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Mai 2009


Mittwoch, 6. Mai 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Ivo Sachs: Schimpansen am Abgrund
Autorenlesung, Gastveranstaltung des Proviant Buchverlags


Berlin ist eine Freakshow, Arvid ist Stammgast.
Das Leben – im metaphysischen Sinne – eine Sache seiner Tagesform. Yuppies und Pussies im Nacken, trägt er mit aufrechter Pose seine Verachtung vor sich her und seziert alle kaputten Modelle einer paralysierten Gesellschaft.

Mit bissigem Humor erzählt Autor Ivo Sachs über das uns wohldosiert verabreichte Scheitern unseres Großstadtlebens und verschont dabei am allerwenigsten die Hauptfigur seiner mitreißenden “Berichte vom schleichenden Niedergang“.

Ivo Sachs, geboren in Rüdersdorf bei Berlin, lebt in Berlin. Er schreibt seit dem 11. Lebensjahr. Ausbildung als Bühnenbauer und Schauspieler. Zahlreiche Drehbücher und Theaterstücke. Schimpansen am Abgrund ist sein Prosa-Debüt.



Freitag, 8. Mai 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
*/kein schöner Land_weimar goes westwärts!/**
klischeekristalle zersplittern_multikulturelle mauern und hüllen fallen_

1 Abend, 3 Autoren, 1000 Jahre deutsche Poesie.
Es lesen Denis Abrahams, Tom Bresemann, Philip Maroldt und Björn Schäfer.
In Zusammenarbeit mit den S³ LiteraturWerken


*Die S³ LiteraturWerke, unterstützt vom Rezitator Denis Abrahams, stellen sich tausend Jahren deutscher Poesie, ungeschützt und hemmungslos - inkl. Totalaufnahme.
Was haben J.W. Goethe, P. Celan, H. Heine, A. Droste Hülshoff, R. D. Brinkmann, T. Bresemann, P. Maroldt und B. Schäfer Deutschland heute zu sagen?
Uraufgeführt wurde der Reader als Eröffnungsveranstaltung des letztjährigen Karnevals der Literaturen. Aufgrund des großen Erfolgs und anläßlich des Jahrestages des Kriegsendes am 8. Mai ist es Zeit für eine erneute Prüfung des Textmaterials.

Denis Abrahams,
geboren 1974 in Wiesbaden. 1995-1996 Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Politikwissenschaften an der Uni Mainz. 1996-2000 Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. 1998-2002 fester Gast am Staatstheater Wiesbaden. Weitere Engagements am Staatstheater Mainz, Theater „Die Rampe“ Stuttgart, Brescia (Italien) und an der Oper Frankfurt. Zahlreiche freie Literaturprojekte. 2002-2005 festes Engagement am Theater der Stadt Koblenz. Dort Begründer der Lesereihe Spätlese. Lebt seit 2005 als freier Schauspieler und Synchronsprecher in Berlin.

Tom Bresemann wurde 1978 in Berlin geboren, wo er lebt und schreibt.
Seit 2000 versucht er sich in Studien zur Literaturwissenschaft und Geschichte an der TU Berlin.
2004 gründete er zusammen mit Philip Maroldt und Björn Schäfer die S³ LiteraturWerke in Berlin, „ein sozial agierendes Unternehmen im Dienste der Schönheit“, mit dem er seit 2004 Publikationen, Lesungen und Symposien organisiert (u.a. Berlin, Leipzig, Graz). 2006 Mitbegründer der Lettrétage. 2006 gewann er den "Kampf der Künste" in der Sparte Literatur, mit Prosa, 2007 und 2008 Teilnahme am Internationalen Poesiefestival Berlin. 2008 Organisation der 1. Konferenz junger AutorInnen DICHTES GEREDE (Zusammenarbeit S³ LiteraturWerke, kookbooks, Texttonlabel KOOK).

Philip Maroldt, geboren 1981 in Berlin. Studium der Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie. Musiker. Gemeinsam mit Tom Bresemann Gründer der S³ LiteraturWerke. 2008 Einladung zum Open Mike.

Björn Schäfer, geboren 1981 in Teterow. Seit 2001 Studium der Philosophie und Neueren Deutschen Philologie an der TU Berlin. Veröffentlichungen (auch unter dem Pseudonym Björn Osdal) in Anthologien und Zeitschriften, u.a. in lauter niemand (2008).

Die S³ LiteraturWerke sind ein Poesieunternehmen im Dienste der Schönheit. Laut 030 wissen sie "wie man das Publikum bei der Stange hält." In Erscheinung getreten sind die S³LiteraturWerke hauptsächlich mit Events wie der Ringbahnlesung. Darüber hinaus gaben sie 2006 die Anthologie Wat los, Parzen? (APHAIA VERLAG) heraus, nahmen mit Text-Musikprojekten am Internationalen Poesiefestival Berlin teil, v eranstalteten 2008 die Autorenkonferenz DICHTES GEREDE u.v.m.

www.s3-berlin.de



Donnerstag, 14. Mai 2009, 18 Uhr, Eintritt frei
Briefe aus einer schweren Zeit
Lesung und Gespräch
Eine Gastveranstaltung der Deutsch-Estnischen Gesellschaft e.V.


Umsiedlung aus dem Baltikum, Flucht und Vertreibung – Kriegsgefangenschaft und Hungersnot sind die Themen dieser Briefe aus einer Schweren Zeit, gesammelt von Hans Weiss, hrsg. von Rosmarie Grabitz. Die Deutsch-Estnische Gesellschaft Berlin e.V. lädt zu einer Lesung und Gesprächsrunde mit Frau Dr. Ruth Schilling und der Verlegerin Elisabeth Simon.

In die Briefe sind Berichte und Zitate aus dem Kriegsgeschehen eingebettet, die die Ahnungslosigkeit der Menschen in diesen Jahren in einen scharfen Gegensatz zum politischen Geschehen stellen.

www.simon-bibliothekswissen.de
Briefe aus einer schweren Zeit



Mittwoch, 20. Mai 2009, 20 Uhr, Eintritt 5,- Euro
Luisa Valenzuela: Feuer am Wort. Erzählungen
Im Rahmen der Reihe Lateinamerikanische Literatur und ihre deutschen Vermittler – Lesung & Gespräch
Es lesen und sprechen Elisabeth Sutterlüty (Schauspielerin), Rike Bolte (Künstlerische Leiterin der Latinale) und Katharina Deloglu (Konzeption und Moderation).



Die Lettrétage lädt zu einer Humboldtschen Entdeckungsreise in die lebendigen Literaturen Lateinamerikas ein. Dabei gilt es, die Entdeckungen ebenso wie ihre deutschsprachigen Entdecker kennenzulernen und auf ihren Spuren literarisches Neuland zu betreten. Dieses Mal stellt die Literaturwissenschaftlerin und Künstlerische Leiterin der Latinale Rike Bolte die argentinische Autorin Luisa Valenzuela (geboren 1938) vor. Valenzuelas Erzählungen über den Alltag in der Diktatur umkreisen die Themen Gewalt, Eros und Tod. Verletzungen des Körpers werden dabei zu greif- und hörbaren Verletzungen der Sprache, die diese Erfahrungen mitteilen möchte. In onirischen Sequenzen verbinden sich die Albträume von Unterdrückung, Folter und Verschleppungen mit Mythen, Ritualen und Metamorphosen, den Wurzeln kultureller Identität des präkolumbischen Lateinamerika. Luisa Valenzuela reflektiert dabei die gesellschaftliche Situation der Frau ebenso wie die Bedingungen und Möglichkeiten des Schreibens.

Mehr zu Luisa Valenzuela (in spanischer Sprache)
Mehr zu Luisa Valenzuela (in deutscher Sprache)

Rike Bolte, 1971 in Kassel geboren und in Spanien aufgewachsen, ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerikainstitut der Freien Universität in Berlin tätig. Sie promoviert über die Vergangenheitsaufarbeitung in der argentinischen Literatur und hat sich in diesem Zusammenhang intensiv mit der Literatur Luisa Valenzuelas auseinandergesetzt. Außerdem arbeitet sie als Übersetzerin, Herausgeberin und freie Journalistin und lebt seit 15 Jahren mit halbem Fuß in Buenos Aires. Gemeinsam mit Timo Berger leitet sie das mobile lateinamerikanische Poesiefestival LATINALE, das jedes Jahr Dichter aus ganz Lateinamerika einlädt und in verschiedenen deutschen Städten präsentiert.

Elisabeth Sutterlüty, geboren und aufgewachsen in Wien, Schauspielausbildung am Franz-Schubert-Konservatorium, Engagements am Volkstheater Wien, Oper Strasbourg, Ernst-Deutsch-Theater Hamburg, Schauspiel Erfurt, Ensemblemitglied der Shakespeare Company Berlin seit 2005 (Hamlet: Ophelia).

Unterstützt aus Mitteln der Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg.
Mit freundlicher Unterstützung der argentinischen Botschaft.






Medienpartner: taz berlin