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Oktober


Freitag, 1. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Rayuela – Argentinisch-Deutsches Stadtschreiber-Projekt

María Negroni (Stadtschreiberin Stuttgart) und Ulf Stolterfoht (Stadtschreiber Bahía Bianca)


Von Anfang September bis Oktober hält sich die argentinische Autorin María Negroni als Stadtschreiberin Stuttgarts in Deutschland auf. Wir freuen uns, sie in Kooperation mit dem Literatuhaus Stuttgart an einem Abend in Berlin präsentieren zu können.

Sie wird aus den ersten Einträgen ihres Stuttgart-Tagebuchs lesen und Einblicke geben in ihr literarisches Werk.

Der Stuttgarter (in Berlin lebende) Lyriker Ulf Stolterfoht liest seinerseits aus dem Tagebuch, das er als Stadtschreiber in der argentinischen Hafenstadt Bahía Blanca verfasste.

Foto: Jorge Ochoa

María Negroni, die seit 1985 zwischen Buenos Aires und Manhattan pendelt, ist bekannt für ihre Dichtung (zuletzt "La Boca del Infierno", 2010), ihre Essays ("Galería fantástica", 2009) sowie für Ihren Roman "La Anunciación", 2007.




Foto: Ayse Yavas

Ulf Stolterfoht, der seit 2000 als freier Schriftstller arbeitet, hat mehrere Lyrikbände veröffentlicht (zuletzt „das nomentano-manifest“, 2009) und mehrere Gedichtbände (u.a.„Jahrbuch der Lyrik 2008“, „Cowboylyrik“, 2009) herausgeben und übersetzt (u.a. „Es lebt!“ von Tim Turnbull 2009).




Das Projekt Rayuela ist eine Kooperation zwischen COFRA, dem Organisationskomitee für den Ehrengastauftritt Argentiniens auf der Frankfurter Buchmesse 2010, sowie literaturhaus.net, dem Goethe-Institut und Litrix.de, mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und mit ARTE als Medienpartner.



Samstag, 2.Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Luces in the sky[pe] – Junge Autoren aus Spanien (III)

Blanca Riestra. Das unsichtbare Wesen
Mit Blanca Riestra und Martin Heesch

‚Luces in the sky[pe]‘ holt Glanzlichter der jungen spanischen Literatur auf das Parkett der Lettrétage. Acht handverlesene Autoren der Jahrgänge 1970-78 können mit ihren Prosatexten erstmals auf deutsch entdeckt werden: Eine Autorenlesung via Videoübertragung, eine Schauspielerlesung der eigens dafür angefertigten Übersetzungen und ein Autorengespräch mit Dolmetscher via Skype gestalten den Abend. (Für die Veranstaltungen sind keine spanischen Sprachkenntnisse erforderlich.)

„Ich hatte mich in ein unsichtbares Wesen verwandelt. Nichts gab es mehr, an dem ich mich hätte festhalten können; mein Körper existierte nicht mehr: Er hatte diese undefinierte Farbe des Schmutzes angenommen.“ – Der junge Bohémien und Dichter José Manuel Vilano blickt auf den selbsterwählten sozialen Abstieg zurück, auf seine Rimbaudsche Fahrt durch ein Madrid der Bettler und Krüppel. Das äußere Geständnis des zweifachen Mörders vor dem Richter begleitet ein leises Eingeständnis des Scheiterns am Leben. In kurzen Kapiteln, die in ihrer Intensität und ästhetischen Perfektion Prosagedichten gleichen, zeigt Blanca Riestra die Faszination am Bösenn Abgründigen und Ekelerregenden. In vordergründiger Nähe zu ihren literarischen Paten Dante, Baudelaire und Rimbaud schafft sie eine ureigene Sprache und formuliert damit ein Plädoyer für die Langsamkeit der Wahrnehmung: Unter diesem Blick zersetzen sich Gewißheiten, Gut und Böse verlieren ihr moralisches Fundament. Mord wird zum passiven Tun, Schuld zu einem übergeworfenen Mantel, der zu groß und zu unförmig ist, um getragen zu werden.



Blanca Riestra ist 1970 in La Coruña geboren. Sie studierte Spanische Philologie in Santiago de Compostela und promovierte an der Universität von Burgund (Frankreich) über den Dichter Juan Larrea. Neben zahlreichen Erzählungen und journalistischen wie literaturkritischen Beiträgen veröffentlichte sie bisher fünf Romane, zuletzt La noche sucks (Alianza, 2010). Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Blanca Riestra arbeitete als Universitätsdozentin in Madrid und Rom und leitete das Instituto Cervantes in Albuquerque (USA). Zur Zeit unterrichtet sie der privaten IE University in Madrid und ist Vizedirektorin von deren geisteswissenschaftlicher Fakultät.


Martin Heesch wurde 1964 geboren in Herrsching am Ammersee. Ausbildung an der Theaterakademie „Spielstatt Ulm“, seit 1989 freischaffend spielend auf Reisen (u.a. Theater Erlangen, Ulmer Theater, Theater Brett Wien, Admiralspalast Berlin,), ebenso im Kino und Fernsehen (u.a. Schlafes Bruder, Komissar Rex, Tatort, balko), zahlreiche Hörspiele, Lesungen und Theaterprojekte mit Kindern.

Die Reihe wird unterstützt vom spanischen Kulturministerium, der spanischen Botschaft in Berlin, Pro Spanien und der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG).







Medienpartner:






Montag, 4. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5 €
Datenschreiber V: Bündnisfall

Kathrin Röggla


Am 4. Oktober 2001 beschloss der Nato-Rat zum ersten und bislang einzigen Mal den Bündnisfall – in Reaktion auf die Terroranschläge in den USA am 11. September.

Drei Tage später begannen die offiziellen Kampfhandlungen in Afghanistan.

Kathrin Röggla war damals als Stipendiatin in New York. In "really ground zero", einer Zusammenstellungen von Texten und Fotos aus den Tagen und Wochen nach den Anschlägen, berichtet sie von einem Land zwischen absurder Normalität und beinahe schon normaler Hysterie, von einer Stadt, wo die Kastrophe ebenso greifbar ist, ja buchstäblich als stinkender Staub in der Luft liegt, wie sie zugleich durch die medialen Dauerbefeuerung immer abstrakter wirkt, was zunehmend Unwirklichkeitsgefühle auslöst.

In ihrem aktuellen Buch "die alarmbereiten" stellt Kathrin Röggla nun unsere eingeschliffenen Wahrnehmungsmuster auf den Prüfstand: Lauert tatsächlich an jeder Ecke die nächste globale Krise? Ist die Welt wirklich aus den Fugen? Wie nah ist der Untergang jetzt eigentlich?

Das Tagesgeschehen zeigt, dass sie die richtigen Fragen stellt: Ohne Unterlass reden wir uns routiniert um Kopf und Kragen, haben zwischen neuen Afghanistan-Strategien und Sarrazin-Sarazenen-Debatten längst die Orientierung verloren und uns auch längst an die Orientierungslosigkeit gewöhnt; wir nehmen uns die Luft zum Atmen, zum Sprechen, machen den Raum zwischen Floskel und Verstummen immer enger... Ist es am Ende die Angst davor, wir könnten uns abschaffen, die uns abschafft? Oder ist es Zeit für den permanenten Bündnisfall?

Neun Jahre nach den Anschlägen auf das World Trade Center, neun Jahre nach Natobeschluß und Kriegsbeginn wirft Kathrin Röggla einen Blick zurück, collagiert eigenes Ton-, Bild- und Textmaterial aus ihrer Zeit in New York zu einem (Ent-)Zerrspiegel für unseren chronisch akuten Alarmismus.

Foto: Jürgen Bauer

Kathrin Röggla, 1971 in Salzburg geboren und dort aufgewachsen. Studium der Germanistik und Publizistik in Salzburg. In freien Gruppen Theaterarbeiten und eigene Performances. Mitarbeit an einer Salzburger Literaturzeitschrift (erostepost). Lebt seit 1992 in Berlin. Ausgezeichnet mit diversen Preisen, u.a. dem Preis der SWR-Bestenliste (2004), dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2004) und dem Solothurner Literaturpreis (2005). Zahlreiche Stipendien, u.a. das New York Stipendium des Literaturfonds (2001). Buchpublikationen u.a. Irres Wetter (2000); really ground zero (2001); wir schlafen nicht (2004). Des Weiteren Hörbücher, Radioarbeiten und Theatertexte (zuletzt: draußen tobt die dunkelziffer, 2005 UA Volkstheater/Wiener Festwochen)


Wir bedanken uns beim Berliner Senat für die finanzielle Unterstützung sowie bei den Medienpartnern taz, Zitty und Radio Eins.






Montag, 11. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5€
„Wer war Eva Mondino?“ und „Eine Wiederbegegnung“

Autorenlesung mit María Teresa Andruetto und Esther Andradi
moderiert von Marion Dick

Zwei argentinische Autoren Autorinnen treffen an diesem Abend in der Lettrétage zusammen: María Teresa Andruetto liest aus ihrem Roman Wer war Eva Mondino?, während ihre in Berlin lebende Schriftstellerkollegin die Erzählung Eine Wiederbegegnung (veröffentlicht in der Anthologie Die Nacht des Kometen, 2010) vorstellt.

Eva Mondino, aus politischen Gründen inhaftiert, überlebt die Folter der Militärdiktatur, jedoch zu einem hohen Preis. Sie lässt sich auf eine sexuelle Beziehung mit ihrem Folterer ein und wird für diesen »Verrat« nach Ende der Diktatur geächtet. Doch es stellt sich nach und nach heraus, dass auch andere von den Verhältnissen profitiert oder aus Angst kollaboriert haben: die Nachbarin, die ihr kein Versteck bot, der Anwalt, der sie denunzierte, der Professor, der sie erpresste …

Zahlreiche Zeugenaussagen verweben sich zu einem Roman, der in der Form eines Untersuchungsberichts die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen Frau erzählt, aber auch das Spektrum einer gebeutelten, verängstigten und heuchlerischen Gesellschaft aufzeigt.

Mittels einer an Vielzahl Stimmen unterschiedlichen Alters gelingt es im Erzählband Die Nacht des Kometen, ein generationsübergreifendes Panorama zu schaffen. Gleichzeitig holt er eine argentinische Perspektive über den Ozean, die man im deutschsprachigen Raum bislang nur vermisst gemeldet kennt: eine weibliche. Insgesamt zwölf Autorinnen, geboren zwischen 1928 und 1982, kommen in diesem Buch zu Wort, darunter auch Esther Andradi. So haben die Lesenden hier ihre Freude daran, zu verfolgen, wie die Mütter die Kindeskinder beäugen und die Töchter die Elterngeneration, wie aber keine von ihnen vergisst, im Schlamassel der Protagonisten auch das Kapitel Machismo aufzuschlagen.



María Teresa Andruetto wurde 1954 in der argentinischen Provinz Córdoba geboren. Ihre Eltern waren 1948 aus dem italienischen Piemont nach Argentinien ausgewandert. Sie unterrichtet heute Literatur und unterhält Schreibwerkstätten in der Stadt Córdoba. Sie hat mehrere Romane, Gedichtbände und Jugendbücher veröffentlicht. Im September 2010 erscheint im Rotpunktverlag ihr Roman Wer war Eva Mondino? in der Übersetzung von Susanna Mende.



Esther Andradi wurde in Ataliva/ Argentinien, geboren. Sie hat Publizistik in Rosario studiert. 1975 zog sie nach Peru, wo sie in Lima als Journalistin gearbeitet und ihr erstes Buch veröffentlicht hat. 1980 ging sie nach Europa, ließ sich in Berlin nieder und schrieb Drehbücher sowie Reportagen für Hörfunk und Fernsehen. 1995 ist sie nach Argentinien zurückgekehrt und hat bis 2002 in Buenos Aires gelebt. Seitdem lebt sie wieder in Berlin. Sie hat Erzählungen, Romane und Dokumentarliteratur veröffentlicht.

In Zusammenarbeit mit SvH Literarische Agentur, Rotpunktverlag und edition 8.



Mittwoch, 13. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5€
Thien Tran und Norbert Lange


Wir freuen uns, zwei Ausnahme-Lyriker in einem Raum zu präsentieren.

Norbert Lange ist nicht nur als exzellenter Lyriker sondern darüber hinaus auch als scharfsinniger Theoretiker in Erscheinung getreten. Der Titel seines soeben erschienen Essaybandes: Das Geschriebene mit der Schreibhand (Aufsätze, Reinecke & Voss, 2010) deutet es an: Hier arbeitet einer an „seinen“ Worten, und zwar sowohl ganz handfest als auch handreichend. Lyrik und Poetologie zum Anfassen!

Thien Tran hat sich seit seinem ersten Band fieldings (Verlagshaus Frank, 2009) und dem Gewinn des open mike 2008 als Stimme unverzichtbar gemacht. Seine Gedichte, „höchst zeitgemäße Annäherungen an das Leben in der Sprache und damit an das Leben der Sprache“ (Thomas Böhm, laudatio Brinkmann Stipendium), bezeugen ihren Autor als Realitäts-Suchenden. Nichts weniger als das In-sich-Sein hinter den Oberflächen steht auf dem poetischen Spiel.

Foto: Nadja Küchenmeister

Norbert Lange ist 1978 in Gdingen geboren, im Rheinland aufgewachsen. 1999-2002 Studium in Berlin, 2002-2006 in Leipzig am Deutschen Literaturinstitut.



Thien Tran ist 1979 in Ho Chi Minh-Stadt geboren. Studium der Germanistik, Philosophie und klassischen Literaturwissenschaft in Köln. Derzeit ist er Aufenthaltsstipendiat im lcb am Wannsee.







Samstag, 16. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Henry James: Die Drehung der Schraube

Buchpremiere
Schauspielerlesung mit Denis Abrahams

Zwei engelsgleiche Zöglinge, ein reizendes Landhaus – für eine junge Lehrerin erweist sich gleich die erste Anstellung als glückliche Wahl. Doch die Idylle entpuppt sich rasch als brüchig. Mysteriöse Ereignisse trüben die Unbeschwertheit und wecken ihren Zweifel. Wissen die Kinder mehr, als sie verraten? Warum verweigert ihr Dienstherr, der charmante Onkel der Zöglinge, jede Hilfe? Ist sie selbst am Ende keine verlässliche Zeugin des Geschehens? Mit «Die Drehung der Schraube» gelang Henry James ein sprachliches wie kompositorisches Meisterwerk, ein Solitär des Genres Horrorliteratur . Psychologisch brilliant und von überragender erzählerischer Raffinesse, zieht es seine Leserschaft unaufhaltsam in seinen Bann.

Henry James (1843–1916), in New York geborener Sohn aus wohlhabender Familie, genoss eine kosmopolitische Erziehung. 1875 ging er zunächst als Korrespondent nach Paris und zog dann nach England. James schrieb zwanzig Romane, Theaterstücke, Reiseberichte sowie über hundert Erzählungen, die ihm höchste Anerkennung eintrugen.

In Zusammenarbeit mit dem Manesse Verlag.



Montag, 18.Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5€
Datenschreiber VI: ein strumpf wächst durch den tisch

Mit Ulf Stolterfoht

"Auf Anraten Freges tauchte Wittgenstein am 18. Oktober 1911 in der Sprechstunde Russells auf. Vom nächsten Tag an dominierte er die Diskussionen in seiner Vorlesung über mathematische Logik."

"Am Morgen des 18. Oktober 1977 wurden in ihren Zellen tot aufgefunden: Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe. Irmgard Möller überlebte mit Stichverletzungen im Brustbereich."

So weit das reichlich willkürliche Setting. Das sich dann beim Schreiben als überhaupt nicht willkürlich erwies. Querverbindungen und Vorwegnahmen zuhauf. Moby Dick und Rumpelstilzchen, Gramsci und sugarbaby, Rippenbiest und Hammelswade, Schnürbein usw. - Aber das Männchen sprach: “Nein, etwas Lebendes ist mir viel lieber als alle Schätze der Welt”.

Lothar Fiedler geboren 1953 in Dresden. Gitarre und Elektronik. Arbeitet im Grenzbereich von Komposition, Improvisation und Performance.

Ulrich Schlotmann geboren 1962 in Balve. Schriftsteller. Zuletzt: Die Freuden der Jagd; Basel: Engeler 2009

Ulf Stolterfoht geboren 1963 in Stuttgart. Schriftsteller. Zuletzt: das nomentano-manifest; Ostheim: Engstler 2009



Mittwoch, 20.Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Amazonen der Arena - Zirkusartistinnen und Dompteusen

Buchpremieremit Stephanie Haerdle

Manege frei! Frauen arbeiteten schon als Raubtierdompteusen, Akrobatinnen und Zirkusdirektorinnen, als die bürgerliche Dame kaum allein über die Straße gehen durfte. Stephanie Haerdle portraitiert diese außergewöhnlichen Frauen.

Während die bürgerliche Frau noch Korsett trug und in ihrem Bewegungsradius auch sonst sehr eingeschränkt war, sprengten weibliche Herkulesse im Zirkus die Ketten, betteten ihr Haupt ins Maul eines Löwen, zeigten Kunststücke auf Pferderücken und am Trapez, wurden anerkannt und bewundert. Oftmals unverheiratet, präsentierten sie ihren Körper und ihre Leistung in der Öffentlichkeit, arbeiteten auch als Mütter weiter, verdienten ihren Lebensunterhalt selbst und bereisten die ganze Welt. Sie waren kaltblütig und stark, mutig und durchsetzungsfähig, selbstbewusst und unerschrocken. Ihr Künstlertum war schillernd und unkonventionell, dabei aber weit weniger anrüchig als das von Theaterschauspielerinnen, Sängerinnen und Tänzerinnen. Und doch war das Leben im Zirkus hart und entbehrungsreich, ein »Drahtseilakt zwischen Freiheit und Disziplin, Unabhängigkeit und Abhängigkeit«.

Es gibt wohl keine Berufswelt, in der Frauen so früh und gleichberechtigt ihren Platz eingenommen haben wie in der Manege. In diesem reich bebilderten, sorgfältig recherchierten Buch sind Biographien von erfolgreichen Artistinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus allen Sparten der Zirkuskunst versammelt. Darunter: Claire Heliot, Margarete Kreiser-Barum, Ida Krone, Constance und Paula Busch und Hélène Dutrieu.



Stephanie Haerdle, 1974 in Freiburg geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Gender Studies. Seit 1993 lebt und arbeitet sie in Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung des Wagenbach Verlags.



Samstag, 23.Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt 5€
EDIT #53 - Heftpräsentation

Mit Mara Genschel und Elke Erb

DIE Literaturzeitschrift aus Leipzig zu Gast in Berlin. Die Autorinnen blättern sich durchs aktuelle Heft und stellen neue Texte vor.

Foto: Anna Bres

Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn. 2001 kurze Studien der Musikwissenschaft in Köln, bis 2004 Studium der Schulmusik (Hauptfach Violine) an der Hochschule für Musik Detmold. Seit April 2004 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig mit Hauptfach Lyrik und Nebenfächern Prosa und Dramatik/Neue Medien.


Foto: Ute Schendel

Elke Erb, geboren 1938 in Scherbach (Eifel), siedelte 1949 in die DDR (Halle) über. Ab 1966 freiberufliche Autorin. Schreibt Lyrik, Essays, Prosa, Übersetzungen. 1988 Peter-Huchel-Preis, 1990 Heinrich-Mann-Preis, 2007 Hans-Erich-Nossack-Preis, viele weitere Preise und Auszeichnungen.Zuletzt erschien der Gedichtband Meins (Urs Engeler Editor, roughbook 006, 2010).





Mittwoch, 27. Oktober 2010, 19:30 Uhr, Eintritt frei
Vicente Luis Mora. Alba Cromm

Mit Vicente Luis Mora und Denis Abrahams

Vicente Luis Mora zählt zu den brillantesten Theoretikern der zeitgenössischen spanischen Literatur – und zur radikalen Avantgarde eines neuen, experimentellen Erzählens unter postmodernem Einfluß. Intellektuelles Konzept und avantgardistische Ästhetik paaren sich auch in seinem zweiten Roman Alba Cromm, dessen Handlung Mora in das Jahr 2017 vorverlegt: Traumatisiert durch eine unheilvolle Beziehung zum eigenen Vater und ihren früheren Einsatz im Kosovo, hat sich die Polizeikommissarin Alba Cromm mit allen Kräften einer Mission verschrieben, dem Kampf gegen Kinderpornographie im Internet. Ihr letzter und schwierigster Auftrag konfrontiert sie mit dem Hacker Nemo. Als reißerischer und sensationslüsterner Kriminalroman bietet dieses Thema dem Intel lektuellen Mora das optimale Material für eine lustvolle Zersetzung des traditionellen Roman-Fließtexts in labyrinthisch verstreute Informationspartikel. A lba Cromm erscheint im Format einer Sondernummer der elektronisch publizierten Männerzeitschrift ‚Upman‘. Fragmente aus Chats, Blogeinträgen, Interviews, Ta gebucheinträgen der Kommissarin u.a. ergeben ein heterogenes, den Leser stets verunsicherndes Puzzle an Meinungen, Informationen und Wertungen, das die det ektivische Suche nach der endgültigen Wahrheit und (Er)Lösung als Projektion gesellschaftlicher Erwartungen entlarvt – eine Parodie des Kriminalgenres in be ster cervantinischer Manier.

Foto: José Carlos Nieva

Vicente Luis Mora, 1970 in Córdoba geboren, ist Schriftsteller, Kulturmanager, Literaturwis senschaftler und Kulturkritiker. Er hat in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft promoviert und forscht und publiziert vor allem über die Ve rbindung von Literatur und den neuen Medien. Seine zahlreichen Veröffentlichungen umfassen neben Aufsätzen und Anthologiebeiträgen dreizehn literarische und wissenschaftliche Bücher. Zuletzt erschien sein Gedichtband Tiempo (2009). Sein Essayband Pasadizos. Espacios simbólicos entre arte y literatura erhielt 2008 den Premio Málaga de Ensayo. Er schreibt regelmäßig Literatur- und Kulturkritik in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften sowie im Internet und unte rhält den Blog Diario de Lecturas, der monatlich 14.000 Leser erreicht.

Die Reihe wird unterstützt vom spanischen Kulturministerium, der spanischen Botschaft in Berlin, Pro Spanien und der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften (ALG).







Medienpartner:
Lettrétage - Das junge Literaturhaus