Zitat der Woche

Wie jeden Sommer, wenn ich nach Deutschland geflogen war, hatte ich plötzlich zu viel Zeit. Normalerweise beschäftigte ich mich in diesen leeren Wochen mit der Stadt, in der ich im Herbst die nächste Stelle antreten würde […]. Diesmal bereitete ich mich nicht vor. Ich buchte nicht einmal einen Flug. Stattdessen fand ich mich im Park wieder, am Fluss, immer weit entfernt von großen Straßen. Ich saß auf einer Bank und beobachtete, wie andere Leute ihre Zeit verbrachten und nach vier Tagen zwang ich mich, wenigstens Ines anzurufen.

Auszug aus “Die leeren Wochen des Sommers” von Katharina Bendixen. Aus: Mein weißer Fuchs. Erzählungen (poetenladen 2019)

Zitat der Woche

“zieh dir eine Art Geweih an, warte, / bis es jegliches Gefühl als Welle in den Körper leitet. / meinigem entspricht dann dein Schock, Geträufel / aus Speichel. was immer ich wollte, war Stille. / niemandem stürzt du ins Wort, Gaumen sondieren / den wichtigsten Beitrag im Raum. dein Privileg, zu sprechen, / Durst unter der Zunge: war auch dein Schweigen Privileg?”

Auszug aus Felix Schiller: “Tool zum Bepowern”

Weitere Tools stellt uns Felix Schiller am 5. Juli bei Trio unterm Pfirsichbaum vor. Wir freuen uns schon!

Zitat der Woche

So trippeln wir: <treppauf/\treppab> 2 Stufen hinan + wieder hinab – hinunter zur U-Bahn (2 stations underground) oder heroben zu Fuß (15 Minuten Frischluft)? Die Sonne blitzt auf und versteckt sich gleich wieder hinter vorbeiziehenden Wolkenschafscharen – heut weiß_wohl keine_r so recht, wies werden soll: Wetter Wind Weltgeschehen. Na komm, hab mich gern. Schau mich an und entscheid (mich).

Auszug aus Katja Schraml: Ordnung + Sicherheit. In: KLiteratur #3: Austeilen, S. 39.

“Poesie Handverlesen” stellt sich vor

Am Samstag heißt es bei uns: Text kommt in Bewegung. Auf die erste offene Abendveranstaltung unserer Freund*innen und Kooperationspartner*innen Poesie Handverlesen haben wir uns schon eine Weile gefreut. Handverlesen arbeitet an einer Stärkung von gehörlosen Künstler*innen und ihrer Gebärdensprachpoesie in der hörenden Literaturwelt. Auf Workshops und Werkstätten haben sich hörende und gehörlose Künstler*innen vernetzt und an neuen Übersetzungs- und Präsentationstechniken gearbeitet. Das Ergebnis werden wir am 22. Juni zum ersten Mal zu Gesicht bekommen. Wir sind schon mächtig gespannt auf die Lesung und Gebärdensprachperformance am Samstag mit Julia Hroch, Laura-Levita Valyte und Anna Hetzer.

Auf unserem Blog stellt sich Handverlesen schon einmal in drei Fragen vor.

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Zitat der Woche

29. April 2017
Heute, frühmorgens, schüttelte ich eine Stunde lang Laubbäume ab, ich
hab ihnen den Schnee von den Ästen geschüttelt. Vom Wald her kam immer
wieder ein Krachen. Schnee, der von einem Baum fiel und donnerte,
ein Ast, der die Last nicht mehr hielt. Es war ein trauriger Morgen, an diesem überschneiten Frühlingstag. Die Kräuter, Rosmarin und Salbei, habe
ich abgepinselt. Auf den Tulpen liegt Schnee.

Anna Ospelt: Wurzelstudien (Manuskript)

Mehr von Anna Ospelt und den Wurzelstudien gibt es am 20. Juni bei Unter der durchschnittlichen Haut zu hören.

Interview mit Delphine de Stoutz von La CoLec

Am 18. Juni kommt das französischsprachige Schreibnetzwerk “La CoLec” (Comité de lecture des écritures dramatiques francophones féministes) in die Lettrétage. Bei D’APRÈS ELLES #1 präsentieren die Autorinnen der Initiative Lesungen, Performances, Videos und Musik – auf Französisch und Deutsch. Oder wie es in der Ankündigung heißt: “Diese sechs Frauen erzählen uns von dem, was sonst lieber verschwiegen wird. Was sie uns da ins Ohr flüstern, ist voller Witz, Melancholie, Feinsinn, Kraft und Wut. 100% Berlin, 100% weiblich*.” Wir haben mit Delphine de Stoutz von La CoLec über die Literaturinitiative und ihre Hintergründe gesprochen.

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Zitat der Woche

Als am nächsten Morgen das Telefon klingelt, bin ich gleich wach und sehe einen Anrufer aus den USA. Sein Profilbild lässt mich stutzen. Ein anthropomorphes Wesen in einem körperbetonten Anzug, der mit rostroter und blasslila Farbe bemalt ist, dazu eine Maske mit übergroßen Augen und lange Drähte, die aus der Taille und dem Kopf des Wesens ragen. Ich bin mir auf den ersten Blick nicht sicher, ob es sich bei der Figur, die eine geballte Faust in die Luft reckt, um ein Tier- oder ein Roboterwesen handelt.
“Hallo.”
“Guten Morgen. Bist du wach?”
“Jetzt schon.”

Auszug aus Berit Glanz: Pixeltänzer (Schöffling & Co 2019)

Berit Glanz wird ihr Romandebüt am 30. Juli erstmals vorstellen – und das bei uns in der Lettrétage. Die Vorfreude steigt!

Zitat der Woche

Der Klassiker: Entweder ist ein Mensch tot oder lebendig. Gleichzeitig tot und lebendig?
Unmöglich.
Unlogisch.
Unsinn.
Das gilt für Mensch und Tier (selbst für Katzen, so hypothetisch sie auch immer sein mögen).
[…]
So weit, so klar.
Allerdings: Nicht allen.

Auszug aus Jan Skudlarek: Wahrheit und Verschwörung. Wie wir erkennen, was echt und wirklich ist (Reclam 2019)

Jan Skudlarek besucht die Lettrétage am 7. Juni und wird bei Sie sind hinter dir (her) mit Tom Bresemann über sein neues Buch sprechen.

Zitat der Woche

“lies die scripts. lies die scripts & versuche dich daran zu halten. versuche dich an die scripts zu halten. versuche dich an die scripts zu halten & vergib am ende credits. vergib credits an jene, die sie verdienen. vergib credits an die, die sie sich wirklich verdient haben. vergib am ende credits an das beste storyboard. vergib am ende credits für die besten dialoge. vergib am ende credits für die schönsten grafiken. für die schönsten bilder. nahaufnahmen. weitwinkel. zoom. negative. vergib am ende credits für den besten sound. vergib die besten credits an jene, die sie sich wirklich verdient haben. also tout le monde sait que also […]”

Auszug aus Christoph Szalay: renshi.eu

Christoph Szalay ist übrigens am 27. Mai zu Gast in der Lettrétage. Bei “in unterschiedlichen hanglagen (oder oh, how I wanna believe, that there is so much more to come, darling pt. I-II)” wird Szalay zentrale Aspekte seiner künstlerischen Praxis verhandeln.