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Oktober 2017



Sonntag, 01. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
»Ungläubige«
Zweisprachige Lesung mit John Mateer

Zweisprachige Lesung auf Englisch und Deutsch, Gespräch auf Englisch

»Kafir« ist ein arabisch-islamischer Begriff, der Personen bezeichnet, die »die Wahrheit verbergen«, aus islamischer Perspektive Ungläubige. Es ist die Wurzel des südafrikanischen Apartheid-Schimpfworts »Kaffer«, das aber zuerst von Arabern für Afrikaner, Xhosa und Bantu, verwendet wurde. »Wie kam ein Wort, das von Arabern für Afrikaner oder sollte ich eher sagen, von Muslimen für Afrikaner verwendet wurde, in die Sprache der weißen Männer?«, fragt sich John Mateer, und diese Frage stellt eine prototypische Kristallisation seiner Poetik dar. John Mateer spürt dichtend den Migrationsprozessen in den Sprachen und den mit ihnen verbundenen Wanderungs- und Verschleppungsvorgängen der Menschen mit einem Blick aufs große Ganze nach. Ungläubige sind auch – Perspektivenwechsel – aus Sicht des Westens die (islamischen) Mauren, die mit der Reconquista aus Spanien und Portugal vertrieben wurden und man könnte sich, wie John Mateer es tut, fragen, in welcher Art die folgende Kolonialisierung beinahe der gesamten Welt, von Spanien und Portugal ausgehend, eine Fortsetzung dieses Krieges war und wie die heutigen weltpolitischen Verwerfungen damit zusammenhängen. Literarisch mündet alles in dem nun vorliegenden, vollständig übersetzten Buch auch in eine umfangreiche Reise- und Biographie-Erzählung:
Wenn ich in meinem Traum auftauche / bin ich gar nicht wie John Mateer. // Ich bin ein alter chinesischer Mann, mit Stäbchen stöbere ich / durch Staub, Knochen und aschige Dinge // für einen Brocken Gold, einen Glanz, / der ihn zum Singen bringen wird.

John Mateer, *1971 in Roodeport/Johannesburg, Südafrika, wuchs dort und in Kanada auf. 1989 mit der Familie Übersiedelung nach Australien, Melbourne und später Perth, wo er heute als Kunstkritiker, Ausstellungskurator und Dichter lebt. Rege Reisetätigkeit. Regelmäßige Beiträge für Art Monthly Australia, Beiträge für internationale Literaturzeitschriften wie die Cerise Press. A Journal of Literature, Arts & Culture oder Jacket2. 2001 wurde er mit dem Victorian Premier’s Prize for Poetry bedacht. Gedichtbände: Burning Swans (1994); The Civic Poems (1996); Anachronism (1997); (Echo) (1998); Spitting Out Seeds (1999); Mister! Mister! Mister! (1999); Barefoot Speech (2000); Loanwords (2002); Makwerekwere (2002); The Ancient Capital of Images/Imaji no Koto (2003 und 2006); The Brewery Site: Six Poems (2004); Words in the Mouth of a Holy Ghost (2006); Southern Barbarians (2007); Elsewhere (2007); Ex-White/Einmal weiß (dt. von Ludwig Roman Fleischer, 2009); The Language (mit Layli Raksha, 2009); The Republic of the East (2009), Travels (2009); The West: Australien Poems 1989–2009 (2010); The Azanians (2010); This Dark Book/Este Livro Escuro (Übers.: Înes Dias, 2012); Der Narbenbaum (dt. von Andreas Schachermayr, 2015). Prosa: Semar’s Cave: an Indonesian Journal (2004); The Quiet Slave. A history in eight episodes (2015).



Samstag, 07. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
CON_TEXT X: Alternative Fiction
Mit Elisa Müller und Gerhild Steinbuch

„We are not a democracy!“ (Donald Trump)

Wie werden Geschichten geschrieben – am Schreibtisch der Autorin, im Sprechen der Performerin, im Kopf der Rezipienten oder im Zwischenraum zwischen zwei Menschen, von denen er eine erzählt und der andere zuhört – oder hört, was er hören will? Wie wird Geschichte geschrieben – an den Schreibtischen der Mächtigen, der Ohnmächtigen, in Zeitungen – oder doch eher in Kommentarspalten und OnlineForen? Wer entscheidet in Zeiten von „fake news“ auf der einen und „fake media“ auf der anderen Seite, welche Art der Geschichtsschreibung gehört wird – bzw. überhaupt gehört werden kann.? In ihrer gemeinsamen Arbeit im Rahmen von CON_TEXT beschäftigen sich Elisa Müller und Gerhild Steinbuch mit der stillen Komplizenschaft von Autorin, Performerin und Zuhörer*innen des klassischen Lesungsformats und begeben sich in einen Wettstreit um die Gunst des Publikums. Welche Geschichte, welche Stimme wird gehört und wer schreibt hier wen?
Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Die Veranstaltungsreihe CON_TEXT vesucht das Format Lesung neu zu denken und zu thematisieren. Jeweils ein/e Autor/in und ein/e Künstler/in einer anderen Sparte erarbeiten gemeinsam eine Woche lang in der Lettrétage ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat. TänzerInnen, MusikerInnen, Bildende und Darstellende KünstlerInnen sowie FilmemacherInnen sind die künstlerischen PartnerInnen der AutorInnen. Ausgehend vom literarischen Text entwickeln die KünstlerInnen-Tandems interdisziplinäre Formate und thematisieren dabei den Prozess der gemeinsamen Arbeit. Die so entstehende literarische Veranstaltung wird als ein eigenes, weit über die bloße Textpräsentation hinausgehendes, künstlerisches Werk begriffen. Die KünstlerInnen arbeiten ohne inhaltliche Vorgaben, der Prozess ist ergebnisoffen.

Insgesamt finden zehn Abendveranstaltungen und eine Abschlußkonferenz statt. Zu jeder Veranstaltung erscheinen vorab ein Interview mit einem Experten und im Nachhinein eine kurze filmische Dokumentation im
Lettrétagebuch. Dort findet sich auch weitere Information zur Veranstaltungsreihe und zu den beteiligten KünstlerInnen und Veranstaltungsterminen.


© Christine Fenzl
Elisa Müller (Deutschland) gründete 2008 das Produktionslabel müller***** und entwickelt in unterschiedlichen Konstellationen und Zusammenarbeiten mit Künstlerinnen verschiedener Disziplinen Theater/Performanceproduktionen. In ihren Arbeiten werden gesellschaftliche, politische Zusammenhänge spielerisch auf die Theatersituation selbst und auf das Aufeinandertreffen von Darstellern und Zuschauern übertragen. Mit dem fiktiven „Institut für Widerstand im Postfordismus“ tritt sie in unterschiedlichen Plattformen und performativen Interventionen an namhaften Veranstaltungsorten an die Öffentlichkeit.


© privat
Gerhild Steinbuch (Österreich) studierte Szenisches Schreiben in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. Ihre Texte erschienen in verschiedenen Tageszeitungen. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise und war für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Sie gewann den Stückewettbewerb der Schaubühne Berlin und war Hausautorin des Schauspielhauses Wien. Für die Arbeit an ihrem ersten Roman „Berge und Täler mit Männern und Frauen“ erhielt sie das Staatsstipendium des österreichischen Bundesministeriums. Gerhild Steinbuch unterrichtet an der Universität für angewandte Kunst in Wien und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.






Sonntag, 08. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
MÉMOIRES D’OUTRE-MER / DAS BESSERE LEBEN
Lesung mit den Franz-Hessel-Preisträgern Michaël Ferrier und Ulrich Peltzer

In seinem Roman MÉMOIRES D’OUTRE-MER folgt Michaël Ferrier den Spuren seines Großvaters, der ein Akrobat in einem Wanderzirkus am Indischen Ozean war. Ferrier entdeckt dabei einen bislang ausgeblendeten Teil der französischen Geschichte und erzählt diesen neu. Vor dem Hintergrund der Kolonisation verfolgten die Nationalsozialisten mit dem »Projekt Madagaskar« das Ziel, die europäischen Juden physisch zu vernichten. Ein Roman über das Erinnern und Vergessen, der zu einem Nachdenken über die französische Identität führt.
In seinem Roman DAS BESSERE LEBEN stellt Ulrich Peltzer die Frage nach dem guten Leben. Ist das Leben, das seine Figuren führen, gelungen, nachdem sie sich von den revolutionären Idealen ihrer Jugend weit entfernt haben und in den globalen Geldströmen baden? Was wäre das bessere Leben? Die drei wichtigsten Figuren in Ulrich Peltzers Roman sind Rädchen im Getriebe der internationalen Geldströme. Jochen Brockmann, ein Sales-Manager aus Turin, dem die Kündigung droht, Sylvester Lee Fleming, ein zwielichtiger und skrupelloser Geschäftemacher aus São Paulo und Angelika Volkhart, Angestellte in einer Reederei, mittendrin im globalisierten Warenverkehr. Die Leben dieser drei berühren sich immer wieder, teilweise ganz offen, teilweise nur im Vorübergehen. Alles hängt mit allem zusammen in diesem hochkomplex komponierten Roman, der auf meisterhalte Art und Weise vor Augen führt, wie fragil und zufällig heutige Lebensentwürfe sind.

© Catherine Hélie Gallimard
Michaël Ferrier ist 1967 im Elsass geboren. Seine Kindheit verbringt er in Afrika und am Indischen Ozean. Er studiert Literaturwissenschaft in Paris und lehrt zurzeit an der Chuo-Universität in Tokio (Japan), wo er die Forschungsgruppe »Figures de l’étranger« (Gesichter des Fremden) leitet. Er ist der Autor von Essays und Romanen: Tokyo, Petits portraits de l’aube (2004), Sympathie pour le fantôme (2010) und Fukushima (2012), die alle in der Reihe »L’Inini, Gallimard« erschienen sind. Für Mémoires d’outre-mer (2015) erhält er den Franz-Hessel-Preis.


© Astrid Busch
Ulrich Peltzer, 1956 in Krefeld geboren, studiert Philosophie und Psychologie in Berlin, wo er seit 1975 lebt. Er veröffentlicht die Romane Die Sünden der Faulheit (1987), Stefan Martinez (1995), »Alle oder keiner« (1999), Bryant Park (2002) und Teil der Lösung (2007) sowie die Frankfurter Poetikvorlesungen Angefangen wird mittendrin (2011). Sein Werk wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Preis der SWR-Bestenliste, dem Berliner Literaturpreis und dem Heinrich-Böll-Preis. 2015 erscheint sein Roman Das bessere Leben, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht und mit dem Franz-Hessel-Preis ausgezeichnet wird.

Förderer und Partner der Veranstaltung:









Freitag, 20. Oktober 2017, 19:30 Uhr (Eintritt 5,-)
En otras palabras / In anderen Worten
Lateinamerikanisches Poesiefestival LATINALE. Dreisprachige Lesungen auf Deutsch, Spanisch und Portugiesisch. Moderiert von Christiane Quandt

"Lasst sie über Straßen laufen!"
Eine hochgewachsene Marilyn Monroe stakst durch die Straßen von Santo Domingo, eine Frau muss sich im Koffer verstecken und über Nacht taucht auf dem zentralen Platz von Teguicigalpa ein Wal aus Salz auf. Das sind ebenso rätselhafte, wie vielversprechende Momente, die die Autoren der Latinale in ihren Texten zu Bildern, die von etwas anderem sprechen, verdichten: von Brutalität und Widerstand und von einer randständigen Schönheit. Dazu bedient sich diese jüngste Generation lateinamerikanischer Schriftsteller ohne Scheu bei Spoken word, Dub-Musik, Barockdichtung, der brasilianischen Poesia marginal und der chinesischen Gegenwartslyrik.

Kuratiert von Rike Bolte, Laura Haber und Timo Berger lädt das lateinamerikanische Poesiefestival zum elften Mal junge Autor*innen aus Lateinamerika nach Berlin ein. Lesung mit Frank Báez (Dominikanische Republik), Alejandro Tarrab (Mexiko), Miguel Ángel Petrecca (Argentinien), Adelaide Ivánova (Brasilien/Deutschland), Lina Nieves Avilés (Puerto Rico/Berlin) und Mayra Oyuela (Honduras). In Zusammenarbeit mit alba. lateinamerika lesen




Samstag, 21. Oktober 2017, 11:00 Uhr (Für Mitglieder des Freien Deutschen Autorenverbands kostenlos, alle anderen werden um eine kleine Spende gebeten)
Textremisten
Textwerkstatt mit Jordan T.A. Wegberg

Die Textremisten treffen sich einmal monatlich in der Lettrétage, um reihum eigene Texte vorzustellen, die dann von den Teilnehmern ausgiebig besprochen werden. Die maximale Lesezeit beträgt 10 Minuten. Es können alle Prosaformen wie Kurzgeschichten, Romankapitel oder Essays präsentiert werden. Wir geben einander Tipps, Ratschläge, Anregungen, Feedback und Motivation.

Natürlich ist sowohl das Besprechen der Texte als auch die Teilnahme an den öffentlichen Lesungen freiwillig – wer möchte, kann auch nur zum Zuhören zu den
Textremisten kommen!




Sonntag, 22. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 8,-/erm. 6,-)
“Lettré-x-provisation"
Sasha Pushkin. Piano solo concert.

Der Pianist (Sasha Pushkin) glich in seinem Spiel den Großen der Piano-Improvisation, ließ manchmal sogar an Keith Jarrett denken. Er beherrschte sein Metier spielend und perfekt.. er entlockte dem Publikum schon in den ersten Minuten des Abends jede Menge Beifall.“ (Freie Presse)
Wie ein inspirierter Maler erschafft der russische Konzertpianist und Komponist Sasha Pushkin mit seinen musikalischen Grenzüberschreitungen immer wieder neue improvisierte Klangbilder, die Ausdruck seiner offenen, kosmopolitischen Existenz sind. Seine eigene musikalische Doktrin bezeichnet Pushkin als „Exprovisation“. Der Begriff steht für die unmittelbare Vereinigung von Experiment und Improvisation und bezieht sich auch auf den Begriff des musikalisch „freien“ Impromptu–Klaviersolos.
Ähnlich der Cut-Up Technik von William S. Borroughs zerreißt, zerschneidet und restrukturiert Sasha Pushkin virtuos verschiedenste Elemente aus Klassik, Jazz, Avantgarde, Minimal, Rock und Ethnoklängen zu einem Fluss von interagierenden Klang-Kaleidoskopen.

Der Zuschauer wird beim Konzert unmittelbar Zeuge eines verdichteten Kompositionsprozesses, nämlich einer einmaligen „Exprovisation“. Gleichsam eines atemberaubend dynamischen Drahtseilaktes erlebt der Zuschauer mit der actio und reactio von aufwogenden Klangwellen bis zu nuanciertesten Pianissimo-Sequenzen die immense Bandbreite des virtuosen Klangakrobaten, dessen unverwechselbares Spiel – wenn man denn einen Vergleich ziehen möchte - z.B. an Bartok, Gershwin, Keith Jarrett, Tschaikowski oder Rachmaninow erinnert. Dazu gehören rhythmische und melodische und bisweilen eruptive bis atonale Improvisationen, die neben dem Piano in Anlehnung an das „Prepared piano“ von John Cage auch weitere Klangerlebnisse einschließen können. Einen musikalischen Widerhall finden bei den Improvisationen von Sasha Pushkin auch seine vielfältigen Aktivitäten, u.a. als Zeichner, Dichter und als Komponist bei Kooperationen für modernen Tanz, Multimedia-Projekte und Filmmusik.

London newspaper Camden New Journal about Pushkin's concerts in UK.. "SASHA Pushkin’s first appearance at the October Gallery in Bloomsbury towards the end of last year was such a success that the Russian born musician is performing two concerts this weekend. But you can be guaranteed that anyone who attended the last concert will not recognise anything on either Friday or Saturday. “No two concerts are the same,” Sasha told me just two days after his arrival from his base in Berlin. “All my work is improvised and what I play depends on the mood I am in.” Before I met him a CD of his Exprovisation 15 had fallen through my letterbox and hearing the music, the influences of many classical composers could be heard. The syncopated introduction of Gershwin’s third prelude appeared in one piece, while the playful, Eastern European folk-infused style of Bartok was noticeable in another. But Sasha is keen not to pigeon-hole himself. “It was what I felt like at the time,” he says. “I have nine or ten projects on at the moment.” He was classically trained from the age of seven. He said: “I remember when I started playing the piano. My mother was a teacher and when I got loud she used to put Tchaikovsky or Rachmaninov on to keep me quiet.” Now he not only has his series of improvised concerts – his London dates are followed by one in Manchester – he also appears in a couple of bands. One used sampling and electronic sounds while another blends Russian folk music with African rhythms. “I never know what I am going to do, even up until just a few minutes before I go on stage,” he said. So anyone who goes to the concerts will have to keep a very open mind because you could hear anything."
By Joel Taylor




Montag, 23. Oktober 2017, 20:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
simultan(poesie
Simultandichtung im Quartett mit Lars-Arvid Brischke, Rainer Stolz, Christian Vater und T.G. Vömel

1 | eine gruppenimprovisation auf einer großen fläche papier:

vier dichter schreiben
gleichzeitig, versetzt, verzahnt,
um einen tisch schreitend, tanzend, tastend,
schließen hier an zeilen an, stoßen sich dort an welchen ab,
bestellen ein poetisches feld, säen und ernten zugleich
in einer stunde ist das gewebe geknüpft
das wortnetzwerk, das lyrisches synapsenfeld


2 | eine gruppenextraktion aus einer großen fläche papier:

vier dichter schlagen sich
durch das lyrische synapsenfeld,
spüren anziehungskräften nach,
gehen fallstricke entlang,
schauen in den wortgruben nach,
pflücken, extrahieren, destillieren,
suchen nach der essenz,
dem auszug, der lösung, tinktur



















Lars-Arvid Brischke
geb. 1972 in Dresden, lebt in Berlin. Energietechniker, Politikberater und Zukunftsforscher, Mitbegründer des Lyrikkreises „Die Freuden des jungen Konverters“; Lyrikband „eine leichte acht“, Lyrikedition 2000, Allitera Verlag, München 2006; sowie gemeinsam mit Rainer Stolz: „flügelzeug. Laut-, Listen- und Raubgedichte. CD & Booklet. edition rast, Berlin 2015“, Mitglied im Internet-Literaturforum
www.forum-der-13.de

Rainer Stolz
geb. 1966 in Hamburg, lebt in Berlin. Lyrik, Performance, Erwachsenenbildung, Herausgebertätigkeiten, Veranstaltungsreihen, poetische Spaziergänge, poetische Improvisation, Zusammenspiele mit Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Sparten. Mehrere Gedichtbände, zuletzt: Selbstporträt mit Chefkalender (Horlemann Verlag, 2014) und Mitlesebuch 137 (Aphaia Verlag, 2016). Nähere Infos:www.rainerstolz.de

Christian Vater
geb. 1974 in Wien, Studium der Biochemie, 2001 Umzug nach Berlin. Lehramtsstudium der Fächer Deutsch und Chemie. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik gemeinsam mit T.G. Vömel: www.vauvau-verlag.de. Lebt und arbeitet als Lehrer und Verleger in Berlin. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.

T.G. Vömel
geb. 1961 in Göppingen, Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Tätigkeiten als Schauspieler und Regisseur, Lehramtsstudium der Fächer Musik und Französisch in Hamburg. 1999-2005 Organisation und Leitung des Künstlersalons Der Blaue Salon mit dem Kunstkritiker Sven Grünwitzky. 2016 Gründung des vauvau-verlags für interaktive lyrik. Zuletzt erschienene Gemeinschaftsarbeit: Faun und Zerfall. Sechs postalische Kontrafakturen, vauvau-verlag, Berlin 2017.




Dienstag, 24. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
Was bleibt
Buchpremiere mit Marlies Schmidl, begleitet von Nicolas Krüger

Das neue Buch von Marlies Schmidl enthält sechs Erzählungen - Gehörtes und Erlebtes. In einer dieser Geschichten schildert sie den Beginn und einige Stationen einer lebenslangen Freundschaft. Eine andere handelt von einer jungen Frau, die sich nach ihrer großen Liebe sehnt. Als sie scheinbar am Ziel ihrer Träume ist, kommt jedoch alles anders als erhofft. Eine weitere Erzählung stellt anhand eines Konflikts zwischen einem Arbeiter und dem Ministerium für Staatssicherheit die Probleme des Lebens in einem totalitären Staat dar. WAS BLEIBT ist ein Streiflicht über verschiedene Erlebnisse und zeigt, dass das, was bleibt, jeder für sich tragen muss.

Marlies Schmidl wurde 1934 in Berlin-Weißensee geboren. Sie studierte Kunstwissenschaft sowie Belletristik und nahm als Gasthörerin am Studium des Zivil-/ Urheberrecht an der Humboldt-Universität zu Berlin teil. Längere Zeit leitete sie die Kurverwaltung in Grünheide und kehrte 1977 wieder nach Berlin zurück. Hier übernahm sie in der Urheberrechtsgesellschaft der DDR (AWA) das Sachgebiet "Mechanische Vervielfältigung", Ressort Diskotheken. Einige Jahre der Galerietätigkeit schlossen sich daran an und sie besuchte Malkurse bei Rainer Gerson. 2012 war sie an einer Ausstellung im Kunsthaus Tacheles beteiligt. Sie ist Mitglied des Friedrichshainer Autorenkreises und veröffentlichte bisher mehrere Lyrik- und Prosabände: Mitlesebuch 85 (2004), Stille atmen: Gedichte und Grafik (2007), eine rosa seidenbluse (2010), Es ist nie ein anderer Ort (2012), Zuflucht Shanghai: Erinnerungen 1938 -1948 (2014). Zudem veröffentlichte sie Beiträge in Anthologien und Zeitschriften (u.a. Die Brücke).




Donnerstag, 26. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Nischen für Self-Publisher am Beispiel der Lyrik
Autoren-Abend des Selfpublisher-Verbandes e.V. mit Stephanie Mattner















Als Gesprächspartnerin für den Abend wurde Stephanie Mattner eingeladen. Sie rief 2014 die Initiative
SternenBlick ins Leben. Im Rahmen dieses Projekts veröffentlichten insgesamt mehr als 500 Lyriker und Poesiebegeisterte themengebundene Gedichtbände, deren Erlöse gemeinnützigen Organisationen zufließen. Alle Interessierten erfahren von ihr, welche Möglichkeiten das Self-Publishing im schwierigen Nischenmarkt Lyrik bietet und lernen einige AutorInnen kennen, welche ihre Arbeiten vorstellen werden. Auch diese Veranstaltung des Selfpublisher-Verbandes ist wie immer offen für alle, die sich für das Thema Schreiben und die Welt der Autoren interessieren.




Freitag, 27. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt frei)
Frische Texte!
Die Abschlusslesung der Schreibwerkstatt WARE WORTE

Frische Texte! Wert und Werte in der Literatur. Kann man vom Schreiben leben? Wie brotlos ist die Kunst? Ist ein Wort mehr wert als andere? Sind Bestseller Zufall? Welche Begriffe stehen gerade hoch im Kurs? Wer kauft mir sowas ab? Gibt es hier Zeilenhonorar? Was sind Literatur, Texte, Schreiben wert? Kann kommerziell überhaupt künstlerisch sein? Und Kunst kommerziell? Ist ein Buch viel wert, wenn es viel gekauft wird? Wo kann man Leser kaufen? Damit haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendschreibwerkstatt WARE WORTE vier Tage lang beschäftigt. Am letzten Abend präsentieren sie die Ergebnisse.
Mehr Infos zur Schreibwerkstatt unter www.schreibwerkstatt-berlin.de



Samstag, 28. bis Montag, 30. Oktober 2017, jeweils 20:00 Uhr (Eintritt 12,-/erm. 8,-)
Girolamini - Der Fall der Bücher. Ein Kunstkrimi
Theaterstück unter der Regie von Simon Köslich

Eine ausgeraubte Bibliothek in Neapel, eine Buchfälschung in New York, ein Jahrhundertfund in Berlin. Die Begebenheiten rund um einen korrupten Bibliotheksdirektor sind Stoff für einen wahren Krimi. Wie wird man Direktor einer der bedeutendsten Bibliotheken Südeuropas? Wie stiehlt man tausende Bücher, ohne dass es jemand mitbekommt? Wie fälscht man Bücher aus dem 17. Jahrhundert? Wie haut man die weltbesten Kunsthistoriker übers Ohr? Die Faszination eines italienischen Privatgelehrten für Galileo Galilei mündet in einer ungeheuren kriminellen Energie, einem Kosmos des Betrugs und der Täuschung, an dem zuletzt auch ein Berliner Kunsthistoriker zu zerbrechen droht. Das Recherchetheaterprojekt taucht anhand von Originalmaterial in die Welt der alten Bücher ein und untersucht die Verflechtungen von Wissenschaft, Leidenschaft, Markt und Kriminalität.


Dienstag, 31. Oktober 2017, 19:00 Uhr (Eintritt 5,-/erm. 4,-)
an hohen feiertagen und im stau
Performative Lesung mit Lucija Stupica und Tone Škrjanec

Poesie aus Slowenien, neuübersetzt und begleitet mit Musik und Film. In Zusammenarbeit mit Periskop e.V. und dem Slowenischen Schriftstellerverband, mit freundlicher Unterstützung von Slowenischer Buchagentur

© Henrik C. Enbohm
Lucija Stupica (1971, Celje, Slowenien) ist Dichterin und Innenarchitektin. Ihr erster Gedichtband „Čelo na soncu“ (2000) wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den deutschen Hubert Burda Preis für junge osteuropäische Lyrik, 2014 den schwedischen Klas de Vylder Preis für Literatur. Sie ist Autorin zahlreicher interdisziplinärer künstlerischer Projekte. Zusammen mit Urška P. Černe ist sie Mitbegründerin des Pranger-Poesie-Festivals, einem Zusammentreffen slowenischer Lyriker, Kritiker und Lyrikübersetzer. Lucija Stupica lebt heute in Schweden, auf der Insel Oaxen.







©David Konečny
Tone Škrjanec (1953, Ljubljana, Slowenien) ist Dichter und Übersetzer moderner amerikanischer, kroatischer und serbischer Literatur. Er veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände und Albums mit Poesie und Musik. Im Mai 2017 wurde er mit dem slowenischen nationalen Poesie-Preis „čaša nesmrtnosti“ für sein hervorragendes Opus ausgezeichnet. Škrjanec ist auch als Programmkoordinator der Kulturinstitution „KUD Franceta Prešerna“ und als Organisator des Ljubljana Poesiefestivals „Trnovski terceti“ tätig.