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Juni 2010


Mittwoch, 2. Juni 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Sergio Chejfec: Mis dos mundos

Autorenlesung in englischer und spanischer Sprache und Gespräch (englisch)

Mit Sergio Chejfec und Anne Boden

Chejfecs Romane erzählen Geschichten, in die in mittelbarer Form politische, soziale und sogar moralische Themen eingewoben sind, die über minimalistische, beinahe nicht wahrnehmbare Details transportiert werden. Seine Erzählweise, die den Plot mit Reflektionen über den Vorgang des Schreibens, Denkens und Erzählens kombiniert, fügt der spanischsprachigen Erzählprosa eine eindeutige essayistische Qualität hinzu. Der Erzähler rekurriert oft auf bereits Erzähltes, korrigiert, was schon gesagt wurde, schreibt um, was bereits als gesichert erschien. Für die Erzählung der Ereignisse wird eine Vielzahl an Blickwinkeln und Perspektiven vorgeschlagen.

Sergio Chejfec, geboren 1956 in Buenos Aires, hat seit 1990 insgesamt zwölf Bücher in den Bereichen fiktionale Prosa, Lyrik und Essay veröffentlicht, zuletzt Mis dos mundos (2008) und Giannuzzi estándar (Essay, 2010). Von 1990 bis 2005 lebte er in Caracas, Venezuela, und gab dort die Zeitschrift für Kultur und Politik Nueva Sociedad heraus. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, u.a. Stipendien der Civitella Ranieri Foundation in Umbertide, Italien (2007) sowie der John Simon Guggenheim Foundation (2000). Seine Werke sind bislang ins Französische, Deutsche und Portugiesische übersetzt worden. Lebt in New York.

Zur Internetseite des Autors

Anne Boden, 1977 in Dublin geboren. Studium der Germanistik und Slawistik in Dublin, Cambridge und Berlin. Arbeitet zurzeit als freiberufliche Lektorin und Übersetzerin in Berlin.



Samstag, 5. Juni 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Alle Lichter

Nadja Küchenmeister präsentiert ihren Debüt-Band


Auch wenn uns viele Bilder ihres Debüts ALLE LICHTER eher beiläufig und sanft, wie »ein leise trippeln auf linoleum« erreichen - bei ihr finden wir die vielleicht berührendsten Liebesgedichte der Saison.
Buchjournal

Man kann es immer wieder lesen, wie man auch Alben immer und immer wieder hört - denn bei ALLE LICHTER bleibt es auch beim zweiten, dritten, vierten Mal überraschend. Großartiges Debüt.
WDR

Eine Chronophobikerin, die die je verhuschende Zeit qua Sprache fixiert.
Welt Kompakt

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, lebt dort. Sie studierte Germanistik und Soziologie in Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Ihre Gedichte wurden in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. Sie arbeitet für den Rundfunk, für den sie auch Hörspiele verfasst, und erhielt das Berliner Senatsstipendium (2007) sowie das Förderstipendium der Kulturstiftung Sachsen (2009).



Foto: Franziska Buddrus



Mittwoch, 9. Juni 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
randnummer – Release-Lesung zur 2. Ausgabe

Mit Klara Beten, Martin Lechner, Georg Leß und Johann Reißer


randnummer geht in die zweite Runde. Das Literaturheft aus Hamburg versammelt Texte, die ihren Blick nach außen richten, weg von blanker Innerlichkeit und einem Cocooning im eigenen Brustkorb. Es geht um urbane Erfahrungen. Die Stadt ist somit Referenzpunkt der jeweiligen poetischen Reflexion. Es ist einerseits schwer, sich in der Stadt zu verirren und aus den Gewohnheiten auszubrechen – mit dem öffentlichen Nahverkehr zu fahren stellt geographisch kein Risiko dar – andererseits ist das Subjekt im Dickicht der Sprache immer schon ein umherirrendes. Verirrt man sich, wird die Umgebung, das Material zum Rätsel, das es zu entziffern gilt.



Folgende AutorInnen sind in der 2. Ausgabe vertreten und lesen an diesem Abend:

Klara Beten: geb. 1981, lebt in Berlin; Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Einzeltitel: luftweben, wieder, Klingenberg 2009. Mitglied im Forum der 13.

Martin Lechner: geboren 1974, lebt in Berlin. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (Manuskripte, Edit, Bella Triste, SIC u.v.m.), 2005 die Erzählung Bilder einer Heimfahrt im Textem-Verlag sowie 2009 die Erzählung Larsen in Covering Onetti (Verlag Lettrétage). 2006 erhielt er das Alfred-Döblin-Stipendium.


Georg Leß: geb. 1981 in Neheim, NRW, wohnt und arbeitet in Berlin, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, u.a. in Covering Onetti (Lettretage-Verlag, 2009).

Johann Reißer: geb. 1979 in Regensburg, lebt in Berlin. Derzeit Kollegiat am Graduiertenkolleg Lebensformen und Lebenswissen an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder mit Promotionsprojekt zu spracharchäologischen Verfahren in postavantgardistischer Lyrik in Deutschland. Finalist beim Open Mike 2008. Sieger beim 100 Grad Berlin Theaterfestival 2010 mit dem Theaterprojekt PlastikWorks. Veröffentlichung von Lyrik und Prosa in Zeitschriften und Anthologien.



Samstag, 12. Juni 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Soundtracks

Lesung mit Rockmusik
Mit Thomas Kraft


Der erste Kuss und der erste Sex, Liebe, Freundschaft und Tod - jeder von uns verknüpft eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit Musik, die in diesen Situationen eine wichtige Rolle gespielt hat. Thomas Kraft stellt unveröffentlichte Texte vor, in denen Songs aus vier Jahrzehnten Rockmusik zwischen den Zeilen klingen. Im Wechsel mit der Lesung der Texte wird die Musik eingespielt – von Kansas bis Roxy Music, von Bad Company bis zu den United Balls.

Thomas Kraft, 1959 in Bamberg geboren, lebt als Autor, Literaturkritiker und Veranstalter in Herrsching am Ammersee. Er ist der Biograph Jakob Wassermanns und Herausgeber des Lexikons der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (2003), der Beatstories (2008), der Rockstories (2009) und des Text-/Fotobandes Beatlemania (2010).



Donnerstag, 17. Juni 2010, FÄLLT AUS!
Datenschreiber: TSCHAIKA

FÄLLT AUS!
Die Reihe "Datenschreiber" wurde konzipiert von Philip Maroldt und Moritz Malsch
Verwirklicht mithilfe von Projektmitteln des Berliner Senats


Acht Daten, elf Autoren, rund sechzig Jahre Geschichte. Um den Nukleus eines mehr oder minder zufällig „Gegebenen“ (lat. datum) herum – sei es tragisch oder trivial, esoterisch oder paranoid – sammelt sich der Sternenstaub der Historie zu einem „schmutzigen Schneeball“.

Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu? (Paul Celan)

Eine vielversprechende Nachwuchslyrikerin ist verschwunden. Sie sammelte ausgediente deutsche Feiertage, sprach von russischen Möwen und Frauen im Weltraum, von der Schwerelosigkeit der Liebe und von lebendig Begrabenen. Wir suchen sie zwischen Häuserschluchten und Sternen. Helfen Sie uns dabei!

www.datenschreiber.net

Juliane Liebert, geboren 1987 in Halle an der Saale, 2007 Teilnahme am open mike und Gewinnerin des Wolfgang-Weyrauch-Förderpreises 2009.

Wir bedanken uns beim Berliner Senat für die finanzielle Unterstützung sowie bei den Medienpartnern Zitty und Radio Eins.







Montag, 21. Juni 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Datenschreiber: Die Schmach / [Das Wunder] von Cordoba

Mit Gerhild Steinbuch (Sprecherin, Autorin), Denis Abrahams (Sprecher) und Patrick Dunst (Klarinette und Saxophon)
Die Reihe "Datenschreiber" wurde konzipiert von Philip Maroldt und Moritz Malsch
Verwirklicht mithilfe von Projektmitteln des Berliner Senats


Mit österreichischer Boshaftigkeit erinnert die Autorin uns zartbesaitete Deutsche pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft an die Schmach von 1978. Der Abend ist ein österreichischen Kreuzweg: Die ewige Suche nach fehlender Identität und diverse Versuche, zu dieser zu gelangen und stolz auf sich zu sein. Dummerweise kriegt aber niemand mit, dass man stolz auf die Dinge ist, auf die man stolz ist, auf die Natur zum Beispiel oder auf den Skisport. Bloß einmal, 1978 nämlich, da war man kurz der große Bruder und der Star. Und so bleibt nichts anderes übrig, als sich noch einmal im Fachgebiet der anderen zum Kampf zu rüsten, an dessen Ende der Sieg und damit verbunden weltweite Anerkennung und die endgültige Unabhängigkeit von Deutschland stehen soll - ein Fußballspiel als allesentscheidende Superschlacht.

Gerhild Steinbuch, geboren 1983 in Mödling/Österreich, lebt in Berlin, ist als Theater- und Prosaautorin bekannt und erfolgreich, las 2005 beim Bachmannpreis, 2007/2008 Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude, z.Zt. Hausautorin am Schauspielhaus Wien, Preise u.a. 2004 Stückepreis der Schaubühne am Lehniner Platz, 2008 Deutsch-Französischer Autorenpreis; Stücke von ihr wurden u.a. schon am Staatstheater Mainz, beim Steirischen Herbst und am Schauspielhaus Graz aufgeführt.

Patrick Dunst, geboren 1983 in Graz. Studium Saxophon-Jazz an der Universität für Musik und Darstellende Kunst, Graz bei Karlheinz Miklin, Don Mensa und Gerald Preinfalk. Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien bei Wolfgang Puschnig. Ab 2004 außerdem klassischen südindischen Gesang bei Dr. K. S. Subramanian und Usha Narasimhan am „Chennai Institute for Music of the World“, Indien. Im September 2009 schloss er das Master Studium der Musikethnologie an der Goldsmiths University London ab.Regelmäßige Auftritte mit seinem Quartett Balah (Generalihof Konzerte 2009), dem Jazztett Forum Stadtpark (Austrian Soundcheck, 2009) uvm. Außerdem Konzerte mit: Mark Feldman, Dieter Glawischnig, Fred Anderson, John Marshal, Berndt Luef, Hamid Drake, Peter Herbert, Wolfgang Reisinger, Bill Holman, Jim Mcneely, Pete Christlieb, Don Mensa, Peter Herbolzheimer, und den The Yellow Jackets.

Denis Abrahams geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.



Datenschreiber: Acht Daten, elf Autoren, rund sechzig Jahre Geschichte. Um den Nukleus eines mehr oder minder zufällig „Gegebenen“ (lat. datum) herum – sei es tragisch oder trivial, esoterisch oder paranoid – sammelt sich der Sternenstaub der Historie zu einem „schmutzigen Schneeball“.

Aber schreiben wir uns nicht alle von solchen Daten her? Und welchen Daten schreiben wir uns zu? (Paul Celan)

www.datenschreiber.net

Wir bedanken uns beim Berliner Senat für die finanzielle Unterstützung sowie bei den Medienpartnern Zitty und Radio Eins.







Lettrétage - Das junge Literaturhaus