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Dezember 2009


Dienstag, 1. Dezember 2009, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Wem gehört die Stadt?
Ein deutsch-nepalischer Lyrikabend mit Benyu Sharma, Bhupal Rai, Krishna Dharabasi, Viplob Pratik, Denis Abrahams, Tom Bresemann und Luise Boege
In deutscher, englischer und nepalischer Sprache


80 Dichter/-innen aus Nepal haben sich auf Anregung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) poetisch mit dem Gedicht Wem gehört die Stadt? von Hans-Ulrich Treichel auseinandergesetzt. Vier von ihnen stellen ihre Texte gemeinsam mit deutschen Autoren/-innen, die ebenfalls Stadtgedichte präsentieren, erstmals dem deutschen Publikum vor.

Die Veranstaltung wird gefördert von der
Nepali-deutschen Gesellschaft.



Mittwoch, 2. Dezember 2009 FÄLLT AUS!
Arthur Rimbaud. Der entfesselte Dichter
Rezitation in französisch und deutsch
Von und mit Matthias Müller-Lentrodt


Die Lesung entfällt und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.



Samstag, 5. Dezember 2009, 20:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Swantje Lichtenstein:
Landen
Lesung der Autorin, in Zusammenarbeit mit der lyrikedition 2000


Mit der Liebe zu den Nelken,
an den Quellen des Grüns
sammeln sie die Beeren und sinken
an den Rand des Feuers von gestern und morgen.
Der Geruch der toten Fliegen klebt im Raum,
die weiße Decke wölbt sich steinern herab.
Am Baum glänzen bunte Tropfen
in der untergehenden Sonne am dreifarbigen Stein,
strähnen die Rinde und halten sie feucht,
kleben an jeder Berührung und laufen herab.
Der Baum hechelt unter den Schichten,
spendet Licht, Liebe und Nelken. Am Bett.

Swantje Lichtenstein wurde 1970 in Tübingen geboren, studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie und wurde an der Universität zu Köln mit einer Arbeit über neuere Lyrik promoviert. Sie arbeitete als Lektorin, Radio-Produzentin und seit 2007 als Professorin für Literatur an der FH Düsseldorf. Sie erhielt Preise, Auszeichnungen und Stipendien: 2007 von der Kunststiftung Baden-Württemberg, zuletzt ein Aufenthaltsstipendium des Bertolt-Brecht-Hauses, Svendborg / Dänemark. Bisher erschien, neben Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien wie »lauter niemand«, »poet[mag]«, »47 und 11«, »Versnetze«, »Lyrik von Jetzt« der Gedichtband figurenflecken oder: blinde verschickung (2006).



Sonntag, 6. Dezember 2009, 16 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Druckerzeugnisse
Lesung, Film, Gespräch, Verkauf von Drucken am verkaufsoffenen Nikolaussonntag
Es lesen Edmundo Bejarano, Tom Bresemann,Rery Maldonado, Nikola Richter, Alejandra del Rio und Ron Winkler
Organisiert von Nikola Richter


Früher wurden Sätze im Stehen gesetzt: Man benutzte einen Winkelhaken, ein Setzschiff, eine Ahle, musste mit dem Typometer nachmessen, wie viele Cicero Füllmaterial in einer Zeile fehlten. Was hier so abstrakt und fremd-poetisch klingt, haben Berliner Lyrikerinnen und Lyriker im November in einem Druck-Workshop unter der fachkundigen Anleitung von Bärbel Krenz (Meisterin) im Museum Kreuzberg praktisch erprobt. Edmundo Bejarano, Tom Bresemann, Rery Maldonado, Nikola Richter, Alejandra del Rio und Ron Winkler lesen am Nikolaustag aus ihrer handgedruckten Mappe, die auch als Mini-Ausstellung an den Wänden hängen wird. Dazu gibt es einen 30-minütigen Film über die Kunst des Druckens und ein Gespräch mit Hugo Hoffmann, der seit mehr als 20 Jahren eine Atelierhandpresse betreibt, mit den Berliner Malerpoeten Kurt Mühlenhaupt, Günter Bruno Schulz und Aldona Gustas zusammengearbeitet hat, den SO36-Kiez noch kennt, als sich im Bierhimmel die Setzer auf ein Bier trafen, und der dem Workshop mit Rat und Tat zur Seite stand: Kreuzberg war ein Drucker-Kiez.



Mittwoch, 9. Dezember 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
NEUES VOM JETZT (V)
Eine Versuchsanordnung junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik an fünf Abenden
Zur Terminübersicht
Teil 5: Juliane Liebert und Konstantin Ames
Gastgeber: Ron Winkler und Björn Kuhligk


Im Jahr 2008 sind zwei Anthologien erschienen, die man zu Recht als Bestandsaufnahmen aktueller deutscher Lyrik der jüngeren Generation bezeichnen kann: Lyrik von JETZT zwei, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner (Berlin Verlag, 2008), sowie Neubuch, herausgegeben von Ron Winkler (yedermann Verlag, 2008). Die Autorinnen- und Autoren-Auswahl der beiden Bücher überschneidet sich, jedes setzt jedoch auch eigene markante Akzente.

Vor diesem Hintergrund ist in der Lettrétage die Idee einer kompakten Gesamtschau der aktuellen deutschsprachigen Lyrik jüngerer Autorinnen und Autoren an fünf Abenden entstanden, einer einmaligen Inventur, die sich aus den Quellen der genannten Anthologien speist, wobei Seitenarme, Gegenströmungen, Stromschnellen und Untiefen billigend in Kauf genommen werden. Jeweils zwei der genannten Anthologie-Herausgeber laden pro Abend zwei Lyriker/innen ein, um Neuestes aus ihrer Feder zu hören sowie um mit ihnen über Lyrik zu sprechen, poetologische Positionen zu diskutieren und auf jeweils einen besonderen Aspekt zu sprechen zu kommen.





Konstantin Ames, geboren 1979 in Völklingen/Saarland. Gewinner der open mike 2009. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, u.a. Jahrbuch der Lyrik 2008 und 2009.

Juliane Liebert, geboren 1987 in Halle an der Saale, 2007 Teilnahme am open mike und Gewinnerin des Wolfgang-Weyrauch-Förderpreises 2009.

NEUES VOM JETZT wird gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung, vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., vom Berlin Verlag sowie vom österreichischen Kulturforum in Berlin. Für die Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich!











Medienpartner: Zitty





Freitag, 11. Dezember 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Tobias Herold: Kruste. Gedichte
Lyriklesung


Ich will mich verringern / ohne ganz zu / verschwinden heißt es hier einmal. Das lyrische Ich könnte auch die Lyrik selbst sein, wie sie aus den Gedichten von Tobias Herold mit schlichter, klarer Stimme spricht: Ihres alten Pathoskostüms entkleidet, flüchtet sie sich nicht ins kokett ironische Spiel mit der eigenen Verwandlung in eine Antilyrik. Was von ihr in ihrer Verkleinerung bleibt, treibt den Wettlauf zwischen Ich und Welt in eine Sackgasse der Bilder, die das Denken sich selber geschaffen hat. Diese Bilder zeigen das Denken in seinem Eigenleben, gewissermaßen in seinen Körperaffekten: Sich selbst überlassen, lässt es für einen Moment von einem ab und läuft neben einem her, bis ein neues Spiel jenseits der alten Selbstentfremdungsringelreihen beginnt: die Redewendungen zwischen Ich und Du, beim Wort genommen, verwandeln die Scharniere der Sprache in Gelenke, an denen man sein Äußerstes nach Innen kehren kann und umgekehrt – die Innerlichkeit veräußern heißt die Kruste zwischen der Welt im Kopf und dem Kopf in der Welt aufkratzen und frische Luft hineinlassen …

Tobias Herold, geboren 1983, lebt in Berlin. Als Autor schreibt er vor allem Gedichte, vereinzelt auch Prosa und journalistische Arbeiten. Studium verschiedener Geisteswissenschaften. Kruste ist seine erste Buchveröffentlichung.

Kruste. Gedichte ist im
Elfenbein Verlag erschienen.





Samstag, 12. Dezember 2009, 19 Uhr, Eintritt frei
Olaf Briese: David Hermann Schiff (Vortrag)
Björn Kuhligk: Der Wald in meinem Zimmer (Autorenlesung)

Öffentliche Veranstaltung anlässlich der Jahrestagung der Berlin-Brandenburger Sektion der Heinrich-Heine-Gesellschaft


Am 12. Dezember 2009 findet die Jahrestagung der Berlin-Brandenburger Heinrich-Heine-Gesellschaft erstmals in der Lettrétage statt. Um die Arbeit der Gesellschaft in ihrer Vielseitigkeit einem breiteren Publikum vorzustellen, findet im Anschluss an die Tagung eine öffentliche Veranstaltung statt. Zunächst wird Dr. Olaf Briese einen Vortrag über Heines Verwandten Davi Hermann Schiff halten, den er selbst als "einen wüsten Charakter und einen tollen spätromantischen Splatter-Schriftsteller" bezeichnet.

Anschließend wird der Autor Björn Kuhligk aus seinem kurzweiligen Prosa-Band Der Wald in meinem Zimmer lesen, der die Heinesche Harzreise nachvollzieht.

Björn Kuhligk, geboren 1975 in Berlin, debütierte 1995 mit seinem Gedichtband Dann ziehe ich los, Engel suchen und veröffentlichte seither mehrere weitere Gedichtbände (zuletzt: Großes Kino, 2005) sowie Gedichte in zahlreichen Anthologien (u.a. Der große Conrady, Der deutsche Lyrikkalender 2008) sowie Zeitschriften. Zahlreiche Preise, Stipendien und Auszeichnungen, u.a. open mike 1997).



Mittwoch, 16. Dezember 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Milena Oda: Piquadrat
Die Autorin liest aus ihrem Prosadebüt


Milena Oda präsentiert den wohl teuersten Debüt-Band aller Zeiten! Ein Exemplar ihres bibliophilen Prosa-Bandes Piquadrat kostet 1500 Euro. Bitte weiße Handschuhe mitbringen! Die Lithographien des Bandes hat der Künstler Andreas Hegewald beigesteuert, der den Band zu gleich verlegte.

Hinter jedem Satz spürt man eine existentielle Obsession, die sich in Creative-Writing-Kursen nicht erlernen lässt. Zu unkonventionell klingen Milena Odas Erzählungen.
Steffen Richter, Tagesspiegel.

Milena Oda, geboren 1975, lebt in Berlin und schreibt Prosa, Theaterstücke, Lyrik und Essays. 2002 wurde sie für den Literaturwettbewerb open mike in Berlin und 2007 für den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt nominiert. 2007 erschien im Verlag BUCHENpresse das Kunstbuch Piquadrat. 2009 wurde in Alexandria/Ägypten ihr Theaterstück Mehr als Meer zweisprachig in Deutsch und Arabisch herausgegeben.

www.milenaoda.com

Andreas Hegewald, geboren 1953, Künstler und Dichter. Gründete 2004 die BUCHENpresse, Dresden, ist Vorstandsmitglied im Dresdner Künstlerbund und Mitbegründer des Kulturvereins riesa efau Dresden.

www.buchenpresse.de.vu



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