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Januar 2010


Freitag, 8. Januar 2010, 19:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Auftakt!

Lesung und Vernissage zum Auftakt der “Herzblut”-Lesungen des Verlagshaus J. Frank | Berlin 2010
Lesung: Johanna Melzow Cornelia Schmerle Janine Lancker
Bilder von: Katharina Berndt Miryam Vilnerganz Merav Salomon


Am 8. Januar findet zum Auftakt der „Herzblut“-Lesungen des Verlagshaus J.Frank | Berlin im Jahr 2010 eine Lesung und Vernissage in der Lettretage statt. Johanna Melzow, Cornelia Schmerle und Janine Lancker lesen aus ihren Neuerscheinungen in der Bibliothek Belletristik. Außerdem werden Bilder und Illustrationen der Künstlerinnen Katharina Berndt, Miryam Vilnerganz und Merav Salomon in den Räumen der Lettrétage ausgestellt. Die Neuerscheinungen sind: Q14 // Weiße Frucht von Janine Lancker mit Illustrationen von Katharina Berndt. Q15 // In Pulsen von Cornelia Schmerle. Q 16 // Flügellose Morgen von Johanna Melzow mit Illustrationen von Miryam Vilnerganz.

Die Illustrationen von Merav Salomon sind aus ihrem im Verlagshaus J. Frank | Berlin erschienenen Buch Eine Familienreise nach Berlin. Die israelischen Illustratorinnen Merav Salomon und Miryam Vilnerganz sind Teil des deutsch-israelischen Dialogs der Künste „Alltag“, der zusammen mit dem Illustrator Felix Scheinberger und der Bezalel Academy of Arts and Design initiiert wurde.



Samstag, 9. Januar 2010, 20:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
G.H.H. (W.B. Yeats) und Ivo Sachs


Ivo Sachs liest mehr oder weniger Lyrik aus Alles Liebe, Mondblumen, Vom Warten am Fluss in Zeiten kollektiv forcierter Einzelhast, 2009 Jahre nach der Christuslegende und Von allen guten Geistern verlassen.

W.B. Yeats hat mit seinen letzten Gedichten die wohlmeinenden Zeitgenossen verwundert und andere zum ersten Mal für sich interessiert. G.H.H. hat einige dieser Gedichte übersetzt. Seine eigenen sind anders.

Ivo Sachs, 1974 in Rüdersdorf bei Berlin geboren, ist ausgebildeter Bühnenbauer und Schauspieler. Er lebt in Berlin, wo er als Schauspieler und freischaffender Autor von Lyrik und Prosa unter anderem für verschiedene Verlage arbeitet.

G.H.H. liest Gedichte von W. B. Yeats in neuer Übersetzung, ferner Eigenes. Schreibt an einem Krimi, übersetzt aus dem Englischen, Italienischen, Französischen.



Samstag, 16. Januar 2010, 20:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Leonhard Lorek: daneben liegen
Buchpremiere
In Zusammenarbeit mit dem
Verbrecher Verlag

Leonhard Loreks Gedichte und poetische Prosatexte zeichnet eine "klare, knappe Sprache" (Berliner Zeitung) aus, die den Leserinnen und Lesern mitunter den Boden unter den Füßen wegreißt. Lorek kann ganz ohne Wortgeklingel die Weltwahrnehmung erschüttern. Und treffen: "Gedichte sind ein brauchbares Mittel, jedwedem Seelenelend beizukommen. Sie helfen einem, sich selbst zu ertappen, Unausweichlichem den Status der Konsequenz zuzugestehen, sich zu verhalten. Gute Gedichte sind wie gute Therapeutinnen, Analytiker; was sie von diesen unterscheidet, ist zweierlei: Zum einen tritt ihr Unterhaltungsfaktor anders in Kraft und zum anderen sind sie unbezahlbar."

Leonhard Lorek lebt und arbeitet als Autor, Musikjournalist und Musiker in Berlin. Er veröffentlichte Erzählungen, Gedichte und Essays in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien. 1958 in Zabrze, Polen, geboren, gehörte Leonhard Lorek in den 80ern zu den wichtigsten Exponenten der Dichterszene vom Prenzlauer Berg; die von ihm initiierte und mitherausgegebene subkulturelle Publikation "schaden" gilt heute als legendär. Als Textautor und Musiker war er an Bands wie "z.art", "teurer denn je", "fett", "la deutsche vita" und "Deut" beteiligt. Sein aktuelles musikalisches Projekt "Mendelsson" betreibt er gemeinsam mit Norbert Grandl, Sandro Chiesura und Evgenij Dvorkin. Zu den musikalischen Veröffentlichungen gehören u.a. Michael Dubach/Nino Sandow/Max Goldt: "Musik wird niemals langsam"; Dubach Deut: "Brauchen" und Mendelsson: "White Canary" und "31.".



Samstag, 23. Januar 2010, 19:00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Ein Abend - vier Autoren

Mit Sören Witzel, Robert H. Billermann, Markus Städing und Jesco Puluj


Vier junge Autoren finden sich am 23. Januar in der Lettrétage (Kreuzberg) zusammen um gemeinsam ihr bisheriges Schaffen zu präsentieren. Sören Witzel, der im Februar 2008 mit gebt mir mehr sein Debüt gab, liest kafkaeske Kurzgeschichten und schwimmende Gedichte. Robert H. Billermann, gebürtiger Münsteraner, veröffentlichte bereits in mehreren lokalen Literaturzeitschriften und präsentiert Ausszüge aus seinem Roman Die Reise des jungen Kostschej sowie zweieinhalb Gedichtszyklen. Marcel de la Chevallerie bereiste große Teile Deutschlands und Frankreichs, was sich auch in seiner essayistischen Kurzprosa niederschlägt. Der Urbayer des Autorenkreises, Jesco Puluj, widmete sich bereits unzähligen Filmprojekten und ist bekannt für humoristisch bissige Prosa am Rande der Großstadt.

Sie erwartet ein spannender Abend mit Literatur aus allen vier Ecken und einem original DADAistischen vierstimmigen Lyrikkurzdrama.



Samstag, 30. Januar 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Goldwasser auf den Pflastern Neuköllns (I)
Konzeption: Lutz Steinbrück


Die Rede ist hier von stählernen Zukunftsverwandten. Sie winken Dir zu, ehe sie an blühenden Korallenriffs hinabgleiten. Sie stoßen auf Gründe, die ihnen fremd sind. Tasten sich hinein in Erinnerungslandschaften (Danziger Bucht), treten an zur kollektiven TraumArbeit der Dichterwesen. Dabei verschütten manche Goldwasser auf den Pflastern Neuköllns, nach dem Ping Pong oder davor. Und halten sich irgendwo zwischen den Klingeltönen fest.

Frank Norten (Ibiza), geboren in Köritz/Brandenburg. Medizinstudium an der Humboldt-Universität in Berlin (DDR) und langjährige ärztliche Tätigkeit an mehreren Berliner Nervenkliniken. Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Promotion über den Selbstmord bei Schizophrenen. Seit neun Jahren meist in Spanien lebend. Seit Mitte der 90er Jahre Produktion von ausschließlich Lyrik. Besuch einiger Schreibwerkstätten. 2008/2009 Teilnahme an der Autorenwerkstatt des Lyrikkabinetts München.
Gedichtbände: Rauch aus meinem Mund (Tortuga Presse, Berlin 2000), Die Frau von Capri (edition innsalz, Aspach 2002), Jestesmy wygnancami (Miniatura, Kraków 2004). Übersetzungen ins Polnische, Französische (veröffentlicht in Aujourd`hui Poéme, Paris), Englische und Litauische.
www.franknorten.com

Bastian Winkler (Berlin), geboren 1977 in Wunstorf bei Hannover; lebt in Berlin, wo er Hörspiele, Prosa und Gedichte verfasst. Studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim; dort wirkte er anschließend als Dozent. Veröffentlichungen von Lyrik u.a. in der Bella triste.

Julia Trompeter & Xaver Römer als Duo "Sprechduette" (Berlin/Köln)
Julia Trompeter,
geboren 1980 in Siegburg, lebt in Berlin. Studium der Philosophie und Germanistik in Köln. Seit 2005 Redakteurin bei www.einseitig.info. Zahlreiche Auftritte in literarischen Zirkeln zwischen Weimar und Stuttgart. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie in literarischen Radiosendungen. Seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeit und Promotion über den aristotelischen Begriff der Katharsis an der FU-Berlin.
Xaver Römer, geboren 1969, studierte Jazzgitarre in Rotterdam, wohnt in Köln und schreibt Lyrik und Prosa.
www.myspace.com/sprechduette

Isabella Vogel (Berlin), geboren 1988 in Berlin; studiert Französische Philologie und Philosophie in Berlin. Veröffentlichungen im Tagesspiegel, in verschiedenen Anthologien und Literaturzeitschriften, Beiträge in lauter niemand (8. Ausgabe und 9. Ausgabe), Vertonung eines Gedichtes durch das Maxim-Gorki-Theater. Mitglied im Autorenforum Berlin. Moderatorin in dem Literatur- und Kunstforum Blauer Salon.
www.poetenladen.de/isabella-vogel.htm

Clemens Kuhnert (Berlin), geboren 1965 in Berlin. Arbeitete nach dem Studium an der TU München als Architekt. Mitbegründer der Münchner Literaturzeitung TORSO sowie der Berliner Autoreninitiative lauter niemand. Dort Organisator des Literaturlabors und Herausgeber der gleichnamigen Literaturzeitung. Veröffentlichte 2008 den Gedichtband Tina die Teilzeitstewardess, herausgegeben von Alexander Krohn im Verlag Distillery Press (Berlin). Weitere Beiträge u.a. im Jahrbuch der Lyrik 2005, im lauter niemand (Ausgaben 2 und 6) sowie in der CD-Anthologie Nachrichten von der Poesie (SZ/WDR, 2008).
www.lauter-niemand.de/seite_clemens_kuhnert.htm

Lutz Steinbrück (Berlin), geboren 1972 in Bremen, lebt als Journalist (taz, Tagesspiegel, FR, Berliner Literaturkritik), Musiker (Band: Nördliche Gärten) und Autor (Lyrik, Drama) in Berlin. 2008 erschien sein Lyrikband Fluchtpunkt:Perspektiven im Lunardi Verlag (Berlin). Veröffentlichungen in den Zeitschriften Belletristik und außer.dem sowie online im Poetenladen, bei Lyrikmail und bei Fixpoetry.
Literaturport
Myspace



Sonntag, 31. Januar 2010, 19:30 Uhr, Eintritt: 5,- Euro
Crauss: Motorradheld
Friedrich Kröhnke: Ein Geheimnisbuch

Autorenlesung


CRAUSS & KRÖHNKE lesen texte und machen töne. sie bekennen sich süchtig, ja, sehn_süchtig gar! während Crauss sein prosa_debut MOTORRADHELD vorstellt, liest Friedrich Kröhnke ua. aus seinem GEHEIMNISBUCH und aus intimen reisetagebüchern. dazu musiziert einer von beiden. oder beide. oder einer legt platten auf.

Friedrich Kröhnke lebt in berlin, seine romane schwingen lange im leser nach. er beschreibt sein eigenes leben, vor allem aber erzählt er geschichten von der liebe: "bei heftigem schneetreiben erzählt ein mann in einem zug einem anderen die bis zum äußersten furchtbare geschichte, die ein in dieser landschaft niedergelassener arzt erlebt hat. langsam, nach und nach, ganz ruhig erzählt er sie." in seinem GEHEIMNISBUCH geht es ums erwachsenwerden und die erste sinnliche begegnung mit büchern, um die geröteten wangen beim verschlingen von allem, was man als jugendlicher in die hände kriegen kann: "kriminalromane! taschenbücher! reihen! gegenstand seiner sehnsucht. heimlich blättert ein kleiner Abel in Edgar Wallace' krimis, die im arbeitszimmer seiner mutter liegen. das papier ist holzig, aber neu und frisch." man liest die geschichte der brüder Abel und Alexander und bekommt unweigerlich lust aufs lesen.

aus den aufmüpfigen kindern werden verschrobene männer. "die handlung ist in london." die handlung ist in indien und mexiko. die handlung ist in "einem verborgenen zimmer" in berlin-tiergarten und schließlich in einem keller in saarbrücken, in dem sich das geheimnis enthüllt, das gefährlich süchtig macht.

konzeptionelle gewitztheit und der ironisch emphatische gestus einer sprachkunst, die nicht nur still gelesen werden will, prägen Crauss' prosaband MOTORRADHELD. das buch des in siegen/ westdeutschland lebenden versammelt verrückte stories und melancholische jugenderinnerungen wie "siebengebirge paradies rheingold" oder eine szene über die ersten liebesblicke im café -- mit acht! daneben ergiesst der autor sich in einer hommage an James Last, den meister des easy swing und an Isaac Hayes, den Gott aller 12_incher, jawbreaker und 70er_jahre verfolgungsjagden.

erotisches wie wahres wirkt, wenn Crauss auftritt. die titelgeschichte des buchs, MOTORRADHELD zb. handelt vom stuntman Evel Knievel, der so cool war, dass eine spielzeugfirma ihn sogar als plastikfigur auf den markt brachte.

in texten, die sind wie "poesie über explodierenden krokussen" spielt Crauss seine qualitäten auf höchst originelle weise aus. in einem fiktiven brief oder selbstgespräch setzt der autor eine bemerkenswerte erinnerungsbewegung in gang, in der wir uns selbst wiederfinden.



Lettrétage - Das junge Literaturhaus