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April 2010


Samstag, 10. April 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Pietro Montorfani

Lesung in deutscher und italienischer Sprache


Der Schweizer Lyriker Pietro Montorfani liest aus seinem Gedichtband Quasi un Hopper. Wie der amerikanische Maler Edward Hopper entwirft Montorfani in seinen Gedichten Bilder von einzelnen Personen, jede einzigartig durch kleine Details und Fragmente einer Lebensgeschichte. Distanziert und kühl betrachtet er sie und erweckt sie dennoch mit wenigen Worten zum Leben. Gleichzeitig sind diese Gedichte kurze Momentaufnahmen aus verschiedenen Orten in den Vereinigten Staaten.

vo Die brandneuen deutschen Übersetzungen von Elsbeth Gut Bozzetti liest der Schauspieler David Fischer.

Pietro Montorfani wurde 1980 in Bellinzona (Schweiz) geboren. Nachdem er als Kulturredakteur für das "Giornale del Popolo", gearbeitet hat, verbrachte er zwei Jahre als Assistent für italienische Literatur an der Universität Mary Washington in den USA. Er promovierte an der Katholischen Universität von Mailand über die italienische Literatur der Renaissance und ist heute Chefredakteur der Zeitschrift Cenobio, der größten Literaturzeitschrift der italienischsprachigen Schweiz.

David Fischer spielte – nach der Schauspielausbildung in München – in Tübingen, Wilhelmshaven, München, Berlin, Bonn, Düsseldorf, Münster, Duisburg und Wien. Er arbeitete sowohl an städtischen Bühnen als auch mit freien Gruppen. Seit 2002 ist er in zahlreichen Stücken des fringe ensemble zu sehen. Darüberhinaus ist er Mitglied der Gruppe “neubau” und der Jérôme Bel Company.



Unterstützt vom HALMA-Netzwerk.







Samstag, 17. April 2010, 14:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Herzblut

Ein Gipfeltreffen deutsch-israelischer Illustration.
Mit Felix Scheinberger und Merav Salomon.


Mit Felix Scheinberger und Merav Salomon werden zwei der bedeutendsten Vertreter der deutschen und israelischen Illustration ein Einblick in ihr bisheriges Schaffen geben und über den zusammen mit dem Verlagshaus J.Frank | Berlin initiierten deutsch-israelischen Austausch „Alltag“ sprechen. Gemeinsam mit Johannes CS Frank werden Felix Scheinberger und Merav Salomon über Möglichkeiten des kulturellen Austauschs zwischen Deutschland und Israel berichten und das jüngst in der Bibliothek Belletristik erschienene Buch Märchenland vorstellen. Die Lyriksammlung führt 28 israelische Illustratoren und 24 deutsche und israelische Autoren zum Thema Märchen zusammen.

Merav Salomon ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der israelischen Illustrationsszene. Ihre Illustrationen erschienen u. a. in der New York Times, dem New York Magazine und in The Village Voice. Es sind bis dato in Israel und in den USA 11 Kinderbücher von Merav Salomon erschienen. Unter ihren vielen Auszeichnungen ist auch der Sharet Foundation Prize. Für Eine Familienreise nach Berlin erhielt Merav Salomon in Israel bereits den Distinguished Award der Israeli Council for Art and Culture. Salomon ist die Leiterin der Abteilung Illustration an der Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem. 2009 ist von ihr in Deutschland erschienen: Eine Familienreise nach Berlin im Verlagshaus J. Frank | Berlin.

Felix Scheinberger studierte von 1993 bis 2000 in Hamburg Illustration bei Klaus Ensikat und Erhard Göttlicher und veröffentlichte später unter anderem bei der Büchergilde Gutenberg sowie bei Ravensburger. Bekanntheit erlangte er als Illustrator von Büchern, so etwa durch die Illustration von Paul Austers Im Land der letzten Dinge (2001) oder Thomas Manns Tod in Venedig (2005). Scheinberger hat in den letzten zehn Jahren über 50 Bücher veröffentlicht. Stilistisch zeichnet er sich durch eine fast karikaturhafte Überzeichnung von Personen und das Einfügen von Collageelementen aus. Auch als Dozent für Zeichnen und Illustration ist Felix Scheinberger aktiv: er lehrte u.a. an der HAW Hamburg und der FH Mainz. Von 2008 bis 2010 war Scheinberger Gastprofessor an der Bezalel Academy for Art and Design Jerusalem.

Gemeinsam mit dem Verlagshaus J.Frank | Berlin ist Felix Scheinberger Initiator des deutsch-israelischen Austausch Projektes „Alltag“. Felix Scheinberger ist seit 2008 Mitglied im Kuratorium der Literaturzeitschrift Belletristik. Zuletzt von Felix Scheinberger erschienen: Märchenland. Die Gebrüder Grimm in Israel.

Märchenland. Die Gebrüder Grimm in Israel
Die beteiligten Autoren setzten sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinander, brachten ihre prosaische Form auf eine lyrische Ebene und begaben sich in die mitunter ambivalenten Bereiche des kulturellen Gedächtnisses in Deutschland und Israel. In beiden Kulturen spielen Märchen eine bedeutende Rolle. Die Gedichte der deutschen und israelischen Autoren werden von den Illustrationen junger israelischer Künstler der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem ergänzt. Auch den Illustratoren unter der künstlerischen Leitung von Felix Scheinberger dienten die Originalmärchen als Inspirationsquelle; die Ergebnisse stehen gleichberechtigt neben den Gedichten.In Wort und Bild werden die Märchen ihrer Vergangenheit entrissen und inhaltlich wie formal in die Gegenwart überführt. Die Anthologie zeigt nicht zuletzt, dass den Themen der Märchen Urbilder zugrunde liegen, die – ganz ohne überbordende Interpretationsversuche – auch den heutigen Alltag in Israel und Deutschland zu spiegeln imstande sind; dies zeigt sich an den über zwanzig farbigen Illustrationen ebenso wie an den Gedichten.



Samstag, 17. April 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Volker Kaminski

Autorenlesung


Rückblicke müssen nicht immer verklärend sein - selbst wenn es um die trendigen "good old Seventies" geht. Vom Grotesken bis zum Unheimlichen reicht der Erzählerblick, der sowohl die eigene persönliche Geschichte als auch Zeitgeschichte einfängt. In zwei neuen Erzählungen (aus "Sprache im technischen Zeitalter") blickt der Autor in die Abgründe des Siedlungslebens am Rande der großen Städte. Zu sehen sind dabei Gift mischende Mütter, Hauswein produzierende Väter und Nachbarn, die wie lebende Mumien erscheinen. Aber Rettung lauert (und lauerte immer schon!) in der Musik. Aus der Anthologie Beat Stories (Verlag Blumenbar) stellt der Autor deshalb auch seinen Text zu der legendären Rockband Van der Graaf Generator vor. Dazu wird er in drei kurzen Hörbeispielen den Bogen von den Siebzigern bis zur aktuellen CD dieser Band schlagen.

Volker Kaminski, freier Autor, geboren 1958 in Karlsruhe, lebt in Berlin. Studium der Germanistik und Philosophie in Freiburg und Berlin. 1995 Teilnahme am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, Klagenfurt. Zahlreiche Stipendien, u.a. 1996 Alfred-Döblin-Stipendium, 1998 Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2008 Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben.

Zahlreiche journalistische und literarische Veröffentlichungen. Eigenständige Publikationen: Die letzte Prüfung (Novelle, Wagenbach 1994), Söhne Niemands (Roman, Volk und Welt 2000), Spurwechsel (Roman, DVA, 2001); außerdem zahlreiche Erzählungen, Aufsätze, Rezensionen, Glossen u.a. in Berliner Zeitung, Das Magazin, ndl, Sprache im technischen Zeitalter, Am Erker uvm.



Freitag, 23. April 2010, 18:30 Uhr, Eintritt frei
INSIDE Santa María

Holzschnitte von Florian Förster
Denis Abrahams liest Erzählungen von Juan Carlos Onetti


Die Ausstellung zeigt einen Zyklus von 12 Holzschnitten, die Elemente und Eindrücke aus Santa María, der fiktiven Stadt Juan Carlos Onettis, aufgreifen und in eigenständige Druckgraphiken übersetzen. Die Atmosphäre Santa Marías, mit ihren Wiederholungen, ihren sich überlagernden und gebrochenen Handlungen, der Gewalt und auch Zärtlichkeit beinflusste die Arbeit an den Holzschnitten.

Der Zyklus enstand im Laufe der letzten zehn Jahre und ist das Ergebnis einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit Onettis imaginärer Welt, ein Versuch, dieser näherzukommen und in sie einzudringen. Der Zyklus wird in der Lettrétage zum ersten mal in seiner Gesamtheit ausgestellt.

Florian Förster, geboren 1968 in Oldenburg, studierte 1989 bis 1993 in Liverpool und Manchester Kunst, Schwerpunkt Druckgrafik, lebt und arbeitet in Berlin. Einzelausstellungen u.a. im Goethe Institut Manchester, der Tib Lane Gallery, Manchester, der Berliner Philharmonie, der Sturovo Art Gallery in der Slowakei, in der Galerie Das Labor, Berlin, sowie in Gravura Brasileira, Sao Paulo.





Denis Abrahams geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.





Samstag, 24. April 2010, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Eisler und Heine

Schauspielerlesung mit Denis Abrahams, Vortrag von Arnold Pistiak
Eine Veranstaltung der Heinrich-Heine-Gesellschaft



Anders als viele Gedichte aus dem Buch der Lieder sind Heines Zeitgedichte von den Komponisten nicht sehr beachtet und vertont worden. Um so interessanter ist ein Blick auf jene drei Chorstücke nach Heine, die der Schönbergschüler Hanns Eisler um 1925 noch in Wien schrieb - vor seinem Umzug nach Berlin und vor der Entwicklung der Eislerschen "Kampfmusik".

Denis Abrahams liest zunächst von Eisler vertonte und andere Heine-Gedichte, anschließend Hält Arnold Pistiak einen Vortrag über Hanns Eislers Chorlieder nach Heinrich Heine.

Denis Abrahams geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.




Mittwoch, 28. April 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
from fairest creatures we desire
Eine Lesung in deutscher und englischer Sprache mit Matthias Müller-Lentrodt und Tom Bresemann


Shakespeares Sonette vermehren sich seit nunmehr 400 Jahren ungehemmt, sei es in poetischer Weiterschreibe, in literaturwissenschaftlicher oder biographistischer Rezeption, und, vor allem, in nicht abreißenden Übersetzungsversuchen, weltweit. Tatsächlich sind Shakespeares Sonette, nach den biblischen Psalmen, die meistübersetzten literarischen Texte überhaupt.

Tom Bresemann und Matthias Müller-Lentrodt lesen anläßlich des 400. Jahrestags der Sonnets-Erstausgabe einige der Übersetzungen, von Celan, George, Gildemeister und Regis. Aber auch moderne(re) Adaptionen werden zu Gehör genommen. Dass es dabei nicht immer bierernst (und vor allem nicht Biermannsch) zugehen wird, darf gerne angenommen sein.

Tom Bresemann, 1978 in Berlin geboren, wo er lebt. Studium der Neueren deutschen Philologie und Alten Geschichte, Veröffentlichung von Lyrik und Prosa in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Jahrbuch der Lyrik 09, NEUBUCH, Lyrik von Jetzt zwei, Alles ausser Tiernahrung, Covering Onetti (Prosa). Einzelpublikation: Makellos.Gedichte (2007). Übersetzung von Gedichte aus dem Schwedischen (Farg) und dem amerikanischen Englisch (Ashbury). Mitbegründer der S³ LiteraturWerke in Berlin, Mitherausgeber der Anthologie Wat los, Parzen? (2006).
www.myspace.com/makellos_gedichte

Matthias Müller-Lentrodt, 1964 in Remscheid geboren, studierte an den Universitäten Heidelberg, München, Wien und Berlin Theologie, Philosophie, Germanistik, Theater- und Filmwissenschaft und Kunstgeschichte und promovierte 1996 an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über die Poetik des elsässischen Dichters Yvan Goll (Poetik für eine brennende Welt. Zonen der Poetik Yvan Golls im Kontext der europäischen Avantgarde, Bern u.a. 1997). Er lehrte an der Berliner Freien Universität und von 1996 bis 1998 an der Pariser Sorbonne deutsche Literaturgeschichte und Sprache. Matthias Müller-Lentrodt publizierte Gedichte und Aufsätze in verschiedenen Literatur- und Kunstzeitschriften. Seit mehr als sieben Jahren führt er Studien- und Kunstreisen in Frankreich und Italien im Auftrag von Dumont/Klingenstein und Studiosus.



Lettrétage - Das junge Literaturhaus