Oktober 2011 / November 2011 / Dezember 2011 / Lesereihen



Oktober 2011


Samstag, 1. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 3,- Euro
Splitterpole: Traditionslinien


In der Vielfalt der Stimmen, die die deutsche Gegenwartslyrik ausmachen, meinen wir immer wieder Traditionslinien ausmachen zu können, sprechen von Einflüssen und sogar Epigonentum. Sechs Autoren stellen sich dem Versuch, die Linien offen zu legen, miteinander ins Spiel zu bringen und werden dabei Überraschendes aufdecken. Auf einen Abend mit Diskussion folgt die performative Probe aufs Exempel: Wie werden sich die sechs Autorinnen und Autoren mit ihren Texten positionieren? Mit Max Czollek und anderen.


Mittwoch, 5. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 3,- Euro
Netzbetriebe Prosa: Leipzig, Hildesheim, Berlin


Sie gelten gemeinhin als die drei Zentren für junge und jüngste Literatur. Das etablierte Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim mit ihrem breiten Angebot an literaturorientierten Fächern und Berlin mit seiner lebendigen Szene von Jungschriftsteller/-innen. Getroffen wird sich meistens nur auf Festivals, Preisverleihungen oder ähnlichen Großevents – und dort nur in der Rolle des Besuchers. außerbetrieb bringt junge Dichtende in einem öffentlichen Workshop zusammen. In zwei Sitzungen werden Lyrik und Prosa gelesen und diskutiert. Mit Hakan Tezkan, Isabel Bredenbröker und Juan Gosze.


Sonntag, 9. Oktober 2011, 16-22 Uhr (mit Pause)
„All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm
(3.Sitzung)


Mittwoch, 12. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 3,- Euro
transsub: Lyrische Cover mit Untertitel


transsub: Lyrik und Video - Ein Blick über den medialen Tellerrand: Dieser Abend liefert eine Übersetzungsarbeit zwischen Text und Video. Hierbei werden die Einflüsse der vorgetragenen Texte offen gelegt, die Subtexte in den Vordergrund gerückt.

Performative Lesung der Texte von Katharina Schultens, Daniela Seel, Tom Bresemann, Richard Duraj, Simon Godard, Alexander Gumz, Stephan Reich, Jan Skudlarek, Asmus Trautsch und Ron Winkler. Mit Videoarbeiten von Johannes Boegle.



Freitag, 14. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 3,- Euro
Abschlusslesung „All work and no play“: Ein Workshop zu Autoren im Horrorfilm


Unter Leitung des Berliner Autors Georg Leß widmete sich der Workshop einer Wechselwirkung voller Spannungsbögen, blutroter Fäden, unerwarteter Spiegel- und Verstrickungen. Die Teilnehmer wagten die Auseinandersetzung mit Traditionen, Motiven und Mitteln des Horrorfilms. Unterstützt wurden sie zusätzlich von der Schauspielerin Anna Rot und dem Autor Jörg Albrecht. Zum Abschlussabend werden in einem offenen Labor die Ergebnisse des Aufeinandertreffens eigener und fremder Arbeiten, Medialen und Archaischen, Tief- und Hochkultur präsentiert.


Samstag, 15. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 4,- Euro
Die Tandem-Lesereihe »wort:injektion«

Autorenlesung mit Imke Müller-Hellmann und Martin Spieß


Das Bremer Literaturkontor will junge Literatur nach Berlin exportieren. Und junge Literatur aus der Hauptstadt nach Bremen holen. Junge Literatur, das heißt: innovative Texte, Ausloten des Marginalen, Überschreiten von Genre-Grenzen, Mut zum Experiment, die Zusammenarbeit mit unabhängigen Verlagen, kritische Sichtweisen auf aktuelle Verhältnisse und vieles mehr. Eine thematische oder stilistische Eingrenzung gibt es nicht. Das Konzept von »wort:injektion« bleibt bewusst offen für unterschiedliche Arten des literarischen Schaffens und der Präsentation. Im Vordergrund stehen das Interesse am künstlerischen Austausch und die gegenseitige Befruchtung der Literaturszenen. Übergeordnetes Ziel ist eine städteübergreifende Vernetzung von Autor/innen, Veranstalter/innen, Lesebühnen und Publikum. Pro Tandem sollen zwei gemeinsame Lesungen stattfinden, eine in der Mediencoop Bremen und eine in der Lettrétage, dem jungen Literaturhaus in Berlin-Kreuzberg.
Im Juni 2011 startete die Lesereihe mit zwei vielversprechenden Prosa-Autor/innen, die neue Kurzgeschichten in Bremen vorstellten, nun lesen sie in Berlin: Imke Müller-Hellmann (Bremen) und Martin Spieß (Berlin).



Imke Müller-Hellmann, geboren 1975 in Aachen, aufgewachsen in Köln, lebt in Bremen. Sie studierte Religionswissenschaft und Pädagogik und unterrichtet Deutsch als Zweitsprache und Alphabetisierung. Müller-Hellmann leitet Studienwanderreisen in Spanien und ist JobCoach für Menschen mit Behinderung. Sie schreibt Kurzgeschichten und Reportagen, die in Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht wurden. Sie wurde mit dem Autorenstipendium des Landes Bremen 2008 und mit dem 1. Sonderpreis beim Uslarer Literaturpreis ausgezeichnet.

Alles endet irgendwann. Die Kindheit. Das Studium. Die vermeintlich große Liebe. Und das Leben. Mal ist es ein weiter Weg bis dahin, mal endet er schon nach nur wenigen Schritten. Mal ist das Ende herbeigesehnt, mal kommt es plötzlich und ist unausweichlich.
Martin Spieß sucht in Weiter Weg das Ende auf. Den Tod, das Sterben von Liebe, den Schmerz. Und den Neuanfang. Es geht es um Waffenschieber und Sinn-Sucher, um Nazimörder und allein erziehende Väter. Es geht um kaputte Beziehungen und kaputte Leben, es geht um Frauen und natürlich, immer wieder, um Musik.

Foto: Marta Tarasewicz

Martin Spieß wurde 1981 in Dannenberg/Elbe geboren. Nach Schule, Zivildienst und Selbstfindung studierte er von 2003 bis 2008 an der Universität Hildesheim Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus. Er war Schlagzeuger der Indierock-Band MUSEUM und ist Begründer und einziges Mitglied der Gitarrenpop-Band VORBAND. Seit seinem Studium schreibt Martin Spieß Prosa und journalistische Texte für Literatur- und Musikzeitschriften, Anthologien, Tageszeitungen und (Online-) Magazine. Im Juli 2010 erschien sein Debüt So weit bin ich noch nicht (Birnbaum), sein zweites Buch Weiter Weg. Kurzgeschichten (Birnbaum) ist im Juni 2011 erschienen.



Sonntag, 16. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 3,- Euro
Offen beendet: Ein vorläufiger Abschluss


Unsere einmonatige Lettrétage-Besetzung und somit vier Wochen Programm außerbetrieb wollen wir in sonntäglich-träger Runde ausklingen lassen. Die Beteiligten werden nochmals zusammen kommen und den Monat Revue passieren lassen, Gäste haben die Möglichkeit des Austauschs mit den Autoren und Künstlern. Auch werden die Nachfolge-Projekte von außerbetrieb präsentiert und gemeinsam Erinnerungen festgehalten. Essen und Showeinlagen inklusive.


Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:30 Uhr, Eintritt 5,-/ Erm. 4,- Euro
Per Anhalter durch den Verstand

Autorenlesung mit Eberhard Häfner und Tom Schulz


Hier kann man im Herkulesexpress reisen, mit dem Wettergott spielen oder eine Hängepartie durchmachen. Liebhaber von Rätseln, Labyrinthen und Verwandlungskünsten wähnen sich in Häfnerschen Landschaften in ihrem Element. Gezogen von der "Lokomotive aus Augias Stall" lässt es sich querweltein durch Mohnfelder, über die Fußgängermeilen der Metropolen bis zur Milchstraße reisen, immer die Venen entlang oder den Flussläufen nach. Dorothea von Törne, Die Welt

Eberhard Häfner, geboren 1941 in Steinbach-Hallenberg, arbeitete von 1964 bis 1987 als Metallgestalter und Restaurateur an kirchlichem Kunstgut in Erfurt. Lebt seit 1985 in Berlin. Veröffentlichung von Lyrischem und Prosaischem seit 1989. Veröffentlichungen (Auswahl): Syndrom D (Aufbau 1989), Die Verelfung der Zwölf (Aufbau 1990), Excaliburten (Galrev 1992), Zeit ist ein einsames Monster (Edition Ludewig 1998), Geigenharz(Ritter Klagenfurt 2003), Spatzen und sperrige Dinge (Edition R. Slotta 2006). 2011 erschien Per Anhalter durch den Verstand (Lyrikedition 2000). Eberhard Häfner wurde unter anderem mit dem 3-Sat-Stipendium 1989 und dem Alfred Döblin Stipendium 1991 ausgezeichnet und war 2003 Stadtschreiber in Rheinsberg.

Mit seiner Polnischen Reise steht Tom Schulz in der Tradition der deutschsprachigen Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts. Der Prosatext handelt von Begegnungen, Entdeckungen und Erinnerungen eines deutschen Schriftstellers, der das Land Polen bereist, und literarisch festhält, was er sieht und erfährt.

Tom Schulz, geboren 1970 in der Oberlausitz, aufgewachsen in Ost-Berlin. Seit 2002 Freier Autor, Lyrik, Prosa, Kritik, Übersetzungen und Herausgabe der Anthologie alles außer Tiernahrung (Rotbuch 2009). Tom Schulz lebt in Berlin. Veröffentlichungen: Vergeuden, den Tag (kookbooks 2006), Kanon vor dem Verschwinden (Berlin 2009), Liebe die Stare (Verlagshaus J. Frank 2011). Tom Schulz wurde unter anderem mit dem Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur 2010 und dem Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung 2010 ausgezeichnet.



Samstag und Sonntag, 22. und 23. Oktober 2011, jeweils 19:30 Uhr, Eintritt frei
Literarische Brennpunkte: Mikrotexte aus Lateinamerika und Europa – Lesung und Diskussion

Samstag (sp./dt.): Flavia Company (ESP), Patricia Esteban Erlés (ESP), Ildiko Nassr (ARG) und Juan Romagnoli (ARG)
Sonntag (dt.): Katharina Bendixen (D), Ruth Johanna Benrath (D), Judith Keller (CH) und Andreas Unterweger (A)


"Less is more": Dass Perfektion auch in der Literatur keine Kleinigkeit ist und kleine – bzw. kurze und sogar kürzeste Texte – auf den Punkt bringen können, was die Kunst des Erzählens ausmacht, das wird diese internationale Begegnung zwischen deutschsprachigen und spanischsprachigen Autor/innen zeigen.

Literarische Mikrotexte gibt es in der spanischsprachigen Tradition schon seit mehreren Jahrzehnten als eigenständige Gattung. Die Rede ist vom "microrelato", dessen Umfang mitunter aus nur einer (bissigen) Zeile besteht. Heute boomt das Genre in Lateinamerika und Spanien. Im deutschen Sprachraum dagegen sind diese Meisterwerke im Miniaturformat bislang vollkommen unbekannt – unter Autoren wie Lesern.

Deswegen startet die Lettrétage ein Pilotprojekt und lädt Schriftsteller/innen zum internationalen Austausch über das microrelato ein: Autor/innen aus Argentinien und Spanien werden sich mit ihren Kolleg/innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gemeinsam Gedanken darüber zu machen, wie man sich erzählerisch kurz fassen kann – und ob spanischsprachige Texte wiederum auf knappe Texte von Kafka oder Brecht zurückgreifen. Was in diesem Laboratorium diskutiert wird und wie überhaupt microrelatos auf deutsch klingen könnten, dürfen Sie an beiden Abenden bei uns entdecken!

Das Projekt wird gefördert von: Spanisches Kulturministerium, Spanische Botschaft Berlin, Argentinische Botschaft Berlin, Programm ProSpanien, Friede Springer Stiftung, Berlin Verlag, Pro Helvetia, Österreichisches Kulturforum Berlin.

literarischebrennpunkte.wordpress.com

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