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Juni 2012


Freitag, 1. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
In der Ferne so nah

Vita Sackville-West und Sir Harold Nicolson. Eine Liebe in Briefen
Es lesen die Schauspieler Karen Sünder und Denis Abrahams
Mit einer Einführung von der Herausgeberin Barbara von Becker


In Zusammenarbeit mit dem Hoffmann und Campe Verlag

Vita Sackville-West war eine schillernde Figur ihrer Zeit. 1913 heiratete die damals 21-jährige britische Schriftstellerin den Diplomaten Harold Nicolson. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, sich immer wieder auf Affären mit Frauen einzulassen, deren berühmteste Virginia Woolf war. Da die Eheleute aufgrund der Diplomatentätigkeit von Nicolson selten über längere Zeit am selben Ort lebten, entwickelte sich ihre Beziehung in einem steten Briefdialog. Darin offenbart sich ein nicht abreißender Gedanken- und Gefühlsstrom, der von einzigartiger Offenheit und Verbundenheit zeugt.

Vita Sackville-West verstarb am 2. Juni 1962. Sie schrieb in ihrem Leben über 50 Bücher, darunter Gedichte, Novellen und Romane. Am bekanntesten sind ihre Novellen The Edwardians und All Passion Spent. Anlässlich ihres 50. Todestags am 2. Juni 2012 hat die Literaturwissenschaftlerin Barbara von Becker Passagen aus dem Briefwechsel von Sackville-West und Nicolson zusammengetragen, aus denen die Schauspieler/in Karen Sünder und Denis Abrahams am Vorabend des Jubiläums ausgewählte Auszüge vortragen werden.

Leseprobe
In der Ferne so nah

Karen Sünder studierte nach einer klassischen Ballettausbildung bei der Royal Academy of Dance Schauspiel in Paris und Berlin und absolvierte darüberhinaus ein Studium der Theaterwissenschaft und Komparatistik. Neben diversen freien Theaterprojekten führten sie Gastengagements unter anderem an die Städtischen Bühnen Münster, das Théâtre de l´Europe in Paris, die Bayreuther Festspiele und das Berliner Hebbel am Ufer. Seit 1999 lebt sie als freie Schauspielerin und Sprecherin in Berlin. Karen Sünder ist ausgebildete Studiosprecherin und nicht nur bei regelmäßigen Livelesungen zu hören, sondern auch in diversen Hörbuchproduktionen, sowie im Voiceover- und Synchronbereich.



Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.






Samstag, 2. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Tandem-Lesereihe „wort:injektion“

Lesung mit den Autoren Artur Becker (Verden/Aller) und Tom Bresemann (Berlin). Anschließend Gespräch zum Thema „Schreiben in der Provinz – Schreiben in der Metropole“
Moderation: Anja Kümmel


In Kooperation mit dem Bremer Literaturkontor, gefördert von der Robert Bosch Stiftung

Artur Becker ,geboren 1968 als Sohn polnisch-deutscher Eltern in Bartoszyce (Masuren), lebt seit 1985 in Deutschland. Schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Aufsätze, ist auch als Übersetzer tätig. Zu hören gibt es Auszüge aus seinem letzten Roman, Der Lippenstift meiner Mutter (2010), dem letzten Gedichtband, Ein Kiosk mit elf Millionen Nächten (2008), sowie neue Gedichte aus der aktuellen Nummer der Dresdner Literaturzeitschrift Ostragehege.



Über die Texte:
Der Lippenstift meiner Mutter katapultiert uns mitten hinein in das Herz von Masuren, in die kleine Stadt Dolina Róz und zu ihren Bewohnern: die rosenkranzbetenden Großmütterchen und die verruchte Dorfschönheit, der ehemalige Wehrmachtssoldat und die prügelnden Väter, eine stalinistische Dichterin, der warmherzige Schuster Herr Lupicki und natürlich die rebellierende Jugend, die verbotene Platten hört und Pläne für eine Revolution ausbrütet.

Ein Kiosk mit elf Millionen Nächten: Wenn die polnische Sprache der Kindheit des Autors sich mit der deutschen seines Erwachsenenseins verbindet, entsteht eine poetische Welt, die sich über beide erhebt. „Was für ein Wirbelsturm aus Worten und Noten! Artur Becker erzählt von Coney Island, von Baudelaire, von Rudolf, der sich die Haare kämmt, von Entwurzelung und Sehnsucht, vom Taumel der Sprache: ein Beatnik aus Europas Osten.“ (Stuttgarter Zeitung)


Tom Bresemann wurde 1978 in Berlin geboren. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er auch Veranstalter (Lettrétage) und Herausgeber (zuletzt: Der ideale Schmerz, Lyriklangspielplatte). Seine aktuellen Publikationen sind Berliner Fenster (Gedichte, Berlin Verlag 2011) und Kein Gesicht (Erzählung, SuKulTur 2012).

Über Berliner Fenster: Die direkte Bezugnahme auf den Infoscreen der Berliner U-Bahn, der diesen Namen trägt, erschließt sich schnell: eine Abfolge von kurzen Informationen zu Sport und Lokalereignissen sowie Eventhinweise und Werbespots – alles Referenzen, die auch Material der Gedichte sind, von den Kellern Neuköllns bis zur Straße des 17. Juni im Ausnahmezustand. „Bresemann gelingt es in seinen Gedichten, den Leser mitzunehmen auf diesen rastlosen Run durch die Bundeshauptstadt, die auch ein modernes Rom sein könnte. In jeder Pfütze nämlich spiegelt sich Geschichte, unmittelbare Vergangenheit wie auch weiter zurückliegende Epochen.“ (fixpoetry.com) „Hier betrachtet ein junger Dichter seine Generation und das absurde Weltgefüge von Vergnügungssucht und hemmungsloser Verschwendung mit sezierendem Blick.“ (Sächsische Zeitung)



Montag, 4. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Große Ferien

Nina Bußmann liest aus ihrem Debütroman


Eine Lesung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag

Bereits seit Monaten unterrichtet Schramm nicht mehr; etwas soll vorgefallen sein zwischen ihm und einem Schüler. Und so wendet Schramm sich widerwillig an den einzigen Menschen, den er noch hat, seinen Bruder. Vielleicht kann dieser ihm helfen herauszufinden, wie eins zum andern kam, wer hier wen in der Hand hatte, wie die Dinge sich so gegen Schramm verschwören konnten.

Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin. Studium der Komparatistik und Philosophie in Berlin und Warschau. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2011 erhielt sie für einen Auszug aus ihrem Debütroman Große Ferien den 3sat-Preis.



Mittwoch, 6. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Salon Lettrétage - Neuer West - östlicher Diva(h)n

Daniel Khafif zu Gast bei Matthias Müller-Lentrodt


Ist das wahre Paradies das des Geistes? Der Salon ist ein Ort des zwanglosen Austauschs über Kunst, Kultur und Weltgeschehen, und er missachtet dabei Standes-, Alters-, Gattungs- und sonstige Grenzen. Der Salon Lettrétage greift diese Tradition der Muße und der Zelebration des Schönen auf. Salonnier Matthias Müller-Lentrodt lädt Gesprächspartner aus dem literarischen, künstlerischen und gelehrten Milieu zu thematischen Abenden ein. Der Salon ist auch offen für Gedanken und Ideen des Publikums, das eingeladen ist, den Diskurs aktiv mitzugestalten.

Daniel Kreutel-Khafif, geboren 1969 in Bad Schlema/ Erzgebirge, studierte Kunstgeschichte, Romanistik und Komparatistik in Sevilla, Saarbrücken, Cádiz, Florenz und Berlin. Er ist Journalist, Kurator für bildende Kunst, Übersetzer und Dozent für Medien, kreatives Schreiben und Kulturtourismus. 2003 wirkte Daniel Khafif als Juror im Wettbewerb der evangelischen Landeskirche für junge Autoren. Als leitender Redakteur entwickelte er Formate für Hörfunk, Print – und Onlinemagazine und war u. a. verantwortlich für die Neukonzeption des EADS–Magazins „The Step Beyond“. Als Autor für das Fotoreisebuch 7 Helden bekam er 2008 den Golden IF–Award. Daniel Khafif lebt, lehrt und arbeitet mit seiner Frau, der Buchautorin und Tourismusmanagerin Yolanda García Hernández seit 1993 in Berlin und Cádiz.



Freitag, 8. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Winkler, Werber

Enno Stahl blickt in seinem neuen Roman in die Köpfe der Verursacher der Wirtschaftskrise


In Kooperation mit dem Verbrecher Verlag

Jo Winkler ist Werbetexter und kein sehr netter Mensch. Er ist zynisch, frauenverachtend und überheblich. Dabei ignoriert er seine körperliche und moralische Verfassung, denn sie passt so gar nicht in das Selbstbild des Senior Texters der Kölner Werbeagentur "Goldreklamen". Das gelingt ihm bis zum diesjährigen, mehrtägigen Betriebsausflug auch ganz gut, bei dem sein Chef alles auffahren lässt, was seiner Meinung nach am Rhein dazugehört: Dampferfahrt, Kegeln in Bad Neuenahr und ein abschließender Kasinobesuch. Doch nicht nur Winkler muss sich hier der Wahrheit stellen…

Winkler, Werber zeichnet die innerliche Verfassung derer nach, die für die ökonomische Katastrophe verantwortlich sind und nun selbst von ihr verschlungen werden. In den inneren Monologen Winklers geht Enno Stahl auf die Suche nach den seelischen Abgründen ihrer Verursacher und zeichnet so ein Psychogramm der Krise. Das Tempo des Romans passt sich dabei stets dem Erregungsgrad Winklers an. Enno Stahl bedient sich eines »Pulsationsstils«, der den Monolog Winklers beschleunigt und verlangsamt, so lange, bis sich das Verdrängte nicht mehr leugnen lässt. Der Roman ist im Verbrecher Verlag erschienen.

Foto: Kirsten Adamek
Enno Stahl wurde 1962 in Duisburg-Rheinhausen geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie und Italianistik und veröffentlichte seit Anfang der Neunziger Jahre Romane, Prosabände und Essays. Daneben veröffentlichte er auch zahlreiche journalistische und belletristische Texte in Zeitungen, Zeitschriften, Anthologien und diversen Sendern. Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, zuletzt: Hörspielstipendium der Filmstiftung NRW e.V. 2008 und Preis der Schwartzkopff Buchwerke 2004. Enno Stahl hat im Verbrecher Verlag die Romane 2PAC AMARU HECTOR (2004) und Diese Seelen (2008) sowie den Essay Für die Katz und wider die Maus - Pohlands Film nach Grass (2012) veröffentlicht.



Samstag, 16. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Stolterfoht und Reinecke

Ulf Stolterfoht und Betram Reinecke lesen aus ihren aktuellen „roughbooks“



Bertram Reinecke
Mit Sleutel voor de hoogduitsche Spraakkunst erscheint nach neun Jahren Bertram Reineckes dritter Lyrikband. Gemeinsam ist den Gedichten des Bandes, dass sie alle fremde Textquellen verwenden. Ein Großteil sind Centos. Bei diesem Verfahren werden Texte vollständig aus ganzen Zeilen fremder Texte zusammengesetzt.

Ulf Stolterfoht
holzrauch über heslach, so hieß „ein langes ethnologisches Gedicht über einen Stadtteil in Stuttgart und ein ‚quasi-autobiographisches‘ Gedicht über gesellschaftliche und politische Träume“ von Ulf Stolterfoht. Der handapparat heslach versammelt die Quellen und Materialien aus einer untergegangenen Epoche zum Nutzen späterer Stämme.






Mittwoch, 20. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Der RITTER Verlag stellt sich vor

Mit Lesungen von Peter Pessl, Hansjörg Zauner, Paul Divjak und D. Holland Moritz
Moderation: Paul Pechmann


Der RITTER Verlag (Klagenfurt/Graz/Wien) bemüht sich seit über 20 Jahren konsequent um die Pflege einer Literatur der Ungeläufigkeit, die ihre Formen mittels Bezugnahme auf aktuelle gesellschaftliche Widersprüche zu entwickeln versucht. Im Rahmen der Kooperationsveranstaltung mit der Lettrétage stellen vier Autoren des Verlags neue Bücher vor. Ob nun in (auto)biographischen Shortcuts, in Gestalt transgressiver Reiseerzählungen oder in Form neologistischer Weltkonstruktion: die von den Autoren vorgestellten Texte künden von einem dringenden Grundimpuls: Gegenmodelle zu konstruieren, wo Freiräume kaum mehr vorhanden sind.

Peter Pessl ,geboren 1963 in Frankfurt am Main, aufgewachsen in der BRD und in Österreich. Seit 1984 freier Schriftsteller und Radiokünstler, lebt derzeit in Wien und im Südburgenland. Zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt: Literaturstipendium der Stadt Wien (2010).







Hansjörg Zauner ,geboren 1959 in Salzburg. Dichtung, visuelle Arbeiten, Kurzfilme, Herausgeber der Zeitschrift für neue Poesie Solande. Lebt in Wien. Einzelausstellungen u.a. in Wien, Salzburg, Berlin, Rom, Istanbul und Hatay. Stipendiat im LCB; Atelier in der Cité Internationale des Arts, Paris; Rauriser-Förderungspreis; Reinhard Priessnitz-Preis; Siemensliteraturpreis; Förderpreis zum Heimrad-Bäcker-Preis. die tafel schreibt. gedichte (2012) ist Zauners 20. Buchpublikation.


Paul Divjak ,geboren 1970. Autor und Medienkünstler. Film- und Videoarbeiten, Hörspiele, Theater, Ausstellungen, Buchpublikationen und Musikveröffentlichungen. Lebt und arbeitet in Wien.








D. Holland-Moritz ,geboren 1954 in Solingen, lebt als Germanist und freier Autor in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Leseperformances seit 1983. Regelmäßige Veröffentlichungen in perspektive. hefte für zeitgenössische literatur (Graz/Berlin) und ist im Verein perspektive literatur berlin e. V. eher operativ tätig. Unterhält seit 2003 mit dem Publizisten Ralf B. Korte und dem Verleger Uwe Warnke den Literatursalon TEXT TOTAL.



Samstag, 23. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Haiku hier und heute

Haiku-Show zur Buchpremiere
In Kooperation mit dtv
SprecherInnen: Denis Abrahams & Andrea Schöning
Musik: Astrid Weins (Kontrabass) & Thomas M. Kumlehn (Flöte)
Zeichnungen: Martina Wember


Das berühmte Haiku japanischer Herkunft ist in der deutschen Sprache gelandet! Eine Sammlung von 112 Kurzgedichten ist kürzlich im dtv unter dem Titel Haiku hier und heute erschienen.

Verblüffend, humorvoll oder experimentell gehen prominente LyrikerInnen, aber auch nur Insidern bekannte Haiku-PoetInnen, die Interpretation dieser Kurzform an. Haiku-Kenner Udo Wenzel und der Lyriker Rainer Stolz haben als Herausgeber die Auswahl getroffen. Die Zeichnerin Martina Wember hat die Texte kongenial ergänzt.

In der Haiku-Show rezitieren professionelle SprecherInnen aus jedem Kapitel einige der Haikus. Dazu werden Illustrationen von Martina Wember an die Wand projiziert. Jeweils im Anschluss folgt improvisierte Musik, die auf die Haikus und die Zeichnung eines jeden Kapitels reagiert. Selbstverständlich wird danach mit den Herausgebern, Autorinen und Autoren gesprochen, die für alle Fragen offen sind.



Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.



Andrea Schöning, geboren 1954 in Eckernförde, studierte an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Schon seit 1977 tritt sie in verschiedenen Theatern auf, u.a. in Bochum, Hannover, Heidelberg, Düsseldorf und Berlin-West; seit 2000 regelmäßig im Theater Kiel. Paralell dazu engagiert sie sich im Fernsehen und im Kino. Auf der großen Leinwand war sie u.a. in Vier Geschichten über fünf Tote zu sehen. Mitgewirkt hat sie auch in dem Thriller-Computerspiel Twinkomplex, das Realität und Fiktion vermischt und seit 2011 durchs Netz geistert. An der Europaschule Ravensberg ist sie Lehrerin für Darstellendes Spiel und bringt Erfahrung im Hörspiel und Lesungen mit.



Foto: Trio Kartenhaus by Jeff Cloke
Das Trio Kartenhaus .. changierende Klangfelder aus rotierenden Bassfiguren wechseln bei Astrid Weins mit kurzen schroffen hochexpressiven Einwürfen als kraftvolle Respons auf die sensible Klangpoetik von Thomas M. Kumlehn, der mit einem schier unerschöpflichen Klangspektrum aus Pfeif- und Partialtönen vokal und auf der Flöte sowohl punktuell Lichter aufzusetzen weiß als auch in reich nuancierten Klangcollagen Verdichtung, Verflechtung und Transformation des musikalischen Prozesses vorantreibt. (Rieke Frey, Berlin 2011)


Astrid Weins über sich und ihr Instrument: „Die Beziehung zum Kontrabass ist eine äußerst komplexe und empfindliche. Ein Solo ist nicht möglich, da die Präsenz des Kontrabasses auch im symbiotischsten Zusammenspiel immer eine eigenständige bleibt. Die Musikalische Auseinandersetzung auf und mit dem Kontrabass bleibt immer ein Spiel und ein Tanz zu zweit, im Duo.“

Thomas Michael Kumlehn, geboren 1959 in Potsdam. Erlernt seit 1969 das Spiel der Querflöte von Otto Ritzer und später von Brigitte Müller. Studium der Kulturwissenschaften in Berlin, seit 1995 als Musiker auf dem Gebiet der freien Improvisation tätig. 2001 Stipendium der Stiftung Kulturfonds, Berlin. Artist in Residence in Pune/Indien. Zahlreiche Konzerte in Deutschland, Europa und Südostasien. 2009/2010 Fellow der Dr.-Meyer-Struckmann-Stiftung, Düsseldorf. Musikalische Zusammenarbeit mit Astrid Weins im Trio Kartenhaus seit 2010.



Samstag, 30. Juni 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro / Erm. 4 Euro
Rodolfo Walsh, Wer erschoss Rosendo García?

Schauspielerlesung und Podiumsgespräch mit Estela Schindel, Rike Bolte und Denis Abrahams


Ein Wortgefecht zwischen gewerkschaftlichen Aktivisten im Restaurant "La Real" im Stadtteil Avellaneda von Buenos Aires mündet in eine Schießerei mit drei Toten und mehreren Verletzten. Die Sache wird von den Ermittlungsbehörden vertuscht, verdreht und schließlich ad acta gelegt. Autor Walsh entwirrt bei seinen Recherchen den Knäuel der Ereignisse im Stil eines Kriminalromans.

Nachdem ausgewählte Passagen aus dem Buch vorgestellt sind, gibt es ein Podiumsgespräch mit den Wissenschaftlerinnen Rike Bolte und Estela Schindel. Natürlich sind Sie herzlich eingeladen, am Gespräch teilzunehmen!


Rike Bolte,geboren 1971 in Kassel und in Spanien aufgewachsen, ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerikainstitut der Freien Universität in Berlin tätig. Sie promoviert über die Vergangenheitsaufarbeitung in der argentinischen Literatur und hat sich in diesem Zusammenhang intensiv mit der Literatur Luisa Valenzuelas auseinandergesetzt. Außerdem arbeitet sie als Übersetzerin, Herausgeberin und freie Journalistin und lebt seit 15 Jahren mit halbem Fuß in Buenos Aires. Gemeinsam mit Timo Berger leitet sie das mobile lateinamerikanische Poesiefestival LATINALE, das jedes Jahr Dichter aus ganz Lateinamerika einlädt und in verschiedenen deutschen Städten präsentiert.

Estela Schindel, geboren 1968 in Buenos Aires, hat Kommunikationswissenschaften an der Universität Buenos Aires studiert und war dort anschließend als Dozentin für Technik und Moderne in Lateinamerika, Ideengeschichte und das Verhältnis zwischen Kunst und Medien tätig. Als DAAD-Stipendiatin kam sie 1999 nach Berlin, wo sie an der Freien-Universität Berlin promoviert hat. Nach der Promotion war sie Lehrbeauftragte am Lateinamerika-Institut der FU Berlin. Sie war Gründungsmitglied des Kollektivs migrantas, die künstlerische urbane Aktionen mit Migrant/innen durchführt. Zahlreiche Veröffentlichungen von Artikeln, darunter solche zur lateinamerikanischen Vergangenheitsbewältigung, Kunst und Erinnerung im urbanen Raum und zu Migration. Zurzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Konstanz.

Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.