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März


Samstag, 5. März 2011, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
lauter niemand

Zeitschriftenpräsentation mit Catherine Hales, Katrin Heinau, Rery Maldonado und Clemens Kuhnert


Für alle Freunde neuer Literatur: lauter niemand, die Berliner Zeitschrift für Lyrik und Prosa und noch dazu eine der auflagenstärksten Literaturzeitschriften in Deutschland, stellt sich im Vorfeld der Buchmesse mit Gedichten veröffentlichter DichterInnen vor. Man darf gespannt sein auf eine Lesung u.a. mit nichtmuttersprachlicher Lyrik, selbstverständlich in guten Übersetzungen.

Catherine Hales wuchs in der Nähe der Thames in Surrey auf und lebt nun (nach ein paar Jahren in Norwich und Stuttgart) nah der Spree in Berlin. Sie arbeitet als freiberufliche Übersetzerin. Ihre Poesie und ihre Übersetzungen sind schon in vielen Zeitschriften erschienen, darunter "Shearsman", "Tears in the Fence", "Poetry Salzburg Review", "Fire", "Stride", "Haiku Quarterly", "Great Works" und "Shadowtrain". Sie ist an der Organisation von "Poetry Hearings", dem Berliner Festival englischsprachiger Poesie beteiligt und wurde von dem ExBerliner Magazin als "Berliner Poesie-Schwergewicht" beschrieben. Catherine Hales´ "out of time" erschien 2006, später kam "harzard or fall". Ihre Arbeiten wurde außerdem in der Anthologie "Infinite Difference" veröffentlicht.

Katrin Heinau wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik an der FU Berlin. Sie war Angestellte in einem wissenschaftlichen Buchantiquariat und arbeitete als Dramaturgin für Freie Gruppen. Nach einer Schauspielausbildung und Auftritte in der Berliner Freien Szene und nach einer Zusammenarbeit mit der Theatergruppe Mäanda, begann sie eine Weiterbildung zur Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Zum Broterwerb arbeitet sie an Sprachschulen. Katrin Heinau schreibt Prosa, Theatertexte und Gedichte. Sie lebt in Berlin.

Rery Maldonado wurde 1976 in Tarija (Bolivien) geboren. Seit 1995 veröffentlicht sie regelmäßig Gedichte, Kurzprosa, Essays und Übersetzungen in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien in Lateinamerika und Europa. Seit 1997 lebt sie in Berlin, wo sie als Arbeiterin, Buchhändlerin und Vertreterin für eine Kunstzeitschrift gearbeitet hat. Ihr Gedichtband Andar por casa wurde von Eloisa Cartonera 2007 in Berlin veröffentlicht und 2009 von Yerba Mala Cartonera in Bolivien wieder verlegt. 2010 wird es in Uruguay erscheinen. 2009 wurde ihr Dossier „Selecciones Afectivas“ gemeinsam mit sechs zeitgenössischen Dichtern der lateinamerikanischen Diaspora in Europa in der Zeitschrift Grumo (Buenos Aires/ Rio de Janeiro) veröffentlicht. 2010 ist ein Sonderausgabe des Magazin Metropolis in Mexiko mit ihren Übersetzungen von Jörg Fauser verlegt. Einige ihrer Texten sind ins Deutsch, Italienisch, Portugiesich und Schwedisch übersetzt worden.

Clemens Kuhnert wurde 1965 in Berlin geboren. Er arbeitete nach dem Studium an der TU in München als Architekt in einigen bekannten Berliner Büros und dies seit 2003 als Master of Science in Internationalem Baumanagement. Er war Mitbegründer und bis 1996 Mitherausgeber der Literaturzeitung TORSO in München. Seit 1996 ist er Mitbegründer und Mitorganisator der Berliner Autoreninitiative "lauter niemand" und der gleichnamigen Literaturzeitung und des Literaturlabors und vieler ihrer Projekte und Lesungen. 2008 ist von ihm der Gedichtband tina die teilzeitstewardess erschienen. Seine Gedichte sind in verschiedenen Anthologien erschienen, so z.B. im "Jahrbuch der Lrik 2005" und in "L´amour au temps de l´UE".



Samstag, 12. März 2011, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Flamingos besteigen das Matterhorn

Lesung und Elektroakustik


Nach Gastspielen am Goethe Institut Budapest, im Theater Spielraum Wien, im "noch besser leben" in Leipzig sowie am LOT-Theater Braunschweig ist die Künstlergruppe "erweiterte zugeständnisse" nun erstmals auch in Berlin zu Gast – mit ihrem Programm Flamingos besteigen das Matterhorn. Die Schauspielerin Verena Noll interpretiert Kurzgeschichten der Leipziger Autorin Friederike Köpf. Die Texte loten zwischenmenschliche Beziehungen aus, fragen nach Lebensentwürfen, decken Abgründe auf. Die elektroakustischen Kompositionen von Robert Rehnig umrahmen die Lesung, schaffen eine begleitende Atmosphäre und setzen die Inhalte der Texte auf assoziativer Ebene fort.

erweiterte zugeständnisse wurde 2008 in Leipzig von der Autorin Friederike Köpf, der Schauspielerin Verena Noll und dem Elektroakustiker Robert Rehnig gegründet.

Foto: Inken Bornholt

Friederike Köpf (*1976) studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig sowie Philosophie in Leipzig und Wien. Sie arbeitet als freie Autorin und Regisseurin für Theater und Film. Zahlreiche Inszenierungen in der freien Szene, Gastspiele zuletzt in Braunschweig, Budapest (Goethe Institut), Dresden und Wien. Ihre Drehbücher Summertime Blues und Der Froschkönig (beide zusammen mit Uschi Reich) wurden von der Bavaria Filmverleih München verfilmt. Bühnenmanuskripte beim Stückgut Bühnen- und Musikverlag München. Weitere Veröffentlichungen (Prosa, Lyrik) in Anthologien.

www.friederike-koepf.de


Robert Rehnig (*1977) studierte Klavier in Leipzig sowie Elektroakustische Komposition und Klangkunst in und Montréal. Zu seinen Arbeiten zählen Installationen, Mehrkanal-Kompositionen sowie Bühnenmusiken. Seit 2008 bildet die Improvisierte Elektroakustische Musik einen weiteren Schwerpunkt. In den letzten Jahren wurden Werke u.a. präsentiert in Athen (Navarinou-and-Pigs-Park), Dresden (Projektzentrum für zeitgenössische Kunst Motorenhalle), Montréal (Harvest Moon Festival), Weimar (Frühjahrstage für Zeitgenössische Musik) und Wien (Künstlerhaus Wien / sound:frame Festival).

www.robert-rehnig.com



Montag, 21. März 2011, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Mary Jo Bang: Eskapaden
Kevin Prufer: Wir wollten Amerika finden

Zweisprachige Lesung


Mary Jo Bangs Dichtung ist abenteuerlustig und dynamisch, jedes ihrer Bücher findet eigene Töne, Protagonisten und Atmosphären. Ihre Sprecher und Figuren sind amorphe Kreaturen zwischen Rollen und Perspektiven, sie verkörpern die Ambiguitäten postmoderner Wahrnehmung. Sie schafft Parallelwelten voller Wiederekennungsmomente, denen Assoziationsbögen zwischen Freud, Plato, Cher und Alice im Wunderland aufgeschlagen werden. Die Gedichte Bangs sind facettenreiche Bilder gegenwärtigen Lebens und dessen messerscharfe Sektion.
"Mein Imperium fiel wie ein Blutstropfen ins Gras" Kevin Prufers Gedichte sind Expeditionsunternehmen in ein zerrissenes, um seine Träume und Selbstbilder gebrachtes Amerika. Er hat das politische Gedicht für die Popmoderne reaktiviert und schafft es dennoch in diesem Waste Land des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts die eigentliche Poesie des Menschseins zu feiern.

Mary Jo Bang wurde 1946 in Waynesville, Missouri geboren. Sie studierte zunächst Soziologie, arbeitete dann einige Jahre als Hilfsärztin, studierte Fotografie in London und Jahre später Creative Writing an der "Columbia University". Ihr erster Gedichtband erschien 1997 und gewann den Katharine Bakeless Nason Prize. Von 1995 bis 2005 betreute sie gemeinsam mit Timothy Donnelly die Lyriksparte der Boston Review. Zahlreiche Fellowships und Preise, darunter ein Pushcart Prize und ein Guggenheim Fellowship. 2007 gewann sie den bedeutenden National Book Critics Circle Award für ihren Band Elegy, der von der New York Times zu einem der wichtigsten Bücher des Jahres ernannt wurde. Ihre Gedichte wurden vielfach anthologisiert und erscheinen in zahlreichen Zeitschriften wie Poetry, der New York Times und in der jährlich erscheinenden Anthologie The Best American Poetry. Sie lebt und lehrt in St. Louis, Missouri.

Kevin Prufer wurde 1969 in Cleveland, Ohio geboren. Er studierte an den Universitäten Wesleyan, Hollins und Washington. Er hat vier Gedichtbände veröffentlicht. Daneben zählt er zu den wichtigsten Herausgebern zeitgenössischer Lyrikanthologien: New European Poets, The New Young American Poets und Dark Horses: Poets on Overlooked Poems. Er ist Redakteur der einflussreichen Zeitschriften Pleiades und American Book Review und ist zudem Vizepräsident des National Book Critics Circle. Er lebt in Warrensburg, Missouri.



Samstag, 26. März 2011, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
g13: hall & rauch

lesung mit rebecca ciesielski, max czollek, paula glamann, helene könau, alexander makowka, tristan marquardt, maria natt, can pestanli, friederike scheffler, lea schneider, linus westheuser, nele wolter, yin tsan, ilja winther
in szene gesetzt von tea kolbe


g13, ein wohnzimmerkonspirativ junger lyriker_innen, extrahiert seit 2009 neueste fluten wortgewalt und bierreste aus plattgesessenen teppichflusen. 14stimmig von versneid bis weltgeltung: wir finden uns irgendwo zwischen paradies und späti, zwischen tel aviv, shanghai, oldenburg, london, jena, liège, münchen und friedrichshain. gemeinsam stellen wir uns jetzt einen abend lang vor papierwände, treten erste türen ein, lassen die szene knirschen und rauchen zeichen: texte über strukturapokalpysen, popsong-monopole, brennende heidschnucken und ein paar verkappte feen. von 8-bit-symphonien, biermantras, titellosem und großen würfen bleibt: hall & rauch aus zwei jahren auf dem papier eines abends.

am 26. märz in der lettrétage /// vorschmecken auf: gdreizehn.wordpress.com



Donnerstag, 31. März 2011, 19:30 Uhr, Eintritt frei!
Hans Helmich: Stadt der Spitzel

Buchpremiere
In Zusammenarbeit mit der Krimibuchhandlung HAMMETT


Im winterlichen Berlin kommt es zu einem grausigen Fund. In einem alten Wohnhaus werden menschliche Knochen im düsteren Keller gefunden – eingemauert. Als der Fernsehjournalist Martin Pollock von einem anonymen Anrufer den Tipp erhält, dass an dieser Geschichte mehr dran ist, ist seine Neugierde geweckt.

Während die Polizei den Fall nur mit mäßigem Interesse verfolgt, stößt Pollock auf Spuren, die ihn in die Berliner Hausbesetzer-Szene der 70er und 80er Jahre führen. Doch seine Nachforschungen bleiben nicht unbemerkt. Pollock gerät in das Visier undurchsichtiger Mächte. Welche Rolle spielt der geheimnisvolle Russe in diesem Fall? Und wie weit reicht der Arm des ehemals übermächtigen KGB? Der Kalte Krieg scheint noch lange nicht überwunden und fordert weitere Opfer ...

Man kann sich sehr wohl die Frage stellen, wie so manche TV-Karriere zustande gekommen ist. Hans Helmich stellt diese Frage mit den Mitteln des Kriminalromans auf sehr hintergründige und spannende Weise.
Frank Plasberg

Hans Helmich, geboren 1966, hat schon viel von der Medienwelt gesehen. Als Student der Politischen Wissenschaft an der FU Berlin kam er den Spionagetätigkeiten der Sowjetunion gefährlich nahe. Er arbeitete u. a. bereits als Politikredakteur für den Tagesspiegel, als Redakteur im ARD-Studio Warschau, für die ARD-Talkshow „Hart aber fair”. Heute ist er Redakteur bei DW-TV (Deutsche Welle), dem Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland. Stadt der Spitzel ist sein Krimi-Debüt.



Lettrétage - Das junge Literaturhaus