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Oktober 2009


Samstag, 10. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Die Germamistinnen
Renata Lucic und Anne Krüger


Die Germamistinnen formierten sich 2008 zunächst als Internetpräsenz aus den buchstabenverdrehenden Germanistinnen Renata Lucic und Anne Krüger, die eine Plattform für Wortkunst, Sprachunsinn und Bildgespraeche suchten. "Germamist.de" bietet Seltsamkeiten wie "Gedichtwürste", bei denen die beiden Autorinnen abwechselnd zwei Zeilen schreiben, "Fotofladen", bei denen sich nur per Fotografie unterhalten wird, und nicht zuletzt "Verleser", die eine Sammlung falsch gelesener Worte und Sätze sind. Lucic und Krüger sind auch jenseits aller Germamistik als freiberufliche Autoren tätig.



Dienstag, 13. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Jovan Zivlak
Autorenlesung
Eine Gastveranstaltung des APHAIA VERLAGS


Jovan Zivlak, geb. 1947 in Nakovo, Wojwodina, besuchte Schulen in Kikinda und Novi Sad. Er hat die Philosophische Fakultät,Lehrstuhl für serbische Sprache und Literatur, abgeschlossen. Er lebt und arbeitet in Novi Sad. Er war Chefredakteur für Kultur in der Zeitschrift Index (1970-1972), des Kunst- und Literaturprogramms auf der Jugendtribüne (1973-1975) und der Zeitschrift für Kultur und Gesellschaftsfragen Polja (1976-1984). 1985-2007 war er Direktor und Chefredakteur des Verlagshauses Svetovi. Seitdem leitet er den Verlag. Seit 2001 ist er Redakteur und Initiator der Zeitschrift Zlatna greda und seit 2002 Vorsitzender des Schriftstellerverbands der Wojwodina.

Jovan Zivlak hat acht Lyrikbände, zwei Bücher mit Essays herausgegeben und sechs Poesiebücher moderner serbischen Schriftsteller vorbereitet. Seine Texte und Poesie sind in zahlreichen ausländischen Zeitschriften und Zeitungen erschienen und ins Englische, Italienische, Deutsche, Französische, Spanische, Chinesische, Japanische, Polnische, Ungarische, Rumänische, Schwedische und andere Sprachen übertragen. Acht seiner Bücher sind in anderen Sprachen veröffentlicht worden. Über sein literarisches Werk sind eine Anzahl von Essays, Studien, eine Monographie, eine Magisterarbeit und eine Doktorarbeit verfasst worden. Die Bibliographie über sein literarisches Werk umfasst einige hundert Titel. Er ist in wesentlichen Anthologien der serbischen Poesien im In- und Ausland vertreten und hat mehrere Preise für seine Lyrik erhalten. Gedichtbände: Brodar (Der Seemann) 1969, Vecernja skola (Die Abendschule) 1974, Tronožac (Dreifuß) 1979, Cekrk (Die Haspel) 1983, Napev (Gesang) 1989, Zimski izvestaj (Winterbericht, Gedichtauswahl) 1989, Cegrtusa (Die Klapperschlange) 1991, Obretenje (Rotation, Gedichtauswahl) 1993-1995, Ostrvo (Insel) 2001, Pesme 1979-2005 (Gedichte), 2006. Essays: Jedenje knjige (Das Verspeisen des Buchs) 1996, Aurine senke (Schatten der Aura) 1999. Secanje i senke (Erinnern und Schatten) 2007.



Mittwoch, 14. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
NEUES VOM JETZT (II)
Eine Versuchsanordnung junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik an fünf Abenden
Zur Terminübersicht
Teil 2: André Rudolph und Christian Röse
Gastgeber: Ron Winkler und Björn Kuhligk


Im Jahr 2008 sind zwei Anthologien erschienen, die man zu Recht als Bestandsaufnahmen aktueller deutscher Lyrik der jüngeren Generation bezeichnen kann: Lyrik von JETZT zwei, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner (Berlin Verlag, 2008), sowie Neubuch, herausgegeben von Ron Winkler (yedermann Verlag, 2008). Die Autorinnen- und Autoren-Auswahl der beiden Bücher überschneidet sich, jedes setzt jedoch auch eigene markante Akzente.

Vor diesem Hintergrund ist in der Lettrétage die Idee einer kompakten Gesamtschau der aktuellen deutschsprachigen Lyrik jüngerer Autorinnen und Autoren an fünf Abenden entstanden, einer einmaligen Inventur, die sich aus den Quellen der genannten Anthologien speist, wobei Seitenarme, Gegenströmungen, Stromschnellen und Untiefen billigend in Kauf genommen werden. Jeweils zwei der genannten Anthologie-Herausgeber laden pro Abend zwei Lyriker/innen ein, um Neuestes aus ihrer Feder zu hören sowie um mit ihnen über Lyrik zu sprechen, poetologische Positionen zu diskutieren und auf jeweils einen besonderen Aspekt zu sprechen zu kommen.

Christian Röse, geboren 1980 in Neheim/NRW, Literaturförderpreis der Stadt Dortmund 2002. Publikationen u.a. in: Sieben Schritte Leben, Neue Lyrik aus NRW (2001); Lyrik von JETZT zwei. Schere (2006) ist seine erste Einzelveröffentlichung.

André Rudolph, geboren 1975 in Warschau/Polen. Viele Veröffentlichungen, u.a. in Sinn und Form, Edit, BELLA triste, Intendenzen; Sprache im technischen Zeitalter, Lyrik von JETZT zwei. Finalist beim 15. open mike 2007, Prosanova-Lyrikpreis 2008. Seit 2006 auch Übersetzungen von zeitgenössischer polnischer Lyrik. Gedichtband Fluglärm über den Palästen unsrer Restinnerlichkeit (2009).

NEUES VOM JETZT wird gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung, vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., vom Berlin Verlag sowie vom österreichischen Kulturforum in Berlin. Für die Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich!











Medienpartner: Zitty





Mittwoch, 21. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Nikola Richter: die do-re-mi-maschine
In Zusammenarbeit mit der lyrikedition 2000


Nikola Richter liest aus ihrem neuen Gedichtband: die do-re-mi-maschine. Schon in ihrem ersten Band "roaming" bewies die Autorin viel Witz und einen außergewöhnlichen Zungenschlag. Druckfrisch gibt es wieder Gedichte, die wach machen und alles zum Vibrieren bringen.

hopserei
er kann jetzt nicht mit dir tanzen, sagt einer, und ich sage, das ist
überhaupt nicht mein problem, denn ich hole meinen freund von der
bushaltestelle ab, wir weinen zur begrüßung und pinkeln zwischen autos in
der nebenstraße. und wenn einer sagt, das ist doch mal wieder kein gedicht,
dann sag ich nix, aber pass mal auf, denn hier ist das leben, hier hab ich
eben noch telefoniert, als einer die treppe herunter rannte und mich mal
kurz küssen wollte, ich schlug ihn weg, weil eben noch ein anderer mich
drückte und wieder andere mir sagten, dass ich sie suchen solle. die welt
ist groß genug für alle, sagten manche eben noch und andere wollten
schwimmen gehn (das sind die ungehemmten dates). ich habe einen neffen, der
schon nudeln sagen kann,
und ich mit neuem job kann nichtmal sagen, was ich will.


Nikola Richter wurde 1976 in Bremen geboren und lebt in Berlin, wo sie als Autorin und Redakteurin für verschiedene Medien tätig ist. Mit ihrer Agentur www.blogmacherei.de konzipiert sie Weblogs für kulturelle Institutionen. Sie war Finalistin beim Lyrikpreis Meran 2008 und wurde dort mit dem einmalig vergebenen »Preis der Jury« ausgezeichnet. Sie veröffentlicht vor allem Lyrik und Prosa, in Zeitschriften (ndl, edit,Das Gedicht, Neue Rundschau, Shampoo Poetry, Diario de Poesia, Kalliope) und Anthologien (Lyrik von Jetzt, Jahrbuch der Lyrik, Berliner Kneipenbuch). Einzelpublikationen: roaming (Lyrikedition 2000, 2004), Die Lebenspraktikanten (Fischer Taschenbuch, 2006), Schluss machen auf einer Insel (Berlin Verlag Taschenbuch, 2007), Rock-Männer (Eloisa Cartonera, 2008), Liebes-Erklärungen (hg. mit Franziska Richter, Bloomsbury, 2009), Mitternachtsshopping (SWR/deutschlandradio, 2009), fuera de juego (Eloisa Cartonera, 2009).



Freitag, 23. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Verlagsabend Hochroth Verlag
Zum einjährigen Bestehen des Verlags
Mit Konstantin Hanack, Sven-André Dreyer, G.H.H.
Gastveranstaltung


Das Modellprojekt zur alternativen Verlagsszene feiert sein Bestehen mit Lesungen von Konstantin Hanack, Sven-André Dreyer, G.H.H. (Valentino Zeichen) und der Buchvorstellung von Rolf Bossert sowie dem Jahresabschlussbericht mit anschließender Diskussion über Konzept und Verlagsarbeit.

G.H.H. liest Gedichte von Valentino Zeichen. Der italienische Dichter und Schriftsteller wurde 1938 geboren. Im hochroth Verlag erscheint der erste Gedichtband in deutscher Übersetzung.

Sven-André Dreyer, geboren 1973 in Düsseldorf, Germanist, Redakteur und freier Autor. Mitglied des Freien Deutschen Autorenverbands (FDA), Mitglied des Vereins Literaturhaus Nordhessen e.V., Veranstalter der Lesereihe „Lesen in der BRAUSE“ in Düsseldorf, Mitglied der Lesereihe „fett & kursiv“ in Köln.

Konstantin Hanack wurde am 15. November 1985 in Luckenwalde (Brandenburg) geboren. Er absolvierte das Abitur in Perleberg und studiert seit 2005 Philosophie in Jena und Potsdam. Seit 2009 wohnt er in Berlin.

Marco Beckendorf liest Gedichte von Rolf Bossert, anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises an Herta Müller. Bossert kam 1952 in der Eisenhüttenstadt Reschitza im Banater Bergland (Rumänien) zur Welt. Er studierte 1971 bis 1975 Germanistik und Anglistik an der Bukarester Universität. Im November 1985 wurde der Ausreisantrag seiner Familie bewilligt. Wenige Wochen nach später fand man Rolf Bossert leblos unter dem geöffneten Fenster des Übergangwohnheims in Frankfurt am Main.



Mittwoch, 28. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
NEUES VOM JETZT (III)
Eine Versuchsanordnung junger deutschsprachiger Gegenwartslyrik an fünf Abenden
Zur Terminübersicht
Teil 3: Stefan Schmitzer und Herbert Hindringer
Gastgeber: Ron Winkler und Björn Kuhligk


Im Jahr 2008 sind zwei Anthologien erschienen, die man zu Recht als Bestandsaufnahmen aktueller deutscher Lyrik der jüngeren Generation bezeichnen kann: Lyrik von JETZT zwei, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner (Berlin Verlag, 2008), sowie Neubuch, herausgegeben von Ron Winkler (yedermann Verlag, 2008). Die Autorinnen- und Autoren-Auswahl der beiden Bücher überschneidet sich, jedes setzt jedoch auch eigene markante Akzente.

Vor diesem Hintergrund ist in der Lettrétage die Idee einer kompakten Gesamtschau der aktuellen deutschsprachigen Lyrik jüngerer Autorinnen und Autoren an fünf Abenden entstanden, einer einmaligen Inventur, die sich aus den Quellen der genannten Anthologien speist, wobei Seitenarme, Gegenströmungen, Stromschnellen und Untiefen billigend in Kauf genommen werden. Jeweils zwei der genannten Anthologie-Herausgeber laden pro Abend zwei Lyriker/innen ein, um Neuestes aus ihrer Feder zu hören sowie um mit ihnen über Lyrik zu sprechen, poetologische Positionen zu diskutieren und auf jeweils einen besonderen Aspekt zu sprechen zu kommen.

Herbert Hindringer, geboren 1974 in Passau. Preise u.a. beim bolero-shortstory-preis 2005 und beim pussyprosapreis 2005. Veröffentlichungen in Anthologien u.a. Jahrbuch der Lyrik 2009 und Gedichtbände biete bluterguss und suche das weite (2003). Distanzschule (2007), zuletzt Der letzte Mensch mit Segelohren (2009).

Stefan Schmitzer, geboren 1979 in Graz. Comics, Gedichte, Prosa in u.a. Zeitschriften und Anthologien. Mitbegründer und Redakteur des „unzine“. 2007 erhielt er den Literaturförderungspreis der Stadt Graz, 2008 den Förderpreis der Zeitschrift manuskripte.

NEUES VOM JETZT wird gefördert von der Stiftung Preußische Seehandlung, vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V., vom Berlin Verlag sowie vom österreichischen Kulturforum in Berlin. Für die Unterstützung bedanken wir uns sehr herzlich!











Medienpartner: Zitty





Freitag, 30. Oktober 2009, 20 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Covering Onetti
Buchpremiere
Es lesen Philip Maroldt und Sonia Petner


Am 26. November 2008 fand im Rahmen der Lateinamerika-Reihe der Lettrétage eine Veranstaltung zu Juan Carlos Onetti statt. Die Impulse dieses Abends fanden ihren Widerhall in dem Schreib- und Publikationsprojekt Covering Onetti: Junge deutsche Autorinnen und Autoren reagieren auf je eine von vier ausgewählten Onetti-Erzählungen. Die Ergebnisse reichen von eng angelehnten „Coverversionen“ des Onetti’schen Originals bis hin zu lediglich leichter motivischer Verwandtschaft. In allen Fällen ist jedoch neue, eigenständige Literatur entstanden. So haben unsere Autorinnen und Autoren sich ganz nach Onettis Empfehlung gerichtet: Klaut, wenn nötig. Lügt immer.

Philip Maroldt, geboren 1981 in Berlin, Teilnahme am Open Mike 2008, Lyrik und Poetologisches in Zeitschriften, Mitherausgeber der Anthologie Wat los, Parzen? (2006).

Sonia A. Petner, geboren 1979 in Waldenburg/Polen, lebt in Berlin, arbeitet als Journalistin,Gewinnerin des Open Mike 2008.

Die Publikation von Covering Onetti wird von der uruguayischen Botschaft unterstützt.

Lettrétage - Das junge Literaturhaus