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Januar 2012


Samstag, 7. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt frei
hochroth-Verlagsabend

mit Lesungen von Lisa Vera Schwabe, Ivo Sachs, Timo Berger, Ron Winkler sowie einem Rückblick auf das literarische Jahr 2011





Das Modellprojekt zur alternativen Verlagsszene feiert sein 3-jähriges Bestehen u.a. mit Autorenlesungen, Buchvorstellungen sowie einem Rückblick auf das literarische Jahr 2011 und einem Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen des Konzeptes und der Verlagsarbeit. Unter anderem lesen hochroth-Autoren wie Lisa Vera Schwabe, Ivo Sachs, Timo Berger und Ron Winkler aus ausgewählten Werken.


Lisa Vera Schwabe, geboren 1982, ist in Berlin aufgewachsen. Sie studierte Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis in Hildesheim. Sie ist Mitbegründerin des freien KünstlerInnenkollektivs Theater Kormoran, mit dem sie zahlreiche Projekte als Regisseurin und Schauspielerin realisiert. Im hochroth Verlag Leipzig erscheint 2012 ihr erster Erzählband. 2011 ist sie Stipendiatin der Schreibwerkstatt der Jürgen Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben. 2012 ist sie Stipendiatin für Literatur des Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop Sie lebt und arbeitet in Leipzig.


Ivo Sachs, 1974 in Rüdersdorf bei Berlin geboren, ist ausgebildeter Bühnenbauer und Schauspieler. Er lebt in Berlin, wo er als Schauspieler und freischaffender Autor tätig ist. Im hochroth Verlag Berlin erschien 2011 sein Lyrikdebüt: der Schall danach.





Timo Berger, geboren 1974 in Stuttgart, lebt in Berlin. Veröffentlichte Prosa, Lyrik und Essays in diversen Anthologien und Zeitschriften, u.a. ndl, lauter niemand, Lyrik von jetzt 2. Timo Berger übersetzt aus dem Spanischen und Portugiesischen und ist Mitorganisator der Lesebühne Visch & Ferse sowie des Literaturfestivals Latinale. Im hochroth Verlag Berlin erschien 2011 seine Übersetzung der Gedichte Mayra Santos-Febres`.





Ron Winkler, geboren 1973 in Jena, lebt in Berlin, studierte Germanistik und Geschichte. Als Lyriker veröffentlichte er bislang mehrere Gedichtbände. Außerdem gibt es zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. 2005 wurde er mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet. Als Lyrikübersetzer widmet er sich vor allem der neuen amerikanischen Lyrik. Zahlreiche Herausgaben, u.a. der Zeitschrift intendenzen sowie der Anthologie Schwerkraft. Junge amerikanische Lyrik. Im hochroth Verlag Berlin erschien 2011 seine Übersetzung der Gedichte Sandra Beasleys: Die Abtastnadel in der Rille eines traurigen Lieds.



Mittwoch, 11. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
Oratorium für Frauenstimme und gemischten Chor - Einladung zur Leseperformance

Marina Lyubaskina liest aus ihrem Buch Gemorroj ili Marinocka, ty takaja nežnaja (Hämorrhoiden oder Marinocka, du bist so zärtlich)
Moderation: Julia Fertig


Die in Berlin lebende Malerin, Grafikerin, Foto- und Performancekünstlerin Marina Lyubaskina veröffentlichte 2010 ihr literarisches Debüt. Vladimir Sorokin schreibt im Klappentext: "Ein freies, ironisches, fröhliches und anrührendes Buch". Nach Präsentationen in Moskau und Sankt Petersburg liest Lyubaskina nun auch für das Berliner Publikum in deutscher Übersetzung aus dem Buch vor. Sinnlich-naives Liebesgeflüster, theatralische Aufführungsanweisungen und lyrische Abschweifungen bilden ein performatives Ganzes, das spricht und vibriert, das schreit und singt, lacht und stöhnt. Lyubaskina, eher Schülerin von Hélène Cixous als von Catherine Millet gibt mit ihrem "Oratorium für Frauenstimme und gemischten Chor" den weiblichen Scham- und Stimmlippen ihre verkümmerte poetische Potenz zurück.

Marina Lyubaskina, geboren 1960 bei Buchara (Usbekistan), studierte Kunst in Kaliningrad und St. Petersburg. In der Vergangenheit realisierte sie zahlreiche Ausstellungen und Kunstprojekte, unter anderem in Paris, Luxemburg, St. Petersburg, Moskau, Basel und Berlin. Mit dem Roman Hämorrhoiden oder Marinocka, du bist so zärtlich veröffentlichte sie ihr literarisches Debüt.





Samstag, 14. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
Thomas Podhostnik: Die Hand erzählt vom Daumen / Sebastian Brock: Kurze Visite


Mit Thomas Podhostnik und Sebastian Brock lesen zwei Autoren, die ihr Handwerk am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig gelernt haben, in der Lettrétage. Podhostnik, der für seine Prosa und Lyrik zahlreiche Auszeichnungen (u.a ein Stipendium des Klagenfurter Literaturkursus) erhielt, widmet sich in seinem zweiten Roman Die Hand erzählt vom Daumen dem Schicksal eines jungen Mannes aus dem ehemaligen Jugoslawien, der sich in seiner neuen Heimat Deutschland mit Ausgrenzung und Isolation konfrontiert sieht. Podhostniks Werk überzeugt vor allem durch eine stark komprimierte Metaphorik und eine dichte, präzise Sprache.
Sebastian Brock, sowohl als freier Autor als auch als Arzt tätig, entführt uns mit seinem Roman Kurze Visite in die unterkühlte Welt eines Krankenhauses. Unvermittelt und beeindruckend dicht entwirft er ein faszinierendes Abbild des Klinikalltags und der kleinen und großen zwischenmenschlichen Krisen, die sich dort tagtäglich abspielen.


Foto: Philipp Buchholtz
Thomas Podhostnik, geboren 1972 in Radolfzell, lebt in Leipzig, wo er als freier Autor und Regisseur tätig ist. Er studierte Soziologie und Politik in Konstanz und später Prosa, Dramatik/Neue Medien am DLL. Für seine Prosa und Lyrik erhielt er zahlreiche Stipendien. 2011 erschien sein zweiter Roman Die Hand erzählt vom Daumen.

Foto: Sven Mersiowski
Sebastian Brock, geboren 1980 in Leipzig, studierte Medizin in Leipzig und Barcelona, zudem am DLL. Er verfasste mehrere Theaterstücke und Drehbücher und zwei Romane (Silbersee, Kurze Visite). Zudem veröffentlichte er einige seiner Texte in Anthologien. Brock arbeitet als Arzt in Halle (Saale) und lebt in Leipzig.



Mittwoch, 18. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
Alles offen

Brigitte Struzyk


Gäste: Ulrich Koch, Peter Wawerzinek und Janni Struzyk

Das neue Jahr
So, und nun kommt es
nicht wie es muss,
so kommt es,
sondern es kommt
ohne so was
wie Sicherheit,
nein,
mit Sicherheit
kommt es nicht.
TATERA…

Alles offen, Brigitte Struzyk liest aus ihrem Gedichtband. FIXPOETRY. Verlag Hamburg 2011. An der Tuba Janni Struzyk. Gäste: Ulrich Koch und Peter Wawerzinek.

…TAM

Brigitte Struzyk, geboren 1946 in Steinbach-Hallenberg, studierte Theaterwissenschaften in Leipzig. Sie arbeitete als Lektorin im Aufbau-Verlag in Weimar und Ostberlin. Für ihre Werke erhält sie zahlreiche Auszeichnungen (u.a. den Lion-Feuchtwanger-Preis). 2011 erschien ihr Gedichtband alles offen. Heute lebt und arbeitet Struzyk als freie Schriftstellerin in Berlin.



Ulrich Koch, geboren 1966 in Winsen an der Luhe, ist Angestellter einer Personalagentur in Hamburg. Er veröffentlichte zahlreiche seiner Texte in Anthologien und Zeitschriften, ebenso wie in eigenen Gedichtbänden (Lang ist ein kurzes Wort, Der Tag verging wie eine Nacht ohne Schlaf). 2011 erhielt er für seine Lyrik den Hugo-Ball-Förderpreis.



Peter Wawerzinek, geboren 1954 in Rostock, betätigt sich seit 1988 als freier Schriftsteller, Regisseur, Hörspielautor und Sänger. 2010 erhielt er für seinen Roman Rabenliebe den Ingeborg-Bachmann-Preis. Wawerzinek lebt und arbeitet in Berlin.

Janni Struzyk hat Tuba in Berlin und Weimar studiert, nachdem sie Blockflöte, Posaune und Klavier gelernt hatte und lange Chorsängerin war. Sie spielt in großen Orchestern und in kleinen und klitzekleinen Kammermusikbesetzungen, sowohl in Jazzorchestern als auch tiefernst, am liebsten mit dem Schlagwerker Friedemann Werzlau als Duo "pinx.it" die eigenen Stücke. Immer wieder als Solistin mit verschiedenen Orchestern tätig.



Samstag, 21. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
tage-bau stellt sich vor

Autorenlesung mit Elvira Surrmann, Hartmut Sörgel u.a.


Elvira Surrmann und Hartmut Sörgel sind Autoren bei tage-bau.de.
tage-bau.de, ein literarisches Online-Tagebuch, ist ein Literaturprojekt des Berlinerzimmers.


Elvira Surrmann, geboren und aufgewachsen im Kohlenpott,lebt seit 1973 in Berlin – Lieblingsbezirk: Kreuzberg, schreibt seit Kindertagen, aus beruflichen Gründen viele Jahre auf Fachtexte beschränkt. Sie hat lange Kunst und Deutsch unterrichtet. Seit 2005 Autorin im tage-bau. 2009 bis 2011 Ausstellungen "Kreuzberger Künstler" in der Kreuzberger Weltlaterne. Seit 2011 Kreuzberger-Künstler-Blog www.kreuzbook.de Sie liest aus ihren Kreuzberger Miniaturen.




Hartmut Sörgel, geboren 1940 in Peine, lebt seit 1982 in Berlin. Sprachwissenschaftler, Maler/Grafiker und Dichter. Lesungen eigener poetischer Texte seit 30 Jahren, oft zur Eröffnung von Ausstellungen seiner Malerei. Gedichtbände mit eigenen Illustrationen: Städte sind Inseln in der Sprache der Schmetterlinge (Trilce-Verlag, Berlin 1997) und weitere im Eigenverlag (1998-2004). Er liest aus seinen Gedichtbildern.




Anton Seidelbast, 1974 in Dahme/Mark geboren, ist Liedermacher und lebt in Berlin. Er stellt eigene Kompositionen vor.




Walther Stonet (Werner Theis), geboren 1956 in Berlin, wohnhaft in Metzingen bei Stuttgart. Er schreibt seit seinem 15. Lebensjahr Gedichte, Aphorismen, Kurzgeschichten, politisch-historische Essays und Rezensionen und ist seit frühester Kindheit bekennender Busch-Fan. Seine bevorzugte Gedichtformen sind Sonette und Haikus. Derzeit veröffentlicht er u.a. bei www.tage-bau.de und in der Literaturzeitschrift Asphaltspuren. Auszeichnung seiner Haikus als Haikus des Monats Januar und März 2003. Außerdem betreibt er zwei eigene Blogs: www.gedankenlieder.de und www. sonettportal.de. Seine neuesten Veröffentlichungen sind in Bis zum letzten Tag (Hamburger Haiku Verlag) und Bibliothek Deutschsprachiger Gedichte – Ausgewählte Werke XIV (Realis-Verlag) nachzulesen. Nächstes Jahr erscheint weiteres in Sterz, Herzblut-Ausgabe (Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kulturpolitik).

Angela Planert ist in Berlin aufgewachsen und schrieb bereits in der Schulzeit Geschichten. Zunächst erlernte sie einen medizinischen Beruf und widmete sich dann ganz dem Familienleben. Im Frühjahr 1998 gründete sie in Berlin-Lankwitz ihren ersten Gospelchor, die "Gospel Angels", die heute nach dem Chorleiterwechsel unter dem Namen "Gospel Motion" singen. Im Sommer 2000 zog sie mit ihrer Familie nach Hohen Neuendorf, wo sie im Frühjahr 2002 den zweiten Chor, die "Amazing Voices" gründete. Im November 2003 begann Planert wieder zu schreiben. Sie hat bereits mehrere Romane veröffentlicht, u.a. Drachenseele und Vigor.



Samstag, 28. Januar 2012, 19:30 Uhr, Eintritt 5 Euro/ Erm. 4 Euro
Unser Mann vor Ort

Robert Perišic präsentiert seinen ersten, auf Deutsch erschienenen Roman Unser Mann vor Ort (Naš covjek na terenu). Denis Abrahams liest die deutsche Übersetzung.


In Unser Mann vor Ort porträtiert der kroatische Autor Robert Perišic einen ehemals subversiven, nunmehr im Establishment angekommenen Zeitungsredakteur namens Tin, sowie seinen Freund Markatovic, einen ehemaligen Dichter, der jetzt als Unternehmer eine balkanische Version des Yuppietums auslebt. Seit drei Tagen hat Tin nichts mehr von seinem Cousin Boris gehört, den er als Kriegsberichterstatter nach Bagdad geschickt hatte. Von dort hatte er merkwürdige, journalistisch nicht brauchbare Reportagen heimgeschickt. Diese Texte sowie die zunehmend eskalierende Panik aufgrund des Verschwindens von Boris verweisen auf die posttraumatischen Belastungsstörungen, die nach dem kollektiven Trauma der Jugoslawienkriege unter jeder blanken Oberfläche des scheinbaren Erfolgs sowie hinter jeder satirischen Pointe lauern.

Perišics Roman bietet ein vielschichtiges Porträt der osteuropäischen Gesellschaft, welches die politische Lage und Neuorientierung Ex-Jugoslawiens sehr treffend beschreibt. Auf dem gesamten Balkan hat sich Perišic längst als Autor einen Namen gemacht, der Themen der dortigen Lebenswirklichkeit aufgreift, wenngleich diese häufig noch von den Schatten der sozialistischen Vergangenheit und des Krieges verdunkelt wird.


Robert Perišic, geboren 1969 in Split, lebt in Zagreb als freiberuflicher Autor und Journalist. Seit 1995 veröffentlichte er je einen Gedicht- und Erzählband, zwei Theaterstücke sowie 2007 seinen ersten Roman Unser Mann vor Ort (Naš covjek na terenu). Das Debüt wurde bereits in fünf osteuropäische Sprachen übersetzt, war 2008 der bestverkaufte kroatische Roman und wurde mit dem wichtigsten kroatischen Literaturpreis Jutarnji list ausgezeichnet. 2011 erschien Unser Mann vor Ort erstmalig im Leykam Verlag auf Deutsch.




Denis Abrahams, geboren 1974 in Wiesbaden, studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums spielte er am Staatstheater Mainz. Weitere Stationen waren u.a. das Staatstheater Wiesbaden, die Oper Frankfurt, Stuttgart und das Theater der Stadt Koblenz. Seit Mitte der Neunziger Jahre tritt Denis Abrahams als Rezitator und Vorleser auf und hat sich seither ein breites Repertoire erarbeitet. Seit 2004 lebt und arbeitet Denis Abrahams als freier Sprecher und DJ in Berlin und hat bereits in zahlreichen Hörspielen mitgewirkt.