessen. Vielleicht: Die Katze, das Gas. Die Großtante, der Bauernhof, ein Eisenbahnunglück in Italien. Eine Leerstelle voller Leerstellen, Begehren, das pocht unter den Dielen, und pocht, und pocht. Die Knoten, die wuchern.

Auszug aus “Die Knoten, die wuchern.” von Eva Maria Leuenberger

Aus: Edit, N°78/79, Herbst 2019

Unser Mentoring-Programm geht an den Start!

Wir haben aufregende Neuigkeiten für Sie: Das Mentoring-Programm unseres Projekts Schreiben & leben geht an den Start! Konkret bedeutet das: Freie Literaturveranstalter*innen, die gerade dabei sind, ihre ersten Projekte zu planen, können sich dabei kostenfrei (!) von erfahrenen Literaturveranstalter*innen begleiten lassen. In allen Phasen: vom Ideenstadium über die Finanzierungsphase bis hin zu Umsetzung und Abrechnung. Zugleich ist eine Teilnahme an den weiteren Angeboten der Lettrétage möglich, z.B. dem Branchentreff Literatur, dem Beratungsangebot und der kostenlosen Raumnutzung.

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Zitat der Woche

Unsere freude verbergen wir und unsren haß und
schauen mit erstarrten grimassen gleichgültig drein,
unbeeindruckt, als wären wir völlig gelassen, als wären
wir götzen aus stein.

Von Alexander Estis
Aus “Sprüche des Russen” (hochroth Bielefeld 2019)

Die Lettrétage im Radio

Zum Jahresbeginn wurde Lettrétage-Mitgründer Moritz Malsch in der Sendung “Quergelesen” im Inforadio des rbb interviewt. Er sprach mit Ute Büsing über die Situation der freien Literaturszene, über die strukturelle Unterfinanzierung freier Veranstaltungsformate und generelle Entwicklungen der Literaturstadt Berlin. Dabei bekräftigte er noch einmal Forderungen des Netzwerk freie Literaturszene Berlin (NFLB) nach einer Lesereihenförderung. Das ganze Gespräch können Sie hier nachhören.

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Zitat der Woche

feuer eine Kugel auf mich
in Zeitlupe
die durch alle Glieder dringt und vermische
etwas von jedem einzelnen
auf der Spitze
wie auf der Farbpalette eines Malers
der mich nackt skizziert
die Kontur des Körpers mit einer
Stift-Kugel nachzeichnet
wenn du fertig bist
entsorgt die Polizei die wertlose Leiche auf der Müllkippe und du hast
auf der Kugelspitze
ein einziges Farbgemisch
restlos mich.

“Dann schieß doch auf mich” von Ronen Altman Kaydar
Aus dem Hebräischen von Gundula Schiffer

Aus dem Gedichtband “Was es bedeuten soll. Neue hebräische Dichtung in Berlin” (parasitenpresse 2019). Dieser wird im Februar bei uns im Rahmen einer Buchvorstellung und Lesung präsentiert.

Interview mit Tomomi Adachi und Violaine Lochu

Was ist Soundpoetry und wie funktioniert die Stimme als ein Instrument? Am Samstagabend werden Violaine Lochu und Tomomi Adachi für “Genesis of a Language”, eine soundpoetische Performance mit Stimmexploration, Gestik und der Erschaffung einer Metasprache, zusammenkommen. Während sie noch an Sprache, Stimme und Kostüm arbeiten, hat sich Dillwyn Thier (DT) schon mal mit ihnen für ein Interview getroffen. Im Gespräch erzählen sie von ihren individuellen Arbeitsweisen, Soundpoetry und Ihrer Konzeption von Sprache.

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Soundpoetry, ein Vorgeschmack

© Valérie Sonnier

Am Samstag steht unsere letzte Abendveranstaltung für das Jahr 2019 an.
Violaine Lochu und Tomomi Adachi kommen zusammen für “Genesis of a Language” – eine soundpoetische Performance mit Stimmexploration, Gestik, und der Erschaffung einer Metasprache. Die beiden werden gemeinsam Texte, fremde sowie vertraute stimmliche Klänge, verschiedene Medien und Körpersprache zum Einsatz bringen. Und beide kommen mit ihrer eigenen Performance-stilistik. Hier haben wir ein paar Videos, die euch vorab schon in die Klangwelten der beiden Künstler*innen eintauchen lassen.

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