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Dezember 2011


Donnerstag, 1. Dezember 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 3 Euro
Nach jung offen... (IV)

Ulf Stolterfoht präsentiert Tristan Marquardt


Foto: Ayse Yavas

Ulf Stolterfoht, geboren 1963, lebt als Lyriker und Übersetzer in Berlin. Nach mehreren Gedichtbänden bei Urs Engeler Editior erschien von ihm zuletzt ammengespräche (roughbooks 2010) und die Übersetzung von Tom Raworth' Gedichten Logbuch (Wunderhorn 2011). Stolterfoht ist Mitglied der Lyrikknappschaft Schöneberg und des Kollektivs Das Weibchen. Außerdem betreibt er im Internet das System BRUETERICH (ulfstolterfoht.wordpress.com). Er wurde u.a. mit dem Heimrad-Bäcker-Preis 2011, dem Peter-Huchel-Preis 2008 und dem Anna-Seghers-Preis 2005 ausgezeichnet.


Foto: Katja Zimmermann

Tristan Marquardt, geboren 1987 in Göttingen, lebt in München und Zürich und ist Mitglied des Berliner Lyrikzirkels G13 (gdreizehn.wordpress.com), dessen Mitgründer er 2009 war. 2009/2010 Teilnahme an den open poems der Literaturwerkstatt Berlin. 2010 Einladung zum poesiefestival berlin und zum Festival Localize in Potsdam, 2011 zum Festival Ars Poetica in Bratislava und Košice (Slowakei). Publikationen in Zeitschriften.




Eine Lesereihe des Texttonlabel KOOK. Gefördert durch: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Unser Medienpartner:







Samstag, 3. Dezember 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/Erm. 4 Euro
Die Dunkelheit knistert wie Kandis

Autorenlesung mit Hellmuth Opitz und Lutz Steinbrück


Natürlich ist die Realität der Stoff, aus dem die Gedichte von Hellmuth Opitz sind. Aber wie er das scheinbar mühelos hinwirft, wie er jedes Wirklichkeitsmolekül mit poetischem Wunder und unvergesslichen Bildern auflädt – ganz gleich, ob es um die großen Themen Liebe, Leben, Tod oder um banale Haushaltsgegenstände geht – das macht ihm so leicht niemand nach. Ihm gelingt es sogar, diese Bilder beim Vortrag zu evozieren – und das auf im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtende Weise.

Steinbrück scheut sich nicht, gesellschaftliche Realitäten in ebenso klarer wie scharfer Sprache aufzugreifen und diese in einem Zerrspiegel ad absurdum zu führen: wir sind auf Kurs / und es ist an der Zeit / unter Deck aufzutauchen / um einzuschlafen. Eine Lyrik, die souverän ihrer eigenen Logik folgt und weit davon entfernt ist, in moralisierende oder agitatorische Banalitäten abzudriften. Kein selbstgewisses lyrisches Ich, kein Agitieren von einem sicheren Standpunkt aus. Stattdessen entwirft Steinbrück surrealistische Szenarios auf der Höhe der Zeit mit dichtem Blick auf das Alltägliche. Scheinbare Gewissheiten, die sich auflösen, Perspektiven, die gebrochen werden und pointierte Devisen, gerne als ironische Aufforderung zur Leichtigkeit, wenn es etwa heißt: bitte nehmen Sie / ihr Leben doch / nicht zu persönlich.

Hellmuth Opitz, geboren 1959, lebt in Bielefeld. Nach dem Studium zunächst Arbeit als Stadtmagazin- und Musikjournalist für Magazine wie Rolling Stone und Musikexpress, seitdem Creative Director einer Werbeagentur. Mehrere Gedichtbände, zuletzt Die Sekunden vor Augenaufschlag (Pendragon-Verlag 2006) und jetzt neu: Die Dunkelheit knistert wie Kandis (Pendragon-Verlag 2011).





Foto: Ian Blumers

Lutz Steinbrück, geboren 1972 in Bremen. Studierte Germanistik und Anglistik in Oldenburg/Niedersachsen. Seine Magisterarbeit Fremde Heimat über Vechta in der Lyrik Rolf Dieter Brinkmanns erschien 2007 im Oldenburger BIS-Verlag. Seit 2004 lebt er in Berlin. Schreibt Lyrik, Artikel für Print- und Onlinemedien und macht Musik mit der Band Nördliche Gärten. Im September 2008 erschien sein erster Lyrikband Fluchtpunkt: Perspektiven im Lunardi Verlag (Berlin). Sein zweiter Gedichtband Blickdicht folgte im März 2011 im Verlagshaus J. Frank (Berlin). Einzel-Veröffentlichung von Gedichten in den Zeitschriften (u.a. Poet, Ostragehege, lauter niemand, außerdem, randnummer), in Anthologien (u.a. Deutscher Lyrikkalender 2011, 2012, Versnetze 3 & 4) sowie in Online-Portalen (u.a. Poetenladen, Fixpoetry, Lyrikmail). Nominierung für die 2. Lesung des Münchner Lyrikpreises 2011.


Mittwoch, 7. Dezember 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/Erm. 4 Euro
"Freue sich wer kann der Stunde"

Italienische und französische Meistersonette der Renaissance, ausgewählt und vorgetragen von Matthias Müller-Lentrodt


Die Liebesdichtung der Renaissance hat in Italien und Frankreich ihren ergreifendsten Ausdruck gefunden in den Sonetten von Michelangelo und Vittoria Colonna, Gaspara Stampa und Torquato Tasso, Pierre de Ronsard und Joachim du Bellay. Mit Petrarca nimmt die Tradition der Liebesklage ihren Anfang, die Themen um Lebenslust und Leid, Verlust und Verherrlichung der Geliebten werden in vielen Facetten variiert, und das Sonett erlebt an den Höfen der Fürsten eine nie gekannte Blütezeit. Der poetische Reigen der Renaissance soll in tänzerisch-spielerischer Weise das mal heitere, mal herbe Lebensgefühl dieser Epoche heraufbeschwören.

Dr. Matthias Müller-Lentrodt (*1964 in Remscheid) ist promovierter Literaturwissenschaftler und passionierter Poet. Er lehrte Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin und war Lektor an der Sorbonne. Für die Lettrétage hat er bereits drei französische Dichtersoiréen zu Francois Villon, Charles Baudelaire und Arthur Rimbaud gestaltet und einen Abend mit Sonetten von Shakespeare. Außerdem ist er als Dozent für Kulturgeschichte und Landeskunde an der Urania tätig.




Samstag, 10. Dezember 2011, 18:00 bis 21:30 Uhr, Eintritt frei
Alle Jahre wieder!

Weihnachtsbasar, Lesung und gemeinsame Fertigung der Anthologie Im Heiligkeitsgedränge
Mit Daniela Seel, Georg Leß und Tom Bresemann


„Was könnte es für ein stilvolleres Geschenk geben, als Handgemachtes mit Gedichten darin? (...) Mal besinnlich, mal kritisch frech beweisen sie, dass Weihnachten mehr sein kann, als jährliche Pflichterfüllung. Eine gelungene Einladung zur Gegenwart!“ Blickpunkt:KMU (über Im Heiligkeitsgedränge)

Wie jedes Jahr produzieren wir individuelle Exemplare unserer Anthologie mit Gegenwartsgedichten zum Thema: Weihnachten.

Für vorweihnachtliche Besinnlichkeit sorgt die Lesung ausgewählter Texte des Bandes u.a. von Daniela Seel, Andreas Altmann, Kurt Drawert, Georg Leß und Nora Bossong.

Nadel und Faden, Kaffee, Glühwein und Weihnachtsplätzchen sind vorhanden. Bringen Sie Ihre Hände mit!

Doch das soll noch nicht alles gewesen sein: Sollten Sie noch nicht alle Weihnachtsgeschenke im Schatzkästlein haben, dann bietet sich hier die ideale Gelegenheit, unter der erlesenen persönlichen Jahresauswahl des Lettrétage-Teams, ausgewählten weiteren Titeln und handgemachtem Lettrétage-Weihnachtsschmuck etwas zu finden und damit zugleich die Lettrétage zu unterstützen.











Mittwoch, 14. Dezember 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 4,- Eur
Welche Farbe hat Berlin?

David Wagner liest aus seinem neuen Buch und präsentiert mit Studierenden der FU die Anthologie: Berlin Webcam


David Wagner wandert durch die Stadt, allein, manchmal in Begleitung. Was ist die Stadt? Wie lässt sie sich beschreiben? Immer wieder stößt er auf die Trümmer der deutschen Geschichte. Wagner erzählt, wie sehr sich die Stadt in den letzten zehn Jahren verändert hat. Er macht ein Praktikum als Türsteher in der Flittchen Bar, trifft die Füchse auf der Pfaueninsel und einen müden Bürgermeister neben einem Bärenkostüm. Er spaziert durch die Randgebiete und durch den alten Westen. Er geht die Baustellen ab und erinnert sich an Baulücken. David Wagner läuft seit zwanzig Jahren kreuz und quer durch Berlin. Er ist ein Stadtwanderer, „in Halbtrance, gepaart mit dem Willen zur illusionslosen Genauigkeit“, wie die Wochenzeitung Die Zeit meinte. Welche Farbe hat Berlin? versammelt größtenteils unveröffentlichte Texte, die in den letzten Jahren entstanden sind.

Vergangenes Wintersemester leitete Wagner an der Freien Universität Berlin das Seminar „Poetische Topographie oder wie lässt sich die Stadt beschreiben?“. Ergebnis des Seminars ist die Sammlung von Texten der Studierenden namens Berlin Webcam, mit „teils zauberhafte[n], teils nachdenkliche[n] Kurzgeschichten“ zu Berlin. Die Autoren zeigen in ihren kleinen, ganz persönlichen Geschichten, wie sie die Stadt und ihre eigene Lebensumgebung wahrnehmen. Ob Naturimpressionen am Schlachtensee oder scharfsinnige Beobachtungen angesichts des bunten Treibens am Mauerpark – die Texte zeigen mit einer beeindruckenden Authentizität, wie vielseitig Berlin ist.

David Wagner, geboren 1971, wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Walter-Serner-Preis. Er lebt in Berlin. Im Jahr 2000 veröffentlichte er seinen Debütroman Meine nachtblaue Hose. Sein jüngster Roman, Vier Äpfel, stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009.



Samstag, 17. Dezember 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 4,- Eur
„40% Paradies“

Abschlusslesung des Workshops der Lyrikgruppe G13 mit Max Czollek u.a.


Am 25. Oktober startete mit „40% Paradies“ ein Workshop für alle, die an Gegenwartslyrik interessiert sind und auch selber gern Gedichte schreiben oder schreiben wollen. Die Werkstatt war kostenlos und offen für alle. Bekannte LyrikerInnen luden die Workshopteilnehmer zu thematischen Sitzungen ein, so unter anderem Bas Böttcher, Daniela Seel, Björn Kuhligk und Ulf Stolterfoht. In der Lettrétage präsentieren nun ca. 14 Teilnehmer/inn/en ihre persönlichen Ergebnisse und berichten über den Workshop.

Gefördert durch die KiezAktivKasse Berlin- Kreuzberg.