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Lesereihen
März 2009
Samstag, 7. März 2009, 20 Uhr, Eintritt 5 €
Neue Einkaufsgedichte
Katrin Heinau liest aktuelle Lyrik und Prosa
Katrin Heinau liest aus Neue Einkaufsgedichte und stellt
unveröffentlichte Prosa vor.
Katrin Heinau (*1965 in Berlin) studierte Literaturwissenschaft,
arbeitete als Antiquarin und Dramaturgin,
nach Schauspielausbildung auch als Schauspielerin in der Freien Szene.
Erwerbsarbeit zuletzt als Lehrerin
für Deutsch als Fremdsprache. Katrin Heinau schreibt Prosa,
Theatertexte und Gedichte. Sie lebt in Berlin.
Veröffentlichungen (Auswahl): Evakuierung. Roman (2006); Der Papst ist ein Schwede. Erzählung (2007);
Vendelzeit. Hörspiel/Hörbuch (2008); Neue Einkaufsgedichte (2008)
Meine
chicken wings
sind zu fettig
ich sage
too oily
und erkenne mich mit all meinem Falsch
Sonntag, 8. März 2009, 16 Uhr, Eintritt frei
Hast Du noch Worte?
Ein lyrisches Geschnipsel für Kinder und Erwachsene
Seit Jahrhunderten tun die Dichter nichts anderes als Worte zu Versen, Verse zu Strophen und Strophen zu Gedichten
zu formen. Das Ergebnis ihrer Bemühungen wird in Bücher gedruckt – es verdient also höchsten Respekt! Einerseits.
Andererseits: Manches ist im Laufe der Zeit geschrieben worden, was noch einen letzten Feinschliff vertragen
könnte. Wer wollte nicht schon einmal Hand anlegen an die hehren deutschen Klassiker, wer wollte nicht schon
einmal bei mancher allzu epische geratener Ballade die Schere ansetzen, und sei es auch nur, um ein Wort
auszuschneiden und mit nach Hause zu nehmen, um es für sich zu behalten? Wir trauen uns: Wir berauben deutsche
Lyriker ihrer Worte. Das wäre doch gelacht, wenn man in der deutschen Lyrik nicht alles anders, und viel besser
machen könnte!
Gedichte sind für alle da!
Die schönsten neu kombinierten Gedichte werden mit einem Buchpreis prämiert.
Im Rahmen des Printemps des Poètes Berlin 09
Montag, 16. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
FILADRËSSA 04
Kontexte der Südtiroler Literatur
Der Herausgeber Martin Hanni stellt die aktuelle Ausgabe der vielschichtigen Literaturzeitschrift vor. Die Autorinnen Margareth Obexer und Lissy Pernthaler
lesen aus der jüngsten Ausgabe, welche sich dem Thema „Scheitern“ widmet, sowie neue Texte.
Die literarische Jahreszeitschrift FILADRËSSA stellt in der vierten Ausgabe das Phänomen des „Scheiterns“ subtil in den Raum und entwirft anhand
verschiedenster Ausdrucksformen ein vielschichtiges Bild „zu Fall gekommener Ideale“. Ausgehend vom Schaffenswerk des beinahe in Vergessenheit geratenen
Südtiroler Lyrikers und Übersetzers Klaus Menapace wird eine Annäherung an das komplexe Thema versucht. Mit nur 36 Jahren machte Klaus Menapace 1990
seinem Leben ein Ende, ohne jemals den Durchbruch geschafft zu haben. Der Berliner Autor Ulrich Zieger hat den Lyriker noch wenige Tage vor seinem Ableben
kennengelernt. In FILADRËSSA ist ein älterer Text Ziegers vertreten, in welchem er den Tod des Lyrikers literarisch eingearbeitet hat.
FILADRËSSA
Margareth Obexer, geboren 1970 in Brixen, Studium der Philosophie und Romanistik in Wien und Berlin, Autorin von Theaterstücken, Hörspielen,
Erzählungen und Essays. Lebt in Berlin.
Lissy Pernthaler, geboren 1983 in Bozen, Schauspielstudium in Berlin, freie Schauspielerin und Performancekünstlerin.
Freitag, 20. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Grumo. Kultur und Denken
Präsentation der Zeitschrift in spanischer und deutscher Sprache
Grenzen und Kulturen überschreiben: Grumo, Kultur und Denken, 2002 gegründet, zählt mittlerweile zu den renommiertesten transnationale
Zeitschriften zwischen Akademie und künstlerischer Praxis in Südamerika. Initiiert von Mario Cámara, Paloma Vidal und Diana Klinger, wird das Magazin in
Buenos Aires, Rio de Janeiro und Sao Pablo auf Spanisch und Portugiesisch herausgegeben. Für die aktuelle Ausgabe hat die in Berlin lebende Bolivianerin
Rery Maldonado ein Dossier über die neue lateinamerikanische Dichtung in der europäischen Diaspora zusammengestellt. Illustriert ist Grumo 7 mit
Fotografien des Berliner Autors und Übersetzers Timo Berger.
Am 20. März stellen sich Grumo und vier Dichterinnen und Dichter in der Léttretage Berlin vor: Es lesen Diego Iturriza (Argentinien), Rery Maldonaldo
(Bolivien), Eduardo Fariña (Chile) und Diego Palmath (Peru). Die deutschen Übersetzungen werden von Denis Abrahams gelesen. Die Moderation übernimmt
Katharina Deloglu. Mit subkontinentaler Diashow.
Diego Iturriza, geboren 1970 in Buenos Aires/ Argentinien. Im Alter von 28 Jahren zog er nach Mexiko, wo er sechs Jahre lang als Librettist
und Ghostwriter für Romane arbeitete. Seinen heutigen Lebensmittelpunkt Berlin wählte er, weil er eine Zeit außerhalb des Spanisch brauchte. Seine erster
Gedichtband heißt Punta Rosita.
Rery Maldonado, geboren 1976 in Tarija, Bolivien. 1997 zog sie nach Berlin und hat seitdem die Freie Republik Kreuzberg praktisch nie verlassen.
Sie arbeitet für verschiedene Medien, organisiert Lesungen und übt verschiedene Berufe und Berufungen aus. Ihr Gedichtband Andar por casa erschien
2008.
Eduardo Fariña, geboren 1982 in Santiago. Seit 2004 lebt er in Zaragoza/ Spanien. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften in Spanien und
Lateinamerika und ist Mitorganisator des hispanoamerikanischen Schriftstellertreffens „La Piedra en el Charco“ in Teruel. Sein Gedichtband Cuestión de
Temperatura erschien 2008 in Zaragoza.
Diego Palmath, geboren 1977 in Lima, lebt in Zaragoza/ Spanien. Zusammen mit Eduardo Farina und Nacho Escuín organisierte er das
hispanoamerikanische Schriftstellertreffen “La piedra en el Charco” in Teruel. Außerdem ist er Herausgeber des Blogzines La Caja Nocturna.
Im Anschluss an die Lesung laden wir ein zum Konzert der Band Sudaka Power in der Junction Bar ab 22:30. Mit Eintrittskarte für die Lesung erhält man
einen Euro Rabatt fürs Konzert.
Samstag, 21. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Das Geständnis des Fleischhauers
Hussain Al-Mozany liest aus seinem aktuellen Roman
Gefördert von der Robert-Bosch-Stiftung
Hussain Allak Al-Mozany, geboren 1954 in Amarah/Irak. Wuchs in Bagdad auf. Nach dem Schulabschluss
verließ er aus politischen Gründen sein Land und ging 1978 in den Libanon.
In Beirut war er als Redakteur verschiedener arabischen Zeitungen tätig.
1980 Übersiedlung nach Deutschland. Studium der Arabistik, Islamwissenschaft,
Germanistik und Publizistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
und der Universität Ain Shams in Kairo, Magisterabschluss.
Durchführung von Arabisch-Sprachkursen und Übersetzungswerkstätten in verschiedenen Sprachinstituten
und Bildungseinrichtungen. Er lebt in Berlin als freiberuflicher Schriftsteller, Übersetzer und Journalist
(Beiträge u.a. für die F.A.Z., DIE WELT, Berliner Zeitung, taz). 2003 erhielt er den
Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis. Mitherausgeber der Literaturzeitschriften »Uyun« (Beirut) und »Mesopotamien« (Genf) und Freier
Mitarbeiter der Deutschen Welle TV (Berlin).
Dienstag, 24. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Der arme Schwätzer
Dem spanischen Essayisten Mariano José de Larra zum 200. Geburtstag: Entdeckung eines großen Unbekannten (I)
Es lesen und sprechen: Denis Abrahams (Schauspieler), Javier Sánchez-Arjona (Literaturwissenschaftler) und Katharina Deloglu (Konzeption und Moderation)
Mit freundlicher Unterstützung des spanischen Kulturministeriums und der Stiftung Rosenbaum, Berlin.
Mariano José de Larra zählt mit seinen
satirisch-kritischen Milieustudien, politischen Polemiken und Theaterkritiken zu den bedeutendsten Essayisten der spanischen Literatur.
In Deutschland dagegen ist er bis heute vollkommen unbekannt geblieben: Gerade einmal vier übersetzte Essays finden sich in deutschsprachigen
Anthologien der vergangenen zwei Jahrhunderte. Die Lettrétage nimmt den 200. Geburtstag dieses großen Unbekannten zum Anlass, ihn erstmalig dem
deutschen Publikum vorzustellen. Dafür wurden zwei seiner bedeutendsten Essays, „Das Cafe“ und „Alle Welt trägt Masken“, von Stefan Degenkolbe
und Katharina Deloglu erstmalig ins Deutsche übersetzt.
Mariano José de Larra wird 1809 in Madrid geboren, verbringt vier Jahre seiner Kindheit in Frankreich – der Vater ist Militärarzt im Dienst
Napoleons – und beginnt in Spanien ein Medizinstudium, das er später abbricht. Als kosmopolitischer, adeliger Dandy schreibt er in den literarischen
Zirkeln der Metropole seine „artículos“, führt ein unstetes Leben als Redakteur verschiedener Zeitschriften und wechselt auch politisch das Lager vom
polemischen Progressiven zum moderaten Liberalen. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie firmiert er in verschiedenen Zeitungen mit den Pseudonymen
„satirischer Kobold“ und „armer Schwätzer“.
Nach der Lesung mit Schauspieler Denis Abrahams folgt ein Literaturgespräch über Larra mit dem Literaturwissenschaftler Javier Sánchez-Arjona.
Freitag, 27. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Die satirischen Kobolde: Larra & Heine – Eine literarische Begegnung, die so nie stattfand
Dem spanischen Essayisten Mariano José de Larra zum 200. Geburtstag: Entdeckung eines großen Unbekannten (II)
Es lesen und sprechen: Denis Abrahams (Schauspieler), Javier Sánchez-Arjona (Literaturwissenschaftler) und Katharina Deloglu (Konzeption und Moderation)
In Kooperation mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft
Mit freundlicher Unterstützung des spanischen Kulturministeriums und der Stiftung Rosenbaum, Berlin.
Scharfzüngig, polemisch und aufklärerisch waren sie, und immer wieder blickten sie von Frankreich aus auf das eigene Land: Larra und Heine, moderne
Europäer des 19. Jahrhunderts, waren Verwandte im Geist. Als „spanischer Heine“ wird Larra von deutschen Romanisten zuweilen bezeichnet, aber was ist
dran an diesem Vergleich? Die Lettrétage macht möglich, was in der Literaturgeschichte nie stattgefunden hat: eine Begegnung der Autoren durch ihre Texte,
ein Dialog von Feder zu Feder, der schon beim Zuhören greifbar macht, was die „satirischen Kobolde“ (so ein Pseudonym Larras) miteinander verbindet.
Schauspieler Denis Abrahams schlägt dafür die richtige Tonlage an und Literaturwissenschaftler Javier Sánchez-Arjona rückt diesen Dialog der Kobolde
danach ins rechte Licht.
Mariano José de Larra wird 1809 in Madrid geboren, verbringt vier Jahre seiner Kindheit in Frankreich – der Vater ist Militärarzt im Dienst
Napoleons – und beginnt in Spanien ein Medizinstudium, das er später abbricht. Als kosmopolitischer, adeliger Dandy schreibt er in den literarischen
Zirkeln der Metropole seine „artículos“, führt ein unstetes Leben als Redakteur verschiedener Zeitschriften und wechselt auch politisch das Lager vom
polemischen Progressiven zum moderaten Liberalen. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie firmiert er in verschiedenen Zeitungen mit den Pseudonymen
„satirischer Kobold“ und „armer Schwätzer“.
Montag, 30. März 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Das Rauschen der Fossilien
Zu Gast in der Lettrétage: Olli Heikkonen (Finnland)
Jan Wagner und Ulrike Draesner lesen ihre Übertragungen
Moderation: Tom Bresemann
Ob Laika, der erste Hund im All, vergessen dort weiterbellt, ein versteinerter Wald rauscht und der eisige Himmel poltert; ob Versorgungswege von den
Plänen verschwinden, ein Gott aus Holz im Feuer knackt oder Elche über eine Lichtung laufen, den Mond zwischen den Zähnen – Olli Heikkonen verwebt
kühne Naturbilder mit der krummen Schönheit der Technik. Seine Gedichte sind klar, sinnlich, von weltumarmendem Witz. Geschichtsformationen blitzen auf,
wenn Ruderschläge Jahrhunderte durchrauschen, und die Zukunft von früher ist heute schon Vergangenheit: „Der Sputnik pfeift, und der Mensch fällt durchs
All in immer kältere Schichten. [...] Nur das sterile Licht des Kronleuchters / bleibt, die Welt zu liebkosen.“ Oder die Kraft solcher Gedichte.
Olli Heikkonen, 1965 in Kontiolahti im Osten
Finnlands geboren, lebt in Helsinki und ist zur Zeit Stipendiat in Berlin. Drei Gedichtbände sind bisher von ihm erschienen, Jakutian aurinko
(„Jakutiens Sonne“, Tammi Verlag, 2000), Kuinka maa muuttui musiikiksi („Wie das Land sich in Musik verwandelt“, Tammi, 2003) und Jäätikön ääri
(„Der Rand des Gletschers”, Tammi, 2007). „Jakutiens Sonne“ wurde als bester Debütbuch des Jahres 2000 mit dem Literaturpreis der größten finnischen
Tageszeitung „Helsingin Sanomat“ ausgezeichnet. Zahlreiche Stipendien und Förderpreise folgten, u.a. von der Finnische Zentralkommission für Kunst,
die Finnische Kulturstiftung und der Alfred Kordelin Stiftung. Olli Heikkonens Gedichte wurden in mehr als 10 Sprachen übersetzt. Neben Gedichten
schreibt er Essays und Aufsätze.
Der Dichter Jan Wagner und die Autorin Ulrike Draesner lesen ihre eigenen Übertragungen und neuere Übersetzungen von Stefan Moster. Die Lesung gibt
einen zweisprachigen Einblick in alle Werkabschnitte des Autors.
Eine Veranstaltung des Texttonlabels KOOK und der Lettrétage Berlin.
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